Der Wandel der Erziehung ist ein faszinierendes Thema, das uns...
Erziehung im Fokus: Definitionen, Beispiele und Geschichte









Definition und historischer Wandel der Erziehung
Erziehung umfasst zielgerichtete Handlungen, die darauf abzielen, die Dispositionen anderer Menschen zu verbessern oder als wertvoll beurteilbar zu machen. Diese sozialen Handlungen sollen psychische Dispositionen verbessern, erhalten oder beseitigen, müssen aber nicht zwingend gelingen.
Der Erziehungsprozess ist bewusst gestaltet und bedient sich gezielter Mittel und Maßnahmen. Dazu gehören das Arrangieren lernförderlicher Umgebungen und die Unterstützung des zu Erziehenden, selbstverantwortlich zu leben – immer im Kontext der Gesellschaft und des institutionellen Rahmens.
Im Erziehung im Wandel der Zeit Zeitstrahl sehen wir deutliche Veränderungen: In der Nachkriegszeit herrschten strenge Hierarchien und autoritäre Erziehungsmethoden vor. Die Erziehungsziele waren Fleiß, Leistung und Unterordnung. Anfang der 70er Jahre folgte eine Abkehr vom Kleinbürgertum mit Forderungen nach Selbstbestimmung und Individualität. Heute verbinden wir Elemente beider Epochen und legen Wert auf Erfolg, Ehrgeiz und Flexibilität bei gleichzeitiger Verhandlungsbereitschaft.
💡 Gut zu wissen: Die Erziehung in der Nachkriegszeit war stark geprägt von den Erfahrungen des Krieges und dem Wunsch nach Sicherheit und Ordnung – ein deutlicher Kontrast zur antiautoritären Bewegung der 70er Jahre!

Erziehungsziele und ihre Bedeutung
Erziehungsziele sind angestrebte Verhaltensänderungen, die durch erzieherisches Handeln erreicht werden sollen. Sie unterscheiden sich von Normen (allgemeine gesellschaftliche Verhaltenserwartungen) und Werten (individuelle Bewertungen). Erziehungsziele dienen speziellen Zwecken und gelten oft nur für kleinere Gruppen.
Die Erziehungsziele Pädagogik haben mehrere wichtige Funktionen: Sie helfen bei der Verwirklichung von Wert- und Normvorstellungen, organisieren den Erziehungsprozess und ermöglichen die Reflexion des erzieherischen Verhaltens. Als Orientierungshilfe definieren sie sowohl den Soll-Zustand des zu Erziehenden als auch Vorschriften für den Erzieher.
Wer legt diese Ziele fest? Verschiedene gesellschaftliche Instanzen wirken dabei mit:
- Wirtschaftsinstanzen bestimmen Ziele der beruflichen Ausbildung
- Politische Kräfte setzen Gesetze und Verordnungen
- Kirchen, Verbände und Elternvereinigungen bringen ihre Vorstellungen ein
Ein zentrales Erziehungsziel ist Mündigkeit, die nach Kant die Forderung beinhaltet, den eigenen Verstand zu benutzen, um persönliche Freiheit zu erlangen. Menschen sollen eigenständig denken und ihre Meinung frei äußern können.
🎯 Merke dir: Beim Formulieren von Erziehungszielen Beispiele ist die Unterscheidung zwischen Richt-, Grob- und Feinzielen wichtig! Richtziele sind allgemein (z.B. Selbstständigkeit), Grobziele konkreter (z.B. alleine anziehen) und Feinziele sehr spezifisch (z.B. Schuhe binden können).

Mündigkeit und Erziehungsmaßnahmen
Pädagogische Mündigkeit ist kein fester Zustand, sondern ein lebenslanger Prozess des Weiter- und Umlernens. Sie umfasst drei wesentliche Erziehungskompetenzen: Selbstkompetenz (Umgang mit sich selbst), Sozialkompetenz (Umgang mit anderen) und Sachkompetenz (Umgang mit der Sachwelt). Mündigkeit bedeutet somit die Bereitschaft und Fähigkeit, das eigene Leben, das soziale Umfeld und die Sachwelt bewältigen zu können.
Eng verwandt mit Mündigkeit ist das Erziehungsziel der Emanzipation – die Fähigkeit, sich von einengenden gesellschaftlichen Verhältnissen zu befreien. Um Mündigkeit zu fördern, sollten Erziehende Freiräume gewähren, sinnvolle Grenzen setzen, ihr Handeln begründen und das Zusammenleben fördern.
Bei den Erziehungsmaßnahmen unterscheiden wir zwischen:
- Direkten Maßnahmen: unmittelbare Einflussnahme (z.B. Belohnung, Ermahnung)
- Indirekten Maßnahmen: Einflussnahme über Situationen oder Objekte (z.B. Spiele, Bücher)
- Unterstützenden Maßnahmen: schaffen angenehme Zustände und bauen erwünschtes Verhalten auf
- Gegenwirkenden Maßnahmen: verursachen unangenehme Zustände und bauen unerwünschtes Verhalten ab
Zum Erziehungshandeln gehört auch das Behüten – ein Kind vor Einflüssen zu schützen, die es alleine noch nicht bewältigen kann.
🔑 Wichtig: Die Definition Erziehung wissenschaftlich betont den intentionalen (absichtsvollen) Charakter von Erziehungshandlungen, während Sozialisation auch unbewusst und ungesteuert ablaufen kann!

Lob, Belohnung und Erfolgserlebnisse in der Erziehung
Lob und Belohnung sind wichtige Werkzeuge im erzieherischen Handeln. Sie sind Verhaltenskonsequenzen mit angenehmer Wirkung, die dazu beitragen sollen, dass erwünschtes Verhalten häufiger gezeigt wird. Wir unterscheiden:
- Belohnungen erster Art: Darbietung angenehmer Konsequenzen
- Belohnungen zweiter Art: Beenden eines unangenehmen Zustandes
Während Belohnungen oft materielle Verstärker sind, ist Lob ein sozialer Verstärker – eine angenehm wirkende Äußerung. Die Wirkungen sind vielfältig: Die Wahrscheinlichkeit des erwünschten Verhaltens steigt, angenehme Gefühle werden ausgelöst, und das Selbstvertrauen wird gestärkt.
Allerdings gibt es auch Probleme: Manche Kinder sehen belohntes Verhalten als selbstverständlich an, und die Wirkung von Lob und Tadel hängt stark von der Person und der Umgebung ab. Oft wird unerwünschtes Verhalten unbeabsichtigt verstärkt.
Noch wertvoller als äußere Belohnungen sind Erfolgserlebnisse – angenehme Konsequenzen, die unmittelbar aus einer bestimmten Handlung hervorgehen. Die Individualpsychologie bezeichnet das Arrangieren solcher Erlebnisse als Ermutigung. Sie heben das Selbstwertgefühl, bauen sachbezogene Motivation auf und fördern die Selbstbestimmung.
💫 Praxistipp: Wenn du mit Kindern arbeitest, versuche mehr mit natürlichen Erfolgserlebnissen zu arbeiten als mit künstlichen Belohnungen! "Schau mal, wie gut du das jetzt schon kannst!" wirkt oft nachhaltiger als "Wenn du das schaffst, bekommst du ein Eis."

Tadel, Strafe und Erziehungsstile
Bestrafungen sollen dazu führen, dass unerwünschtes Verhalten seltener auftritt. Es gibt zwei Arten:
- Bestrafung erster Art: Unangenehme Verhaltenskonsequenz (z.B. Schimpfen)
- Bestrafung zweiter Art: Beenden eines angenehmen Zustandes (z.B. Fernsehverbot)
Obwohl Strafe zunächst logisch erscheint, ist sie problematisch. Sie führt meist nur zur temporären Unterdrückung des Verhaltens, nicht zu einer dauerhaften Änderung. Zudem belastet sie die Beziehung zwischen Erzieher und Kind.
Sinnvoller sind Wiedergutmachung und sachliche Folgen:
- Bei der Wiedergutmachung bekommt das Kind die Chance, sein Fehlverhalten durch erwünschtes Verhalten zu ersetzen.
- Sachliche Folgen sind unangenehme Konsequenzen, die direkt aus dem Verhalten folgen – entweder als natürliche Folge (tritt von selbst ein) oder als logische Folge (vom Erzieher arrangiert, aber unabhängig von ihm).
Erziehungsstile beschreiben typische erzieherische Grundhaltungen, die relativ konstant sind und sowohl im professionellen als auch familiären Rahmen auftreten. Der autoritäre Erziehungsstil zeichnet sich durch eine distanzierte Beziehung aus, bei der der Erzieher Befehle erteilt, Aufgaben zuteilt und persönliches, subjektives Lob und Tadel ausspricht.
⚖️ Zur Reflexion: Die Erziehungsziele formulieren sich heute anders als in der NS-Erziehung. Während die NS-Erziehung Zusammenfassung Gehorsam, Volksgemeinschaft und Kampfbereitschaft betonte, stehen heute Selbstständigkeit, kritisches Denken und Toleranz im Vordergrund.

Der autoritäre Erziehungsstil
Im autoritären Erziehungsstil ist die Beziehung zwischen Gruppenleiter (oder Erzieher) und den Gruppenmitgliedern (oder Kindern) von Distanz geprägt. Diese Erziehungsform ist durch klare Hierarchien gekennzeichnet.
Typische Merkmale dieses Stils sind:
- Der Gruppenleiter erteilt Befehle und gibt Kommandos
- Aufgaben werden zugewiesen und der Arbeitsablauf strikt bestimmt
- Lob und Tadel erfolgen persönlich und subjektiv, basierend auf den Vorlieben des Gruppenleiters
- Der Erziehende arbeitet häufig mit negativen Konsequenzen
Dieser Stil erinnert an die Erziehung in den 50er Jahren, wo Gehorsam und Unterordnung zentrale Werte waren. Er steht im starken Kontrast zu demokratischen oder Laissez-faire-Stilen.
📚 Historischer Kontext: Der Vergleich Erziehung Nationalsozialismus heute zeigt deutliche Unterschiede. Im NS-System war der autoritäre Stil staatlich verordnet und diente der Indoktrination, während heute autoritäre Elemente meist mit anderen Stilen kombiniert werden und individuelle Entscheidungen der Erziehenden sind.

Der Laissez-faire-Erziehungsstil und dimensionsorientierte Konzepte
Der Laissez-faire-Erziehungsstil (wörtlich: "laufen lassen") ist durch minimale Einflussnahme des Erziehers gekennzeichnet. Der Gruppenleiter verhält sich weitgehend passiv, macht kaum Vorgaben und bewertet Arbeitsergebnisse selten. Seine Haltung ist freundlich, aber neutral.
Typische Verhaltensmerkmale in Gruppen mit diesem Führungsstil:
- Unzufriedenheit wegen geringer Arbeitsfortschritte
- Wechselhaftes und manchmal konstruktives Verhalten der Kinder
- Viele Diskussionen ohne konkreten Nutzen
- Viele Vorschläge, aber wenig Umsetzung
- Wechselhaftes, teils aggressives Verhalten mit wenig Zusammengehörigkeitsgefühl
Die Arbeitsleistung schwankt stark zwischen verschiedenen Gruppen, wobei Laissez-faire geführte Gruppen oft unproduktiv sind. Die höchste Qualität der Arbeitsergebnisse findet sich dagegen in demokratisch geführten Gruppen.
Im dimensionsorientierten Konzept werden Erziehungsstile nicht als reine Typen, sondern anhand von Dimensionen beschrieben. Eine Dimension fasst ähnliche Verhaltensweisen zusammen, die auf Skalen gemessen werden. Zwei zentrale Dimensionen sind:
- Emotionale Dimension: von hoher Wertschätzung bis zu Kälte
- Lenkungsdimension: von hoher bis zu geringer Lenkung
Dieses Konzept wurde später auf vier Dimensionen erweitert, die verschiedene Aspekte des Erziehungsverhaltens umfassen.
🔄 Entwicklung verstehen: Der Erziehung früher und heute Unterrichtsmaterial Vergleich zeigt, dass wir von streng autoritären Stilen (Nachkriegszeit) über antiautoritäre Ansätze (70er Jahre) zu einem ausgewogeneren Verständnis gelangt sind, das Struktur und Freiheit verbindet.

Dimensionen erzieherischen Verhaltens
Die vier Dimensionen erzieherischen Verhaltens bilden Gegensatzpaare, die das Spektrum möglicher Erziehungshaltungen abbilden:
- Missachtung-Kälte-Härte vs. Achtung-Wärme-Rücksichtnahme
- Kein Verstehen vs. Vollständiges Verstehen
- Fassadenhaftigkeit vs. Echtheit
- Keine fördernden nicht-dirigierenden Tätigkeiten vs. Viele fördernde nicht-dirigierende Tätigkeiten
Diese Dimensionen helfen uns, Erziehungsverhalten differenzierter zu betrachten als mit den klassischen Erziehungsstil-Kategorien.
Ein Kritikpunkt an diesem Modell ist die methodische Vorgehensweise: Es berücksichtigt hauptsächlich sprachliche Äußerungen, während Gestik und Mimik kaum einbezogen werden. Das "Wie" des Gesagten findet zu wenig Beachtung.
Die Definition Erziehung nach Hurrelmann betont zusätzlich, dass Erziehung immer im Spannungsfeld zwischen Individuation und Integration stattfindet – Kinder sollen einerseits eine eigene Persönlichkeit entwickeln, andererseits gesellschaftsfähig werden.
🧠 Zum Nachdenken: Die verschiedenen Definitionen und Konzepte von Erziehung zeigen, dass es nicht den "einen richtigen Weg" gibt. Als angehende Pädagogin oder angehender Pädagoge ist es wichtig, deinen eigenen Stil zu reflektieren und situationsangemessen zu handeln!
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Erziehungsziele und ihre Bedeutung
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Mündigkeit und Erziehungsmaßnahmen
Pädagogische Mündigkeit ist kein fester Zustand, sondern ein lebenslanger Prozess des Weiter- und Umlernens. Sie umfasst drei wesentliche Erziehungskompetenzen: Selbstkompetenz (Umgang mit sich selbst), Sozialkompetenz (Umgang mit anderen) und Sachkompetenz (Umgang mit der Sachwelt). Mündigkeit bedeutet somit die Bereitschaft und Fähigkeit, das eigene Leben, das soziale Umfeld und die Sachwelt bewältigen zu können.
Eng verwandt mit Mündigkeit ist das Erziehungsziel der Emanzipation – die Fähigkeit, sich von einengenden gesellschaftlichen Verhältnissen zu befreien. Um Mündigkeit zu fördern, sollten Erziehende Freiräume gewähren, sinnvolle Grenzen setzen, ihr Handeln begründen und das Zusammenleben fördern.
Bei den Erziehungsmaßnahmen unterscheiden wir zwischen:
- Direkten Maßnahmen: unmittelbare Einflussnahme (z.B. Belohnung, Ermahnung)
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- Unterstützenden Maßnahmen: schaffen angenehme Zustände und bauen erwünschtes Verhalten auf
- Gegenwirkenden Maßnahmen: verursachen unangenehme Zustände und bauen unerwünschtes Verhalten ab
Zum Erziehungshandeln gehört auch das Behüten – ein Kind vor Einflüssen zu schützen, die es alleine noch nicht bewältigen kann.
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Lob und Belohnung sind wichtige Werkzeuge im erzieherischen Handeln. Sie sind Verhaltenskonsequenzen mit angenehmer Wirkung, die dazu beitragen sollen, dass erwünschtes Verhalten häufiger gezeigt wird. Wir unterscheiden:
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Noch wertvoller als äußere Belohnungen sind Erfolgserlebnisse – angenehme Konsequenzen, die unmittelbar aus einer bestimmten Handlung hervorgehen. Die Individualpsychologie bezeichnet das Arrangieren solcher Erlebnisse als Ermutigung. Sie heben das Selbstwertgefühl, bauen sachbezogene Motivation auf und fördern die Selbstbestimmung.
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Schüler lieben uns — und du auch.
Die App ist sehr einfach zu bedienen und gut gestaltet. Ich habe bisher alles gefunden, wonach ich gesucht habe, und konnte viel aus den Präsentationen lernen! Ich werde die App definitiv für ein Schulprojekt nutzen! Und natürlich hilft sie auch sehr als Inspiration.
Diese App ist wirklich super. Es gibt so viele Lernzettel und Hilfen [...]. Mein Problemfach ist zum Beispiel Französisch und die App hat so viele Möglichkeiten zur Hilfe. Dank dieser App habe ich mich in Französisch verbessert. Ich würde sie jedem empfehlen.
Wow, ich bin wirklich begeistert. Ich habe die App einfach mal ausprobiert, weil ich sie schon oft beworben gesehen habe und war absolut beeindruckt. Diese App ist DIE HILFE, die man für die Schule braucht und vor allem bietet sie so viele Dinge wie Übungen und Lernzettel, die mir persönlich SEHR geholfen haben.