Laissez-faire-Führungsstil und Erziehungsdimensionen
Der Laissez-faire-Führungsstil ist das Gegenteil des autoritären Stils. Wörtlich bedeutet er "laufen lassen" - der Gruppenleiter verhält sich weitgehend passiv, macht minimale Vorgaben und versucht kaum, das Verhalten der Gruppenmitglieder zu lenken. Die Kinder oder Schüler sollen selbst entscheiden, was sie erarbeiten möchten, und die Arbeitsergebnisse werden kaum bewertet.
Die Atmosphäre in Laissez-faire-geführten Gruppen ist oft von Unzufriedenheit geprägt, da Arbeitsfortschritte gering sind. Das Verhalten der Kinder ist wechselhaft, mit vielen Wünschen und nutzlosen Diskussionen. Zwar entstehen viele Vorschläge, aber wenige werden realisiert. Studien zeigen, dass die Arbeitsleistung stark von Gruppe zu Gruppe schwankt, wobei Laissez-faire-Gruppen insgesamt am unproduktivsten sind.
Moderne Erziehungswissenschaft betrachtet Erziehungsstile als dimensionsorientiertes Konzept. Eine Dimension fasst ähnliche Verhaltens- und Handlungsweisen zusammen, die auf Skalen gemessen werden können. Zentral sind zwei Hauptdimensionen: die emotionale Dimension (von hoher Wertschätzung bis Missachtung) und die Lenkungsdimension (von hoher bis geringer Lenkung).
🌟 Nach Erziehung Definition Hurrelmann findet erfolgreiche Erziehung in einem ausgewogenen Verhältnis von emotionaler Wärme und angemessener Lenkung statt. Kinder brauchen sowohl Freiräume als auch klare Strukturen, um sich zu selbstständigen, verantwortungsbewussten Menschen zu entwickeln.