Die ersten vier Stufen von Eriksons Entwicklungsmodell
Erik Eriksons 8 Stufenmodell beginnt mit der Geburt und erstreckt sich über das gesamte Leben. In diesem Abschnitt betrachten wir die ersten vier Stufen, die die Kindheit und frühe Jugend umfassen.
1. Urvertrauen gegen Urmissvertrauen (0-1,5 Jahre)
In der ersten Stufe der psychosozialen Entwicklung nach Erikson steht das Vertrauen im Mittelpunkt. Das Kind ist vollständig auf seine Bezugspersonen angewiesen und lernt, seiner Umwelt zu vertrauen - oder eben nicht.
Example: Ein Baby, das zuverlässig gefüttert und getröstet wird, entwickelt Urvertrauen. Ein vernachlässigtes Baby hingegen könnte Urmissvertrauen entwickeln.
Bezugspersonen können diese Phase positiv beeinflussen, indem sie:
- Ein Vertrauensverhältnis aufbauen
- Sicherheit und Geborgenheit vermitteln
- Eine anregende und sichere Umgebung schaffen
- Dem Kind erlauben, Erfahrungen über den Mund zu machen
- Mit dem Kind interagieren
Highlight: Das Ziel dieser Phase ist die Entwicklung eines grundlegenden Gefühls der Sicherheit.
2. Autonomie gegen Scham und Zweifel (1,5-3 Jahre)
In der zweiten Stufe des Erikson Stufenmodells beginnt das Kind, eigenständig zu werden. Die Reifung der Ausscheidungsorgane spielt hier eine wichtige Rolle.
Vocabulary: Autonomie - Die Fähigkeit, selbstständig zu handeln und eigene Entscheidungen zu treffen.
Bezugspersonen können diese Phase unterstützen durch:
- Eine nicht zu rigide Sauberkeitserziehung
- Toleranz gegenüber autonomen Erkundungen des Kindes
- Ernstnehmen des kindlichen Willens
- Ermutigung und Zuspruch bei Misserfolgen
Highlight: Das Ziel dieser Phase ist die Wahrnehmung des eigenen Selbst als Person, die ihren Körper kontrolliert.
3. Initiative gegen Schuldbewusstsein (3-6 Jahre)
In dieser Phase des Erikson Stufenmodells entwickelt das Kind ein Gewissen und ein Moralgefühl. Es wird selbstständiger und zeigt Initiative.
Example: Ein Kind in dieser Phase könnte eigenständig ein Bild malen wollen, um seine Kreativität auszudrücken.
Bezugspersonen können diese Entwicklung fördern durch:
- Unterstützung von Entdeckungsreisen
- Verständnis für innerfamiliäre Konkurrenzsituationen
- Ermutigung bei Misserfolgen
- Vorbildfunktion
Highlight: Das Ziel dieser Phase ist das Vertrauen auf die eigene Initiative und Kreativität.
4. Werkssinn gegen Minderwertigkeitsgefühl (6 Jahre bis zur Pubertät)
In der vierten Stufe der psychosozialen Entwicklung nach Erikson entwickelt das Kind Freude am Erschaffen von Dingen und möchte für seine Leistungen gelobt werden.
Vocabulary: Werkssinn - Die Fähigkeit und der Wunsch, nützliche Dinge zu produzieren und Anerkennung dafür zu erhalten.
Bezugspersonen können diese Phase unterstützen durch:
- Vermeidung einer Überbetonung von Disziplin und Pflichten
- Vermeidung einer Überbetonung von Spaß und Spiel
- Zuweisung sinnvoller Aufgaben
- Förderung des Werkssinns
- Angemessene Herausforderungen
Highlight: Das Ziel dieser Phase ist die Entwicklung von Kompetenz in grundlegenden sozialen und intellektuellen Fähigkeiten.





