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Klausur: Szenenanalyse Nathan der Weise

Klausur: Szenenanalyse Nathan der Weise

 Grundkurs Deutsch 1
Q1
2. Klausur
08.12.2021.
3.-4. Std.
-Gesamtschule
fill
Thema: Nathan der Weise - Ein Werk der Aufklärung im Spannungsf
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Deutsch Grundkurs, Q1, Klausur, Szenenanalyse, Drama, Nathan der Weise, Lessing, 14 Punkte (1), (Szene IV, 1), Tempelherr, Klosterbruder

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Grundkurs Deutsch 1 Q1 2. Klausur 08.12.2021. 3.-4. Std. -Gesamtschule fill Thema: Nathan der Weise - Ein Werk der Aufklärung im Spannungsfeld der Religionsphilosophie Aufgabenstellung: 1. Analysieren Sie die Szene IV,1 des Dramas ,,Nathan der Weise" unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive des Tempelherrn auf das anstehende Gespräch mit dem Patriarchen. Gehen Sie dabei insbesondere auch auf die Funktion des Klosterbruders in diesem Dialog ein. (42 Punkte) 2. Nehmen Sie abschließend vor dem Hintergrund ihrer Kenntnisse der Figurenzeichnung des Klosterbruders Stellung zu der Frage, inwieweit der Klosterbruder als Vertreter einer aufgeklärten Perspektive auf Glauben und Religion gesehen werden kann. (20 Punkte) Textgrundlage: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. (1779), Vierter Aufzug, erster Auftritt, V. 2379 - 2453. Zugelassene Hilfsmittel: Wörterbuch der deutschen Sprache Q1 Viel Erfolg! 2380 Selbstgespräch ihm sind kaum Dinge gelungen, die der 2385-285 Patriarch aufgetragen hat 23902390- V.2395 2395 2400 2400 Vierter Aufzug Erster Auftritt Jill Szene: In den Kreuzgängen des Klosters Der Klosterbruder und bald darauf der Tempelherr KLOSTERBRUDER: Ja, ja! er hat schon recht, der Patriarch! Es hat mir freilich noch von alledem Nicht viel gelingen wollen, was er mir So aufgetragen. - Warum trägt er mir Auch lauter solche Sachen auf? - Ich mag Anapher → verdentlicht die Sicht + wins the des KB Nicht fein sein, mag nicht überreden, mag Mein Näschen nicht in alles stecken, mag Mein Händchen nicht in allem haben. - Bin Ich darum aus der Welt geschieden, ich Für mich, um mich für andre mit der...

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Welt Noch erst recht zu verwickeln? TEMPELHERR: (mit Hast auf ihn zukommend) Guter Bruder! Da seid Ihr ja. Ich hab Euch lange schon Freunde Gesucht. Lange nicht gesehen KLOSTERBRUDER: Mich, Herr? TEMPELHERR: KLOSTERBRUDER: Doch, doch! Ich glaubte nur, dass ich den Herrn In meinem Leben wieder nie zu sehn Bekommen würde. Denn ich hofft es zu Dem lieben Gott. - Der liebe Gott, der weiß, Wie sauer mir der Antrag ward, den ich Dem Herrn zu tun verbunden war. Er weiß, Ob ich gewünscht, ein offnes Ohr bei Euch Zu finden, weiß, wie sehr ich mich gefreut, Vertraute Beziehung der Beiden Im Innersten gefreut, dass Ihr so rund¹ Das alles ohne viel Bedenken von ¹ klar, bestimmt → möchte eigentlich ein Einsiedlerleben führen >TH aufgewühlt von dem Geheimnis, was er von Daja erfahren hat Herkunft Recha. Ihr kennt mich schon nicht mehr? Euch wies't, was einem Ritter nicht geziemt. - Nun kommt Ihr doch; nun hat's doch nachgewirkt! TEMPELHERR: Ihr wisst es schon, warum ich komme? Kaum Weiß ich es selbst. kürzere hedeanteile vom KB Unicherheit 2405 2405 KLOSTERBRUDER: Ihr habt's nun überlegt, Habt nun gefunden, dass der Patriarch So unrecht doch nicht hat, dass Ehr und Geld Durch seinen Anschlag zu gewinnen, dass Ein Feind ein Feind ist, wenn er unser Engel Auch siebenmal gewesen wäre. Das, Das habt Ihr nun mit Fleisch und Blut' erwogen Und kommt und tragt euch wieder an². - Ach Gott! TEMPELHERR: 2410 2410 2415-2415 2420 2420 24 25 2425 2430 2430 2435 2435 Mein frommer, lieber Mann! Gebt Euch zufrieden! Deswegen komm ich nicht; deswegen will Ich nicht den Patriarchen sprechen. Noch, Noch denk ich über jenen Punkt, wie ich Gedacht, und wollt um alles in der Welt Die gute Meinung nicht verlieren, deren Mich ein so grader, frommer, lieber Mann Einmal gewürdiget. - Ich komme bloß, Den Patriarchen über eine Sache Um Rat zu fragen ... KLOSTERBRUDER: Ihr den Patriarchen? Ein Ritter einen - Pfaffen? Geistlicher (Sich schüchtern umsehend) TEMPELHERR: Ja, - die Sach Ist ziemlich pfäffisch. geistlich KLOSTERBRUDER: Den Ritter nie, die Sache sei auch noch So ritterlich. Gleichwohl fragt der Pfaffe Tempelhers ist dem Patriarch ats Ritter untergeordnet →nicht üblich, dass Ritter den Patriarchen aufsuchen / treffen. TEMPELHERR: Weil er das Vorrecht hat, Sich zu vergehn, das unsereiner ihm Nicht sehr beneidet. - Freilich, wenn ich nur Für mich zu handeln hätte, freilich, wenn Ich Rechenschaft nur mir zu geben hätte: Was braucht ich Euers Patriarchen? Aber Gewisse Dinge will ich lieber schlecht Nach andrer Willen machen als allein Nach meinem gut. - Zudem, ich seh nun wohl: Religion ist auch Partei, und wer V 1 als Mensch mit Fehlern Religion 2 bietet euch wieder an Jill Gedanke des Aufhlärung teilweise in Kopf, noch nicht ganz angekommen •TH glaubt, dass Nathan four für and im Sinne seiner Religion handelt (→>Jude) hatte zuver Weisheit Nathans akzeptiert Ser KB hat dem. TH Rat gegeben, + geholfen fin Dazu schweig ich lieber; Denn ich versteh den Herrn nicht recht. 2440 2440 TEMPELHERR: Und doch - (Lass sehn, warum mir eigentlich zu tun! Um Machtspruch oder Rat? - Um lautern¹ oder Gelehrten Rat?)- Ich dank Euch, Bruder, dank Euch für den guten Wink - Was Patriarch? - Seid Ihr mein Patriarch! Ich will ja doch Den Christen mehr im Patriarchen als Chiasmus Den Patriarchen in dem Christen fragen. - Die Sach ist die Geheimnis Herkunft. Recha KLOSTERBRUDER: Nicht weiter, Herr, nicht weiter! Wozu?- Der Herr verkennt mich. - Wer viel weiß, 2445-2445 Sich drob auch noch so unparteiisch glaubt, Hält, ohn' es selbst zu wissen, doch nur seiner Die Stange. Weil das einmal nun so ist, Wird's so wohl recht sein. KLOSTERBRUDER: 2450,2450 Hat viel zu sorgen, und ich habe ja Mich einer Sorge nur gelobt². - O gut! Hört! seht! Dort kömmt zu meinem Glück er selbst. Bleibt hier nur stehn. Er hat Euch schon erblickt. Zweifel daran, ob es richtig ist, den Patriarchen aufzusuchen !!übereizt Berinnung Gespräch mit Nathan auf Erkenntnisse in Deutsch GK-Klausur Nr. 2, Jill Thema: Nathan der Weise, G. E. Lessing Analyse der Szene IV, 1 aus dem Drama, Nathan der Weise" Q1 der Tempelhert Fentwickelt. 08.12.2021 im Jahr Die mir vorliegende Szene IV, 1 aus dem Drama, Nathan der Weise". welches von Gotthold Ephraim Lessing 1779 veröffentlicht wurde, thema- tisiert den aufklärerischen Gedanken und die Kraft des Denkens, die im Verlauf des Dramas 1.4 Gr Es handelt sich um ein dramatisches Gedicht, bei dem der Autor den Gedanken der Aufklärung und Religionskritik thematisiert. Diese Form des dramatischen Gedichts wählte Lessing / um der Zensur der damaligen Zeit zu entgehen. Z Dahir Drama wurde im April 1783 in Berlin uraufgeführt. Der Inhalt spielt zu der Zeit des Waffenstillstandes während des dritten Kreuz- Zuges in Jerusalem, wo der Muslime Sultan Saladin regiert. In dem Drama versucht der jüdische Kaufmann, der aufgrund seiner der Weise" betitelt wird, vernünftigen und toleranten Weltanschauung als als Stellvertreter der Aufklärung mit seinem erzieherischen Charakter die Menschen zum rationalen Denken zu bewegen und versucht zudem seine Vernunft und Toleranz, insbesondere mit Blick auf die drei Welt- religionen Judentum, Islam und Christentum, auf die Menschen zu über- tragion mit dem Recha aufgezogen Nathan besitzt eine christliche Pflege rochter Namen Recha, die zu Beginn des Dramas von dem christlichen Tempelherren aus einem brennen- den Haus gerettet wird. Desweiteren gibt es die Haushälterin Daja, die hat. Die Tochter Nathans weißt nichts von ihrer wahren Herkunft und dies lot ein Geheimnis, von dem kaum jemand etwas weiß. In dem vorherigen Auftrilt 10 in dem dritten Aufzug er- fährt der Tempelherr von Daja die wahre Herkunft Rechas. Dies erschüttert ihn besonders da es von Nathan abgewiesen wurde, darum als er um die Hand Rechas anhielt und somit bat, sie heiraten zu dürfen. 2.ZP Vivathan Grundkurs Deutsch 1 Q1 Name: Aufgabe 1 2. Klausur 2 Analyse IV,1, Schwerpunkt Perspektive Tempelherr auf das folgende Gespräch, Funktion des Klosterbruders Der Prüfling 1 formuliert eine aufgabenbezogene Einleitung, die die grundlegenden Informationen des Textes und des Auszugs umfasst, gibt den Inhalt des Dramas in wenigen Sätzen wieder. ordnet den Auszug in den Handlungsverlauf ein, z.B.: • einleitende Szene zum zentralen Auftritt des Patriarchen (IV,2), Bestandteil des vierten Aufzuges, Handlung, nach der Erzählung der Ringparabel kann als retardierendes Moment bezeichnet werden" • Tempelherr ist Mitglied eines christlichen Ordens und als solcher dem Patriarchen unterstellt, Klosterbruder steht unter dem Schutz des Patriarchen und ist sein Bote 08.12.2021 Erwartungshorizont Gesamtschule • Tempelherr rettet Recha, die (vermeintliche) Tochter eines Juden aus den Flammen, nachdem er sich zunächst gegen ein Wiedersehen sträubt, trifft er auf Nathan, lässt sich von diesem überzeugen Recha wiederzusehen und verliebt sich schließlich in Recha, erhält aber auch den Auftrag des Patriarchen (durch den Klosterbruder), den Sultan, der ihn begnadigt hat, zu ermorden, lehnt diesen Auftrag ab • Nathan entdeckt schrittweise die eigentliche Herkunft des Templers und Rechas, beide sind Geschwister, und zögert beim Heiratsantrag des Templers, sodass dieser vermutet, dass Nathan aus religiöser Borniertheit gehandelt habe • der Templer erfährt von Daja, dass Recha eigentlich christlicher Herkunft ist und von Nathan als Jüdin großgezogen wurde, das verstärkt seine Zweifel an Nathan und er will den Patriarchen um Rat fragen, dort trifft er auf den Klosterbruder nach dem Gespräch mit dem Klosterbruder erkennt der Templer die Dogmatik und die unreflektierte Haltung des Patriarchen, verschweigt Nathans Namen dem Patriarchen gegenüber und wendet sich an Saladin . im Palast des Sultan treffen schließlich die zentralen Figuren erneut aufeinander, die Herkunftsverhältnisse werden endgültig geklärt und im Bild der Familie endet das Stück Max. Err. Punkte Punkte 5 8 5 8 Analyse IV.1. Shwerpunkt Perspektive Tempelherr auf das folgende Gespräch, Funktion des Klosterbruders Der Prüfling 3 gibt den Inhalt des Auszugs strukturiert wieder, z.B.: . 1. Abschnitt (V. 2379-2389): einleitender Monolog des Klosterbruders, der durch den Kreuzgang des Klosters geht; er reflektiert die Aufträge, die er vom Patriarchen erhalten hat (Nachricht an den Templer, den Sultan zu ermorden), stellt seine Missachtung des von ihm geforderten Verhaltens dar, resümiert seine eigentliche Entscheidung, zurückgezogen zu leben (als Einsiedler) . 2. Abschnitt (V. 2389-2422): Dialog Templer/Klosterbruder, Templer sagt, er habe den Klosterbruder schon gesucht, Klosterbruder befürchtet, dass der Templer gekommen sei, um doch dem Auftrag des Patriarchen zu folgen. Verweis, dass das Verhalten (Mord) nicht das eines Ritters wäre . 3. Abschnitt (V. 2422-2453): Klärung des Templers, dass er den Patriarchen um Rat fragen wolle, Ausdruck der Anerkennung dem Klosterbruder gegenüber, kritische Anmerkung des Klosterbruders ob der Frage eines Ritters an den „Pfaffen", der .Pfaffe" frage den Ritter auch nicht in weltlichen Dingen um Rat; Betonung des Templers, dass er wüsste, wie er zu handeln hätte, wenn es allein um ihn ginge, Einschränkung durch die Perspektive der Pflicht der Religion gegenüber; Versuch des Templers, die Frage dem Klosterbruder zu stellen als Christ, Ausweichen des Klosterbruders und Erscheinen des Patriarchen 4 analysiert den Aufbau des Auszugs unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive des Tempelherrn, z. B.: • zweites und let Aufeinandertreffen des Klosterbruders und des Templers, die Frage, wie der Templer mit der Erkenntnis, dass Nathan ein christliches Kind im jüdischen Glauben groß gezogen hat, umgehen soll, steht im Raum ambivalente Einstellung des Tempelherrn der Frage dem Patriarchen gegenüber: auf Grund der Enttäuschung und Verunsicherung bezüglich des Verhältnisses zu Nathan sucht der Templer Rat bezüglich des Vorgehens. Aufder einen Seite führt die Enttäuschung wieder zu einer Unterordnung unter die Hierarchie (vgl. V. 2431-2438), auf der anderen Behauptung, dass bei alleiniger Betrachtung der eigenen Seite, die Entscheidung klar wäre. Tiefe Verunsicherung des Tempelherrn, der sich und seinem Urteil nicht mehr vertraut • Tempelherr zweifelt seine frühere Entscheidung, den Auftrag des Patriarchen nicht auszuführen, nicht an (vgl. V. 2413-2420), spricht dem Klosterbruder sein Vertrauen aus und fordert ihn kurz vorm Erscheinen des Patriarchen auf, sein Ratgeber zu sein, da er ihn ihm das wirklich Christliche meint zu sehen (vgl. V. 2445-2447). Zweifel des Templers, das Richtige zu tun durch das Aufsuchen des Patriarchen, erhöhen sich kurz vorm Erscheinen des Patriarchen • entscheidende Szene für die Figurenzeichnung des Templers, der ständig schwankend gezeichnet wird: der eher jugendliche Templer sucht nach Orientierung und ist nicht in der Lage, seine Empfindung des richtigen Verhaltens in Einklang zu bringen mit den Regeln und Erwartungen seines Ordens => nach der Akzeptanz der Weisheit Nathans fühlt er sich von diesem verraten, glaubt, dass auch Nathan nur aus seinem und für seinen Glauben handle (vgl. V. 2434-2439), daher Rückbesinnung auf Au- toritäten, im Verlaufe des Gesprächs aber bereits wieder aufkommende Zweifel durch die Erinnerung an die Ablehnung des Auftrags des Patriarchen => Erkenntnis der Christlichkeit des Klosterbruders und Versuch der Hinwendung zum Klosterbruder als Autorität Max. Err. Punkte Punkte 10 10 10 8 5 6 Analyso IV.1, Schwerpunkt Perspektive Tempelherr auf das folgende Gespräch, Funktion des Klosterbruders Der Prüfling 7 erläutert die Funktion des Klosterbruders in diesem Gespräch, in etwa: • Klosterbruder dient zum einen der Erinnerung an voheriges Verhalten, zum anderen als Impulsgeber für den Templer • beide Figuren sind unzufrieden mit ihren Rollen, die ihnen vom Patriarchen zugewiesen werden, während der Templer aber noch den Patriarchen als Autorität sieht, sehnt sich der Klosterbruder bereits nach seinem Einsiedlerleben und positioniert sich in seinem einleitenden Monolog gegen das intrigante Verhalten (s. bürgerlicher Tugendkatalog) und später im Dialog gegen die Möglichkeit des Rats des Ptariarchen in Bezug auf eine „ritterliche" Sache • die Befürchtung des Klosterbruders, er könnte sich in dem Templer geirrt haben, bringt den Templer dazu sein Anliegen zu reflektieren, ebenso das erstaunte Verhalten des Klosterbruders bezüglich des Aufsuchens des Patriarchen => Einschränkung der Positivzeichnung des Klosterbruders durch den Verweis, dass er nicht wissen wolle, worum es dem Templer gehe, Sorge, sein Gelübde zu brechen (vgl. V. 2449 ff.) • Klosterbruder als Figur spiegelt ein persönliches Verhältnis zum Glauben, das sich aus einem inneren Bezug zur Gläubigkeit begründet, das also auch den Autoritäten gegenüber skeptisch bleibt, allerdings ambivalent, da der Klosterbruder (bis hier) dennoch die Aufträge ausführt, sich unterordnet, die Aufträge zwar skeptisch sieht, dies vor allem aber im Selbstbezug erläutert die sprachliche Gestaltung des Auszuges, z. B.: • generelle Gestaltung im Blankvers, fast durchgängig Antilaben zur Mar- kierung des Übergangs in die Aussagen des Gegenübers => Dynamik des Gesprächs, aufgebrachte, eilige Stimmung zu Beginn, Antilaben leiten öf- ters einen etwas längeren Redeanteil ein => Betonung der selbstrefle- xiven Elemente des Dialogs (bei beiden Figuren) • einleitend Dominanz bezüglich der Redeanteile beim Klosterbruder (bis V. 2412), danach größere Redeanteile beim Templer • Rahmung der Szene durch einleitenden Monolog des Klosterbruders und Selbstreflexion des Templers (a parte, vgl. V. 2441 ff.)=> markiert die Erkenntnis des Templers des höher zu stellenden Rates des Klosterbruders (lautern [...] Rat") • gegenseitiges Versichern der Wertschätzung • Unsicherheit des Klosterbruders wird markiert durch die immer kürzer werdenden Einschübe • Spiegelung vorheriger Aussage Nathans „Sind Christ und Jude eher Christ und Jude - Als Mensch" (V. 1310 f.) in der Aussage des Templers .Ich will ja doch - Den Christen mehr im Patriarchen als - Den Patriarchen in dem Christen fragen" (V. 2445 ff.)=> Verdeutlichung der Entwicklung des Templers im Dialog, Rückbesinnung auf vorherige Erkenntnisse • typische Redeweise beider Figuren, Templer eher emotional bestimmt, Klosterbruder abwägend und in Teilen unterwürfig, aber gleichzeitig skeptisch zieht eine reflektierte Schlussfolgerung, die auf die wesentlichen Aspekte des Auszugs resümierend eingeht, die Bedeutung der Szene für das Gesamtdrama klarstellt und eine eigene Positionierung vornimmt 8 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium Summe Aufgabe 1 Max. Err. Punkte Funkie 5 7 6 6 4 ५ (3) 52 44 46 Aufgabe 2 1 formuliert eine aufgabenbezogene Überleitung, die den Gesamtzusam- menhang und die Vorgehensweise darstellt 2 Stellungnahme Kiosterbruder als Vertreter einer aufgeklärten Perspektive auf Glauben und Religion Der Prüfling 3 stellt kurz die Figurenzeichnung des Klosterbruders im Verlauf des Dramas dar und setzt diese in Bezug zum Verhältnis zu Glauben und Religion, z.B.: • Klosterbruder ist durch Ordenszugehörigkeit und Gelübde dem Patriarchen von Jerusalem unterstellt, bedauert dies, fungiert aber als dessen Bote, wenn auch nur widerwillig • zog sich eigentlich als Einsiedlermönch aus der Welt zurück, wurde aber von arabischen Räubern überfallen und bittet den Patriarchen dann um ein neues, einsames Gotteshäuschen => Patriarch nimmt ihn in seine Dienste, lebt als Laienbruder im Kloster • wird dadurch in weltliche Belange verstrickt, von denen er sich durch das asketische Leben distanzieren will => lehnt den Rat an den Templer ab, wird später aber aktiv in das Geschehen eingreifen, als er die akute Gefährdung Nathans sieht => untergräbt die Absichten des Patriarchen • erscheint aufrichtig, trotz einer vermeintlichen Einfachheit (kann nicht lesen) => ist abwägend in seinen Urteilen und verständnisvoll (.Zum Christentume hat's noch immer Zeit", V. 3016)), sieht die Verwandtschaft von Judentum und Christentum/gemeinsamer Ursprung) => undogmatische religiöse Haltung, der Mensch steht über der konfessionellen Unterweisung (Humanitätsgedanke) => in dieser Haltung aber dennoch gottergeben - Verwirklichung christlicher Werte durch ein menschenfreundliches Leben - innerer, direkter Bezug zum Glauben (1, 5) nimmt vor diesem Hintergrund Stellung zu der Frage, inwieweit der Klosterbruder eine aufgeklärte Perspektive auf Glauben und Religion ver- tritt: persönliche Einschätzung des Prüflings auf Grund nachvollziehbarer Kriterien, die in einem in sich konsistenten und abwägenden Argumentationsgang nach eigener Schwerpunktsetzung dargelegt wird. Mögliche Aspekte, z. B: • kritisches Verhältnis zur Obrigkeit und sprachliche Distanzierung zur Perspektive des Patriarchen vs. Unterordnung und Ausführen der Aufträge • klarer Ausdruck seiner eigenen Sichtweise vs. Verwehren eines Rates an den Templer • Handlungen im Sinne der Menschenliebe als Untergrabung der Autorität des Patriarchen vs. Rückzug aus der Welt als Einsiedler und Wunsch des erneuten Rückzugs • individuelles Glaubensverständnismit direktem Bezug zu Gott als selbstreflexive Begründung des Glaubens (vs. Anerkennung der kirchlichen Autorität) 4 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium Summe Aufgabe 2 Max. Err. Punkte Punkte 2 8 10 (3) 20 8 Darstellungsleistung 1 2 3 strukturiert seinen Text kohärent, schlüssig, stringent und gedanklich klar: • angemessene Gewichtung der Teilaufgaben in der Durchführung, gegliederte und angemessen gewichtete Anlage der Arbeit, • schlüssige Verbindung der einzelnen Arbeitsschritte, schlüssige gedankliche Verknüpfung von Sätzen ▼ formuliert unter Beachtung der fachsprachlichen und fachmethodischen Anforderungen: • Trennung von Handlungs- und Metaebene, - begründeter Bezug von beschreibenden, deutenden und wertenden Aussagen, • Verwendung von Fachtermini in sinnvollem Zusammenhang, • Beachtung der Tempora, • korrekte Redewiedergabe (Modalität) belegt Aussagen durch angemessenes und korrektes Zitieren: • sinnvoller Gebrauch von vollständigen oder gekürzten Zitaten in begründender Funktion 4 drückt sich allgemeinsprachlich präzise, stilistisch sicher und begrifflich differenziert aus: . sachlich distanzierte Schreibweise, Schriftsprachlichkeit, • Begrifflich abstrakte Ausdrucksfähigkeit. · 5 formuliert lexikalisch und syntaktisch sicher, variabel und komplex (und zugleich klar) 6 schreibt sprachlich richtig Summe Darstellungsleistung Gesamtsumme Note Note ggf. unter Absenkung um bis zu zwei Notenpunkte gemäß §13 Abs. 2 APO-GOST Unterschrift Max. Punkte Max. Puikte Punkie 6 6 3 3 5 5 6 55 3 3 28 28 Err. Punkte 8830 100 Sehr gut minus Note Sehr gut plus Sehr gut Sehr gut minus Gut plus Gut Gut minus Befriedigend plus Befriedigend Befriedigend minus Ausreichend plus Punkte 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 Erreichte Punktzahl 95-100 90-94 85-89 80-84 75-79 70-74 65-69 60-64 55-59 50-54 Note Ausreichend Ausreichend minus Mangelhaft plus Mangelhaft Mangelhaft minus Ungenügend Punkte 5 4 3 2 1 0 33-3 27-32 20-26 0-19

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Kaum Weiß ich es selbst. kürzere hedeanteile vom KB Unicherheit 2405 2405 KLOSTERBRUDER: Ihr habt's nun überlegt, Habt nun gefunden, dass der Patriarch So unrecht doch nicht hat, dass Ehr und Geld Durch seinen Anschlag zu gewinnen, dass Ein Feind ein Feind ist, wenn er unser Engel Auch siebenmal gewesen wäre. Das, Das habt Ihr nun mit Fleisch und Blut' erwogen Und kommt und tragt euch wieder an². - Ach Gott! TEMPELHERR: 2410 2410 2415-2415 2420 2420 24 25 2425 2430 2430 2435 2435 Mein frommer, lieber Mann! Gebt Euch zufrieden! Deswegen komm ich nicht; deswegen will Ich nicht den Patriarchen sprechen. Noch, Noch denk ich über jenen Punkt, wie ich Gedacht, und wollt um alles in der Welt Die gute Meinung nicht verlieren, deren Mich ein so grader, frommer, lieber Mann Einmal gewürdiget. - Ich komme bloß, Den Patriarchen über eine Sache Um Rat zu fragen ... KLOSTERBRUDER: Ihr den Patriarchen? Ein Ritter einen - Pfaffen? Geistlicher (Sich schüchtern umsehend) TEMPELHERR: Ja, - die Sach Ist ziemlich pfäffisch. geistlich KLOSTERBRUDER: Den Ritter nie, die Sache sei auch noch So ritterlich. Gleichwohl fragt der Pfaffe Tempelhers ist dem Patriarch ats Ritter untergeordnet →nicht üblich, dass Ritter den Patriarchen aufsuchen / treffen. TEMPELHERR: Weil er das Vorrecht hat, Sich zu vergehn, das unsereiner ihm Nicht sehr beneidet. - Freilich, wenn ich nur Für mich zu handeln hätte, freilich, wenn Ich Rechenschaft nur mir zu geben hätte: Was braucht ich Euers Patriarchen? Aber Gewisse Dinge will ich lieber schlecht Nach andrer Willen machen als allein Nach meinem gut. - Zudem, ich seh nun wohl: Religion ist auch Partei, und wer V 1 als Mensch mit Fehlern Religion 2 bietet euch wieder an Jill Gedanke des Aufhlärung teilweise in Kopf, noch nicht ganz angekommen •TH glaubt, dass Nathan four für and im Sinne seiner Religion handelt (→>Jude) hatte zuver Weisheit Nathans akzeptiert Ser KB hat dem. TH Rat gegeben, + geholfen fin Dazu schweig ich lieber; Denn ich versteh den Herrn nicht recht. 2440 2440 TEMPELHERR: Und doch - (Lass sehn, warum mir eigentlich zu tun! Um Machtspruch oder Rat? - Um lautern¹ oder Gelehrten Rat?)- Ich dank Euch, Bruder, dank Euch für den guten Wink - Was Patriarch? - Seid Ihr mein Patriarch! Ich will ja doch Den Christen mehr im Patriarchen als Chiasmus Den Patriarchen in dem Christen fragen. - Die Sach ist die Geheimnis Herkunft. Recha KLOSTERBRUDER: Nicht weiter, Herr, nicht weiter! Wozu?- Der Herr verkennt mich. - Wer viel weiß, 2445-2445 Sich drob auch noch so unparteiisch glaubt, Hält, ohn' es selbst zu wissen, doch nur seiner Die Stange. Weil das einmal nun so ist, Wird's so wohl recht sein. KLOSTERBRUDER: 2450,2450 Hat viel zu sorgen, und ich habe ja Mich einer Sorge nur gelobt². - O gut! Hört! seht! Dort kömmt zu meinem Glück er selbst. Bleibt hier nur stehn. Er hat Euch schon erblickt. Zweifel daran, ob es richtig ist, den Patriarchen aufzusuchen !!übereizt Berinnung Gespräch mit Nathan auf Erkenntnisse in Deutsch GK-Klausur Nr. 2, Jill Thema: Nathan der Weise, G. E. Lessing Analyse der Szene IV, 1 aus dem Drama, Nathan der Weise" Q1 der Tempelhert Fentwickelt. 08.12.2021 im Jahr Die mir vorliegende Szene IV, 1 aus dem Drama, Nathan der Weise". welches von Gotthold Ephraim Lessing 1779 veröffentlicht wurde, thema- tisiert den aufklärerischen Gedanken und die Kraft des Denkens, die im Verlauf des Dramas 1.4 Gr Es handelt sich um ein dramatisches Gedicht, bei dem der Autor den Gedanken der Aufklärung und Religionskritik thematisiert. Diese Form des dramatischen Gedichts wählte Lessing / um der Zensur der damaligen Zeit zu entgehen. Z Dahir Drama wurde im April 1783 in Berlin uraufgeführt. Der Inhalt spielt zu der Zeit des Waffenstillstandes während des dritten Kreuz- Zuges in Jerusalem, wo der Muslime Sultan Saladin regiert. In dem Drama versucht der jüdische Kaufmann, der aufgrund seiner der Weise" betitelt wird, vernünftigen und toleranten Weltanschauung als als Stellvertreter der Aufklärung mit seinem erzieherischen Charakter die Menschen zum rationalen Denken zu bewegen und versucht zudem seine Vernunft und Toleranz, insbesondere mit Blick auf die drei Welt- religionen Judentum, Islam und Christentum, auf die Menschen zu über- tragion mit dem Recha aufgezogen Nathan besitzt eine christliche Pflege rochter Namen Recha, die zu Beginn des Dramas von dem christlichen Tempelherren aus einem brennen- den Haus gerettet wird. Desweiteren gibt es die Haushälterin Daja, die hat. Die Tochter Nathans weißt nichts von ihrer wahren Herkunft und dies lot ein Geheimnis, von dem kaum jemand etwas weiß. In dem vorherigen Auftrilt 10 in dem dritten Aufzug er- fährt der Tempelherr von Daja die wahre Herkunft Rechas. Dies erschüttert ihn besonders da es von Nathan abgewiesen wurde, darum als er um die Hand Rechas anhielt und somit bat, sie heiraten zu dürfen. 2.ZP Vivathan Grundkurs Deutsch 1 Q1 Name: Aufgabe 1 2. Klausur 2 Analyse IV,1, Schwerpunkt Perspektive Tempelherr auf das folgende Gespräch, Funktion des Klosterbruders Der Prüfling 1 formuliert eine aufgabenbezogene Einleitung, die die grundlegenden Informationen des Textes und des Auszugs umfasst, gibt den Inhalt des Dramas in wenigen Sätzen wieder. ordnet den Auszug in den Handlungsverlauf ein, z.B.: • einleitende Szene zum zentralen Auftritt des Patriarchen (IV,2), Bestandteil des vierten Aufzuges, Handlung, nach der Erzählung der Ringparabel kann als retardierendes Moment bezeichnet werden" • Tempelherr ist Mitglied eines christlichen Ordens und als solcher dem Patriarchen unterstellt, Klosterbruder steht unter dem Schutz des Patriarchen und ist sein Bote 08.12.2021 Erwartungshorizont Gesamtschule • Tempelherr rettet Recha, die (vermeintliche) Tochter eines Juden aus den Flammen, nachdem er sich zunächst gegen ein Wiedersehen sträubt, trifft er auf Nathan, lässt sich von diesem überzeugen Recha wiederzusehen und verliebt sich schließlich in Recha, erhält aber auch den Auftrag des Patriarchen (durch den Klosterbruder), den Sultan, der ihn begnadigt hat, zu ermorden, lehnt diesen Auftrag ab • Nathan entdeckt schrittweise die eigentliche Herkunft des Templers und Rechas, beide sind Geschwister, und zögert beim Heiratsantrag des Templers, sodass dieser vermutet, dass Nathan aus religiöser Borniertheit gehandelt habe • der Templer erfährt von Daja, dass Recha eigentlich christlicher Herkunft ist und von Nathan als Jüdin großgezogen wurde, das verstärkt seine Zweifel an Nathan und er will den Patriarchen um Rat fragen, dort trifft er auf den Klosterbruder nach dem Gespräch mit dem Klosterbruder erkennt der Templer die Dogmatik und die unreflektierte Haltung des Patriarchen, verschweigt Nathans Namen dem Patriarchen gegenüber und wendet sich an Saladin . im Palast des Sultan treffen schließlich die zentralen Figuren erneut aufeinander, die Herkunftsverhältnisse werden endgültig geklärt und im Bild der Familie endet das Stück Max. Err. Punkte Punkte 5 8 5 8 Analyse IV.1. Shwerpunkt Perspektive Tempelherr auf das folgende Gespräch, Funktion des Klosterbruders Der Prüfling 3 gibt den Inhalt des Auszugs strukturiert wieder, z.B.: . 1. Abschnitt (V. 2379-2389): einleitender Monolog des Klosterbruders, der durch den Kreuzgang des Klosters geht; er reflektiert die Aufträge, die er vom Patriarchen erhalten hat (Nachricht an den Templer, den Sultan zu ermorden), stellt seine Missachtung des von ihm geforderten Verhaltens dar, resümiert seine eigentliche Entscheidung, zurückgezogen zu leben (als Einsiedler) . 2. Abschnitt (V. 2389-2422): Dialog Templer/Klosterbruder, Templer sagt, er habe den Klosterbruder schon gesucht, Klosterbruder befürchtet, dass der Templer gekommen sei, um doch dem Auftrag des Patriarchen zu folgen. Verweis, dass das Verhalten (Mord) nicht das eines Ritters wäre . 3. Abschnitt (V. 2422-2453): Klärung des Templers, dass er den Patriarchen um Rat fragen wolle, Ausdruck der Anerkennung dem Klosterbruder gegenüber, kritische Anmerkung des Klosterbruders ob der Frage eines Ritters an den „Pfaffen", der .Pfaffe" frage den Ritter auch nicht in weltlichen Dingen um Rat; Betonung des Templers, dass er wüsste, wie er zu handeln hätte, wenn es allein um ihn ginge, Einschränkung durch die Perspektive der Pflicht der Religion gegenüber; Versuch des Templers, die Frage dem Klosterbruder zu stellen als Christ, Ausweichen des Klosterbruders und Erscheinen des Patriarchen 4 analysiert den Aufbau des Auszugs unter besonderer Berücksichtigung der Perspektive des Tempelherrn, z. B.: • zweites und let Aufeinandertreffen des Klosterbruders und des Templers, die Frage, wie der Templer mit der Erkenntnis, dass Nathan ein christliches Kind im jüdischen Glauben groß gezogen hat, umgehen soll, steht im Raum ambivalente Einstellung des Tempelherrn der Frage dem Patriarchen gegenüber: auf Grund der Enttäuschung und Verunsicherung bezüglich des Verhältnisses zu Nathan sucht der Templer Rat bezüglich des Vorgehens. Aufder einen Seite führt die Enttäuschung wieder zu einer Unterordnung unter die Hierarchie (vgl. V. 2431-2438), auf der anderen Behauptung, dass bei alleiniger Betrachtung der eigenen Seite, die Entscheidung klar wäre. Tiefe Verunsicherung des Tempelherrn, der sich und seinem Urteil nicht mehr vertraut • Tempelherr zweifelt seine frühere Entscheidung, den Auftrag des Patriarchen nicht auszuführen, nicht an (vgl. V. 2413-2420), spricht dem Klosterbruder sein Vertrauen aus und fordert ihn kurz vorm Erscheinen des Patriarchen auf, sein Ratgeber zu sein, da er ihn ihm das wirklich Christliche meint zu sehen (vgl. V. 2445-2447). Zweifel des Templers, das Richtige zu tun durch das Aufsuchen des Patriarchen, erhöhen sich kurz vorm Erscheinen des Patriarchen • entscheidende Szene für die Figurenzeichnung des Templers, der ständig schwankend gezeichnet wird: der eher jugendliche Templer sucht nach Orientierung und ist nicht in der Lage, seine Empfindung des richtigen Verhaltens in Einklang zu bringen mit den Regeln und Erwartungen seines Ordens => nach der Akzeptanz der Weisheit Nathans fühlt er sich von diesem verraten, glaubt, dass auch Nathan nur aus seinem und für seinen Glauben handle (vgl. V. 2434-2439), daher Rückbesinnung auf Au- toritäten, im Verlaufe des Gesprächs aber bereits wieder aufkommende Zweifel durch die Erinnerung an die Ablehnung des Auftrags des Patriarchen => Erkenntnis der Christlichkeit des Klosterbruders und Versuch der Hinwendung zum Klosterbruder als Autorität Max. Err. Punkte Punkte 10 10 10 8 5 6 Analyso IV.1, Schwerpunkt Perspektive Tempelherr auf das folgende Gespräch, Funktion des Klosterbruders Der Prüfling 7 erläutert die Funktion des Klosterbruders in diesem Gespräch, in etwa: • Klosterbruder dient zum einen der Erinnerung an voheriges Verhalten, zum anderen als Impulsgeber für den Templer • beide Figuren sind unzufrieden mit ihren Rollen, die ihnen vom Patriarchen zugewiesen werden, während der Templer aber noch den Patriarchen als Autorität sieht, sehnt sich der Klosterbruder bereits nach seinem Einsiedlerleben und positioniert sich in seinem einleitenden Monolog gegen das intrigante Verhalten (s. bürgerlicher Tugendkatalog) und später im Dialog gegen die Möglichkeit des Rats des Ptariarchen in Bezug auf eine „ritterliche" Sache • die Befürchtung des Klosterbruders, er könnte sich in dem Templer geirrt haben, bringt den Templer dazu sein Anliegen zu reflektieren, ebenso das erstaunte Verhalten des Klosterbruders bezüglich des Aufsuchens des Patriarchen => Einschränkung der Positivzeichnung des Klosterbruders durch den Verweis, dass er nicht wissen wolle, worum es dem Templer gehe, Sorge, sein Gelübde zu brechen (vgl. V. 2449 ff.) • Klosterbruder als Figur spiegelt ein persönliches Verhältnis zum Glauben, das sich aus einem inneren Bezug zur Gläubigkeit begründet, das also auch den Autoritäten gegenüber skeptisch bleibt, allerdings ambivalent, da der Klosterbruder (bis hier) dennoch die Aufträge ausführt, sich unterordnet, die Aufträge zwar skeptisch sieht, dies vor allem aber im Selbstbezug erläutert die sprachliche Gestaltung des Auszuges, z. B.: • generelle Gestaltung im Blankvers, fast durchgängig Antilaben zur Mar- kierung des Übergangs in die Aussagen des Gegenübers => Dynamik des Gesprächs, aufgebrachte, eilige Stimmung zu Beginn, Antilaben leiten öf- ters einen etwas längeren Redeanteil ein => Betonung der selbstrefle- xiven Elemente des Dialogs (bei beiden Figuren) • einleitend Dominanz bezüglich der Redeanteile beim Klosterbruder (bis V. 2412), danach größere Redeanteile beim Templer • Rahmung der Szene durch einleitenden Monolog des Klosterbruders und Selbstreflexion des Templers (a parte, vgl. V. 2441 ff.)=> markiert die Erkenntnis des Templers des höher zu stellenden Rates des Klosterbruders (lautern [...] Rat") • gegenseitiges Versichern der Wertschätzung • Unsicherheit des Klosterbruders wird markiert durch die immer kürzer werdenden Einschübe • Spiegelung vorheriger Aussage Nathans „Sind Christ und Jude eher Christ und Jude - Als Mensch" (V. 1310 f.) in der Aussage des Templers .Ich will ja doch - Den Christen mehr im Patriarchen als - Den Patriarchen in dem Christen fragen" (V. 2445 ff.)=> Verdeutlichung der Entwicklung des Templers im Dialog, Rückbesinnung auf vorherige Erkenntnisse • typische Redeweise beider Figuren, Templer eher emotional bestimmt, Klosterbruder abwägend und in Teilen unterwürfig, aber gleichzeitig skeptisch zieht eine reflektierte Schlussfolgerung, die auf die wesentlichen Aspekte des Auszugs resümierend eingeht, die Bedeutung der Szene für das Gesamtdrama klarstellt und eine eigene Positionierung vornimmt 8 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium Summe Aufgabe 1 Max. Err. Punkte Funkie 5 7 6 6 4 ५ (3) 52 44 46 Aufgabe 2 1 formuliert eine aufgabenbezogene Überleitung, die den Gesamtzusam- menhang und die Vorgehensweise darstellt 2 Stellungnahme Kiosterbruder als Vertreter einer aufgeklärten Perspektive auf Glauben und Religion Der Prüfling 3 stellt kurz die Figurenzeichnung des Klosterbruders im Verlauf des Dramas dar und setzt diese in Bezug zum Verhältnis zu Glauben und Religion, z.B.: • Klosterbruder ist durch Ordenszugehörigkeit und Gelübde dem Patriarchen von Jerusalem unterstellt, bedauert dies, fungiert aber als dessen Bote, wenn auch nur widerwillig • zog sich eigentlich als Einsiedlermönch aus der Welt zurück, wurde aber von arabischen Räubern überfallen und bittet den Patriarchen dann um ein neues, einsames Gotteshäuschen => Patriarch nimmt ihn in seine Dienste, lebt als Laienbruder im Kloster • wird dadurch in weltliche Belange verstrickt, von denen er sich durch das asketische Leben distanzieren will => lehnt den Rat an den Templer ab, wird später aber aktiv in das Geschehen eingreifen, als er die akute Gefährdung Nathans sieht => untergräbt die Absichten des Patriarchen • erscheint aufrichtig, trotz einer vermeintlichen Einfachheit (kann nicht lesen) => ist abwägend in seinen Urteilen und verständnisvoll (.Zum Christentume hat's noch immer Zeit", V. 3016)), sieht die Verwandtschaft von Judentum und Christentum/gemeinsamer Ursprung) => undogmatische religiöse Haltung, der Mensch steht über der konfessionellen Unterweisung (Humanitätsgedanke) => in dieser Haltung aber dennoch gottergeben - Verwirklichung christlicher Werte durch ein menschenfreundliches Leben - innerer, direkter Bezug zum Glauben (1, 5) nimmt vor diesem Hintergrund Stellung zu der Frage, inwieweit der Klosterbruder eine aufgeklärte Perspektive auf Glauben und Religion ver- tritt: persönliche Einschätzung des Prüflings auf Grund nachvollziehbarer Kriterien, die in einem in sich konsistenten und abwägenden Argumentationsgang nach eigener Schwerpunktsetzung dargelegt wird. Mögliche Aspekte, z. B: • kritisches Verhältnis zur Obrigkeit und sprachliche Distanzierung zur Perspektive des Patriarchen vs. Unterordnung und Ausführen der Aufträge • klarer Ausdruck seiner eigenen Sichtweise vs. Verwehren eines Rates an den Templer • Handlungen im Sinne der Menschenliebe als Untergrabung der Autorität des Patriarchen vs. Rückzug aus der Welt als Einsiedler und Wunsch des erneuten Rückzugs • individuelles Glaubensverständnismit direktem Bezug zu Gott als selbstreflexive Begründung des Glaubens (vs. Anerkennung der kirchlichen Autorität) 4 erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium Summe Aufgabe 2 Max. Err. Punkte Punkte 2 8 10 (3) 20 8 Darstellungsleistung 1 2 3 strukturiert seinen Text kohärent, schlüssig, stringent und gedanklich klar: • angemessene Gewichtung der Teilaufgaben in der Durchführung, gegliederte und angemessen gewichtete Anlage der Arbeit, • schlüssige Verbindung der einzelnen Arbeitsschritte, schlüssige gedankliche Verknüpfung von Sätzen ▼ formuliert unter Beachtung der fachsprachlichen und fachmethodischen Anforderungen: • Trennung von Handlungs- und Metaebene, - begründeter Bezug von beschreibenden, deutenden und wertenden Aussagen, • Verwendung von Fachtermini in sinnvollem Zusammenhang, • Beachtung der Tempora, • korrekte Redewiedergabe (Modalität) belegt Aussagen durch angemessenes und korrektes Zitieren: • sinnvoller Gebrauch von vollständigen oder gekürzten Zitaten in begründender Funktion 4 drückt sich allgemeinsprachlich präzise, stilistisch sicher und begrifflich differenziert aus: . sachlich distanzierte Schreibweise, Schriftsprachlichkeit, • Begrifflich abstrakte Ausdrucksfähigkeit. · 5 formuliert lexikalisch und syntaktisch sicher, variabel und komplex (und zugleich klar) 6 schreibt sprachlich richtig Summe Darstellungsleistung Gesamtsumme Note Note ggf. unter Absenkung um bis zu zwei Notenpunkte gemäß §13 Abs. 2 APO-GOST Unterschrift Max. Punkte Max. Puikte Punkie 6 6 3 3 5 5 6 55 3 3 28 28 Err. Punkte 8830 100 Sehr gut minus Note Sehr gut plus Sehr gut Sehr gut minus Gut plus Gut Gut minus Befriedigend plus Befriedigend Befriedigend minus Ausreichend plus Punkte 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 Erreichte Punktzahl 95-100 90-94 85-89 80-84 75-79 70-74 65-69 60-64 55-59 50-54 Note Ausreichend Ausreichend minus Mangelhaft plus Mangelhaft Mangelhaft minus Ungenügend Punkte 5 4 3 2 1 0 33-3 27-32 20-26 0-19