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Literatur und Sprache um 1800

Literatur und Sprache um 1800

 Abitur 2022
E1 DEU WLF
I. Rahmenthema 1: Literatur und Sprache um 1800
Romantik als Gegenbewegung zur Aufklärung:
Die Epoche der Aufklärung

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Rahmenthema 1 Abitur 2022 NDS • Romantik als Gegenbewegung zur Aufklärung • Gegenwelten in der Romantik • Der Goldne Topf

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Abitur 2022 E1 DEU WLF I. Rahmenthema 1: Literatur und Sprache um 1800 Romantik als Gegenbewegung zur Aufklärung: Die Epoche der Aufklärung Durch die Reformation hatte sich die Kirche in die katholische und die protestantische Konfession aufgespalten. In der Konsequenz hinterfragten viele Menschen den Herrschaftsanspruch der Kirche und des Adels, die als Vertreter einer „gottgegebenen Ordnung" verstanden wurden. Außerdem gewann das Bürgertum an Bildung und Wohlstand und missbilligte die angeblich gottgegebenen Hierarchien in der Gesellschaft und forderte politische Mitbestimmung. Der Absolutismus und die mittelalterliche Ständegesellschaft gerieten dabei in die Kritik, was zur Hinwendung zum Deismus (beschränkt Gott auf seine Funktion als Schöpfer und bestreitet ein weiteres eingreifen Gottes in die Welt, Kritik der Kirche als Unterstützer des absolutistischen Herrschers) führte. Durch die Folgen der technischen Neuerungen, die nur möglich waren, weil Erfahrung (Empirie) und Rationalität über den Glauben und die Unterwerfung durch Autoritäten gestellt wurden, kam es zu veränderten Produktionsbedingungen, sodass ein kapitalistisches Wirtschaftssystem entstand. Das aufstrebende Bürgertum gewann hierbei eine ökonomische Machtposition, die der politischen Macht der absolutistischen Herrscher, des Adels und der Kirche radikal entgegenstand. Es folgte schlussendlich die Bildung einer ,,bürgerlichen Öffentlichkeit“, die durch die neu gewonnene Freiheit und Mündigkeit, dem Bedürfnis nach Bildung und der Möglichkeit einer Meinungsbildung neues Selbstbewusstsein schöpfte. Leitgedanke der Aufklärung: Freiheit (Loslösung von Autoritäten) statt Absolutismus (blindes Vertrauen; Individuum in einer absolutistisch regierten Gesellschaft wird in einen...

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bestimmten Stand hineingeboren, den es nicht verlassen kann; uneingeschränkte Herrschaft eines Königs oder Fürsten) => selbstbestimmtes Individuum Erziehbarkeit des Menschen, Erziehung zur Tugend, Entwicklung der Vernunft Gleichheit und Freiheit statt Ständeordnung Erfahrung und wissenschaftliche Erkenntnis statt Vorurteil und Aberglaube Toleranz statt Dogmatismus (starres, unkritisches Festhalten an Anschauungen; Individuum dem Denken der Vergangenheit verhaftet und ist damit rückständig und einfältig/einsichtig) Diesseits statt Jenseits, Kritik an Kirche und Hinwendung zum Deismus Immanuel Kant (einer der Hauptvertreter der Aufklärung) Den Prozess der Aufklärung definiert Immanuel Kant als Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Diese Unmündigkeit resultiert, so Kant, aus fehlendem Mut und der mangelnden Fähigkeit, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Kant fordert den Menschen dazu auf, nach Wissen zu streben und selbstständig zu denken und zu urteilen. Als Handlungsmaxime entwickelt Kant seinen kategorischen Imperativ, durch den die Menschen befähigt werden, vernunftgemäß und tugendhaft zu handeln. 1 Abitur 2022 „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeingültiges Gesetz werde. Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetz werden sollte.“ E1 DEU WLF Für Kant ist die Aufklärung ein Prozess, der nie vollständig abgeschlossen werden kann und als ideales Ziel der Forderung nach Humanität, Toleranz, Vernunft und Sittlichkeit stellt. Aufklärerische Literatur (1720-1785) Merkmale: Regelpoetik, Dichtung folgt klaren, vernünftigen Regeln Ziel: Belehrung des Menschen, Befreiung aus selbstverschuldeter Unmündigkeit, Unwissenheit und Autoritätsdenken Gattungen: Lehrgedicht, moralisierende Fabeln, Erziehungsroman, Drama (klassische Form) Sprachverwendung: argumentativ, rational, diskursiv, abstrakt, Ordnung, Regelhaftigkeit, Harmonie Menschenbild: Mensch als vernunftbegabtes, zur Sittlichkeit befreites, denkendes Wesen Die Dialektik der Aufklärung Glanz der Aufklärung Abschaffung von Monarchie und Absolutismus Herrschaft der Vernunft; Primat (Vormacht/Vorrang) der Transparenz; Öffentlichkeit des Privaten Wissenschaftliche Vernunft/technischer Fortschritt Befreiung vom Aberglauben und Abhängigkeit von Autoritäten durch Bildung als Bedingung für mehr Gesundheit und Gerechtigkeit Demokratie, Toleranzgedanke, Gerechtigkeit, längere Lebenszeit Elend der Aufklärung Verelendung im Kapitalismus/Zwangsherrschaft im Kommunismus Gläserne Bürger, totale Überwachung Reduzierung der Ziele auf das technisch Machbare/Ablehnung der Träume und der Fantasie Entwicklung eines „technischen Aberglaubens"; Zunahme von Grausamkeiten und Zerstörung durch technische Möglichkeiten Demokratie, Toleranz, Gerechtigkeit als Maskerade für Egoismus und Ausbeutung Krisenerfahrung: Vereinzelung des Menschen (Fehlen von Mittelpunkten des städtischen und geselligen Lebens) => Erkenntnis der Grenzen der Rationalität: Rationalität kann nicht alle Bedürfnisse und Eigenschaften des Menschen befriedigen, die Menschen suchen halt und eine Bestimmung (verstärkt wird dies durch die Abwendung der Kirche, was die Frage nach der eigenen Bestimmung jenseits eines göttlichen Plans aufwirft), Wirtschaftskrisen und Kriege: Erschütterung des Glaubens in die Aufklärung und den Fortschritt 2 Abitur 2022 ➡ Aus der entsprungenen Hilflosigkeit dieser Krisenerfahrung entspringen neue Wünsche und Bedürfnisse des Menschen: Wunsch nach Abenteuer, Ferne, Halt, Sicherheit, Wunderbarem ➡ Abkehr von der Realität hin zur Gefühlswelt, Hinwendung zum Wunderbaren und Unbewussten E1 DEU WLF ➡ Romantisierung der Welt, mit dem Ziel, den ursprünglichen Sinn wiederzufinden Die Epoche der Romantik (1795 - 1835) Die Romantik gilt als Antwort auf das Zeitalter der Aufklärung, welches von nüchterner rationaler Vernunft und wissenschaftlicher Forschung geprägt war. In diesem Zuge sah die Romantik die Gesellschaft geprägt vom bloßen Gewinnbestreben und vom reinen Nützlichkeitsdenken des beginnenden industriellen Zeitalters. Diesem großen Ganzen stellen die Romantiker das Seelenleben der Menschen, das Magische und Mystische, das Übernatürliche und Wunderbare entgegen. Insgesamt lehnten die Romantiker die Wirklichkeit ab und wendeten sich zur Fantasie, zum Traum bis hin zur dunklen Seite der Seele hin. Die Romantiker versuchten die Menschheit aus den Fesseln der Rationalität zu befreien. Die Romantik beschreibt im Großen und Ganzen die Sehnsucht und das Schweifen in die Ferne, die Flucht vor der Realität. Dabei verweist die Sehnsucht auf den tiefen inneren Wunsch nach einer idealen paradiesischen Welt, welche nicht erreichbar scheint, aber trotzdem das Ideale verkörpert. In diesem Zuge kommt den Vertretern der Zeit eine besondere Aufgabe zu Gute, nämlich auf das Verborgene hinzuweisen und es sichtbar zu machen bzw. die Sehnsucht darauf zu erwecken (Aufdecken der inneren Welt) Gegenwelten in der Romantik: Die romantische Weltsicht: Romantisierung der Wirklichkeit Die Romantiker verfolgten das Ziel die Welt zu romantisieren, dem endlichen Begrenzten, also der Realität, einen unendlichen Schein zu geben und die Welt zu harmonisieren. In diesem Sinne geht es aber nicht darum, die vollkommene Realität abzuschreiben, sondern darum seinen individuellen Horizont zu erweitern und aus gewöhnlichen alltäglichen Angewohnheiten auszubrechen. Dies bezüglich geht es auch um den Wunsch nach Unendlichkeit, das heißt die rationalen Grenzen zu überwinden und aus der sichtbaren Welt auszubrechen um hinter das Wesentliche, hinter das Verborgene, zu blicken: Im Grunde das Unbewusste bzw. das Irrationale zu erfassen. Insgesamt zielten die Romantiker auf eine Vereinigung von allem Seienden, vom Endlichen und Unendlichen, ab. Die Romantisierung der Welt fordert, dem Gemeinen wieder einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen und dem Bekannten die Würde des Unbekannten zu geben (Novalis). Differenzierung zwischen Romantiker und Philister: Die romantische Philisterkritik Philister: 1. Nach Novalis Leben ohne Höhepunkte Poesie als notwendiges Übel; Poesie als Unterbrechung des Alltags Leben in festen Bahnen 3 Abitur 2022 2. Nach Brentano Beschränkter Horizont, vernageltes Denken Fragwürdige Gewohnheiten E1 DEU WLF Keine Ziele oder Sehnsüchte Fokus/Konzentration auf materiellen Besitz → Spießbürger, geregelter Alltag, Fokus auf wahrnehmbare Welt und Festhalten daran, „erstes Augenpaar“ Romantiker: Dichter, Künstler Wunsch nach Spontaneität Fokus auf der verborgenen Welt und Wunsch nach Aufbruch dorthin Ziel: höheren Entwicklungsstand erreichen Poesie = Weg zu einem erfüllten Leben „zweites Augenpaar" = Wahrnehmung der Welt durch das „innere Auge" und streben nach der Welt hinter dem Sichtbaren, Wunsch nach Erweiterung des Horizonts Konzentration auf Poesie und Kunst Literatur der Romantik (1798 – 1835): Merkmale: Poetologie der Imagination und Fantastik, Romantisierung der Welt, Universalpoesie Ziel: Autonomie des Kunstwerks (Aufhebung der Grenzen von Kunst und Leben, Gegenwart und Vergangenheit), Aufdecken der inneren Welt (=wesentliche Werte), das Leben poetisieren Gattungen: Roman (Aufhebung der Gattungsgrenzen, Lyrik) Sprachverwendung: gefühlsbezogen, sprachmagische Elemente, Betonung des Fernen, Fantastischen, Unergründlichen, der Nacht, des Traumes und der menschlichen Seele Menschenbild: Mensch als zerrissenes Wesen zwischen Vernunft und Fantasie, Einbezug der irrationalen, dunklen und wundersamen Facetten des menschlichen Wesens ● Der goldne Topf: Handlungsstrang Zusammenstoß mit dem Äpfelweib Į T Fluch und Flucht von Anselmus Treffen mit und Liebe zu Serpentina Liebe Veronikas 4 Abitur 2022 E1 DEU WLF Anstellung beim Archivarius Į Hilfe bei der Arbeit von Serpentina Lebensgeschichte des Archivarius Liebeszauber von Veronika Fehlender Glaube Anselmus an Serpentina Bann in die Kristallflasche Kampf zwischen dem Archivarius und dem Äpfelweib Befreiung Anselmus Į Hochzeit mit Serpentina und gemeinsames Leben in Atlantis (goldner Topf als Verbindung zwischen Atlantis und der realen Welt) E.T.A Hoffmanns „Der goldne Topf" aus dem Jahr 1814 erzählt die Geschichte vom jungen Studenten Anselmus, der am Himmelfahrtstag den Korb einer alten Apfelhändlerin umstößt. Zur Entschädigung gibt er ihr seinen Geldbeutel. Die alte Frau verflucht ihn, während Anselmus wegläuft und erst unter einem Holunderbusch anhält. Dort erblickt er eine Schlange, in die er sich verliebt. Anselmus begegnet schließlich seinem Freund, dem Konrektor Paulmann, der ihn zu sich nach Hause einlädt. Dort trifft er auf dessen Tochter Veronika, die sich in Anselmus verliebt und von einer Zukunft mit dem baldigen Hofrat Anselmus träumt. Anselmus lernt dort auch den Registrator Heerbrand kennen, der ihm eine Anstellung als Kopierer alter Schriften beim Archivarius Lindhorst verschafft, einem Alchemist und Zauberer. An seinem ersten Arbeitstag dort erscheint ihm jedoch das Äpfelweib und er fällt in Ohnmacht. Einige Tage später begegnet Anselmus dem Archivarius, der ihm verrät, dass die Schlange, in die Anselmus verliebt ist, seine Tochter Serpentina ist. Anselmus nimmt seine Arbeit bei ihm auf. Dabei erhält er Hilfe von Serpentina und erfährt die Lebensgeschichte des Archivarius, der aus Atlantis verbannt wurde und nur zurückkehren darf, wenn er seine drei Töchter verheiratet hat. Veronika wendet sich an das Äpfelweib, damit diese Anselmus mit einem Liebeszauber belegt. Der Zauber gelingt und Anselmus hält Serpentina für eine Einbildung. Nun kann er die Texte nicht mehr kopieren und wird durch einen Zauber in eine Kristallflasche auf einem Regal verbannt. Es kommt zu einem Kampf zwischen dem Archivarius und dem Äpfelweib, 5

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bestimmten Stand hineingeboren, den es nicht verlassen kann; uneingeschränkte Herrschaft eines Königs oder Fürsten) => selbstbestimmtes Individuum Erziehbarkeit des Menschen, Erziehung zur Tugend, Entwicklung der Vernunft Gleichheit und Freiheit statt Ständeordnung Erfahrung und wissenschaftliche Erkenntnis statt Vorurteil und Aberglaube Toleranz statt Dogmatismus (starres, unkritisches Festhalten an Anschauungen; Individuum dem Denken der Vergangenheit verhaftet und ist damit rückständig und einfältig/einsichtig) Diesseits statt Jenseits, Kritik an Kirche und Hinwendung zum Deismus Immanuel Kant (einer der Hauptvertreter der Aufklärung) Den Prozess der Aufklärung definiert Immanuel Kant als Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Diese Unmündigkeit resultiert, so Kant, aus fehlendem Mut und der mangelnden Fähigkeit, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Kant fordert den Menschen dazu auf, nach Wissen zu streben und selbstständig zu denken und zu urteilen. Als Handlungsmaxime entwickelt Kant seinen kategorischen Imperativ, durch den die Menschen befähigt werden, vernunftgemäß und tugendhaft zu handeln. 1 Abitur 2022 „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeingültiges Gesetz werde. Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetz werden sollte.“ E1 DEU WLF Für Kant ist die Aufklärung ein Prozess, der nie vollständig abgeschlossen werden kann und als ideales Ziel der Forderung nach Humanität, Toleranz, Vernunft und Sittlichkeit stellt. 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In diesem Zuge sah die Romantik die Gesellschaft geprägt vom bloßen Gewinnbestreben und vom reinen Nützlichkeitsdenken des beginnenden industriellen Zeitalters. Diesem großen Ganzen stellen die Romantiker das Seelenleben der Menschen, das Magische und Mystische, das Übernatürliche und Wunderbare entgegen. Insgesamt lehnten die Romantiker die Wirklichkeit ab und wendeten sich zur Fantasie, zum Traum bis hin zur dunklen Seite der Seele hin. Die Romantiker versuchten die Menschheit aus den Fesseln der Rationalität zu befreien. Die Romantik beschreibt im Großen und Ganzen die Sehnsucht und das Schweifen in die Ferne, die Flucht vor der Realität. Dabei verweist die Sehnsucht auf den tiefen inneren Wunsch nach einer idealen paradiesischen Welt, welche nicht erreichbar scheint, aber trotzdem das Ideale verkörpert. 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Insgesamt zielten die Romantiker auf eine Vereinigung von allem Seienden, vom Endlichen und Unendlichen, ab. Die Romantisierung der Welt fordert, dem Gemeinen wieder einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen und dem Bekannten die Würde des Unbekannten zu geben (Novalis). Differenzierung zwischen Romantiker und Philister: Die romantische Philisterkritik Philister: 1. Nach Novalis Leben ohne Höhepunkte Poesie als notwendiges Übel; Poesie als Unterbrechung des Alltags Leben in festen Bahnen 3 Abitur 2022 2. 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Zur Entschädigung gibt er ihr seinen Geldbeutel. Die alte Frau verflucht ihn, während Anselmus wegläuft und erst unter einem Holunderbusch anhält. Dort erblickt er eine Schlange, in die er sich verliebt. Anselmus begegnet schließlich seinem Freund, dem Konrektor Paulmann, der ihn zu sich nach Hause einlädt. Dort trifft er auf dessen Tochter Veronika, die sich in Anselmus verliebt und von einer Zukunft mit dem baldigen Hofrat Anselmus träumt. Anselmus lernt dort auch den Registrator Heerbrand kennen, der ihm eine Anstellung als Kopierer alter Schriften beim Archivarius Lindhorst verschafft, einem Alchemist und Zauberer. An seinem ersten Arbeitstag dort erscheint ihm jedoch das Äpfelweib und er fällt in Ohnmacht. Einige Tage später begegnet Anselmus dem Archivarius, der ihm verrät, dass die Schlange, in die Anselmus verliebt ist, seine Tochter Serpentina ist. Anselmus nimmt seine Arbeit bei ihm auf. Dabei erhält er Hilfe von Serpentina und erfährt die Lebensgeschichte des Archivarius, der aus Atlantis verbannt wurde und nur zurückkehren darf, wenn er seine drei Töchter verheiratet hat. Veronika wendet sich an das Äpfelweib, damit diese Anselmus mit einem Liebeszauber belegt. Der Zauber gelingt und Anselmus hält Serpentina für eine Einbildung. Nun kann er die Texte nicht mehr kopieren und wird durch einen Zauber in eine Kristallflasche auf einem Regal verbannt. Es kommt zu einem Kampf zwischen dem Archivarius und dem Äpfelweib, 5