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Pädagogik Klausuren Q1 - Modell der psychosexuellen Entwicklung nach Freud sowie das psychosoziale Modell nach Erikson

Pädagogik Klausuren Q1 - Modell der psychosexuellen Entwicklung nach Freud sowie das psychosoziale Modell nach Erikson

 Klausur Nr. 1
Pädagogik LK Q1
Textgrundlage: Evelyn Heinemann,
Aufgabenstellung:
1.
27.10.2020
Hans Hopf: Psychische
Störungen in Kindheit

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Klausur

Aufgabenstellung Text: Evely Heinemann, Hans Hopf: Psychische Störungen in Kindheit und Jugend. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2015 Erwartungshorizont

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Klausur Nr. 1 Pädagogik LK Q1 Textgrundlage: Evelyn Heinemann, Aufgabenstellung: 1. 27.10.2020 Hans Hopf: Psychische Störungen in Kindheit und Jugend. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2015 3. Stellen Sie das das auffällige Verhalten Ronnys sowie die Lebensumstände, in denen er aufwächst, strukturiert dar. (23 Punkte) 2. Analysieren Sie den vorliegenden Fall auf der Grundlage des Modells der psychosexuellen Entwicklung nach Freud sowie des psychosozialen Modells nach Erikson. (32 Punkte) Entwickeln Sie auf der Grundlage Ihrer bisherigen Ergebnisse Hypothesen hinsichtlich der Faktoren, die eine negative Entwicklung in der Kindheit bewirken können. (25 Punkte) Viel Erfolg Ⓒ 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 Fallbeispiel ,,Ronny" (Evelyn Heinemann/Hans Hopf) Ronny kam als viertes Kind seiner Eltern zur Welt. Bereits mit 16 Jahren - der Vater war damals 18 Jahre alt - gebar Ronnys Mutter als erstes Kind eine Tochter,- zu jener Zeit lebte sie noch bei ihren Eltern. Der Vater wohnte damals in der Außenwohngruppe eines Kinderheimes, seine Eltern hatten sich scheiden lassen, als er sechs Jahre alt gewesen sei. Seither lebte er in jenem Heim. Als Ronnys Mutter 18 Jahre alt war, heirateten die Eltern. Im Abstand von wenigen Jahren kamen die weiteren Kinder, und als Ronny sechs Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. Die Kinder besuchten den Vater gelegentlich an den Wochenenden. An einem jener Besuchswochenenden sperrte der Vater die jüngeren Geschwister in ein Zimmer und versuchte, die inzwischen 12-jährige Tochter zu vergewaltigen. Er wurde von der Mutter angezeigt...

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und kam ins Gefängnis. Weil es ständig an Geld fehlte, war die Mutter ganztägig berufstätig. Gelegentlich schaute die Großmutter nach den Kindern. Ansonsten waren sie nach der Schule den ganzen Nachmittag sich selbst überlassen. Ronny war schon immer schwierig. Ständig musste jemand nach ihm schauen. Er rannte bereits als kleines Kind davon, später fuhr er einfach mit dem Fahrrad stundenlang weg und benötigte deshalb rundum Aufsicht. Selbst kleinere Aufgaben führte er nicht durch, Verbote ignorierte er und ihm Grenzen zu setzen, war immer vergeblich gewesen. Der Mutter gelang es nur noch, sich mit extremen Mitteln gegen ihn durchzusetzen, indem sie den Jungen anschrie, ihn in eine Ecke setzte oder schlug. Gleichzeitig fiel auf, dass Ronny Unmengen von Süßigkeiten in sich hineinstopfte. Die Mutter sprach später von einer regelrechten Sucht. Die gleichen Auseinandersetzungen wie zu Hause fanden im Kindergarten statt. Ronny schlug andere Kinder, zerlegte alles und machte viele Dinge kaputt, unterlief natürlich auch hier alle Anweisungen und Regeln. Alles eskalierte noch, als der Junge in die Schule kam. Er störte ununterbrochen, ließ sich auf keinerlei Anweisungen ein und verweigerte die Mitarbeit. Wenn er keine Lust mehr hatte, verließ er das Klassenzimmer, um nach Hause zu gehen. Zwar stellte die Lehrerin fest, dass der Junge überdurchschnittlich intelligent war, doch konnte er sich weder konzentrieren, noch irgendetwas durchhalten. Immer häufiger kamen jetzt Beschwerden der Schule, was bei der Mutter ein zwiespältiges Verhalten auslöste. Sie versuchte Ronnys widerspenstiges Tun, soweit das noch möglich war, zu Hause gewaltsam zu unterdrücken, nach außen hin verteidigte sie ihn jedoch wie eine Löwin. Das gleiche Verhalten hatte Ronny seinerzeit von seinem Vater erfahren. Zwar ertrug auch er Ronnys Verhalten nur schwer, hörte er jedoch von den »Streichen« des Jungen, zeigte er diebische Freude hierüber und gab damit dem Sohn ein deutliches Signal zum Weitermachen. Hinzu kam noch, dass ältere Kinder Ronny leicht zu irgendwelchen Untaten anstacheln konnten. Es kam sogar zu einem Einbruch in ein Lebensmittelgeschäft, in welchem Ronny Berge von Süßigkeiten entwendete. Da der Rahmen für eine ambulante Therapie in keiner Weise mehr gegeben war, wurde Ronny vom Jugendamt aus der Familie genommen und in einem therapeutischen Heim untergebracht. Nur ein stationärer Rahmen konnte noch eine Möglichkeit bieten, mit dem Jungen therapeutisch zu arbeiten. Als Ronny aufgenommen wurde, war er gerade acht Jahre alt. [...] Es fiel auf, dass er keinerlei Essmanieren hatte. Er stopfte jede Nahrung gierig und unkultiviert in sich hinein, schmierte, schmatzte, rülps und schaffte es nicht, ruhig am Tisch sitzen zu bleiben. Es stellte sich heraus, dass in seinem Elternhaus so gut wie nie gemeinsame Mahlzeiten eingenommen wurden und dass sich jedes Kind geholt hatte, was gerade vorhanden war. Ronny konnte sich auch keinerlei Namen der Erzieherinnen merken, sprach jede nur mit >>He«< an, und es entstand der Eindruck, als wären für ihn Personen austauschbar. Auch hatte er zu seinem Eigentum keinen größeren Bezug. Er passte auf nichts auf, verschlampte Dinge, nahm anderen Kindern weg, was sie besaßen und verschenkte es wieder. Es wurde erkennbar, dass es für ihn weder „Ich" und „Du" gab, noch ,Mein" und „Dein". [...] Als Ronny etwas verwurzelt war, stülpte er immer häufiger innerseelische Konflikte nach außen - er externalisierte. Ständig war etwas los. Stellte er etwas an und wollten die Erzieherinnen jenen Konflikt mit ihm besprechen, fing er gellend an zu schreien und rannte weg. Nach einer gewissen Zeit kehrte er wieder zurück. Dann tat er so, als habe die ganze 70 75 80 85 Angelegenheit nicht stattgefunden. Zudem fiel auf, dass er andere Kinder, insbesondere größere, so lange provozierte, bis er von ihnen geschlagen wurde - in gleicherweise, wie es ihm mit seinen Geschwistern erging. Wurde er dann geschlagen, war sein gellendes Schreien weithin zu hören, und er beschwerte sich voller Zorn bei den Erzieherinnen. Die Stimme des Jungen war auffallend schrill, beinahe quietschend; während eines solchen Anfalls wurde sie immer lauter und strapazierte und quälte alle Mitbewohner. Es war das Schreien eines unzufriedenen Säuglings, der nicht wahrgenommen wurde und darum auch nicht bekam, was er zum Überleben benötigte. [...] Mit der Zeit wurde noch deutlicher, wie sich Ronny durch alles zu mogeln versuchte. Es entstand der Eindruck, als sei der Junge chronisch unehrlich und versuchte ständig, mit kleinen Betrügereien, Anstrengung und Unlust zu umgehen. Ronny verfügte zudem über einen nur geringen Spannungsbogen, hielt nichts aus, und er konnte vor allem nie etwas zugeben. Er radierte Aufschriebe aus seinem Hausaufgabenheft, zeigte alte Arbeiten, die er als neue ausgab usw. Zudem häuften sich Ereignisse, die massive Konflikte nach sich zogen. Ronny warf Steine auf Besucher, beschmierte ein Auto mit Kot, rief zu irgendwelchen, ihm fremden Passanten beleidigende Ausdrücke. Es war, als müsste er ständig Konflikte in Szene setzen, um sich etwas psychische Erleichterung zu verschaffen. (...) Zunehmend wurde deutlich, dass Ronny vor allem dann destruktive Ideen entwickelte, wenn er allein war und sich langweilte. In Zweierbeziehungen wirkte der Junge anschmiegsam, weich und zeigte tiefe Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit. (...) (aus: Evelyn Heinemann, Hans Hopf: Psychische Störungen in Kindheit und Jugend. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2015) a) inhaltliche Leistung: Teilaufgabe 1: Der Schüler/die Schülerin stellt die Lebensumstände im Fall Ronny dar, etwa: sehr junge Eltern / frühe Hochzeit (Z. 3 f.) nach Scheidung gelegentliche Kontakte zum Vater (Gewalterfahrung), (Z. 10 ff.) - - - → wenig Betreuung, da Mutter berufstätig ist (gelegentlich kümmerte sich die Großmutter), (Z. 12 ff.) Erwartungshorizont zur Klausur ,,Fallbeispiel Ronny" → mit 4 Jahren: (Kindergarten): vielfältige Probleme, Auseinandersetzungen mit anderen Kindern (Z. 25 ff.) ✓ → mit 6 Jahren (Grundschulkind): Scheidung der Eltern (Z. 7 f.) → mit 8 Jahren: Aufnahme in ein therapeutisches Heim (Z. 44 f.) V stellt das auffällige Verhalten strukturiert dar, etwa: kognitiv/intellektuell: → überdurchschnittlich intelligent (Z. 32), V → keine Konzentration, kein Durchhaltevermögen (Z. 32 f.) - www Gewalterfahrung durch die Mutter (Z. 35 f.) Kleinkind: schwieriges Kind V psychosozial/emotional: unruhig (Z. 16), → essen von Unmengen von Süßigkeiten (Z. 24), schlägt andere Kinder (Z. 26 f.), →wirft Steine auf Besucher (Z. 84) → beschmiert ein Auto mit Kot (Z.84) →Provokation anderer Kinder (Z. 68), → chronisch unehrlich, Betrügereien (Z. 77 f.), geringer Spannungsbogen (Z. 80 ff.), in Zweierbeziehungen wirkt er anschmiegsam, weich und sucht Geborgenheit und Halt (Z. 89 f.) → kein Bezug zu Eigentum (Z. 57 ff.), bei Konflikten fängt er an zu schreien und läuft weg (Z. 64 f.) Ignoranz von Verboten (Z. 19 ff.). V sprachlich: - 1 → Unterlaufen von Anweisungen (Z. 27), - Störungen im Unterricht (Z. 28 ff.), - Verweigerung der Mitarbeit (Z. 30), → keine Essmanieren (Z. 49 f.) ✓ - Diebstahl (Z. 41 ff.) spricht Erzieher nur mit „HE" an (Z. 55 f.), V beschimpft Passanten (Z. 84 f.) ggf. weitere Aspekte Summe Teilaufgabe 1 15 8 23 Teilaufgabe 2: Der Schüler/die Schülerin... erläutert aufgabenrelevante Aspekte der Theorie Freuds, z.B.: → Grundannahmen (Psychische Determiniertheit/Prinzip des Unbewussten) - Psychoanalytisches Persönlichkeitsmodell (ES, ICH, ÜBER-ICH) Psychosexuelle Entwicklungsphasen (orale, anale, ödipale Phase) Abwehrmechanismen (z. B. Verdrängung, Regression) analysiert Ronnys Entwicklung mithilfe der Annahmen von Freud, z.B.: - - → das teilweise nicht richtige Absolvieren der psychosexuellen Entwicklungsstadien (z.B. gestörtes Essverhalten deutet auf eine Störung der oralen Phase hin, ebenso das kaum vorhandene Durchhaltevermögen) Ronny hat eine Ich-Schwäche, da sein Verhalten weitestgehend vom ES dominiert wird (Leistungsverweigerung, Aggressionsausbrüche, Unterlaufen von Anweisungen, Provokationen, Diebstahl) - → Möglicherweise greift Ronny auf Abwehrmechanismen zurück, wenn er in Konflikte gerät (Verdrängung, Regression in die anale Phase: beschmiert Autos mit Kot) ggf. weitere Aspekte erläutert das Modell der psychosozialen Entwicklung nach Erikson, z. B. → Weiterentwicklung des Freud'schen Modells Epigenetisches Prinzip Prinzip der Wechselwirkung zwischen Kind und Umwen Acht Entwicklungsstadien mit jeweils zwei Krisenpoie.. Beschreibung der Phasen eins bis vier in Grundzügen ggf. weitere Aspekte analysiert den Fall mithilfe des Modells nach Erikson, z.B.: → 1. Phase; Urvertrauen/Misstrauen: kaum Bildung von Urvertrauen („Es war das Schreien eines unzufriedenen Säuglings, der nicht wahrgenommen wurde ...", Z. 72 ff.; 1 → 2. Phase; Autonomie/Selbstzweifel: Keine Aussagen im Text, jedoch könnte das Beschmieren von Autos mit Kot auf eine Störung in dieser Phase hinweisen, auch Ronnys geringer Spannungsbogen (niedrige Frustrationstoleranz) deutet stark auf Selbstzweifel hin 3. Phase; Initiative/Schuldbewusstsein: erhebliche familiäre Probleme (Trennung der Eltern; bekommt Vergewaltigung mit und wird geschlagen) erschweren das Ausleben der phasentypischen Bedürfnisse, Eltern bieten keine positiven Identifikationsobjekte → 4. Phase, Leistung/Minderwertigkeit: auch hier keine Entwicklung von Selbstkontrolle (Leistungsverweigerung), Konflikte mit den Lehrern und den Mitschülern; defizitäre Bewältigung der Entwicklungsaufgaben ggf. weitere Aspekte erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium (4) Summe Teilaufgabe 2 9 8 9 6 32 Teilaufgabe 3: Der Schüler/die Schülerin Hypothesen: entwickelt auf der Basis seiner/ihrer bisherigen Ergebnisse z. B. folgende → Das Versagen primärer Bezugspersonen kann später nur schwer durch entferntere Vertrauenspersonen kompensiert werden. Außerfamiliäre Sozialisationsinstanzen - wie hier das Heim - gewinnen für Kinder aus problematischen Familienverhältnissen an Bedeutung. → Extremes Erzieherverhalten verhindert eine angemessene Krisenbewältigung. . begründet seine/ihre Hypothesen *** erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium (4) → Der Erwerb von Urvertrauen bildet eine entscheidende Grundlage für ein weitgehend positives Selbstbild und die Bewältigung späterer schwieriger Sozialisationsbedingungen. → Auf der Grundlage des psychosexuellen Modells ist es für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit notwendig, die auftretenden Krisen angemessen zu meistern. Summe Teilaufgabe 3 - b) Darstellungsleistung Anforderungen Der Schüler/die Schülerin 1 strukturiert seinen/ihren Text schlüssig, stringent sowie gedanklich klar und bezieht sich dabei genau und konsequent auf die Aufgabenstellung. 2 bezieht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. 4 3 belegt seine/ihre Aussagen durch angemessene und korrekte Nachweise (Zitate u. a.). formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert. 5 schreibt sprachlich richtig (Grammatik, Orthographie, Zeichensetzung) sowie syntaktisch und stilistisch sicher. Summe Darstellungsleistung Gesamtpunktzahl: Note: 1100 P. 28-10-2020 25 25 5 4 3 4 4 20 Grundsätze für die Bewertung (Notenfindung) Für die Zuordnung der Notenstufen zu den Punktzahlen ist folgende Tabelle zu verwenden: Note sehr gut plus sehr gut sehr gut minus gut plus gut gut minus befriedigend plus befriedigend befriedigend minus ausreichend plus ausreichend ausreichend minus mangelhaft plus mangelhaft mangelhaft minus ungenügend Punkte 4 1 9 8 6 5 2 10 7 3 13 12 11 15 0 Erreichte Punktzahl 100-95 94-90 89-85 84-80 79-75 74-70 69-65 64-60 59-55 54-50 49-45 44-39 38-33 32-27 26-20 19-0

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und kam ins Gefängnis. Weil es ständig an Geld fehlte, war die Mutter ganztägig berufstätig. Gelegentlich schaute die Großmutter nach den Kindern. Ansonsten waren sie nach der Schule den ganzen Nachmittag sich selbst überlassen. Ronny war schon immer schwierig. Ständig musste jemand nach ihm schauen. Er rannte bereits als kleines Kind davon, später fuhr er einfach mit dem Fahrrad stundenlang weg und benötigte deshalb rundum Aufsicht. Selbst kleinere Aufgaben führte er nicht durch, Verbote ignorierte er und ihm Grenzen zu setzen, war immer vergeblich gewesen. Der Mutter gelang es nur noch, sich mit extremen Mitteln gegen ihn durchzusetzen, indem sie den Jungen anschrie, ihn in eine Ecke setzte oder schlug. Gleichzeitig fiel auf, dass Ronny Unmengen von Süßigkeiten in sich hineinstopfte. Die Mutter sprach später von einer regelrechten Sucht. Die gleichen Auseinandersetzungen wie zu Hause fanden im Kindergarten statt. Ronny schlug andere Kinder, zerlegte alles und machte viele Dinge kaputt, unterlief natürlich auch hier alle Anweisungen und Regeln. Alles eskalierte noch, als der Junge in die Schule kam. Er störte ununterbrochen, ließ sich auf keinerlei Anweisungen ein und verweigerte die Mitarbeit. Wenn er keine Lust mehr hatte, verließ er das Klassenzimmer, um nach Hause zu gehen. Zwar stellte die Lehrerin fest, dass der Junge überdurchschnittlich intelligent war, doch konnte er sich weder konzentrieren, noch irgendetwas durchhalten. Immer häufiger kamen jetzt Beschwerden der Schule, was bei der Mutter ein zwiespältiges Verhalten auslöste. Sie versuchte Ronnys widerspenstiges Tun, soweit das noch möglich war, zu Hause gewaltsam zu unterdrücken, nach außen hin verteidigte sie ihn jedoch wie eine Löwin. Das gleiche Verhalten hatte Ronny seinerzeit von seinem Vater erfahren. Zwar ertrug auch er Ronnys Verhalten nur schwer, hörte er jedoch von den »Streichen« des Jungen, zeigte er diebische Freude hierüber und gab damit dem Sohn ein deutliches Signal zum Weitermachen. Hinzu kam noch, dass ältere Kinder Ronny leicht zu irgendwelchen Untaten anstacheln konnten. Es kam sogar zu einem Einbruch in ein Lebensmittelgeschäft, in welchem Ronny Berge von Süßigkeiten entwendete. Da der Rahmen für eine ambulante Therapie in keiner Weise mehr gegeben war, wurde Ronny vom Jugendamt aus der Familie genommen und in einem therapeutischen Heim untergebracht. Nur ein stationärer Rahmen konnte noch eine Möglichkeit bieten, mit dem Jungen therapeutisch zu arbeiten. Als Ronny aufgenommen wurde, war er gerade acht Jahre alt. [...] Es fiel auf, dass er keinerlei Essmanieren hatte. Er stopfte jede Nahrung gierig und unkultiviert in sich hinein, schmierte, schmatzte, rülps und schaffte es nicht, ruhig am Tisch sitzen zu bleiben. Es stellte sich heraus, dass in seinem Elternhaus so gut wie nie gemeinsame Mahlzeiten eingenommen wurden und dass sich jedes Kind geholt hatte, was gerade vorhanden war. Ronny konnte sich auch keinerlei Namen der Erzieherinnen merken, sprach jede nur mit >>He«< an, und es entstand der Eindruck, als wären für ihn Personen austauschbar. Auch hatte er zu seinem Eigentum keinen größeren Bezug. Er passte auf nichts auf, verschlampte Dinge, nahm anderen Kindern weg, was sie besaßen und verschenkte es wieder. Es wurde erkennbar, dass es für ihn weder „Ich" und „Du" gab, noch ,Mein" und „Dein". [...] Als Ronny etwas verwurzelt war, stülpte er immer häufiger innerseelische Konflikte nach außen - er externalisierte. Ständig war etwas los. Stellte er etwas an und wollten die Erzieherinnen jenen Konflikt mit ihm besprechen, fing er gellend an zu schreien und rannte weg. Nach einer gewissen Zeit kehrte er wieder zurück. Dann tat er so, als habe die ganze 70 75 80 85 Angelegenheit nicht stattgefunden. Zudem fiel auf, dass er andere Kinder, insbesondere größere, so lange provozierte, bis er von ihnen geschlagen wurde - in gleicherweise, wie es ihm mit seinen Geschwistern erging. Wurde er dann geschlagen, war sein gellendes Schreien weithin zu hören, und er beschwerte sich voller Zorn bei den Erzieherinnen. Die Stimme des Jungen war auffallend schrill, beinahe quietschend; während eines solchen Anfalls wurde sie immer lauter und strapazierte und quälte alle Mitbewohner. Es war das Schreien eines unzufriedenen Säuglings, der nicht wahrgenommen wurde und darum auch nicht bekam, was er zum Überleben benötigte. [...] Mit der Zeit wurde noch deutlicher, wie sich Ronny durch alles zu mogeln versuchte. Es entstand der Eindruck, als sei der Junge chronisch unehrlich und versuchte ständig, mit kleinen Betrügereien, Anstrengung und Unlust zu umgehen. Ronny verfügte zudem über einen nur geringen Spannungsbogen, hielt nichts aus, und er konnte vor allem nie etwas zugeben. Er radierte Aufschriebe aus seinem Hausaufgabenheft, zeigte alte Arbeiten, die er als neue ausgab usw. Zudem häuften sich Ereignisse, die massive Konflikte nach sich zogen. Ronny warf Steine auf Besucher, beschmierte ein Auto mit Kot, rief zu irgendwelchen, ihm fremden Passanten beleidigende Ausdrücke. Es war, als müsste er ständig Konflikte in Szene setzen, um sich etwas psychische Erleichterung zu verschaffen. (...) Zunehmend wurde deutlich, dass Ronny vor allem dann destruktive Ideen entwickelte, wenn er allein war und sich langweilte. In Zweierbeziehungen wirkte der Junge anschmiegsam, weich und zeigte tiefe Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit. (...) (aus: Evelyn Heinemann, Hans Hopf: Psychische Störungen in Kindheit und Jugend. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2015) a) inhaltliche Leistung: Teilaufgabe 1: Der Schüler/die Schülerin stellt die Lebensumstände im Fall Ronny dar, etwa: sehr junge Eltern / frühe Hochzeit (Z. 3 f.) nach Scheidung gelegentliche Kontakte zum Vater (Gewalterfahrung), (Z. 10 ff.) - - - → wenig Betreuung, da Mutter berufstätig ist (gelegentlich kümmerte sich die Großmutter), (Z. 12 ff.) Erwartungshorizont zur Klausur ,,Fallbeispiel Ronny" → mit 4 Jahren: (Kindergarten): vielfältige Probleme, Auseinandersetzungen mit anderen Kindern (Z. 25 ff.) ✓ → mit 6 Jahren (Grundschulkind): Scheidung der Eltern (Z. 7 f.) → mit 8 Jahren: Aufnahme in ein therapeutisches Heim (Z. 44 f.) V stellt das auffällige Verhalten strukturiert dar, etwa: kognitiv/intellektuell: → überdurchschnittlich intelligent (Z. 32), V → keine Konzentration, kein Durchhaltevermögen (Z. 32 f.) - www Gewalterfahrung durch die Mutter (Z. 35 f.) Kleinkind: schwieriges Kind V psychosozial/emotional: unruhig (Z. 16), → essen von Unmengen von Süßigkeiten (Z. 24), schlägt andere Kinder (Z. 26 f.), →wirft Steine auf Besucher (Z. 84) → beschmiert ein Auto mit Kot (Z.84) →Provokation anderer Kinder (Z. 68), → chronisch unehrlich, Betrügereien (Z. 77 f.), geringer Spannungsbogen (Z. 80 ff.), in Zweierbeziehungen wirkt er anschmiegsam, weich und sucht Geborgenheit und Halt (Z. 89 f.) → kein Bezug zu Eigentum (Z. 57 ff.), bei Konflikten fängt er an zu schreien und läuft weg (Z. 64 f.) Ignoranz von Verboten (Z. 19 ff.). V sprachlich: - 1 → Unterlaufen von Anweisungen (Z. 27), - Störungen im Unterricht (Z. 28 ff.), - Verweigerung der Mitarbeit (Z. 30), → keine Essmanieren (Z. 49 f.) ✓ - Diebstahl (Z. 41 ff.) spricht Erzieher nur mit „HE" an (Z. 55 f.), V beschimpft Passanten (Z. 84 f.) ggf. weitere Aspekte Summe Teilaufgabe 1 15 8 23 Teilaufgabe 2: Der Schüler/die Schülerin... erläutert aufgabenrelevante Aspekte der Theorie Freuds, z.B.: → Grundannahmen (Psychische Determiniertheit/Prinzip des Unbewussten) - Psychoanalytisches Persönlichkeitsmodell (ES, ICH, ÜBER-ICH) Psychosexuelle Entwicklungsphasen (orale, anale, ödipale Phase) Abwehrmechanismen (z. B. Verdrängung, Regression) analysiert Ronnys Entwicklung mithilfe der Annahmen von Freud, z.B.: - - → das teilweise nicht richtige Absolvieren der psychosexuellen Entwicklungsstadien (z.B. gestörtes Essverhalten deutet auf eine Störung der oralen Phase hin, ebenso das kaum vorhandene Durchhaltevermögen) Ronny hat eine Ich-Schwäche, da sein Verhalten weitestgehend vom ES dominiert wird (Leistungsverweigerung, Aggressionsausbrüche, Unterlaufen von Anweisungen, Provokationen, Diebstahl) - → Möglicherweise greift Ronny auf Abwehrmechanismen zurück, wenn er in Konflikte gerät (Verdrängung, Regression in die anale Phase: beschmiert Autos mit Kot) ggf. weitere Aspekte erläutert das Modell der psychosozialen Entwicklung nach Erikson, z. B. → Weiterentwicklung des Freud'schen Modells Epigenetisches Prinzip Prinzip der Wechselwirkung zwischen Kind und Umwen Acht Entwicklungsstadien mit jeweils zwei Krisenpoie.. Beschreibung der Phasen eins bis vier in Grundzügen ggf. weitere Aspekte analysiert den Fall mithilfe des Modells nach Erikson, z.B.: → 1. Phase; Urvertrauen/Misstrauen: kaum Bildung von Urvertrauen („Es war das Schreien eines unzufriedenen Säuglings, der nicht wahrgenommen wurde ...", Z. 72 ff.; 1 → 2. Phase; Autonomie/Selbstzweifel: Keine Aussagen im Text, jedoch könnte das Beschmieren von Autos mit Kot auf eine Störung in dieser Phase hinweisen, auch Ronnys geringer Spannungsbogen (niedrige Frustrationstoleranz) deutet stark auf Selbstzweifel hin 3. Phase; Initiative/Schuldbewusstsein: erhebliche familiäre Probleme (Trennung der Eltern; bekommt Vergewaltigung mit und wird geschlagen) erschweren das Ausleben der phasentypischen Bedürfnisse, Eltern bieten keine positiven Identifikationsobjekte → 4. Phase, Leistung/Minderwertigkeit: auch hier keine Entwicklung von Selbstkontrolle (Leistungsverweigerung), Konflikte mit den Lehrern und den Mitschülern; defizitäre Bewältigung der Entwicklungsaufgaben ggf. weitere Aspekte erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium (4) Summe Teilaufgabe 2 9 8 9 6 32 Teilaufgabe 3: Der Schüler/die Schülerin Hypothesen: entwickelt auf der Basis seiner/ihrer bisherigen Ergebnisse z. B. folgende → Das Versagen primärer Bezugspersonen kann später nur schwer durch entferntere Vertrauenspersonen kompensiert werden. Außerfamiliäre Sozialisationsinstanzen - wie hier das Heim - gewinnen für Kinder aus problematischen Familienverhältnissen an Bedeutung. → Extremes Erzieherverhalten verhindert eine angemessene Krisenbewältigung. . begründet seine/ihre Hypothesen *** erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium (4) → Der Erwerb von Urvertrauen bildet eine entscheidende Grundlage für ein weitgehend positives Selbstbild und die Bewältigung späterer schwieriger Sozialisationsbedingungen. → Auf der Grundlage des psychosexuellen Modells ist es für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit notwendig, die auftretenden Krisen angemessen zu meistern. Summe Teilaufgabe 3 - b) Darstellungsleistung Anforderungen Der Schüler/die Schülerin 1 strukturiert seinen/ihren Text schlüssig, stringent sowie gedanklich klar und bezieht sich dabei genau und konsequent auf die Aufgabenstellung. 2 bezieht beschreibende, deutende und wertende Aussagen schlüssig aufeinander. 4 3 belegt seine/ihre Aussagen durch angemessene und korrekte Nachweise (Zitate u. a.). formuliert unter Beachtung der Fachsprache präzise und begrifflich differenziert. 5 schreibt sprachlich richtig (Grammatik, Orthographie, Zeichensetzung) sowie syntaktisch und stilistisch sicher. Summe Darstellungsleistung Gesamtpunktzahl: Note: 1100 P. 28-10-2020 25 25 5 4 3 4 4 20 Grundsätze für die Bewertung (Notenfindung) Für die Zuordnung der Notenstufen zu den Punktzahlen ist folgende Tabelle zu verwenden: Note sehr gut plus sehr gut sehr gut minus gut plus gut gut minus befriedigend plus befriedigend befriedigend minus ausreichend plus ausreichend ausreichend minus mangelhaft plus mangelhaft mangelhaft minus ungenügend Punkte 4 1 9 8 6 5 2 10 7 3 13 12 11 15 0 Erreichte Punktzahl 100-95 94-90 89-85 84-80 79-75 74-70 69-65 64-60 59-55 54-50 49-45 44-39 38-33 32-27 26-20 19-0