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Psychoanalyse nach Sigmund Freud

Psychoanalyse nach Sigmund Freud

 LPE 7: Richtungen der Psychologie I (Psychoanalyse)
Kapitel 12: Die psychoanalytische Theorie
12.1 Grundannahmen der psychoanalytischen The

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Richtungen der Psychologie - die psychoanalytische Theorie nach Freund

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LPE 7: Richtungen der Psychologie I (Psychoanalyse) Kapitel 12: Die psychoanalytische Theorie 12.1 Grundannahmen der psychoanalytischen Theorie - Sigmund Freud, Psychoanalyse - Theorie umfasst: Persönlichkeitstheorie und Entwicklungstheorie - Stellt ein psychotherapeutisches Konzept zur Behandlung von psychischen Störungen dar 12.1.1 Das Unbewusste und das Vorbewusste nur geringer Teil der seelischen Vorgänge ist bewusst; meisten Vorgänge finden unter der Oberfläche des Bewusstseins statt → Vorbewusst & Unbewusst bewusst vorbewusst unbewusst O Bewusst: im Moment bewusst erfasstes Erleben, augenblickliche Wahrnehmung, aktuelle Gedanken; alle Zustände die von Individuum erfasst werden Vorbewusst: alle bewusstseinsfähigen Vorgänge; es handelt sich dabei um seelische Vorgänge, die ein Mensch nicht spontan weiß, die dem Bewusstsein jedoch wieder voll zugänglich gemacht werden kann Unbewusst: alle seelischen Vorgänge, die nicht bzw. nicht mehr in das Bewusstsein dringen, also bewusstseinsunfähig sind, das Erleben und Verhalten aber maßgeblich beeinflussen Grundlegende Annahme der Psychoanalyse: bestimmte seelische Vorgänge und innere Kräfte sind dem Bewusstsein verborgen (unbewusst), jedoch wirken sie auf individuelles Verhalten und die Entwicklung der Persönlichkeit nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten aus 12.1.2 Der Mensch als ein festgelegtes Wesen Freund sieht Mensch als Wesen, dessen verhalten durch Triebe erzeugt und gesteuert wird: Wenn Mensch aktiv wird, lässt sich dies auf trieb zurückführen; menschliches Verhalten ist darauf gerichtet, Triebwünsche zu befriedigen und innere Spannungen zu vermindern; Mensch ist sich der seelischen Kräfte und Motive, die Verhalten steuern, meist nicht bewusst Verhaltensweisen sind durch seelische Prozesse...

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bedingt und festgelegt: Symptome treten nie beliebig auf, sondern hängen auf bedeutungsvolle Art & Weise mit bestimmten erlebten Ereignissen zusammen und werden durch diese determiniert Psychischer Determinismus = die Annahme, dass jedes Erleben und Verhalten eine Ursache hat und durch früher gemachte Erfahrungen festgelegt ist; Prozesse sind nicht offen erkennbar, lassen sich meist nur aus individuellen Lebensgeschichten erschließen Grundannahmen der Psychoanalyse: 1. Bestimmte Seelische Vorgänge sind im Bewusstsein verborgen, bewusstseinsfähig, unbewusst wirken jedoch auf Verhalten & Erleben 2. Menschliches Verhalten wird durch Triebe erzeugt & gesteuert; seelische Kräfte & Motive, die einen steuern, sind nicht bewusst 3. Jedes Verhalten ist seelisch bedingt, determiniert; lässt sich nur aus individuellen Lebensgeschichten schließen 12.2 Das psychoanalytische Persönlichkeitsmodell 12.2.1 Die Instanzen der Persönlichkeit man unterteilt sie in das: ES, ICH, ÜBER-ICH 11 ES: - Instanz der Triebe, Wünsche und Bedürfnisse; - handelt nach dem Lustprinzip; - kennt keine Wertungen, kein Gut/Böse, Keine Moral; - Nur das blinde Streben nach Befriedigung, die als lustvolle Entspannung erlebt wird - ist die elementarste Schicht, bereits vom ersten Lebenstag an vorhanden und beinhaltet alle Triebe, Wünsche, Bedürfnisse des Individuums ICH: -Instanz, welche die bewusste Auseinandersetzung mit Realität leistet; - Handelt nach dem Realitätsprinzip → versucht Kompromiss zwischen ungehemmten Ansprüchen des Es und den Anforderungen der Außenwelt herbeizuführen; - Enthält alle zur Anpassung an die Umwelt nötigen kognitiven Fähigkeiten und Funktionen, die der Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung von Informationen dienen; Beispiel: Intelligenz, Kreativität, Gedächtnis, Sprach- und Lernfähigkeit, Wahrnehmung, Denken, Urteilen, Erkenne, Vorstellen Besitzt ICH-Stärke & ICH-Schwäche ÜBER-ICH: - Instanz, welche Norm- und Wertvorstellungen umfasst, das Verhalten des ICHS im Sinne der geltenden Moral führt und eine weitergehende Vervollkommnung zum Ziel hat; - Handelt nach dem Moralitätsprinzip → bewertet Triebwünsche, ob sie zugelassen werden oder nicht; - Träger des ICH-Ideals, an dem sich das ICH misst, dem es nachstrebt und dessen Anspruch auf weitergehende Vervollkommnung es zu erfüllen bemüht ist → stellt ein Leit- und Denkbild dar, wie das ICH gern sein möchte 12.2.2 Dynamik der Persönlichkeit - Die drei Instanzen stehen miteinander in einer ständigen Wechselbeziehung, in einem Mit- und Gegeneinander - Jeder dieser Instanzen erfüllen bestimmte Funktionen: O ES kündigt Wünsche, Bedürfnisse beim ICH an O Wünsche werden vom ÜBER-ICH bewertet → je nach Bewertung gibt das ÜBER-ICH Anweisungen an das ICH, ob die ES-Wünsche zugelassen werden dürfen oder nicht ICH versucht zwischen ÜBER-ICH und ES zu vermitteln und überprüft ob Befriedigung möglich ist oder nicht Je nach Wert- und Normvorstellungen des ÜBER-ICHs und je nach Stärke der Gefühle, die es entwickelt, entscheidet sich, ob das ICH die Wünsche des ES zulassen kann ✓ Zugelassene Ansprüche werden vom ICH gesteuert und wenn es die Realität ermöglicht, verwirklicht Nicht zugelassene Ansprüche müssen vom ICH abgewehrt, unbewusst gemacht, verdrängt werden ICH-Stärke: ist imstande die Forderungen des ES, ÜBER-ICHS und der Realität in Einklang zu bringen und → kann sich gegenüber den beiden Instanzen und der Realität durchsetzen; → es herrscht Gleichgewicht zwischen Persönlichkeitsinstanzen und Realität ICH-Schwäche: wenn es nicht gelingt, zwischen den Forderungen des ES und des ÜBER-ICHs zu vermitteln und → es ist einer der Instanzen oder Realität unterlegen; → Es herrscht Ungleichgewicht zwischen Persönlichkeitsinstanzen und Realität 12 Möglichkeiten der ICH-Schwäche: Das ES sieht über das ICH: ÜBER-ICH ist zu schwach und ES kann sich mit Ansprüchen gegenüber dem ICH durchsetzen Das ÜBER-ICH sieht über das ICH: ÜBER-ICH ist zu stark ausgebildet, sodass sich das ICH nicht mehr behaupten kann; die Wünsche des ES müssen unterdrückt werden O Die Realität siegt über das ICH: Die Forderungen der Realität herrschen über das ICH, kann sich nicht mehr durchsetzen Folgerungen für die Erziehung: O Voraussetzung für Entstehung eines starken ICHS → Herstellung einer emotionalen Beziehung zwischen dem zu Erziehendem und Person muss über Raum und Zeit emotional sehr eng miteinander verbunden sein und durch positive Gefühle (wie Nähe, Zärtlichkeit, Fürsorge, Schutz, Körperkontakt...) sowie durch Respektieren und Unterstützen des kindlichen Explorationsbedürfnisses auszeichnen Erzieherverhaltensweisen, die starkes ÜBER-ICH aufbauen, sind zu vermeiden; Je mehr Gebote und Verbote / je mehr Lenkung in Erziehung, desto stärker das ÜBER-ICH → Je weniger Lenkung in die Erziehung, desto schwächer das ÜBER-ICH, sodass Ansprüche des ES maßlos werden O Starkes ICH ist zu erwarten, bei... so kann Kind lernen, Probleme der Welt Angenehmer Befriedigung der Wünsche des ES ✓ Entfaltung des kindlichen Neugierbedürfnis wahrzunehmen und selbstständig zu bewältigen Unterstützung der Freiräume für eigene Aktivitäten und Impulse des eigenen kindlichen Wollens und Handelns ✓ Setzung von notwendgien Grenzen so findet bewusste Auseinandersetzung mit Realität statt, die die Urteilsbildung zwischen Anpassung und Durchsetzungsbereitschaft ausbildet Nicht willkürlichem Handeln des Erziehers - sondern Einflussnahme aufgrund der Sache und den Ordnungen des Zusammenlebens begründen Anregung zum kritischen Denken und Handeln – um fraglose Hinnahmen und Übernahme von Verhaltensweisen und -erwartungen entgegenzuwirken; um Autonomie und die Selbstbestimmung des Handelns zu befähigen - 12.2.3 Angst und Abwehr Stehen die drei Instanzen im Ungleichgewicht, löst das Gefühl von Angst auf → diese sollen das ICH vor Gefahr warnen = Signaltheorie der Angst Funktion von Angst : = das Individuum vor Bedrohung zu warnen Abwehrmechanismen = Schutzmaßnahmen des ICHs, die bedrohliche und angstauslösende Erlebnisinhalte ausschalten, unbewusst machen und somit drohende Konflikte und Angst zu vermeiden / reduzieren 12.2.4 Abwehrmechanismen Verdrängung: das Anschieben von Erlebnisinhalten, die Mensch nicht wahrhaben will / kann und die Angst auslösen, in das Unbewusste; Kann auf unterschiedliche Art und Weise erreicht werden: Projektion: Eigenschaften, die Person nicht wahrhaben will, werden anderen Personen/-Gruppen oder Gegenständen zugeschrieben und dort bekämpft 13 Reaktionsbildung: Im Bewusstsein wird Gegenteil des zu Verdrängenden fixiert → Abwehr geschieht durch die Verkehrung ins Gegenteil Verschiebung: Wünsche / Bedürfnisse die am Original nicht befriedigt werden können, werden am Ersatzobjekt realisiert Rationalisierung: Verpönte Wünsche / Bedürfnisse sowie unangemessene Verhaltensweisen werden mit „vernünftigen" Gründen gerechtfertigt → um wahre Gründe, die man nicht wahrhaben will, zu vertuschen Identifikation: Abwehr der Angst gelingt durch Gleichsetzung mit anderer Person Widerstand: Mensch wehrt sich gegen Aufdecken verdrängter Inhalte Sublimierung: Nicht zugelassene Wünsche / Bedürfnisse werden in Leistungen, die sozial erwünscht sind, umgesetzt Fixierung und Regression: Fixierung: Verhaftetbleiben an entsprechende Erlebens- und Verhaltensweisen einer Entwicklungsphase Regression: Zurückfallen in vorherrschende Erlebens- und Verhaltensweisen in einer Entwicklungsphase 12.3 psychoanalytische Trieblehre 12.3.1 Der Lebens- und Todestrieb → zwei Haupttriebe die menschliches Verhalten steuern & erzeugen Lebenstrieb (Eros): gerichtet auf Selbst- und Arterhaltung, Überleben, Weiterleben und Fortpflanzung; Psychische Energie / Antriebskraft: Libido → auf Lustgewinn gerichtet, kann auf eigene Person, äußeres Objekt bezogen sein = Objektbesetzung Todestrieb (Thanatos): Gerichtet auf Auflösung und Zurückführung des Lebens in den anorganischen Zustand; Selbsthass und -Vernichtung, Destruktivität, Aggression sowie Hass gegenüber der Umwelt; Psychische Energie / Antriebskraft: Destrudo → richtet sich gegen die Person, wendet sich durch Aggression, Hass, Vernichtung nach außen gegen andere Personen Lebens- und Todestrieb arbeiten gegeneinander, doch es besteht Verschränkung zwischen den Haupttrieben, ohne dass einer über den anderen vorherrscht 12.3.2 Entwicklung der Libido in der frühen Kindheit Mensch strebt von Natur aus nach Abfuhr der Triebenergie ➜ wird in früher Kindheit durch Mund, After & Genitalien erreicht - Phasen sind nicht scharf voneinander abzugrenzen, können sich überschneiden 14 - Libido vollzieht sich genetisch festem Verlauf, doch wie die Entwicklung durchläuft, ist abhängig von seiner Umwelt, seinen Bezugspersonen und seiner Erziehung Phase Triebquelle Trieb- wünsche Grundlegung Persönlich- keits- merkmalen von Beziehungs- aufbau Orale Phase, 1. Lebensjahr Mundzone =Berühren, Saugen, Schlucken, Beißen, Lutschen, Nahrungsaufnahme, Kauen usw. Wünsche des Einverleibens, die nicht nur über Mundzone, sondern auch über Sinnesorgane, vor allem die Haut Erfolgen Optimistische bzw. pessimistische Lebensgrundeinstell ungen; Mut, Vertrauen bzw. Minderwertigkeitsgef ühle, Misstrauen; Ich-Bezogenheit, Begehrlichkeit, Eifersucht, Gier, Riesenansprüche, Süchte Aufbau der Beziehung zur Umwelt Folgerung für Herstellung einer Erziehung tiefen emotionalen; Emotionale Reize; Angemessene, realitätsangepasste Befriedigung der oralen Bedürfnisse; Bedeutung von frühen Erfahrungen Anale Phase, 2.-3. Lebensjahr Afterzone = Ausscheidungsorgan, - vorgang und -produkt Wünsche des Spielens mit dem Ausscheidungsorgan und -produkt; Wünsche des Gebens und Behaltens Offenheit bzw. Geiz, Besitzstreben, Sparsamkeit, Pflichtbewusstsein, Einstellung zur Leistung; Ticks, Stottern; Schuldgefühle, Scham- und Ekelgefühle, Reinlichkeitsfanatismus, Zwangsverhalten; Selbstständigkeit, Eigenwillen, Durchsetzungsvermögen, Herrschsucht, Machtstreben, Auflehnung, Dominanzstreben bzw. Unselbstständigkeit, Gefügigkeitshaltung, Unterordnung Aufbau der Beziehung zum Ich, zur eigenen Person Warmes Erziehunsgsklima; Weitgehend ungestörtes Eltern-Kind-Verhältnis; Reinlichkeitserziehung nicht zu früh und nicht zu streng; Viel Geduld und positive Erziehungsmaßnahmen; Kind an bestimmte Orte gewöhnen; Phallische Phase, 4. - 5. Lebensjahr Genitalzone Wünsche des Spielens an und mit den Geschlechtsteilen (Herzeigen, Betrachten, Spielen); Begehren des gegen- Geschlechtlichen Elternteils (Ödipuskonflikt) Überlegen- bzw. Unterlegenheit, Bejahung bzw. Verneinung der eigenen Geschlechtsrolle, Exhibitionismus, Voyeurismus, Sexualneurosen wie z.B. Impotenz, männlich: Erfolgsorientierung, Konkurrenzdenken, Potenz, Machtverhalten weiblich: Neigung zum Verführerischen Aufbau der Beziehung zum Partner Positive, harmonische, freundliche Beziehung; Kind soll in Beziehung der Eltern integriert werden; Vorbildwirkung der Mutter / des Vaters für Identifikation der Geschlechtsrolle; Verhalten des Kindes soll nicht überbewertet werden; 15

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Jedes Verhalten ist seelisch bedingt, determiniert; lässt sich nur aus individuellen Lebensgeschichten schließen 12.2 Das psychoanalytische Persönlichkeitsmodell 12.2.1 Die Instanzen der Persönlichkeit man unterteilt sie in das: ES, ICH, ÜBER-ICH 11 ES: - Instanz der Triebe, Wünsche und Bedürfnisse; - handelt nach dem Lustprinzip; - kennt keine Wertungen, kein Gut/Böse, Keine Moral; - Nur das blinde Streben nach Befriedigung, die als lustvolle Entspannung erlebt wird - ist die elementarste Schicht, bereits vom ersten Lebenstag an vorhanden und beinhaltet alle Triebe, Wünsche, Bedürfnisse des Individuums ICH: -Instanz, welche die bewusste Auseinandersetzung mit Realität leistet; - Handelt nach dem Realitätsprinzip → versucht Kompromiss zwischen ungehemmten Ansprüchen des Es und den Anforderungen der Außenwelt herbeizuführen; - Enthält alle zur Anpassung an die Umwelt nötigen kognitiven Fähigkeiten und Funktionen, die der Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung von Informationen dienen; Beispiel: Intelligenz, Kreativität, Gedächtnis, Sprach- und Lernfähigkeit, Wahrnehmung, Denken, Urteilen, Erkenne, Vorstellen Besitzt ICH-Stärke & ICH-Schwäche ÜBER-ICH: - Instanz, welche Norm- und Wertvorstellungen umfasst, das Verhalten des ICHS im Sinne der geltenden Moral führt und eine weitergehende Vervollkommnung zum Ziel hat; - Handelt nach dem Moralitätsprinzip → bewertet Triebwünsche, ob sie zugelassen werden oder nicht; - Träger des ICH-Ideals, an dem sich das ICH misst, dem es nachstrebt und dessen Anspruch auf weitergehende Vervollkommnung es zu erfüllen bemüht ist → stellt ein Leit- und Denkbild dar, wie das ICH gern sein möchte 12.2.2 Dynamik der Persönlichkeit - Die drei Instanzen stehen miteinander in einer ständigen Wechselbeziehung, in einem Mit- und Gegeneinander - Jeder dieser Instanzen erfüllen bestimmte Funktionen: O ES kündigt Wünsche, Bedürfnisse beim ICH an O Wünsche werden vom ÜBER-ICH bewertet → je nach Bewertung gibt das ÜBER-ICH Anweisungen an das ICH, ob die ES-Wünsche zugelassen werden dürfen oder nicht ICH versucht zwischen ÜBER-ICH und ES zu vermitteln und überprüft ob Befriedigung möglich ist oder nicht Je nach Wert- und Normvorstellungen des ÜBER-ICHs und je nach Stärke der Gefühle, die es entwickelt, entscheidet sich, ob das ICH die Wünsche des ES zulassen kann ✓ Zugelassene Ansprüche werden vom ICH gesteuert und wenn es die Realität ermöglicht, verwirklicht Nicht zugelassene Ansprüche müssen vom ICH abgewehrt, unbewusst gemacht, verdrängt werden ICH-Stärke: ist imstande die Forderungen des ES, ÜBER-ICHS und der Realität in Einklang zu bringen und → kann sich gegenüber den beiden Instanzen und der Realität durchsetzen; → es herrscht Gleichgewicht zwischen Persönlichkeitsinstanzen und Realität ICH-Schwäche: wenn es nicht gelingt, zwischen den Forderungen des ES und des ÜBER-ICHs zu vermitteln und → es ist einer der Instanzen oder Realität unterlegen; → Es herrscht Ungleichgewicht zwischen Persönlichkeitsinstanzen und Realität 12 Möglichkeiten der ICH-Schwäche: Das ES sieht über das ICH: ÜBER-ICH ist zu schwach und ES kann sich mit Ansprüchen gegenüber dem ICH durchsetzen Das ÜBER-ICH sieht über das ICH: ÜBER-ICH ist zu stark ausgebildet, sodass sich das ICH nicht mehr behaupten kann; die Wünsche des ES müssen unterdrückt werden O Die Realität siegt über das ICH: Die Forderungen der Realität herrschen über das ICH, kann sich nicht mehr durchsetzen Folgerungen für die Erziehung: O Voraussetzung für Entstehung eines starken ICHS → Herstellung einer emotionalen Beziehung zwischen dem zu Erziehendem und Person muss über Raum und Zeit emotional sehr eng miteinander verbunden sein und durch positive Gefühle (wie Nähe, Zärtlichkeit, Fürsorge, Schutz, Körperkontakt...) sowie durch Respektieren und Unterstützen des kindlichen Explorationsbedürfnisses auszeichnen Erzieherverhaltensweisen, die starkes ÜBER-ICH aufbauen, sind zu vermeiden; Je mehr Gebote und Verbote / je mehr Lenkung in Erziehung, desto stärker das ÜBER-ICH → Je weniger Lenkung in die Erziehung, desto schwächer das ÜBER-ICH, sodass Ansprüche des ES maßlos werden O Starkes ICH ist zu erwarten, bei... so kann Kind lernen, Probleme der Welt Angenehmer Befriedigung der Wünsche des ES ✓ Entfaltung des kindlichen Neugierbedürfnis wahrzunehmen und selbstständig zu bewältigen Unterstützung der Freiräume für eigene Aktivitäten und Impulse des eigenen kindlichen Wollens und Handelns ✓ Setzung von notwendgien Grenzen so findet bewusste Auseinandersetzung mit Realität statt, die die Urteilsbildung zwischen Anpassung und Durchsetzungsbereitschaft ausbildet Nicht willkürlichem Handeln des Erziehers - sondern Einflussnahme aufgrund der Sache und den Ordnungen des Zusammenlebens begründen Anregung zum kritischen Denken und Handeln – um fraglose Hinnahmen und Übernahme von Verhaltensweisen und -erwartungen entgegenzuwirken; um Autonomie und die Selbstbestimmung des Handelns zu befähigen - 12.2.3 Angst und Abwehr Stehen die drei Instanzen im Ungleichgewicht, löst das Gefühl von Angst auf → diese sollen das ICH vor Gefahr warnen = Signaltheorie der Angst Funktion von Angst : = das Individuum vor Bedrohung zu warnen Abwehrmechanismen = Schutzmaßnahmen des ICHs, die bedrohliche und angstauslösende Erlebnisinhalte ausschalten, unbewusst machen und somit drohende Konflikte und Angst zu vermeiden / reduzieren 12.2.4 Abwehrmechanismen Verdrängung: das Anschieben von Erlebnisinhalten, die Mensch nicht wahrhaben will / kann und die Angst auslösen, in das Unbewusste; Kann auf unterschiedliche Art und Weise erreicht werden: Projektion: Eigenschaften, die Person nicht wahrhaben will, werden anderen Personen/-Gruppen oder Gegenständen zugeschrieben und dort bekämpft 13 Reaktionsbildung: Im Bewusstsein wird Gegenteil des zu Verdrängenden fixiert → Abwehr geschieht durch die Verkehrung ins Gegenteil Verschiebung: Wünsche / Bedürfnisse die am Original nicht befriedigt werden können, werden am Ersatzobjekt realisiert Rationalisierung: Verpönte Wünsche / Bedürfnisse sowie unangemessene Verhaltensweisen werden mit „vernünftigen" Gründen gerechtfertigt → um wahre Gründe, die man nicht wahrhaben will, zu vertuschen Identifikation: Abwehr der Angst gelingt durch Gleichsetzung mit anderer Person Widerstand: Mensch wehrt sich gegen Aufdecken verdrängter Inhalte Sublimierung: Nicht zugelassene Wünsche / Bedürfnisse werden in Leistungen, die sozial erwünscht sind, umgesetzt Fixierung und Regression: Fixierung: Verhaftetbleiben an entsprechende Erlebens- und Verhaltensweisen einer Entwicklungsphase Regression: Zurückfallen in vorherrschende Erlebens- und Verhaltensweisen in einer Entwicklungsphase 12.3 psychoanalytische Trieblehre 12.3.1 Der Lebens- und Todestrieb → zwei Haupttriebe die menschliches Verhalten steuern & erzeugen Lebenstrieb (Eros): gerichtet auf Selbst- und Arterhaltung, Überleben, Weiterleben und Fortpflanzung; Psychische Energie / Antriebskraft: Libido → auf Lustgewinn gerichtet, kann auf eigene Person, äußeres Objekt bezogen sein = Objektbesetzung Todestrieb (Thanatos): Gerichtet auf Auflösung und Zurückführung des Lebens in den anorganischen Zustand; Selbsthass und -Vernichtung, Destruktivität, Aggression sowie Hass gegenüber der Umwelt; Psychische Energie / Antriebskraft: Destrudo → richtet sich gegen die Person, wendet sich durch Aggression, Hass, Vernichtung nach außen gegen andere Personen Lebens- und Todestrieb arbeiten gegeneinander, doch es besteht Verschränkung zwischen den Haupttrieben, ohne dass einer über den anderen vorherrscht 12.3.2 Entwicklung der Libido in der frühen Kindheit Mensch strebt von Natur aus nach Abfuhr der Triebenergie ➜ wird in früher Kindheit durch Mund, After & Genitalien erreicht - Phasen sind nicht scharf voneinander abzugrenzen, können sich überschneiden 14 - Libido vollzieht sich genetisch festem Verlauf, doch wie die Entwicklung durchläuft, ist abhängig von seiner Umwelt, seinen Bezugspersonen und seiner Erziehung Phase Triebquelle Trieb- wünsche Grundlegung Persönlich- keits- merkmalen von Beziehungs- aufbau Orale Phase, 1. Lebensjahr Mundzone =Berühren, Saugen, Schlucken, Beißen, Lutschen, Nahrungsaufnahme, Kauen usw. Wünsche des Einverleibens, die nicht nur über Mundzone, sondern auch über Sinnesorgane, vor allem die Haut Erfolgen Optimistische bzw. pessimistische Lebensgrundeinstell ungen; Mut, Vertrauen bzw. Minderwertigkeitsgef ühle, Misstrauen; Ich-Bezogenheit, Begehrlichkeit, Eifersucht, Gier, Riesenansprüche, Süchte Aufbau der Beziehung zur Umwelt Folgerung für Herstellung einer Erziehung tiefen emotionalen; Emotionale Reize; Angemessene, realitätsangepasste Befriedigung der oralen Bedürfnisse; Bedeutung von frühen Erfahrungen Anale Phase, 2.-3. Lebensjahr Afterzone = Ausscheidungsorgan, - vorgang und -produkt Wünsche des Spielens mit dem Ausscheidungsorgan und -produkt; Wünsche des Gebens und Behaltens Offenheit bzw. Geiz, Besitzstreben, Sparsamkeit, Pflichtbewusstsein, Einstellung zur Leistung; Ticks, Stottern; Schuldgefühle, Scham- und Ekelgefühle, Reinlichkeitsfanatismus, Zwangsverhalten; Selbstständigkeit, Eigenwillen, Durchsetzungsvermögen, Herrschsucht, Machtstreben, Auflehnung, Dominanzstreben bzw. Unselbstständigkeit, Gefügigkeitshaltung, Unterordnung Aufbau der Beziehung zum Ich, zur eigenen Person Warmes Erziehunsgsklima; Weitgehend ungestörtes Eltern-Kind-Verhältnis; Reinlichkeitserziehung nicht zu früh und nicht zu streng; Viel Geduld und positive Erziehungsmaßnahmen; Kind an bestimmte Orte gewöhnen; Phallische Phase, 4. - 5. Lebensjahr Genitalzone Wünsche des Spielens an und mit den Geschlechtsteilen (Herzeigen, Betrachten, Spielen); Begehren des gegen- Geschlechtlichen Elternteils (Ödipuskonflikt) Überlegen- bzw. Unterlegenheit, Bejahung bzw. Verneinung der eigenen Geschlechtsrolle, Exhibitionismus, Voyeurismus, Sexualneurosen wie z.B. 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