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„Der Wegweiser“ Analyse Lyrik

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„Der Wegweiser“ Analyse Lyrik

 Deutsch-GK, Q2
Analyse des lyrischen Textes ,,der Wegweiser"
06.02.2021
Gegenstand der folgenden Analyse ist der lyrische Text mit dem Tite

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Gliederung in: Einleitung, Inhaltsangabe, Deutungshypothese, Hauptteil, Schlussteil, Epochale Zuordnung

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Deutsch-GK, Q2 Analyse des lyrischen Textes ,,der Wegweiser" 06.02.2021 Gegenstand der folgenden Analyse ist der lyrische Text mit dem Titel ,,Der Wegweiser". Er ist verfasst worden von dem Dichter Johann Ludwig Wilhelm Müller und erstmals im Jahr 1824 gedruckt worden. Der Text in Form eines Gedichtes setzt sich thematisch mit einer Lebensreise des lyrischen Ichs auseinander, welche höchstwahrscheinlich auf ein Ende zusteuert. Das vorliegende Gedicht lässt sich in vier Strophen mit jeweils vier Versen unterteilen. In der ersten Strophe fragt sich das lyrische Ich kritisch, warum es sich von den Wegen fernhält, auf denen die anderen Wanderer zu finden sind und sucht sich versteckte Wege in der Natur. In der zweiten Strophe schildert das lyrische Ich Selbstbefragungen an sich selbst. Das lyrische Ich ist davon überzeugt, dass es keine Fehler begangen hat und fragt sich deshalb ob ein törichtes Verlangen ihn innerlich leitet. In der dritten Strophe wird geschildert, dass es viele ,,Weiser" gibt, die am Wegesrand stehen und alle auf die Städte verweisen, weil dort ein sicheres Leben zu finden ist. Das lyrische Ich hält sich aber davon fern und wird von einer Ruhesuche und Ruhelosigkeit angetrieben. Die vierte und somit letzte Strophe stellt das innere Ziel des lyrischen Ichs dar. Vor dem lyrischen Ich liegt ein Weiser, der auf eine Straße zuweist, die noch keiner...

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zurückging. Es handelt sich also um eine Reise ohne Wiederkehr. Beim ersten Lesen des Gedichtes ,,Der Wegweiser" von Johann Ludwig Wilhelm Müller wird der Eindruck von einer Lebensreise ohne Wiederkehr, die wahrscheinlich auf den Tod hinausführt, hinterlassen. Bereits der Titel legt die Vermutung nahe, dass die Wegweiser als Schilder zur Hilfestellung zum Ziel dienen. Im Folgenden wird näher auf das Gedicht,,Der Wegweiser" eingegangen. Hierbei wird die Deutung der Form, die Sprechsituation und die Deutung des Inhalts und der Sprache analysiert. Das vorliegende Gedicht zeichnet sich durch eine regelmäßige Struktur aus, da die Strophen von gleicher Länge sind. Das Gedicht ist nämlich in vier Strophen mit jeweils vier Versen unterteilt worden. Insgesamt besteht das Gedicht aus 16 Versen. Die Folge der Reimklänge lautet: pqpq. Es handelt sich also folglich um einen Kreuzreim (Vgl. Strophe 1, Vers 1 und 3: ,,Wege" und ,,Stege"). Das Gedicht ist durchgehend im Xx-hebigen Trochäus verfasst. Die Zahl der Hebungen pro Vers ist stets gleich. Durch die Abwechslung betonter und unbetonter Silben entsteht beim Lesen eine galoppierende Wirkung. Durch den Einsatz der Reimschemata Kreuzreim wird die galoppierende Wirkung zusätzlich verstärkt und der Leser verfällt in eine Art Singsang (Vgl. Strophe 1). Des Weiteren alterniert die Kadenzfolge von weiblich zu männlich; wodurch beim Lesen ein spannendes und aufregendes Gefühl entsteht (Vgl. Strophe 4, V. 14-15). Der Rhythmus ist passend zum Inhalt des Gedichtes, da durch die Abfolge betonter und unbetonter Silben die Stimmung der Zerrissenheit und das Verlangen nach unendlicher Reise ohne eine Heimkehr, nochmals hervorgebracht wird (Vgl. Strophe 3, V. 11-12, Strophe 4, V.16). Bezüglich der Sprechsituation lässt sich sagen, dass das lyrische Ich direkt zu Beginn in Erscheinung tritt, sich jedoch nicht an konkretes wendet: Was vermeid ich denn die Wege" (Strophe 1, V.1). Dies ist an der Wahl der Pronomina zu erkennen: Das lyrische Ich verwendet ausschließlich die Pronomen ,,Ich” und „,mir”: Dass ich Menschen sollte scheun-" (Strophe 2, V.6). Somit hat es den Eindruck, dass das lyrische Ich Selbstgespräche führt. Dies lässt sich damit belegen, dass es auf versteckten wegen wandert, um keine anderen Menschen zu begegnen. Es fragt sich, warum es die Einsamkeit sucht, denn es scheint sein ,,törisches Verlangen” selbst nicht ganz zu verstehen (Strophe 1. V.1-3). Das Gedicht enthält ebenfalls einige Anapher (Vgl. Strophe 1, V.1. Was" und V.2. ,,Wo"). Durch die Verwendung dieses rhetorischen Mittels, wird die Textstelle strukturiert und rhythmisiert. Ihre eindringliche Wiederholung entfaltet eine verstärkende Wirkung. Weiterhin wiederholt der Autor oft das Wort ,,Weiser" (Vgl. Strophe 3 und 4), was ebenfalls Titel des Gedichtes ist. Dadurch schreibt der Autor diesen Weisern eine wichtige Rolle zu und dies deutet daraufhin, dass das lyrische Ich durch diese Weiser seinem Ziel in seinem Weg näherkommen wird bzw. dienen diese Weiser ihm dabei als Hilfestellung. Die Weiser helfen dem lyrischen Ich aus der Gemeinschaft zu fliehen,,Weisen auf die Städte zu/ Und ich wandre sonder Maßen" (Strophe 3, V. 10-11). In der letzten Strophe geht es um einen besonderen,,Weiser". Dieser steht vor dem lyrischen Ich ,,unverrückt” (V.13), weshalb es wohl um ein inneres Zeichen hindeutet (Vgl. Strophe 4). Das lyrische Ich folgt sinngemäß seiner Lebensreise. Auch nutzt der Autor rhetorische Fragen (Vgl. Strophe 1, V.4). Durch die Verwendung dieser Fragen drückt das lyrische Ich seine eigenen Gefühle und Gedanken aus und versucht den Leser zum Nachdenken anzuregen. Das lyrische Ich verdeutlicht den Gedanken, dass es sich auf eine Lebensreise begibt, die eben im Tod endet, indem es am Ende von Strophe 4 lapidar diese ,,eine Straße" geht, ,,die noch keiner zurück ging". Es spiegelt sich die Todessucht des lyrischen Ichs wieder. Durch diese besondere Gestaltung des Gedichtes deutet es auf eine Reise hin, in der das lyrische Ich nicht wiederkehrt (Vgl. Strophe 4, V.15-16). Die Wörter ,,noch keiner" sprechen stark für etwas Endgültiges. Das bedeutet auch, dass es eine Definition des Todes zuspricht. Die Todessucht spiegelt sich ebenfalls in seiner ,,Flucht" wieder. Das lyrische Ich versteckt sich, wie ein Verbrecher im Gebirge (Strophe 1). Es weiß aber, dass dies keine wirkliche Lösung für sein Problem ist (Vgl. Strophe 2). Diese Auffassung illustriert, dass dem lyrischen Ich nur der ,,Tod" als Lösung in den Sinn kommt. Weiterhin leidet das lyrische Ich an sich selbst. Diese einsame und traurige Atmosphäre lässt sich daran erkennen, dass das lyrische Ich von einer Kombination aus Ruhelosigkeit und Ruhesuche angetrieben wird: ,,Ohne Ruh, und suche Ruh" (Strophe 3, V.12). Es setzt sich als Ziel, dieses Leid zu bekämpfen. Es deutet auf einen düsteren Hinweis auf den Tod zu. Das Gedicht ist in einem gehobenen, auffällig poetischen Duktus gehalten, was daran festzumachen ist, dass sich Ausdrücke wie zum Beispiel ,,törichtes Verlangen" (Strophe 2, V.2) oder ,,Durch verschneite Felsenhöhn" (Strophe 1, V.4) finden lassen. Die Perspektive des lyrischen Ichs ist die eines persönlich Betroffenen. So wird bereits in der Strophe 1 (,,Was vermeid ich denn die Wege, Wo die andern Wandrer gehen" augenscheinlich, dass das lyrische Ich involviert in diesem Gedicht eine aktive Rolle einnimmt. Abschließend kann zusammengefasst werden, dass in dem Gedicht insgesamt eine dramatische Stimmung herrscht. Das lyrische Ich befindet sich in einer selbstkritischen und unglücklichen Stimmung. Diese Stimmung wird vor allem mit den rhetorischen Mitteln: Anapher, Wiederholung und rhetorische Frage, erzeugt. Exemplarisch hierfür ist vor allem die Wiederholung des Wortes,,Weiser", welcher folglich für das Erreichen seiner Lebensreise steht, denn die Weiser dienen ihm als Hilfestellung, um seine Reise ohne Wiederkehr, vorantreiben zu können. Das Gedicht weckt Empathie mit dem lyrischen Ich, da das lyrische Ich sich alleine und weit entfernt von anderen Wanderern betrachtet. Somit versucht sich der Leser in die Position des lyrischen Ich hineinzuversetzen und es entsteht ein Mitgefühl. Resümierend lässt sich also die vorliegende Interpretationshypothese, dass das lyrische Ich eine Lebensreise ohne Wiederkehr, die wahrscheinlich auf einen Tod hinausführt, verifizieren. Das lyrische Ich sieht neben den vielen Wegweisern auf den Wegen einen, der es zu seinem Tod führt. Ihm wird im übertragbaren Sinne der Weg in sein Grab gewiesen und dabei spiegelt sich die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach dem Tod wieder. Anhand der Entstehungszeit des Werkes (1824) lässt es sich der Epoche der Romantik zuordnen. Weitere Merkmale für diese Annahme sind die Suche nach Einsamkeit, aber wohl auch für eine Konzentration auf das Wesentliche bis hin zum Bewusstsein der Begrenztheit des menschlichen Lebens. Ebenfalls beinhaltet es die Motive der Sehnsucht, Einsamkeit, Natur, Wanderschaft und gewissermaßen Schmerz. Insbesondere kommt in dem Text die zeittypische Einstellung zum Ausdruck, da das Gedicht in der Zeit zwischen 1804-1835 erschienen ist. Das Gedicht,,Der Wegweiser" ist im Jahre 1824 erschienen. Die Motive der Wanderschaft lassen sich hier wiederfinden: ,,Wege" (Strophe 1, V.1), ,,Suche mir versteckte Stege" (Strophe 1, V.3) und ,,Weiser" (Strophe 3, V.9ff.). Zur Natur lässt sich folgendes belegen: ,,verschneite Felsenhöhn" (Strophe 1,V.4), ,,Wüstenein" (Strophe 2, V.4), ,,Weiser" (Strophe 3, V.9ff.). Zu dem Motiv der Freiheit wird klar, dass das lyrische Ich Freiheit durch die Lösung seines Todes in Verbindung setzt. Durch diese genannten Merkmale lässt sich also das Gedicht ,,Der Wegweiser" in die Epoche der Romantik zuordnen. BEYZA GÜLTEN

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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zurückging. Es handelt sich also um eine Reise ohne Wiederkehr. Beim ersten Lesen des Gedichtes ,,Der Wegweiser" von Johann Ludwig Wilhelm Müller wird der Eindruck von einer Lebensreise ohne Wiederkehr, die wahrscheinlich auf den Tod hinausführt, hinterlassen. Bereits der Titel legt die Vermutung nahe, dass die Wegweiser als Schilder zur Hilfestellung zum Ziel dienen. Im Folgenden wird näher auf das Gedicht,,Der Wegweiser" eingegangen. Hierbei wird die Deutung der Form, die Sprechsituation und die Deutung des Inhalts und der Sprache analysiert. Das vorliegende Gedicht zeichnet sich durch eine regelmäßige Struktur aus, da die Strophen von gleicher Länge sind. Das Gedicht ist nämlich in vier Strophen mit jeweils vier Versen unterteilt worden. Insgesamt besteht das Gedicht aus 16 Versen. Die Folge der Reimklänge lautet: pqpq. Es handelt sich also folglich um einen Kreuzreim (Vgl. Strophe 1, Vers 1 und 3: ,,Wege" und ,,Stege"). Das Gedicht ist durchgehend im Xx-hebigen Trochäus verfasst. Die Zahl der Hebungen pro Vers ist stets gleich. Durch die Abwechslung betonter und unbetonter Silben entsteht beim Lesen eine galoppierende Wirkung. Durch den Einsatz der Reimschemata Kreuzreim wird die galoppierende Wirkung zusätzlich verstärkt und der Leser verfällt in eine Art Singsang (Vgl. Strophe 1). Des Weiteren alterniert die Kadenzfolge von weiblich zu männlich; wodurch beim Lesen ein spannendes und aufregendes Gefühl entsteht (Vgl. Strophe 4, V. 14-15). Der Rhythmus ist passend zum Inhalt des Gedichtes, da durch die Abfolge betonter und unbetonter Silben die Stimmung der Zerrissenheit und das Verlangen nach unendlicher Reise ohne eine Heimkehr, nochmals hervorgebracht wird (Vgl. Strophe 3, V. 11-12, Strophe 4, V.16). Bezüglich der Sprechsituation lässt sich sagen, dass das lyrische Ich direkt zu Beginn in Erscheinung tritt, sich jedoch nicht an konkretes wendet: Was vermeid ich denn die Wege" (Strophe 1, V.1). Dies ist an der Wahl der Pronomina zu erkennen: Das lyrische Ich verwendet ausschließlich die Pronomen ,,Ich” und „,mir”: Dass ich Menschen sollte scheun-" (Strophe 2, V.6). Somit hat es den Eindruck, dass das lyrische Ich Selbstgespräche führt. Dies lässt sich damit belegen, dass es auf versteckten wegen wandert, um keine anderen Menschen zu begegnen. Es fragt sich, warum es die Einsamkeit sucht, denn es scheint sein ,,törisches Verlangen” selbst nicht ganz zu verstehen (Strophe 1. V.1-3). Das Gedicht enthält ebenfalls einige Anapher (Vgl. Strophe 1, V.1. Was" und V.2. ,,Wo"). Durch die Verwendung dieses rhetorischen Mittels, wird die Textstelle strukturiert und rhythmisiert. Ihre eindringliche Wiederholung entfaltet eine verstärkende Wirkung. Weiterhin wiederholt der Autor oft das Wort ,,Weiser" (Vgl. Strophe 3 und 4), was ebenfalls Titel des Gedichtes ist. Dadurch schreibt der Autor diesen Weisern eine wichtige Rolle zu und dies deutet daraufhin, dass das lyrische Ich durch diese Weiser seinem Ziel in seinem Weg näherkommen wird bzw. dienen diese Weiser ihm dabei als Hilfestellung. Die Weiser helfen dem lyrischen Ich aus der Gemeinschaft zu fliehen,,Weisen auf die Städte zu/ Und ich wandre sonder Maßen" (Strophe 3, V. 10-11). In der letzten Strophe geht es um einen besonderen,,Weiser". Dieser steht vor dem lyrischen Ich ,,unverrückt” (V.13), weshalb es wohl um ein inneres Zeichen hindeutet (Vgl. Strophe 4). Das lyrische Ich folgt sinngemäß seiner Lebensreise. Auch nutzt der Autor rhetorische Fragen (Vgl. Strophe 1, V.4). Durch die Verwendung dieser Fragen drückt das lyrische Ich seine eigenen Gefühle und Gedanken aus und versucht den Leser zum Nachdenken anzuregen. Das lyrische Ich verdeutlicht den Gedanken, dass es sich auf eine Lebensreise begibt, die eben im Tod endet, indem es am Ende von Strophe 4 lapidar diese ,,eine Straße" geht, ,,die noch keiner zurück ging". Es spiegelt sich die Todessucht des lyrischen Ichs wieder. Durch diese besondere Gestaltung des Gedichtes deutet es auf eine Reise hin, in der das lyrische Ich nicht wiederkehrt (Vgl. Strophe 4, V.15-16). Die Wörter ,,noch keiner" sprechen stark für etwas Endgültiges. Das bedeutet auch, dass es eine Definition des Todes zuspricht. Die Todessucht spiegelt sich ebenfalls in seiner ,,Flucht" wieder. Das lyrische Ich versteckt sich, wie ein Verbrecher im Gebirge (Strophe 1). Es weiß aber, dass dies keine wirkliche Lösung für sein Problem ist (Vgl. Strophe 2). Diese Auffassung illustriert, dass dem lyrischen Ich nur der ,,Tod" als Lösung in den Sinn kommt. Weiterhin leidet das lyrische Ich an sich selbst. Diese einsame und traurige Atmosphäre lässt sich daran erkennen, dass das lyrische Ich von einer Kombination aus Ruhelosigkeit und Ruhesuche angetrieben wird: ,,Ohne Ruh, und suche Ruh" (Strophe 3, V.12). Es setzt sich als Ziel, dieses Leid zu bekämpfen. Es deutet auf einen düsteren Hinweis auf den Tod zu. Das Gedicht ist in einem gehobenen, auffällig poetischen Duktus gehalten, was daran festzumachen ist, dass sich Ausdrücke wie zum Beispiel ,,törichtes Verlangen" (Strophe 2, V.2) oder ,,Durch verschneite Felsenhöhn" (Strophe 1, V.4) finden lassen. Die Perspektive des lyrischen Ichs ist die eines persönlich Betroffenen. So wird bereits in der Strophe 1 (,,Was vermeid ich denn die Wege, Wo die andern Wandrer gehen" augenscheinlich, dass das lyrische Ich involviert in diesem Gedicht eine aktive Rolle einnimmt. Abschließend kann zusammengefasst werden, dass in dem Gedicht insgesamt eine dramatische Stimmung herrscht. Das lyrische Ich befindet sich in einer selbstkritischen und unglücklichen Stimmung. Diese Stimmung wird vor allem mit den rhetorischen Mitteln: Anapher, Wiederholung und rhetorische Frage, erzeugt. Exemplarisch hierfür ist vor allem die Wiederholung des Wortes,,Weiser", welcher folglich für das Erreichen seiner Lebensreise steht, denn die Weiser dienen ihm als Hilfestellung, um seine Reise ohne Wiederkehr, vorantreiben zu können. Das Gedicht weckt Empathie mit dem lyrischen Ich, da das lyrische Ich sich alleine und weit entfernt von anderen Wanderern betrachtet. Somit versucht sich der Leser in die Position des lyrischen Ich hineinzuversetzen und es entsteht ein Mitgefühl. Resümierend lässt sich also die vorliegende Interpretationshypothese, dass das lyrische Ich eine Lebensreise ohne Wiederkehr, die wahrscheinlich auf einen Tod hinausführt, verifizieren. Das lyrische Ich sieht neben den vielen Wegweisern auf den Wegen einen, der es zu seinem Tod führt. Ihm wird im übertragbaren Sinne der Weg in sein Grab gewiesen und dabei spiegelt sich die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach dem Tod wieder. Anhand der Entstehungszeit des Werkes (1824) lässt es sich der Epoche der Romantik zuordnen. Weitere Merkmale für diese Annahme sind die Suche nach Einsamkeit, aber wohl auch für eine Konzentration auf das Wesentliche bis hin zum Bewusstsein der Begrenztheit des menschlichen Lebens. Ebenfalls beinhaltet es die Motive der Sehnsucht, Einsamkeit, Natur, Wanderschaft und gewissermaßen Schmerz. Insbesondere kommt in dem Text die zeittypische Einstellung zum Ausdruck, da das Gedicht in der Zeit zwischen 1804-1835 erschienen ist. Das Gedicht,,Der Wegweiser" ist im Jahre 1824 erschienen. Die Motive der Wanderschaft lassen sich hier wiederfinden: ,,Wege" (Strophe 1, V.1), ,,Suche mir versteckte Stege" (Strophe 1, V.3) und ,,Weiser" (Strophe 3, V.9ff.). Zur Natur lässt sich folgendes belegen: ,,verschneite Felsenhöhn" (Strophe 1,V.4), ,,Wüstenein" (Strophe 2, V.4), ,,Weiser" (Strophe 3, V.9ff.). Zu dem Motiv der Freiheit wird klar, dass das lyrische Ich Freiheit durch die Lösung seines Todes in Verbindung setzt. Durch diese genannten Merkmale lässt sich also das Gedicht ,,Der Wegweiser" in die Epoche der Romantik zuordnen. BEYZA GÜLTEN