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"Die Räuber" / Schiller: Sprache

15.1.2021

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3. Kontrapunktischer Beginn
Sprache des Gefühls
Obszöne und vulgäre Sprache
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INHALTVERZEICHNIS 1. 2. 4. 3. Kontrapunktischer Beginn Sprache des Gefühls Obszöne und vulgäre Sprache Tiermetapher Sprache der Rebellion 8. Sprache der Bibel Exkurs: ,,Der verlorene Sohn" 5. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 2 von 24 Ramona / Sprache 6. 7. Einleitung Sprache des Sturm und Drang 9. Monologe 9.1 Lyrischer Monolog 9.2 Konfliktmonolog 10. Dialog 10.1 Expositionsdialog 10.2 Auseinandersetzungsdialog 11. Stilmittel 11.1 Bilder 11.2 Satzfiguren 11.3 Wortfiguren 11.4 Gedankenfiguren 11.5 Klangfiguren 11.6 Weitere Stilfiguren 12. Verglich zu Kleist: ,,Michael Kohlhaas" 13. Literaturverzeichnis 14. Selbstständigkeitserklärung 3 4 5 6 8 9 12 13 13 HHH 14 14 14 555 16 16 18 18 19 20 21 23 24 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 3 von 24 Ramona / Sprache 1. Einleitung Als ich das Thema „Sprache“ erhalten habe, habe ich als Erstes gefragt, was soll ich dazu schreiben? Die Sekundärliteraturen haben einem dabei sehr geholfen. Sie haben einem viele neue Aspekte über die Auffälligkeiten der Sprache gezeigt. Besonders gut hat mir die Sekundärliteratur von Merkur gefallen. Sie hat mir gut erläutert, was die Stilmittel ausdrücken. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 4 von 24 Ramona / Sprache 2. Sprache des Sturm und Drang Das Drama ist in der Sprache stark an den Sturm und Drang gebunden. Die Figuren benutzen eine dramatische Sprache und sind sehr erregt und aufbrausend. Die Ausdrucksweise wechselt dauernd zwischen gefühlsbetonter Sprache und explosiver Sprache. Deswegen stehen sich der Expressivstil (emotionale, pathetische Sprache) und der Nominalstil (Sprache, die vom Verstand kontrolliert wird) gegenüber. Beim Nominalstil sind die Nomen das Wichtigste: „Philosophen und Mediziner...

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lehren mich, wie treffend die Stimmungen des Geister mit den Bewegungen der Maschine zusammenlauten [...]; Dissonanz der mechanischen Schwingungen"¹. Beim Expressivstil sind leidenschaftliche und pathetische Kraftwörter ausschlaggebend: „Die Seelen derer, die ich erdrosselte im Taumel der Liebe derer, die ich zerschmetterte im heiligen Schlaf, derer - hahaha! hört ihr den Pulverturm knallen über der kreißenden Stühlen? Seht ihr die Flammen schlagen an den Wiegen der Säuglinge? das ist Brautfackel, das ist Hochzeitmusik - oh, er vergisst nicht, er weiß zu knüpfen - darum von mir die Wonne der Liebe! darum mir zu Folter der Liebe! Das ist Vergeltung!"2 Die Sprache des Dramas passt sich an den Inhalt an, denn die ganzen abgebrühten Vorgänge (Morde, Verstoßung des Bruders) werden durch das rasante Sprechen und die derbe Wortwahl deutlich und hervorgehoben.³ 1 S. 43, Z. 23ff. 2 S. 144, Z. 14ff. 3 Vgl.: Dr. Schede, Hans-Georg: Interpretationshilfe Deutsch, Friedrich Schiller- Die Räuber. Stark Verlag, Freising, 2005 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 5 von 24 Ramona / Sprache 3. Kontrapunktischer Beginn Mit der Frage ,„aber euch ist doch wohl, Vater? Ihr seht so blass"4 meint man, dass Franz sich wirklich Sorgen um das Wohlbefinden des Vaters mache. Dabei benutzt er die liebevollen Worte nur, um den Vater um seinen Finger zu wickeln. Dass Franz aber boshaft und kein besorgter Sohn ist, zeigt sich erst später in der Handlung und dass die Frage am Anfang nicht so gemeint war, wie es scheint, sondern eine Art Lüge ist. Somit beginnt das Drama schon mit dem ersten Satz als ein verlogenes Spiel der Intrige"5. Im Gegensatz zu Franz' netter Äußerung wirken die ersten Aussagen von Karl (,tintenklecksendes Säkulum"6 und „Kastratenjahrhundert"7) dagegen eher unfreundlich, „eingebildet und prahlerisch"8. Diesen bösen Äußerungen von Karl, der sehr melancholisch ist, stehen gefühlvolle und harmonische Äußerungen von ihm gegenüber. Im Drama bricht er immer wieder in Emotionen und Gefühle aus und er schwärmt von „[s]einer Heimat väterliche Haine"9 und Amalia. 10 4 S. 11 Z. 5 5 Hellberg, Wolf Dieter: Lektürehilfen, Die Räuber. Klett, Stuttgart, 2006, S. 140 6 S. 21 Z. 27f. 7 S. 22 Z.22 8 Hellberg, Wolf Dieter: Lektürehilfen, Die Räuber. Klett, Stuttgart, 2006, S. 140 9 S. 27, Z. 33 10 Vgl.: Hellberg, Wolf Dieter: Lektürehilfen, Die Räuber. Klett, Stuttgart, 2006, S. 140f. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 6 von 24 Ramona / Sprache 4. Sprache des Gefühls Karls gefühlvolle Sprache kommt nur manchmal zum Vorschein. Gerade, wenn er an die Schatten [s]einer väterlichen Haine"11 denkt und gerne in den Armen [s]einer Amalia"12 wäre. Auch Franz kann, wenn er denkt, dass für ihn ein Vorteil davon herausspringt, gefühlvoll und empfindsam sprechen. Er erzählt Amalia von dem letzten Abend mit seinem Bruder Karl: „Es war ein stiller heiterer Abend, der letzte, eh er nach Leipzig abreiste, da er mich mit sich in jene Laube nahm, wo ihr so oft zusammensaßet in Träumen der Liebe - stumm blieben wir lang - zuletzt ergriff er meine Hand und sprach leise mit Tränen: Ich verlasse Amalia, ich weiß nicht mir ahndet´s, als hieß es auf ewig"13. Auch die mit Emotionen verbundene Wörter „Laube"14, „Träume der Liebe"15 und sprach leise mit Tränen"16 zeigen, dass sich Franz an die gefühlvolle Amalia anpasst und deshalb ihre Sprache aufgreift, um bei ihr bessere Chancen zu bekommen. Amalia liebt ihren Karl über alles, denn sie würde ,,die Lumpen, die er anhat, nicht mit dem Purpur der Gesalbten vertauschen"17 und auch der Blick, mit dem er bettelt, das muss ein großer königlicher Blick sein"18, heißt, dass sie Karl trotz allem haben will, auch wenn er kein Geld besäße. Dass es für Amalia nichts Schöneres als Karl gibt, wird in dem Lied deutlich, das sie singt, denn sie beschreibt Karl ,,s]chön wie Engel" 19. Bei „seine[n] Küsse[n]"20 fühlt sie sich wie im Paradies²1. Sie kann sich einfach nichts Schöneres vorstellen als mit Karl zusammen zu sein und er ist für sie ihr Ein und Alles. Ihre Liebe ist wie „zwo Flammen"22, die sich ergreifen"23 und etwas Großes und Wunderbares, das niemals erlischt. 11 S. 27, Z. 33 12 S.27, S. 34 13 S. 41, Z. 28ff. 14 S. 41, Z. 29 15 S. 41, Z. 30 16 S. 41, Z. 32 17 S. 42, Z. 20ff. 18 S. 42, Z.22ff. 19 S. 81, Z. 4 20 S. 81, Z. 12 21 vgl. S. 81, Z. 12 22 S. 81, Z. 13 23 S.81, Z. 13) www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 7 von 24 Ramona / Sprache Als Karl nach längerer Zeit wieder in seine Heimat kommt, packen ihn seine Emotionen wieder und er freut sich sehr Altbekanntes wieder zu sehen: „wie köstlich wehet die Luft aus euch dem armen Heimatgebürgen! wie strömt balsamische Wonne aus euch dem armen Flüchtlingen entgegen! Elysium! dichterische Welt! [...] Die goldne Maienjahre der Knabenzeit leben wieder auf"24. Auch als Amalia und Karl sich im Wald nochmal begegnen, kämpft sie um ihre Liebe, denn sie sagt zu Karl: „Ich kann dich Engel nicht lassen."25 Karl ist darauf sehr erfreut, denn er kann nicht glauben, dass sie ihm verzeiht: „Sie vergibt mir, sie liebt mich! Rein bin ich wie der Äther des Himmels, sie liebt mich - Weinenden dank die, Erbarmer im Himmel!"26 24 S. 95, Z. 13ff. 25 S. 144, Z. 34f. 26 S. 145, Z. 8ff. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 8 von 24 Ramona / Sprache 5. Obszöne und vulgäre Sprache Franz und Spielberg fallen sehr durch ihre Sprache auf. Beide verachten Menschen, die besser oder beliebter sind als sie und Menschen, die ihre gewünschte Position einnehmen oder ihre Pläne durchkreuzen. Bei beiden ist Karl der, der am meisten von ihnen verachtet wird. Franz verachtet seinen Bruder Karl, weil er „schöne[r], englische[r], göttliche[r]"27 und beliebter ist, Amalia ihn liebt und als Erstgeborener den Hof erbt. Franz versucht mit allen Mitteln und Wegen selbst Hofherr zu werden, denn, nachdem er Karl 'aus dem Weg geräumt` hat, kann ihm sein Vater, den er einen „ärgerlichen zähen Klumpen Fleisch"28 nennt, nicht schnell genug sterben. Franz benutzt ebenfalls eine schreckliche Sprache, um Amalia Karls angebliche Krankheit zu schildern, denn bei dieser Krankheit „spritzt es den eitrigen, fressenden Schaum aus Stirn und Wangen und Mund und der ganzen Fläche des Leibes zum scheußlichen Aussatz hervor"29, um Amalia von Karl los zubekommen und für sich zu gewinnen. Er versucht das Ganze noch zu steigern, indem er ihr sagt, wenn sie ihm nicht glaube, soll sie doch zu ihm gehen und seinen balsamischen Atem ein[saugen)"30 und die „Ambrosiadufte[]"31 einatmen, denn der bloße Hauch seines Mundes wird [sie] in jenen schwarzen todesähnlichen Schwindel hauchen"32. Spielberg verachtet Karl, weil er auf Wunsch der anderen Mitglieder Anführer der Räuberbande wird: „Du sollst unser Hauptmann sein!! du musst unser Hauptmann sein!"33 Spielberg benutzt eine derbe Sprache"34, um den Überfall auf das Kloster zu schildern. Er macht sich über die Äbtissin lustig und stellt sie vor Razman zur Schau, denn er beschreibt die Äbtissin als „alte Schnurre"35 und sagte, dass ihm „kein Geschöpf [so] zuwider [sei] als eine Spinne und ein altes Weib"36. Spielberg schildert 27 S. 49, Z. 2f. 28 S. 43, Z.6f 29 S.39, Z.26ff 30 S. 40, Z. 3f. 31 S. 40, Z. 4 32 S. 40, Z. 5ff. 33 S. 36, Z. 6f. 34 Hellberg, Wolf Dieter: Lektürehilfen, Die Räuber. Klett, Stuttgart, 2006, S. 144 35 S. 60, Z. 37 36 S. 61, Z. 2f. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 9 von 24 Ramona / Sprache noch dramatischer, dass die „schwarzbraune, runzligte, zottigte Vettel vor [ihm] herumtanz[t]"37 6. Tiermetapher Im Sturm und Drang werden Menschen auch als „ein Tier unter Tieren"38 bezeichnet. Der Mensch kann nicht immer diszipliniert sein, denn bestimmte Instinkte brechen bei jedem Menschen durch. Dadurch wird der Mensch „zum Raubtier"39. „Der Mensch, der sich wehrt, rächt und die Ungerechtigkeit bestraft, wird häufig mit einer Raubtiermetapher in Verbindung gebracht, während der ungerechte und zu bestrafende Mensch mit abwertenden Tiermetaphern belegt wird."40 Als Karl den Brief bekommt, in dem der alte Moor seinen Sohn angeblich verflucht, regt sich Karl furchtbar auf. Um sich abzureagieren, benutzt er abwertende Tiermetaphern: ,,Menschen Menschen! falsche, heuchlerische Krokodilbrut! Ihre Augen sind Wasser! Ihre Herzen sind Erz! Küsse auf den Lippen! Schwerter im Busen! Löwen und Leoparden füttern ihre Jungen, Raben tischen ihren Kleinen auf den Aas, und Er, Er Bosheit hab ich dulden gelernt, kann dazu lächeln, wenn mein erboster Feind mir mein eigen Herzblut zutrinkt - aber wenn Blutliebe zur Verräterin, wenn Vaterliebe zu Megäre wird, o so fange Feuer, männliche Gelassenheit, verwilde zum Tiger, sanftmütiges Lamm, und jede Faser recke sich auf zu Grimm und Verderben."41 „Warum ist dieser Geist nicht in einen Tiger gefahren, der sein wütendes Gebiss in Menschenfleisch haut? [...] Ich möchte ein Bär sein, und die Bären des Nordlands wider dies mörderische Geschlecht anhetzen"42. „So eine rührende Bitte, so eine lebendige Schilderung des Elends und der zerfließenden Reue - die wilde Bieste wär in Mitleid zerschmolzen! [...] wider das Hyänengezücht"43. 37 S. 61, Z. 4f. 38 Dr. Schede, Hans-Georg: Interpretationshilfe Deutsch, Friedrich Schiller- Die Räuber. Stark Verlag, Freising, 2005, S. 105 39 Dr. Schede, Hans-Georg: Interpretationshilfe Deutsch, Friedrich Schiller- Die Räuber. Stark Verlag, Freising, 2005, S. 106 40 Hellberg, Wolf Dieter: Lektürehilfen, Die Räuber. Klett, Stuttgart, 2006, S. 141 41 S.34, Z. 32ff. 42 S. 35, Z. 9ff. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 10 von 24 Ramona / Sprache „Ha wer mir itzt ein Schwert in die Hand gibt, dieser Otterbrut eine brennende Wunde zu versetzen!"44 Karl benutzt eine Tiermetapher, um Amalia zu erzählen, dass sein Vater grausam und gemein sei. „Ha des liebevollen, barmherzigen Vaters, der seinen Sohn Wölfen und Ungeheuern preisgibt! daheim labt er sich mit süßem köstlichem Wein und pflegt seiner morschen Glieder in Kissen von Eider, während sein großer, herrlicher Sohn darbt [...]! schämt euch, ihr Drachenseelen, ihr Schande der Menschheit!"45 Der Pater, der in den Wald kommt, benutzt zum Beispiel die Tiermetapher „ihre Schelmen giftige Otterbrut, die im Finstern schleicht, und im Verborgenen sticht - Aussatz der Menschheit - Höllenbrut - köstliches Mahl für Raben und Ungeziefer"46, um ihnen erst in schlechtes Gewissen zu machen und zu sagen, was sie alles Schreckliches getan haben, um die Räuber zum Aufhören zu bewegen und dazu, dass sie ihren Hauptmann ausliefern, um dafür frei zu kommen. Karl ist so enttäuscht, dass er zu allem fähig ist, denn er würde sogar ,sein wütendes Gebiss in Menschenfleisch hau[en]"47 und er „möchte ein Bär sein, und die Bären des Nordlands wider dies mörderische Geschlecht anhetzen"48. Bei seiner ,,Schilderung des Elends"4⁹ und seiner Reue wäre sogar die wilde Bestie [] in Mitleid zerschmolzen!"50 Seiner Wut lässt Karl freien Lauf und er möchte dieser Otterbrut eine brennende Wunde"51 setzen. Franz vergleicht die Untertanen mit Hasen. Hecken verhindern, dass Hasen in die Felder gelangen und Untertanen halten sich wie die Hasen an die Grenzen ihrer Herrscher.52 Lediglich halten sich die Untertanen an die Grenzen, wobei die gnädige[n] Herr[en] [...] weich über der [...] Ernte"53 galoppieren. Geradezu höhnisch beendet Franz die Tiermetapher: „Armer Hase! Es ist doch eine jämmerliche Rolle, der Hase sein zu müssen auf dieser Welt - Aber der gnädige Herr 43 S. 35, Z. 19ff. 44 S.35, Z. 32ff. 45 S. 37, Z. 23ff. 46 S.74, Z. 36ff. 47 S. 35, Z. 10 48 S. 35, Z. 11 ff. 49 S. 35, Z. 19 50 S. 35, Z. 33f. 51 S. 35 Z. 33f. 52 vgl. Hellberg, Wolf Dieter: Lektürehilfen, Die Räuber. Klett, Stuttgart, 2006, S.143 53 S. 20, Z. 4ff. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 11 von 24 Ramona / Sprache braucht Hasen!"54 Franz spricht ganz verächtlich über Liebe, Zeugung und Geburt, denn die für ihn nur ein „viehischer Prozess zur Stillung viehischer Begierden"55 beziehungsweise „das Werk einer viehischen Anwandlung"56 sind. Nicht nur die zwei Brüder, sondern auch die Räuber benutzen Tiermetaphern. Sie benutzen aber in ihren Tiermetaphern Schlachttiere. Die Räuber vergleichen in ihren Liedern ihre Opfer mit Kälbern, die unter dem Beile"57 zucken und dann „umfallen wie Mucken"58. Auch Karl benutzt so eine Schlachtier-Metapher, um den Räubern zu verdeutlichen, dass er mit Amalia „einen Engel"59 für sie „geschlachtet"60 habe.61 54 S. 20, Z. 7ff. 55 S. 21, Z. 7f. 56 S. 103,. Z. 31 57 S. 113, Z. .21 58 S. 113, Z. 22 59 S. 147, Z. 18 60 S. 147, Z. 18 61 Vgl.: Hellberg, Wolf Dieter: Lektürehilfen, Die Räuber. Klett, Stuttgart, 2006, S. 141ff. und Dr. Schede, Hans-Georg: Interpretationshilfe Deutsch, Friedrich Schiller- Die Räuber. Stark Verlag, Freising, 2005 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 12 von 24 Ramona / Sprache 7. Sprache der Rebellion Die Sprache der Rebellion ist Karl zuzuordnen. Er reagiert aus `Niederlagen (z.B. der Brief von seinem Bruder) immer sehr aufbrausend. Karl ist dadurch sehr enttäuscht und gekränkt. Um seine Wut und seinen Ärger über Dinge, die ihm nicht passen, loszuwerden, verwendet er, wie üblich im Sturm und Drang, Kraftausdrücke, wie ,, tintenklecksende[s] Säkulum"62 und „Kastratenjahrhundert"63 Mit der Antithese „Ich soll meinen Leib pressen in eine Schnürbrust und meinen Willen schnüren in Gesetze. Das Gesetz zum Schneckengang verdorben, was Adlerflug geworden wäre. Das Gesetz hat noch keinen großen Mann gebildet, aber die Freiheit brütet Kolosse und Extremitäten aus. Sie verpalisadieren sich ins Bauchfell eines Tyrannen, hofieren der Laune seines Magens und lassen sich klemmen von seinen Winden. - Ah! dass der Geist Hermanns noch in der Asche glimmte! Stelle mich vor ein Heer Kerls wie ich, und aus Deutschland soll eine Republik werden, gegen die Rom und Sparta Nonnenklöster sein sollen"64 wird die Rebellion gegen die herrschenden Gesetze deutlich. Er setzt den Schneckengang der von Menschen ausgedachten Gesetzen der Natur gegenüber. Auch Franz benutzt die Sprache der Rebellion. Er spricht davon, ob er „[s]ein[en] hochfliegend[en] Geist an den Schneckengang der Materie ketten lassen"65 solle. Franz setzt im Gegensatz zu Karl seine eigenen Vorschriften dem Schneckengang der Natur gegenüber.66 - 62 S. 21, Z. 27f. 63 S. 22, Z. 22 64 S. 23, Z. 12ff. 65 S. 43, Z. 11ff. 66 Vgl.: Hofmann, Michael: Interpretationen, Die Räuber. Oldenbourg, München, 2003 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 13 von 24 Ramona / Sprache 8. Sprache der Bibel Schon während des Dramas wird mit der Geschichte vom ,,verlorenen Sohn" aus dem Lukasevangelium aus dem Neuen Testament deutlich, dass Karl wieder nach Hause kommt. Sowohl Spielberg („Pfui, du wirst doch nicht gar den verlorenen Sohn spielen wollen!"67) als auch der Vater von Karl und Franz erzählen von dieser Geschichte. Auch Karl glaubt, dass sein Vater ihm verzeihen werde, denn er sagt zu Spielberg, dass ,[d]ie Verzeihung [s]eines Vaters [] schon innerhalb der Stadtmauern"68 sei. Jedoch wird er enttäuscht, als er den Brief von seinem Bruder erhält. Karl ist, nachdem er diesen Brief erhalten hat, sehr verletzt und sagt, dass er „keinen Vater mehr [habe], [er] [] keine Liebe mehr [habe] und Blut und Tod soll [ihn] vergessen lehren, dass [ihm] jemals etwas teuer war!"69 Als sich Vater und Sohn wieder sehen, wird das Gleichnis vom verlorenen Sohn genau umgekehrt, denn der Vater bittet seinen Sohn um Verzeihung, Vergib mir. Oh vergib mir!"70 Der alte Moor will „seine Knie [...] umfassen - rufen - laut rufen: Ich habe gesündigt im Himmel und vor dir. Ich bin nicht wert, dass du mich Vater nennst."7172 Exkurs: Der verlorene Sohn" „Die Räuber" Bruder erzählt, dass der Vater nichts mehr von Karl wissen wolle Karl kommt heim um seinen Vater und Amalie nochmal zu sehen Der alte Moor erkennt seinen Sohn nicht Der verlorene Sohn Sohn will etwas Neues erleben 67 S. 24, Z. 13f. 68 S. 28, Z. 3f. 69 S. 36, Z. 26ff. 70 S. 140, Z. 16 71 S. 140, Z. 22ff. Sohn kommt nach Hause, weil er kein Geld mehr hat Vater erkennt seinen Sohn schon von weitem und läuft ihm entgegen Der alte Moor stirbt kurz nach dem Vater feiert ein Fest, als sein Sohn Wiedersehen wieder da ist 72 Vgl.: Hofmann, Michael: Interpretationen, Die Räuber. Oldenbourg, München, 2003 und Hellberg, Wolf Dieter: Lektürehilfen, Die Räuber. Klett, Stuttgart, 2006, S. 146f. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 14 von 24 Ramona / Sprache 9. Monologe 9.1 Lyrischer Monolog Bei einem lyrischen Monolog werden die Gefühle und Stimmungen einer Person deutlich. Dadurch werden die Emotionen einer Figur verdeutlicht und herausgehoben. Im Drama führt Amalia so einen Monolog. „Die Nachtigal schlug wie damals - die Blumen hauchten wie damals [...]"73 zeigt, dass Amalia ihren Karl über alles liebt und sie sich an die vergangene gemeinsame Zeit mit ihm gern erinnert und ihren Emotionen freien Lauf lässt. 9.2 Konfliktmonolog Dadurch, dass sich die Person mit dem Pro und Kontra auseinandersetzt und sich für das ihm Wichtigere oder Bessere entscheidet, dient es dem Vorankommen der Handlung. Franz steht in so einem Konfliktmonolog, denn ,,Ein Licht ausgeblasen, das ohnehin nur mit den letzen Öltropfen noch wuchert - mehr ist's nicht - Und doch möcht [er] das nicht gern selbst getan haben um der Leute willen. [Er] möchte ihn nicht gern getötet, aber abgelebt. [Er] möcht es machen wie der gescheite Arzt, nur umgekehrt"74 zeigt, dass er sich mit der Sache auseinandersetzt und Pro und Kontra aufzeigt, wenn er seinen Vater umbringt.75 73 S. 109, Z.23f. 74 S. 43, Z. 13ff. 75 Vgl.: Mitter, Manfred: Interpretationsimpulse: Klassenarbeits- und Prüfungsvorbereitung, Friedrich Schiller: Die Räuber. Merkur Verlag Rinteln, Rinteln, 2006, S. 48 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 15 von 24 Ramona / Sprache 10. Dialog 10.1 Expositionsdialog Durch einen Expositionsdialog werden Handlungsvoraussetzungen entwickelt. (Franz:) ,,Ihr überlasst das Schreiben mir."76 (der alte Moor:) ,,Tu das, mein Sohn. [...] Schreib ihm“77. Franz hat die Erlaubnis von seinem Vater den Brief an seinen Bruder zu schreiben. So hat er die Gelegenheit Karl aus dem Weg zu räumen und so an das ersehnte Erbe und an Amalia zu gelangen. 10.2 Auseinandersetzungsdialog Im Dialog werden zwischen den Personen ein Konflikt ausgetragen. (Moser:) ,Ihr fordert einen Höheren vor Euren Richterstuhl"78 (Franz:) ,ich hab's dir oft [...] zugesoffen: Es ist kein Gott!"7⁹ Moser und Franz diskutieren kurz vor dem Tod des jüngsten Moors, ob es Gott gebe oder nicht. 80 76 S. 18, Z. 11f. 77 S. 18, Z. 13f. 78 S. 132, Z. 23 79 S. 132, Z. 27ff. 80 Vgl.: Mitter, Manfred: Interpretationsimpulse: Klassenarbeits- und Prüfungsvorbereitung, Friedrich Schiller: Die Räuber. Merkur Verlag Rinteln, Rinteln, 2006 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 16 von 24 Ramona / Sprache 11. Stilmittel 11.1 Bilder Name Antonomasie Epitheton Metapher Vergleich Bedeutung Beispiele Namen einer Kraftlose Knochen" (55/25) Gesagte Figur wird durch eine Eigenart ersetzt Personifikation Eine Sache oder ein Begriff wird ver- Anakoluth Adjektiv oder „giftige Otterbrut" (75/1) Partizip, das als Attribut gebraucht wird bildhafter Ausdruck menschlicht. Verbindung zweier Bereiche mittels eines Vergleichs- punktes 11.2 Satzfiguren Akkumulation Worthäufung oder -reihung mehrer Unterbegriffe vom bereits ausgeführten Satzplan wird abgewichen banges Sterbegewinsel" (119/9f.) „Der Damm ist weg, und der Strom seiner Lüste kann itzt freier dahinbrausen" (16/31f.) „Das Gesetz hat zum Schneckengang verdorben, was Adlerflug geworden wäre." (23/14f.) Leidenschaften misshandeln Lebenskraft" (43/27f.) mögliche Wirkung wird ,,Macht sich die Stadt eine Freude daraus [...]" (70/12) „Soll auch ich mich dadurch gängeln lassen wie einen Knaben?" (21/17f.) veranschaulicht Aussage des Substantivs wird verstärkt Ausdrucksstärke die wird gezeigt ,,Der Sohn hat seinen eigenen Vater - oh seht her, seht her! er ist in Unmacht gesunken, in Veranschaulichung des Gesagten Anschaulichkeit wird gesteigert ,,Auf! ihr Klötze, ihr Anschaulichkeit Eisklumpen! Ihr trägen, und Schläfer!" Erregung seelische fühllosen (124/11f.) Schreib ihm, dass die Leidenschaftliche väterliche Brust ich sage Erregung dir, bring meinen Sohn nicht zur Verzweiflung" (18/21f.) Asyndeton Ellipse www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 17 von 24 Ramona / Sprache Inversion Klimax Parallelismus Reihung von Sätzen, Satzgliedern, bei der die Bindewörter weggelassen werden Umkehrung der gewöhnlichen Wortfolge, meist Subjekt nach Prädikat Anordnung von Wörtern, Satzteilen oder Sätzen, die sich in ihrer Aussagekraft oder dieses Gewölbe hat der Sohn seinen Vater - Frost, - Blöße, Hunger, - Durst oh seht doch, seht doch!" (124/26ff.) Sie dringen herauf belagern die Türe - warum zag ich so vor dieser bohrenden Spitze? - Die Türe kracht stürzt Ha! So vom unentrinnbar erbarm du dich meiner!" (139/1ff.) Hui! schoss mir's auf wie Hervorhebung der Blitz, ich flieg nach der Stadt, sondiere am Hof - alle Augen wurzelten auf mir, niemand wollte Bescheid geben - endlich entdeck ich sie durch ein verborgenes Gitter im Palast sie warf mir ein Billettchen zu." (93/15ff.) ,,Mich im Schlaf zu Satz wird betont und Heraushebung der Auslassung eines Wortes /erdrosseln?" (100/9f.) Satzgliedes - ,,Toren ihr!" Zu ewiger Leidenschaftlichkeit Blindheit verdammt!" (148/31) „Mich liebt er bis in den Satzteil Tod!" (55/10f.) er sei mein Freund, mein Engel, mein Gott" (35/35f.) ,,Vaterlandserde! Vaterlandshimmel! Vaterlandssonne!" (95/10ff) [...] [...] ,,Was? du wirst böse? was kannst du böse auf ihn sein? Was kannst du ihm Böses tun?" (46/16f.) wird herausgehoben Hervorhebung und die Eindringlichkeit werden gesteigert Bedeutung steigern, ausgehend schwächsten Glied In zwei oder [...] zerr ihn aus dem Bette, Eindringlichkeit mehr wenn er schläft, oder in den wird verstärkt www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 18 von 24 Ramona / Sprache Hyperbel Ironie 11.3 Worfiguren Emphase aufeinander- folgenden Sätzen Armen der Wollust liegt, schlepp ihn vom Mahle oder weg, wenn er besoffen ist, reiß ihn von Kruzifix, wenn er betend vor ihm auf den Knien liegt!" (126/15ff.) Satzgliedern wird die gleiche Konstruktion verwendet Hervorhebung eines normales Wortes Übertreibung Behauptung, die das Gegenteil von dem meint, sie was ausdrückt 11.4 Gedankenfiguren Antithese Gegen- überstellung zweier Wörter, Begriffe, Satzteile oder Sätze, die sich im Sinn ihrer Bedeutung widersprechen ,,Ich will ihn zwingen, dass er mich zernichte, ich will ihn zur Wut reizen, dass er mich in der Wut zernichte." (136/4f.f) „[D]u bist der Mann nicht, Nachdrückliche das Rachschwert der Betonung oberen Tribunale zu Steigerung regieren" (72/13f.) Eindringlichkeit Steine hätten Tränen vergossen" (35/21) ,,Meine Zunge trocken wie eine Scherbe" (85/13f.) ,,Euer banges Sterbegewinsel euer schwarzgewürgtes Gesicht eure fürchterlich Wunden" klaffenden (119/9ff.) ,,Wie schlau du bist! - denn siehst du, auf dieser Art erreichen wir alle Zwecke zumal und bald." (48/10ff.) ,,Das Gesetz hat zum Schneckengang verdorben, was Adlerflug geworden wäre." (23/14f.) Und ich so hässlich auf dieser schönen Welt- und ich ein Ungeheuer auf dieser herrlichen Erde" (87/1f.) ,,Wer nichts fürchtet, ist Gefühle gesteigert der werden Leser wird zum Denken anregen, veranschaulicht Gemeintes gegensätzlicher Gedanke besonders hervorgehoben wird www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 19 von 24 Ramona / Sprache Oxymoron Rhetorische Frage Verbindung einander widersprechen der Begriffe Scheinbare Frage, auf die keine Antwort verlangt wird 11.5 Klangfiguren Alliteration Anapher gleicher Anlaut der Stammsilbe Wiederholung desselben am von nicht weniger mächtig als der, den alles fürchtet." (20/10f.) aufeinander folgenden Sätzen Satzgliedern „Auch im elendesten äsopischen Krüppel kann eine große, liebenswürdige Seele wie ein Rubin aus dem Schlamme glänzen." (40/14ff.) ,,blutdürstiges (147/1) Mitleid" oder ,,Ich möchte doch fragen, warum hat er mich gemacht? doch wohl nicht gar aus Liebe zu mir, der erst ein Ich werden sollte? Hat er mich gekannt, ehe er mich machte? Oder hat er mich gedacht, wie er mich machte? Oder hat er mich gewünscht, da er mich machte? Wusste er, was ich werden würde?" (20/28ff.) „gerädert, gefoltert, (124/22f.) „Ich aber nicht Gesagte will unsterblich sein sei es, Wiederholung Wortes oder wer da will, ich will's nicht derselben Worte derselben hindern. Ich will ihn verstärkt zwingen, dass er mich Wortgruppe Anfang zernichte, ich will ihn zur Wut reizen, dass er mich in der Wut zernichte." (136/3ff.) Veranschaulichung Gemeinten, Denkanstoß durch Scheinwiderspruch Manipulation, zum Leser Mitdenken anregen „Wir indes Gasse auf, erhöhte Gasse nieder, wie Furien, - Feuerjo! Feuerjo! durch die ganze Stadt Geheul, Geschrei Gepolter" (68/33ff.) gespießt, geschunden!" des Merkfähigkeit der Aussage, Entsetzliche wird bewusst gemacht durch www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 20 von 24 Ramona / Sprache Polysyndeton Aneinader- reihung mehrmaliger Wiederholung des Bindeworts 11.6 Weitere Stilfiguren Interjektion Superlativ mit ,,und das begonn zu aufzuwerfen nackt Gefild Eindringlichkeit kreißen, und wird gesteigert Schädel und Rippen und Kinnbacken und Beine" (130/6ff.) wichtiges Ausdrucks- ,,sieh, O sieh" Steigerung der und (145/13) Gefühle Kommunikationsmittel, die als Ausdrucks- oder Empfindungswörter verwendet werden [...] - Reue, und keine Gnade! - Oh ich möchte den Ozean vergiften [...]" (35/13f.) zweite Steigerungsform ,,Unglückseligste der Gefühle werden Bräute" (143/34) 81 verstärkt 81 Vgl.: Mitter, Manfred: Interpretationsimpulse: Klassenarbeits- und Prüfungsvorbereitung, Friedrich Schiller: Die Räuber. Merkur Verlag Rinteln, Rinteln, 2006 S. 48-53 und Herforth, Maria - Felicitas, Königserläuterung zu Die Räuber. Bange Verlag, Hollfeld, 2006 S. 83-91 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 21 von 24 Ramona / Sprache 12. Vergleich zu Kleist: ,,Michael Kohlhaas" Kleist verwendet einen komplexen Satzbau mit hypotaktischen Satzkonstruktionen. ,,Ich, der mir meinem Haufen eben in einem Wirtshause abgestiegen, und auf dem Platz, wo dieser Vorfall sich zutrug, gegenwärtig war, konnte hinter allem Volk, am Eingang einer Kirche, wo ich stand, nicht vernehmen, was die wunderliche Frau den Herren sagte; dergestalt, dass, da die Leute lachend einander zuflüstern, sie teile nicht jedermann ihre Wissenschaft mit, und sich des Schauspiels wegen das sich bereitete, sehr bedrängten, ich, weniger neugierig, in der Tat, als um den Neugierigen Platz zu machen, auf eine Bank stieg, die hinter mir im Kircheneingang ausgehauen war."82 Mit Konjunktionen verknüpft Kleist die Nebensätze „dergestalt, dass [...] ich auf eine Bank stieg "83. Durch die Verknüpfungen und die sehr langen Sätze wird der Leser irritiert und muss manche Sätze mehrmals lesen, um den Sinn dieses Satzes zu verstehen. Kleist verwendet durch die Verknüpfungen von Sätzen sehr viele Kommas. Im Gegensatz zu Kleist macht Schiller sehr viele Gedankenstriche: „Mich sendet die hohe Obrigkeit, die über Leben und Tod spricht ihr Diebe - ihr Mordbrenner- ihr Schelmen giftige Otterbrut, die im Finstern schleicht, und im Verborgenen sticht - Aussatz der Menschheit - Höllenbrut - köstliches Mahl für Raben und Ungeziefer - Kolonie für Galgen und Rad!"84 und Ausrufezeichen: Hauptmann! Sturm, Wetter und Hölle! - Hauptmann! - wie er die Unterlippe zwischen die Zähne klemmt!"85, um die 'Aggressivität der Aussagen zu verdeutlichen. „Kohlhaas seufzte bei dieser Nachricht tief auf; er fragt, ob die Pferde gefressen hätten? und da man ihm antwortet: ja: so ließ er den Haufen absitzen, und stand schon in drei Stunden vor Erlabrunn. Eben, unter dem Gemurmel eines entfernten Gewitters am Horizont, mit Fackeln, die er sich vor dem Ort angesteckt, zog er mit seiner Schar in den Klosterhof ein, und Waldamann, der Knecht, der ihm entgegentrat, meldet ihm, dass das Mandat richtig abgegeben sei, als er die Äbtissin 82 Kohlhaas: S. 85, Z. 36ff. 83 Kohlhaas: S. 86; Z. 4ff. 84 S. 74, Z. 35ff. 85 S. 76, Z. 22ff. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 22 von 24 Ramona / Sprache und den Stiftsvogt, in einem verstörten Wortwechsel, unter das Portal des Klosters treten sah; und während jener, der Stiftsvogt, ein kleiner, alter schneeweißer Mann, grimmige Blicke auf Kohlhaas schießend, sich den Harnisch anlegen ließ, und den Knechten, die ihn umringten, mit dreister Stimme zurief, die Sturmglocke zu ziehn: trat jene, die Stiftsfrau, das silberne Bildnis des Gekreuzigten in der Hand, Bleich, wie Linnenzeug, von der Rampe herab, und warf sich mit allen ihren Jungfrauen, vor Kohlhaasens Pferden nieder."86 In einem Satz erzählt Kleist eine über mehrere Stunden dauernde Handlung, die in ihrem Inhalt immer spannender wird. Durch den Satzkomplex werden mehrere Sätze zusammengefasst und das, was er eigentlich ausdrücken will, wird viel länger und schwerer verständlich. Im Gegensatz zu Schiller schildert Kleist die Krankheit von Kohlhaas Frau sehr kurz und prägnant: „Denn schon nach wenig Tagen zog Sternbald in den Hof wieder ein, Schritt vor schritt den Wagen führend, in welchem die Frau, mit einer gefährlichen Quetschung an der Brust, ausgestreckt darniederlag. [...] Es schien, sie hatte sich zu dreist an die Person des Landesherrn vorgedrängt und, ohne Verschulden desselben, von dem bloßen rohen Eifer einer Wache, die ihn umringte, einen Stoß mit dem Schaft einer Lanze vor die Brust erhalten."87 Schiller beschreibt die angebliche Krankheit von Karl sehr ausführlich und benutzt ekelerregende Begriffe: „da spritzt es den eitrigen, fressenden Schaum aus Stirn und Wangen und Mund und der ganzen Fläche des Leibes zum scheußlichen Aussatz hervor und nistet abscheulich in den Gruben der viehischen Schande."88 86 Kohlhaas: S. 23, Z. 11ff. 87 Kohlhaas: S. 26, Z. 7ff. 88 S. 39;, Z. 26ff. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 23 von 24 Ramona / Sprache 13. Literaturverzeichnis Bilder auf dem Deckblatt: - http://www.llb-detmold.de/ausstellungen/schiller/202.jpg http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.planet- wissen.de/pics/IEPics/intro_schiller raeuber_g.jpg&imgrefurl=http://www.planet- wissen.de/pw/showdocument............. ,FC3EB25E47266614E0340003BA5E0905,.,.html&h=450&w =313&sz=51&hl=de&start=7&tbnid=E Primärliteratur: Schiller, Friedrich: Die Räuber. Reclam, Stuttgart, 2001 Sekundärliteraturen: Mitter, Manfred: Interpretationsimpulse: Klassenarbeits- und Prüfungsvorbereitung, Friedrich Schiller: Die Räuber. Merkur Verlag Rinteln, Rinteln, 2006 Mannert, Detley: Lektüre Durchblick, Die Räuber. Mentor, München, 2005 Hofmann, Michael: Interpretationen, Die Räuber. Oldenbourg, München, 2003 Hellberg, Wolf Dieter: Lektürehilfen, Die Räuber. Klett, Stuttgart, 2006 Herforth, Maria - Felicitas, Königserläuterung zu Die Räuber. Bange Verlag, Hollfeld, 2006 Schede, Dr. Hans - Georg: Interpretationshilfe Deutsch, Friedrich Schiller- Die Räuber. Stark Verlag, Freising, 2005 Michael Kohlhaas: Gräff, Thomas: Lektürehilfen, Michael Kohlhaas. Klett, Stuttgart, 2006 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Schiller: „Die Räuber" / S. 24 von 24 Ramona / Sprache 14. Selbstständigkeitserklärung Ich erkläre, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Literaturverzeichnis aufgeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Ort, Datum Unterschrift Ramona