Kritische Perspektiven zur Sapir-Whorf-Hypothese
Die Sapir-Whorf-Hypothese ist nicht unumstritten und wurde von verschiedenen Wissenschaftlern kritisch hinterfragt:
Hartmann kritisiert die unzureichende wissenschaftliche Grundlage von Whorfs Arbeit und argumentiert, dass die These der Sprachdeterminiertheit des Denkens einem Zirkelschluss unterliegt. Er betont die Bedeutung des Unterschieds zwischen Oralität und Literalität für die Wahrnehmung der Erfahrungswelt.
Quote: "Es ist kein Biologismus, wenn Sprache und Denken als koevolutionärer Prozess gesehen werden, mit einer biologischen Wurzel, die das Herder schon vor zweihundert Jahren vermutet hat."
Steven Pinker argumentiert, dass Sprache und Denken nicht gleichzusetzen sind. Er führt drei Hauptargumente an:
- Das problematische Ausdrucksvermögen beim Übersetzen von Gedanken in Sprache.
- Die Tatsache, dass wir uns nur den Kern einer Aussage merken, nicht den genauen Wortlaut.
- Die Notwendigkeit, Gedanken erst in Worte zu fassen, um sie mitzuteilen.
Vocabulary: Pinker prägt den Begriff "Mentalesisch" für eine hypothetische Gedankensprache.





