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"Willkommen und Abschied" (1789) Gedichtanalyse

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"Willkommen und Abschied" (1789) Gedichtanalyse

 Gedichtanalyse Willkommen und Abschied"
Ein nächtliches, geheimnisvolles Treffen zwischen zwei sich liebenden Personen thematisiert
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Hier seht ihr eine Analyse des Werkes "Willkommen und Abschied" von Johann Wolgang von Goethe aus dem Jahr 1789 🤍

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Gedichtanalyse Willkommen und Abschied" Ein nächtliches, geheimnisvolles Treffen zwischen zwei sich liebenden Personen thematisiert das Gedicht „Willkommen und Abschied" von Johann Wolfgang von Goethe. Dieser war ein deutscher Dichter und Naturforscher. Er starb 1832 und gilt weitestgehend als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung. Veröffentlicht wurde das Liebesgedicht im Jahre 1789 und kann somit der Epoche Sturm und Drang zugeordnet werden. Auch zu erwähnen ist hier, dass es sich bei dieser Fassung des Gedichts um die sogenannte ,,Spätfassung“ handelt. Die zuerst erschienene „Frühfassung“ im Jahre 1771, damals noch unter dem Titel „Willkommen und Abschied" unterscheidet sich im Wesentlichen darin, dass die Geliebte hier noch die aktive Rolle der Handlung hat, und somit Abschied von ihrem Geliebten nimmt. In der hier vorliegenden Fassung sind die Handlungen der Personen vertauscht. Der Geliebte verlässt hier also seine Partnerin. Bereits der Titel des Gedichtes spiegelt die wesentliche Handlung des Gedichtes wider, und schafft es so auch, die Kurzlebigkeit der thematisierten Beziehung anzudeuten. Die besondere Art, auf die sich das lyrische Ich und seine Geliebte hier treffen lässt außerdem darauf schließen, dass es ich bei dieser Beziehung um eine verbotene Liebe handelt. Das Gedicht vermittelt jedoch auch den Eindruck, dass es sich durchaus lohnt, für die Liebe zu kämpfen. Auch wenn damit viele negative Tätigkeiten und Emotionen verbunden sind. Diese Emotionen...

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lassen sich auch im Gedicht spüren. Das Hochgefühl und die Euphorie, die noch von der ersten Strophe ausgehen und durch das Treffen mit seiner Geliebten ausgelöst werden, verschwinden mit der darauffolgenden Trennung am nächsten Tag und werden negative Gefühle wie Trauer und Verlust ersetzt. Erst mit dem gegenseitigen Schwur der ewigen Liebe, kehrt die Hoffnung des lyrischen Ichs zurück. „Willkommen und Abschied" besteht aus vier Strophen, mit jeweils acht Versen und weist einen 4- hebigen Jambus auf, der die Monotonität und Regelmäßigkeit des Gedichtes verstärkt. Außerdem hat es Einfluss auf den Lesefluss, der so nahezu durchgängig flüssig ist. Es lässt sich ein gleichbleibendes Reimschema (ababcdcd) erkennen, wobei pro Strophe vier Kreuzreime verwendet werden. Zu beachten gilt jedoch, dass der c- Kreuzreim in der ersten Strophe, in der dritten Strophe der a und c-Kreuzreim und in der vierten Strophe der d- Kreuzreim unsauber sind. Weiter aufweisen lassen sich zudem verschiedene Kadenzen, wobei die a und c Kreuzreime über eine weibliche Kadenz verfügen, während die b und d Kreuzreime männliche Kadenzen besitzen. Insgesamt wird das Gedicht aus der Sicht des lyrischen Ichs erzählt und wurde im Präteritum verfasst, wobei es hier jedoch eine Ausnahme gibt. In der vierten Strophe, Vers zwei, lässt sich ein Exkurs in die Gegenwart feststellen. Die erste Strophe des Gedichtes handelt hauptsächlich vom Ritt des lyrischen Ichs durch die Abenddämmerung. Dieser Ritt spiegelt so auch ein wichtiges Motiv des Sturm und Drang wieder. Das lyrische Ich strotzt hier vor Ich- Bezogenheit und Selbstbestimmung, zudem stehen seine eigenen Gefühle hier im Mittelpunkt. Ein Leitbild, welches erst durch diese Epoche maßgeblich geprägt wurde. Der Ritt wird besonders durch die Formulierung „[...] geschwind zu Pferde" (V. 1) deutlich. Er befindet sich hier also unmittelbar auf dem Weg zu seiner Geliebten und „Es schlug [s]ein Herz“ (V. 1) was zeigt, das er es eilig hat und sich in körperlicher Anstrengung befindet, sein Körper aber auch auf das bevorstehende Treffen mit entsprechender Nervosität und Vorfreude reagiert. Das „Herz“ (V. 1) steht hier auch nochmal deutlich als Symbol für die Liebe.Die Anapher („Es“), zu Beginn der ersten beiden Verse (V. 1 u. 2) drückt die Gleichzeitigkeit seines Tuns mit dem Denken aus, denn sobald der Gedanke des Reitens in seinem Kopf erscheint, wird er ausgeführt. Außerdem untermauert diese die starke Initiative und unausweichliche Tatkraft, die vom lyrischen Ich ausgehen, und so einen Mann zeigen, der zu seiner Liebe steht und ihr unaufhörlich weiter folgt. Der zweite Vers („Es war getan fast eh gedacht“) verfügt über eine Antithese, denn der Vers wirkt beim ersten Lesen eher widersprüchlich, erscheint später aber durchaus logisch. Die Wörter ,,getan“ und „gedacht“ (V. 2) verdeutlichen noch einmal die bereits erwähnte Gleichzeitigkeit seiner Gedanken und der daraus folgenden Handlung. Der deutliche Bezug des Rittes durch die Dämmerung und die zunehmende Bedrohlichkeit des Waldes in den ersten beiden Strophen, löst sich nun auf und der Fokus wird nun auf die erste Begegnung der beiden Liebenden gelegt. Die Metaphern und Personifikationen, die sich in den folgenden Versen befinden, zeichnen sich durch ihre besondere Naturbezogenheit aus und verleihen dem Gedicht ein besonders düsteres Klangbild, dass während des Ritts geradezu angsteinflößend ist. Ebenso lassen sich eine unersichtliche Spannung und aufwühlende Aufregung finden, die den Leser so unmittelbar in ihren Bann zieht, und dabei hilft, in das Gedicht einzutauchen. Die Personifikation ,der Abend wiegte schon die Erde" (V. 3) spielt hier also, wie bereits erwähnt, auf das Klangbild der sich verdüsternden Natur an. Außerdem ist hier die Tageszeit ,,der Abend“ (V. 3) zu erwähnen, welche in die Personifikation eingebettet ist und so noch einmal die hereinbrechende Nacht verdeutlicht. In Vers vier (,,und an den Bergen hing die Nacht“) lässt sich zum einen eine Parataxe feststellen, da die Wortgruppen hier gleichrangig nacheinander angeordnet sind. Zum anderen kann man den Satz als Metapher sehen und die Verwendung des Wortes „Nacht“ (V. 4) verdeutlicht hier, dass die Zeit weiter fortgeschritten ist. Die Abenddämmerung, welche zu Anfang des Gedichtes (vgl. V. 3) hereingebrochen ist, hat sich nun zur Nacht weiterentwickelt. Die nächsten beiden Verse (V. 5-6) rücken noch einmal die zunehmende Bedrohung, die von der eintretenden Dunkelheit und der Natur in den Vordergrund. Es lässt sich mit „schon stand im Nebelkleid die Eiche" (V. 5) erneut eine Personifikation feststellen und der Leser kann erkennen, dass die angedeutete Bedrohung hauptsächlich durch die Vermenschlichung der Natur ausgelöst wird. So wirkt die Eiche ,,im Nebelkleid" (V. 5); wie „[e]in aufgetürmter Riese" (V. 6). Dieser Riese, vor dem sich das lyrische Ich fürchtet, stellt also eine Metapher für die Eiche da. Die ,,Finsternis", welche in Vers 7 das erste Mal erwähnt wird, bekommt in Vers 8 die Fähigkeit des Sehens (vgl. „sah“ V. 8) zugeordnet und stellt so auch eine Personifikation da. Zu dieser Gruppe der Stilmittel kann man auch den folgenden Satz „mit hundert schwarzen Augen sah" (V. 8) zählen. Zu beachten ist hierbei wieder, dass sich die ,,hundert" (V. 8) als Hyperbel einordnen lassen und hier auch nochmal ganz klar die Bedrohlichkeit der „Finsternis“ (V. 8) verstärken. Das lyrische Ich befindet sich in der zweiten Strophe noch immer auf dem Weg zu seiner Geliebten und gibt trotz der immer bedrohlicher werdenden Natur nicht auf und kämpft damit immer weiter um das Treffen zwischen ihnen. Seine Stimmung und innere Vorfreude nimmt so immer weiter zu und er ist in froher Erwartung, was besonders durch die Wörter ,,frisch" und „fröhlich“. Auffällig ist auch der plötzliche Wandel der Gefühle und des Klangbildes. Der Mut und die eben bereits erwähnte Vorfreude des lyrischen Ichs kommen in Vers 14 hier besonders zur Geltung und werden durch die ebenfalls schon erwähnten positiven Alliterationen „frisch“ und „fröhlich“ (V. 14) und „mein Mut“ (V. 14) unterstrichen. Somit wird die anfänglich negativ herausstechende Lage des lyrischen Ichs schlagartig zu einer positiven und erwartungsvollen Haltung gewandelt. Diese Schlagartigkeit, die kaum vorauszusehen war, könnte auch auf die zwiegespaltene Gefühlswelt und innere Zerrissenheit des lyrischen Ichs hindeuten, da dieses sich schon bewusst ist, dass er seine Geliebte trotz dieser starken Verbindung und Liebe nach dieser gemeinsamen Nacht wieder aufgeben, und somit loslassen muss. Die ersten Verse (V. 9- 13) bleibt die anfänglich negative Stimmung jedoch noch erhalten. Vers 9 (,,der Mond von einem Wolkenhügel") beinhaltet eine Personifikation („Mond“). Dieser schaut „kläglich“ aus den „Wolkenhügeln" hervor, wobei diese besonders mit der Dunkelheit in Assoziation gebracht werden. Eine weitere Personifikation lässt sich im nächsten Vers (V. 10) mit „die Winde schwangen leise Flügel" finden. Diese umsausen „schauerlich“ (V. 9) das Ohr des lyrischen Ichs und verstärken so noch einmal die Wirkung der unheimlichen und vor allem bedrohlichen Natur. Das Wort ,,schauerlich" wirkt hier also nicht nur naturverstärken, sondern kann auch als Antithese gesehen werden, denn sie wirkt im ersten Moment nicht nur verwirrend, sondern kann so auch noch einmal die innere Zerrissenheit des lyrischen Ichs darstellen, dass mit seiner Liebe zu der bislang noch unbekannten Frau und der Bedrohung durch die Natur zu kämpfen hat. Diese wohl anstehende Gefahr wird noch einmal durch die Erwähnung von „tausend Ungeheuer[n]“ (V. 13) bekräftigt. Dieser Vers kann so klar als Hyperbel verstanden werden und stellt gleichzeitig eine Art Fazit über die unheimliche Atmosphäre des Waldes da, denn diese „Ungeheuer“ (V. 13) wurden hier vermutlich durch die Finsternis hervorgerufen und haben das Ziel, dass lyrische Ich auf seinem Weg Schaden zuzufügen. Eine weitere Auffälligkeit ist die Synästesie, die von diesen Versen ausgeht. Hier werden Sinnesmodalitäten vermeintlich miteinander verbunden, um ein noch größeres Stimmungsbild zu schaffen, aber auch die Vorstellung des Lesers maßgeblich zum besseren zu beeinflussen. Wie zum Anfang der Strophe bereits erwähnt, erfolgt nun ein enormer Stimmungsumbruch. Das lyrische Ich zeigt nun ungewöhnliche Positivität und Vorfreude auf das herannahende Treffen. Die auch bereits erwähnte Alliteration „frisch und fröhlich" (V. 14) drückt aber nicht nur diese Freude aus, sondern kann auch als Hendiadioyn gesehen werden, da zwei ungleichwertige Begriffe miteinander verbunden werden und so die Leidenschaft, aber auch den Mut des lyrischen Ichs betonen. Dieser Mut wird jedoch nicht nur durch da gerade genannte Stilmittel unterstrichen, sondern kann auch durch die adversative Konjunktion, hier in Form des Wörtchens „doch“ (vgl. V. 14) hervorgetan werden. Die nächsten beiden Verse zeichnen sich besonders durch die Ausrufe des lyrischen Ichs aus. Diese Ausrufe, „in meinen Adern, welches Feuer! / in meinem Herzen, welche Glut!" (vgl. V. 15-16) werden durch die Stilmittel Parallelismus und der Anapher unterstützt und zeigen hier den aufschwellenden Elan, die große Vorfreude und die ersichtliche und sich steigernde Vorfreude des lyrischen Ichs. Auffällig ist hier das entstehende körperliche und besonders feurige Leitbild, welches durch die Verwendung der Ausdrücke „Herz“, „Blut“, „Feuer“ und „Glut“ (vgl. V. 15-16) deutlich wird. Diese Ausdrücke legen dem Leser noch einmal ganz genau da, wie sehr das lyrische Ich die lodernde Aufregung an seinem ganzen Körper spürt. Diese beeinflusst so auch maßgeblich das Klangbild, welches nun die Aufgabe hat, den Leser so gut wie möglich von den Gefühlen zu überzeugen, und ihm so auch die Möglichkeit zu geben, sich mit dieser Situation zu identifizieren und sich daran zu erinnern, ob man das Gleiche vielleicht auch schon einmal gefühlt hat. Der eben auch schon genannte Parallelismus drückt hier noch einmal die Gleichzeitigkeit der Gefühle aus und das lyrische Ich rückt so ganz gezielt in den Mittelpunkt dieser Verse. So drücken die Anaphern „meinen Adern/ meinem Herzen“ (V. 15-16) die besonders subjektive Empfindung des lyrischen Ichs aus. In der dritten Strophe des Gedichtes folgt nun, dass durch das lyrische Ich angesehne Treffen des Liebespaares. Zu Beginn der Strophe fällt sofort die vorausgehende Zäsur auf, die es dem Leser so nicht möglich macht, bei der Begegnung des Paares dabei zu sein. Das Gedicht setzt hier einen Augenblick später ein. Doch nicht nur das, erweckt das Aufsehen der Leser. Gleich zu Beginn des 17. Verses spricht das lyrische Ich direkt über seine Geliebte und beschreibt mit den Worten ,,Dich sah ich, und die milde Freude" (V. 17) den Augenblick des Treffens. Dieser Vers wirkt jedoch sehr unvollständig, was an dem Enjambement liegt, welches Goethe hier verwendete, um den Satz im folgenden Vers („Floss von dem süßen Blick auf mich: [V. 18]" zu Ende zu bringen. In Vers 17 lässt sich des Weiteren eine Inversion und eine Metapher feststellen. Die Inversion umfasst hier das Wörtchen ,Dich“ (vgl. V. 17) und stellt so einen Bezug zur Geliebten des lyrischen Ich her. Sie wird direkt und mit einer Apostrophe („Du“) angeredet, was hier die Identifizierung des Lesers mit der Geliebten bezweckt und eine gewisse Vertrautheit, Intimität und Nähe zwischen den beiden Personen widerspiegelt. Außerdem wird hier der Bezug zur Geliebten hergestellt, indem sie direkt angesprochen, und so die Wahrnehmung des lyrischen Ichs bewusst in den Mittelpunkt gestellt wird. Nach dem folgenden Enjambement schwärmt das lyrische Ich nun weiter von seiner Geliebten und das Liebesglück der beiden wird hier nun besonders durch die Nutzung heller Vokale, wie zum Beispiel des Wortes „süß[...] (V. 18) “ deutlich. Die Schwärmerei hört auch im folgenden Vers nicht auf und das lyrische Ich verspricht seiner Geliebten „Ganz war mein Herz an deiner Seite" (V. 19), wobei das Wort Herz hier einmal ein Symbol darstellt, da es ja, wie bereits bekannt sein dürfte, um die Liebe geht, aber auch als Inversion verstanden werden kann. Die umgestellte Satzstellung zeigt nun, dass die Liebe und die Erfüllung, die nur vollständig durch seine Geliebte erhalten kann, für ihn höchste Priorität vor allen anderen Dingen haben. Eine weitere Auffälligkeit stellt die durch das Wort ,,Herz“ (vgl. V. 19) ausgelöste Ähnlichkeit zu Vers 16 da. In diesem wurde bereits schon einmal die Phrase ,,In meinem Herzen" verwendet. Diese wiederholte Erwähnung kann auch hier auf die Wichtigkeit dieses existenziellen Begriffes der Liebe hindeuten, und der Autor möchte noch einmal auf die Zerbrechlichkeit eingehen. Mit Vers 20 wird ein Verssprechen des lyrischen Ichs gegenüber seiner Geliebten gegeben, dass „jeder Atemzug [in Zukunft] für [sie]“ (vgl. V. 20) sein wird. Natürlich stellt dies eine Hyperbel da, aber zeigt auch auf, dass das lyrische Ich durchaus bereit ist, sein Leben für das seiner Liebsten zu geben und betont die Wertlosigkeit dieses, wenn sie nicht mehr da ist. In den folgenden beiden Versen beschreibt das lyrische Ich mithilfe von einem Neologismus („Ein rosafarbenes Frühlingswetter“ [V. 21]), dass „liebliche Gesicht" (vgl. V. 22) seiner Geliebten und drückt damit seine Bewunderung für ihre Schönheit aus. Zudem spiegelt es auch einen Kontrast der Natur wieder. In Strophe eins wirkte diese noch zunehmend bedrohlich und schüchteret das lyrische Ich ein. Nun nutzt er sie, um sie mit seiner Geliebten zu vergleichen, was bedeutet, dass sie ihre Bedrohung letztlich verloren hat. Im nächsten Vers ist eine Ellipse mit Ausruf an die Götter (vgl. V. 23 „Und Zärtlichkeit für mich- Ihr Götter“) zu finden. Dieser Ausruf untermauert mithilfe der Kombination einer Apostrophe die wichtige Stellung, die die Liebe hier für das lyrische Ich einnimmt. Der Ausruf, der explizit an die Götter gerichtet ist, betont auch die Besonderheit der Götter und setzt diese so mit der Liebe gleich. Die Verwendung des Nomens ,,Zärtlichkeit" (vgl. V. 23) drückt die starken Gefühle des lyrischen Ichs aus und kann so auch noch einmal für die Intimität des Paares untereinander stehen. Die Verbindung dieses Begriffes mit dem Ausruf an die Götter lässt die Beziehung so schnell übernatürlich wirken und hinterlässt den Eindruck einer Liebe die über den Tod hinausgeht und so unsterblich ist. Im folgenden Vers merkt man jedoch, dass das lyrische Ich es wohl mit der Angst zu tun bekommt und zu zweifeln beginnt, ob seine Geliebte das Gleiche für ihn empfindet und seine Liebe so erwidert. Die Anapher zu Beginn des 24. Verses („Ich“) verstärkt noch einmal die aufkommende Verzweiflung und die Angst des lyrischen Ichs, dieser Liebe nicht würdig zu sein. Diese Gefühle zeigen die Verletzlichkeit des lyrischen Ichs und der Gedanke, er sei nicht gut genug für das Mädchen das er liebt, spiegelt wider, dass er nur das Beste für sie möchte, auch wenn das heißt, er ist ihrer nicht würdig. Die Vierte, und so auch letzte Strophe des Gedichtes wird von dem, besonders dramatischen, Abschied des Liebespaares thematisiert, welches nach der nun gemeinsam verbrachten Nacht, wieder getrennte Wege gehen muss. Bereits zu Anfang des ersten Verses dieser Strophe wird deutlich, dass das lyrische Ich sich mit der Morgensonne" (vgl. V. 25) die nun hoch am Himmel steht, auf den Rückweg machen muss. Natürlich fällt dieses verlassen seiner Geliebten dem lyrischen Ich nicht leicht, was die Inversion in Vers 26 (,,Verengt der Abschied mir das Herz“) verdeutlicht. Diese plötzliche, inhaltliche Wendung wird auch im nächsten Vers durch die Stilmittel Parallelismus, Anapher und die Ausrufe ,,In deinen Küssen, welche Wonne! / In deinen Augen, welcher Schmerz!“ (vgl. V. 27-28) verdeutlicht. Der Parallelismus drückt hier die Gleichzeitigkeit der starken Gefühle der Geliebten, mit den Worten ,,in deinen Küssen“ (vgl. 27) aus. So zeigt auch sie erstmals Gefühle für ihren Geliebten und dieser Satz lässt sich so auch als Liebeserklärung verstehen. Die Trauer des Abschiedes, die beide Personen verspüren, werden in den Versen 27 bis 28 besonders deutlich. In Vers 27 spricht man zunächst noch von ,,welcher Wonne“, was so noch Freude vermittelt. Diese verfliegt jedoch schnell, denn nur einen Vers später wird schon die Formulierung,,welcher Schmerz" (vgl. V. 28) verwendet, was besondere Trauer hervorruft. Auffällig hierbei ist der Bezug auf die „Augen“ und „Küsse“ (vgl. V. 27- 28), denn beide beziehen sich auf den menschlichen körperlichen Bereich, den auch die Verse 17 bis 19 untermauern. Eine weitere Wendung wird von der Anapher in Vers 30 eingeleitet. In dieser heißt es „Und sahst mir nach mit nassem Blick: / Und doch, welch Glück, geliebt zu werden! / Und lieben, Götter, welch ein Glück!" (V. 30-32). Hier wird besonders der große inhaltliche Sprung nahegelegt. Denn großer Schmerz geht hier in Glück über. Der ,,nasse Blick" in Vers 30 zeigt nun auch noch einmal die Gefühle der Geliebten auf. Denn so wird klar, dass auch sie dem lyrischen Ich nach seiner Verabschiedung hinterher trauert. Doch trotz dieses Abschiedes ist das lyrische Ich über diese Tränen und die gemachte Erfahrung an sich stolz, denn ihm wird so auch gezeigt, dass auch er geliebt wird. Durch einen Chiasmus (vgl. V. 31-32) wird auch eine innerliche Veränderung des lyrischen Ichs widergespiegelt.

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Gedichtanalyse Willkommen und Abschied" Ein nächtliches, geheimnisvolles Treffen zwischen zwei sich liebenden Personen thematisiert das Gedicht „Willkommen und Abschied" von Johann Wolfgang von Goethe. Dieser war ein deutscher Dichter und Naturforscher. Er starb 1832 und gilt weitestgehend als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung. Veröffentlicht wurde das Liebesgedicht im Jahre 1789 und kann somit der Epoche Sturm und Drang zugeordnet werden. Auch zu erwähnen ist hier, dass es sich bei dieser Fassung des Gedichts um die sogenannte ,,Spätfassung“ handelt. Die zuerst erschienene „Frühfassung“ im Jahre 1771, damals noch unter dem Titel „Willkommen und Abschied" unterscheidet sich im Wesentlichen darin, dass die Geliebte hier noch die aktive Rolle der Handlung hat, und somit Abschied von ihrem Geliebten nimmt. In der hier vorliegenden Fassung sind die Handlungen der Personen vertauscht. Der Geliebte verlässt hier also seine Partnerin. Bereits der Titel des Gedichtes spiegelt die wesentliche Handlung des Gedichtes wider, und schafft es so auch, die Kurzlebigkeit der thematisierten Beziehung anzudeuten. Die besondere Art, auf die sich das lyrische Ich und seine Geliebte hier treffen lässt außerdem darauf schließen, dass es ich bei dieser Beziehung um eine verbotene Liebe handelt. Das Gedicht vermittelt jedoch auch den Eindruck, dass es sich durchaus lohnt, für die Liebe zu kämpfen. Auch wenn damit viele negative Tätigkeiten und Emotionen verbunden sind. Diese Emotionen...

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Weiter aufweisen lassen sich zudem verschiedene Kadenzen, wobei die a und c Kreuzreime über eine weibliche Kadenz verfügen, während die b und d Kreuzreime männliche Kadenzen besitzen. Insgesamt wird das Gedicht aus der Sicht des lyrischen Ichs erzählt und wurde im Präteritum verfasst, wobei es hier jedoch eine Ausnahme gibt. In der vierten Strophe, Vers zwei, lässt sich ein Exkurs in die Gegenwart feststellen. Die erste Strophe des Gedichtes handelt hauptsächlich vom Ritt des lyrischen Ichs durch die Abenddämmerung. Dieser Ritt spiegelt so auch ein wichtiges Motiv des Sturm und Drang wieder. Das lyrische Ich strotzt hier vor Ich- Bezogenheit und Selbstbestimmung, zudem stehen seine eigenen Gefühle hier im Mittelpunkt. Ein Leitbild, welches erst durch diese Epoche maßgeblich geprägt wurde. Der Ritt wird besonders durch die Formulierung „[...] geschwind zu Pferde" (V. 1) deutlich. Er befindet sich hier also unmittelbar auf dem Weg zu seiner Geliebten und „Es schlug [s]ein Herz“ (V. 1) was zeigt, das er es eilig hat und sich in körperlicher Anstrengung befindet, sein Körper aber auch auf das bevorstehende Treffen mit entsprechender Nervosität und Vorfreude reagiert. Das „Herz“ (V. 1) steht hier auch nochmal deutlich als Symbol für die Liebe.Die Anapher („Es“), zu Beginn der ersten beiden Verse (V. 1 u. 2) drückt die Gleichzeitigkeit seines Tuns mit dem Denken aus, denn sobald der Gedanke des Reitens in seinem Kopf erscheint, wird er ausgeführt. Außerdem untermauert diese die starke Initiative und unausweichliche Tatkraft, die vom lyrischen Ich ausgehen, und so einen Mann zeigen, der zu seiner Liebe steht und ihr unaufhörlich weiter folgt. Der zweite Vers („Es war getan fast eh gedacht“) verfügt über eine Antithese, denn der Vers wirkt beim ersten Lesen eher widersprüchlich, erscheint später aber durchaus logisch. Die Wörter ,,getan“ und „gedacht“ (V. 2) verdeutlichen noch einmal die bereits erwähnte Gleichzeitigkeit seiner Gedanken und der daraus folgenden Handlung. Der deutliche Bezug des Rittes durch die Dämmerung und die zunehmende Bedrohlichkeit des Waldes in den ersten beiden Strophen, löst sich nun auf und der Fokus wird nun auf die erste Begegnung der beiden Liebenden gelegt. Die Metaphern und Personifikationen, die sich in den folgenden Versen befinden, zeichnen sich durch ihre besondere Naturbezogenheit aus und verleihen dem Gedicht ein besonders düsteres Klangbild, dass während des Ritts geradezu angsteinflößend ist. Ebenso lassen sich eine unersichtliche Spannung und aufwühlende Aufregung finden, die den Leser so unmittelbar in ihren Bann zieht, und dabei hilft, in das Gedicht einzutauchen. Die Personifikation ,der Abend wiegte schon die Erde" (V. 3) spielt hier also, wie bereits erwähnt, auf das Klangbild der sich verdüsternden Natur an. Außerdem ist hier die Tageszeit ,,der Abend“ (V. 3) zu erwähnen, welche in die Personifikation eingebettet ist und so noch einmal die hereinbrechende Nacht verdeutlicht. In Vers vier (,,und an den Bergen hing die Nacht“) lässt sich zum einen eine Parataxe feststellen, da die Wortgruppen hier gleichrangig nacheinander angeordnet sind. Zum anderen kann man den Satz als Metapher sehen und die Verwendung des Wortes „Nacht“ (V. 4) verdeutlicht hier, dass die Zeit weiter fortgeschritten ist. Die Abenddämmerung, welche zu Anfang des Gedichtes (vgl. V. 3) hereingebrochen ist, hat sich nun zur Nacht weiterentwickelt. Die nächsten beiden Verse (V. 5-6) rücken noch einmal die zunehmende Bedrohung, die von der eintretenden Dunkelheit und der Natur in den Vordergrund. Es lässt sich mit „schon stand im Nebelkleid die Eiche" (V. 5) erneut eine Personifikation feststellen und der Leser kann erkennen, dass die angedeutete Bedrohung hauptsächlich durch die Vermenschlichung der Natur ausgelöst wird. So wirkt die Eiche ,,im Nebelkleid" (V. 5); wie „[e]in aufgetürmter Riese" (V. 6). Dieser Riese, vor dem sich das lyrische Ich fürchtet, stellt also eine Metapher für die Eiche da. Die ,,Finsternis", welche in Vers 7 das erste Mal erwähnt wird, bekommt in Vers 8 die Fähigkeit des Sehens (vgl. „sah“ V. 8) zugeordnet und stellt so auch eine Personifikation da. Zu dieser Gruppe der Stilmittel kann man auch den folgenden Satz „mit hundert schwarzen Augen sah" (V. 8) zählen. Zu beachten ist hierbei wieder, dass sich die ,,hundert" (V. 8) als Hyperbel einordnen lassen und hier auch nochmal ganz klar die Bedrohlichkeit der „Finsternis“ (V. 8) verstärken. Das lyrische Ich befindet sich in der zweiten Strophe noch immer auf dem Weg zu seiner Geliebten und gibt trotz der immer bedrohlicher werdenden Natur nicht auf und kämpft damit immer weiter um das Treffen zwischen ihnen. Seine Stimmung und innere Vorfreude nimmt so immer weiter zu und er ist in froher Erwartung, was besonders durch die Wörter ,,frisch" und „fröhlich“. Auffällig ist auch der plötzliche Wandel der Gefühle und des Klangbildes. Der Mut und die eben bereits erwähnte Vorfreude des lyrischen Ichs kommen in Vers 14 hier besonders zur Geltung und werden durch die ebenfalls schon erwähnten positiven Alliterationen „frisch“ und „fröhlich“ (V. 14) und „mein Mut“ (V. 14) unterstrichen. Somit wird die anfänglich negativ herausstechende Lage des lyrischen Ichs schlagartig zu einer positiven und erwartungsvollen Haltung gewandelt. Diese Schlagartigkeit, die kaum vorauszusehen war, könnte auch auf die zwiegespaltene Gefühlswelt und innere Zerrissenheit des lyrischen Ichs hindeuten, da dieses sich schon bewusst ist, dass er seine Geliebte trotz dieser starken Verbindung und Liebe nach dieser gemeinsamen Nacht wieder aufgeben, und somit loslassen muss. Die ersten Verse (V. 9- 13) bleibt die anfänglich negative Stimmung jedoch noch erhalten. Vers 9 (,,der Mond von einem Wolkenhügel") beinhaltet eine Personifikation („Mond“). Dieser schaut „kläglich“ aus den „Wolkenhügeln" hervor, wobei diese besonders mit der Dunkelheit in Assoziation gebracht werden. Eine weitere Personifikation lässt sich im nächsten Vers (V. 10) mit „die Winde schwangen leise Flügel" finden. Diese umsausen „schauerlich“ (V. 9) das Ohr des lyrischen Ichs und verstärken so noch einmal die Wirkung der unheimlichen und vor allem bedrohlichen Natur. Das Wort ,,schauerlich" wirkt hier also nicht nur naturverstärken, sondern kann auch als Antithese gesehen werden, denn sie wirkt im ersten Moment nicht nur verwirrend, sondern kann so auch noch einmal die innere Zerrissenheit des lyrischen Ichs darstellen, dass mit seiner Liebe zu der bislang noch unbekannten Frau und der Bedrohung durch die Natur zu kämpfen hat. Diese wohl anstehende Gefahr wird noch einmal durch die Erwähnung von „tausend Ungeheuer[n]“ (V. 13) bekräftigt. Dieser Vers kann so klar als Hyperbel verstanden werden und stellt gleichzeitig eine Art Fazit über die unheimliche Atmosphäre des Waldes da, denn diese „Ungeheuer“ (V. 13) wurden hier vermutlich durch die Finsternis hervorgerufen und haben das Ziel, dass lyrische Ich auf seinem Weg Schaden zuzufügen. Eine weitere Auffälligkeit ist die Synästesie, die von diesen Versen ausgeht. Hier werden Sinnesmodalitäten vermeintlich miteinander verbunden, um ein noch größeres Stimmungsbild zu schaffen, aber auch die Vorstellung des Lesers maßgeblich zum besseren zu beeinflussen. Wie zum Anfang der Strophe bereits erwähnt, erfolgt nun ein enormer Stimmungsumbruch. Das lyrische Ich zeigt nun ungewöhnliche Positivität und Vorfreude auf das herannahende Treffen. Die auch bereits erwähnte Alliteration „frisch und fröhlich" (V. 14) drückt aber nicht nur diese Freude aus, sondern kann auch als Hendiadioyn gesehen werden, da zwei ungleichwertige Begriffe miteinander verbunden werden und so die Leidenschaft, aber auch den Mut des lyrischen Ichs betonen. Dieser Mut wird jedoch nicht nur durch da gerade genannte Stilmittel unterstrichen, sondern kann auch durch die adversative Konjunktion, hier in Form des Wörtchens „doch“ (vgl. V. 14) hervorgetan werden. Die nächsten beiden Verse zeichnen sich besonders durch die Ausrufe des lyrischen Ichs aus. Diese Ausrufe, „in meinen Adern, welches Feuer! / in meinem Herzen, welche Glut!" (vgl. V. 15-16) werden durch die Stilmittel Parallelismus und der Anapher unterstützt und zeigen hier den aufschwellenden Elan, die große Vorfreude und die ersichtliche und sich steigernde Vorfreude des lyrischen Ichs. Auffällig ist hier das entstehende körperliche und besonders feurige Leitbild, welches durch die Verwendung der Ausdrücke „Herz“, „Blut“, „Feuer“ und „Glut“ (vgl. V. 15-16) deutlich wird. Diese Ausdrücke legen dem Leser noch einmal ganz genau da, wie sehr das lyrische Ich die lodernde Aufregung an seinem ganzen Körper spürt. Diese beeinflusst so auch maßgeblich das Klangbild, welches nun die Aufgabe hat, den Leser so gut wie möglich von den Gefühlen zu überzeugen, und ihm so auch die Möglichkeit zu geben, sich mit dieser Situation zu identifizieren und sich daran zu erinnern, ob man das Gleiche vielleicht auch schon einmal gefühlt hat. Der eben auch schon genannte Parallelismus drückt hier noch einmal die Gleichzeitigkeit der Gefühle aus und das lyrische Ich rückt so ganz gezielt in den Mittelpunkt dieser Verse. So drücken die Anaphern „meinen Adern/ meinem Herzen“ (V. 15-16) die besonders subjektive Empfindung des lyrischen Ichs aus. In der dritten Strophe des Gedichtes folgt nun, dass durch das lyrische Ich angesehne Treffen des Liebespaares. Zu Beginn der Strophe fällt sofort die vorausgehende Zäsur auf, die es dem Leser so nicht möglich macht, bei der Begegnung des Paares dabei zu sein. Das Gedicht setzt hier einen Augenblick später ein. Doch nicht nur das, erweckt das Aufsehen der Leser. Gleich zu Beginn des 17. Verses spricht das lyrische Ich direkt über seine Geliebte und beschreibt mit den Worten ,,Dich sah ich, und die milde Freude" (V. 17) den Augenblick des Treffens. Dieser Vers wirkt jedoch sehr unvollständig, was an dem Enjambement liegt, welches Goethe hier verwendete, um den Satz im folgenden Vers („Floss von dem süßen Blick auf mich: [V. 18]" zu Ende zu bringen. In Vers 17 lässt sich des Weiteren eine Inversion und eine Metapher feststellen. Die Inversion umfasst hier das Wörtchen ,Dich“ (vgl. V. 17) und stellt so einen Bezug zur Geliebten des lyrischen Ich her. Sie wird direkt und mit einer Apostrophe („Du“) angeredet, was hier die Identifizierung des Lesers mit der Geliebten bezweckt und eine gewisse Vertrautheit, Intimität und Nähe zwischen den beiden Personen widerspiegelt. Außerdem wird hier der Bezug zur Geliebten hergestellt, indem sie direkt angesprochen, und so die Wahrnehmung des lyrischen Ichs bewusst in den Mittelpunkt gestellt wird. Nach dem folgenden Enjambement schwärmt das lyrische Ich nun weiter von seiner Geliebten und das Liebesglück der beiden wird hier nun besonders durch die Nutzung heller Vokale, wie zum Beispiel des Wortes „süß[...] (V. 18) “ deutlich. Die Schwärmerei hört auch im folgenden Vers nicht auf und das lyrische Ich verspricht seiner Geliebten „Ganz war mein Herz an deiner Seite" (V. 19), wobei das Wort Herz hier einmal ein Symbol darstellt, da es ja, wie bereits bekannt sein dürfte, um die Liebe geht, aber auch als Inversion verstanden werden kann. Die umgestellte Satzstellung zeigt nun, dass die Liebe und die Erfüllung, die nur vollständig durch seine Geliebte erhalten kann, für ihn höchste Priorität vor allen anderen Dingen haben. Eine weitere Auffälligkeit stellt die durch das Wort ,,Herz“ (vgl. V. 19) ausgelöste Ähnlichkeit zu Vers 16 da. In diesem wurde bereits schon einmal die Phrase ,,In meinem Herzen" verwendet. Diese wiederholte Erwähnung kann auch hier auf die Wichtigkeit dieses existenziellen Begriffes der Liebe hindeuten, und der Autor möchte noch einmal auf die Zerbrechlichkeit eingehen. Mit Vers 20 wird ein Verssprechen des lyrischen Ichs gegenüber seiner Geliebten gegeben, dass „jeder Atemzug [in Zukunft] für [sie]“ (vgl. V. 20) sein wird. Natürlich stellt dies eine Hyperbel da, aber zeigt auch auf, dass das lyrische Ich durchaus bereit ist, sein Leben für das seiner Liebsten zu geben und betont die Wertlosigkeit dieses, wenn sie nicht mehr da ist. In den folgenden beiden Versen beschreibt das lyrische Ich mithilfe von einem Neologismus („Ein rosafarbenes Frühlingswetter“ [V. 21]), dass „liebliche Gesicht" (vgl. V. 22) seiner Geliebten und drückt damit seine Bewunderung für ihre Schönheit aus. Zudem spiegelt es auch einen Kontrast der Natur wieder. In Strophe eins wirkte diese noch zunehmend bedrohlich und schüchteret das lyrische Ich ein. Nun nutzt er sie, um sie mit seiner Geliebten zu vergleichen, was bedeutet, dass sie ihre Bedrohung letztlich verloren hat. Im nächsten Vers ist eine Ellipse mit Ausruf an die Götter (vgl. V. 23 „Und Zärtlichkeit für mich- Ihr Götter“) zu finden. Dieser Ausruf untermauert mithilfe der Kombination einer Apostrophe die wichtige Stellung, die die Liebe hier für das lyrische Ich einnimmt. Der Ausruf, der explizit an die Götter gerichtet ist, betont auch die Besonderheit der Götter und setzt diese so mit der Liebe gleich. Die Verwendung des Nomens ,,Zärtlichkeit" (vgl. V. 23) drückt die starken Gefühle des lyrischen Ichs aus und kann so auch noch einmal für die Intimität des Paares untereinander stehen. Die Verbindung dieses Begriffes mit dem Ausruf an die Götter lässt die Beziehung so schnell übernatürlich wirken und hinterlässt den Eindruck einer Liebe die über den Tod hinausgeht und so unsterblich ist. Im folgenden Vers merkt man jedoch, dass das lyrische Ich es wohl mit der Angst zu tun bekommt und zu zweifeln beginnt, ob seine Geliebte das Gleiche für ihn empfindet und seine Liebe so erwidert. Die Anapher zu Beginn des 24. Verses („Ich“) verstärkt noch einmal die aufkommende Verzweiflung und die Angst des lyrischen Ichs, dieser Liebe nicht würdig zu sein. Diese Gefühle zeigen die Verletzlichkeit des lyrischen Ichs und der Gedanke, er sei nicht gut genug für das Mädchen das er liebt, spiegelt wider, dass er nur das Beste für sie möchte, auch wenn das heißt, er ist ihrer nicht würdig. Die Vierte, und so auch letzte Strophe des Gedichtes wird von dem, besonders dramatischen, Abschied des Liebespaares thematisiert, welches nach der nun gemeinsam verbrachten Nacht, wieder getrennte Wege gehen muss. Bereits zu Anfang des ersten Verses dieser Strophe wird deutlich, dass das lyrische Ich sich mit der Morgensonne" (vgl. V. 25) die nun hoch am Himmel steht, auf den Rückweg machen muss. Natürlich fällt dieses verlassen seiner Geliebten dem lyrischen Ich nicht leicht, was die Inversion in Vers 26 (,,Verengt der Abschied mir das Herz“) verdeutlicht. Diese plötzliche, inhaltliche Wendung wird auch im nächsten Vers durch die Stilmittel Parallelismus, Anapher und die Ausrufe ,,In deinen Küssen, welche Wonne! / In deinen Augen, welcher Schmerz!“ (vgl. V. 27-28) verdeutlicht. Der Parallelismus drückt hier die Gleichzeitigkeit der starken Gefühle der Geliebten, mit den Worten ,,in deinen Küssen“ (vgl. 27) aus. So zeigt auch sie erstmals Gefühle für ihren Geliebten und dieser Satz lässt sich so auch als Liebeserklärung verstehen. Die Trauer des Abschiedes, die beide Personen verspüren, werden in den Versen 27 bis 28 besonders deutlich. In Vers 27 spricht man zunächst noch von ,,welcher Wonne“, was so noch Freude vermittelt. Diese verfliegt jedoch schnell, denn nur einen Vers später wird schon die Formulierung,,welcher Schmerz" (vgl. V. 28) verwendet, was besondere Trauer hervorruft. Auffällig hierbei ist der Bezug auf die „Augen“ und „Küsse“ (vgl. V. 27- 28), denn beide beziehen sich auf den menschlichen körperlichen Bereich, den auch die Verse 17 bis 19 untermauern. Eine weitere Wendung wird von der Anapher in Vers 30 eingeleitet. In dieser heißt es „Und sahst mir nach mit nassem Blick: / Und doch, welch Glück, geliebt zu werden! / Und lieben, Götter, welch ein Glück!" (V. 30-32). Hier wird besonders der große inhaltliche Sprung nahegelegt. Denn großer Schmerz geht hier in Glück über. Der ,,nasse Blick" in Vers 30 zeigt nun auch noch einmal die Gefühle der Geliebten auf. Denn so wird klar, dass auch sie dem lyrischen Ich nach seiner Verabschiedung hinterher trauert. Doch trotz dieses Abschiedes ist das lyrische Ich über diese Tränen und die gemachte Erfahrung an sich stolz, denn ihm wird so auch gezeigt, dass auch er geliebt wird. Durch einen Chiasmus (vgl. V. 31-32) wird auch eine innerliche Veränderung des lyrischen Ichs widergespiegelt.