Gründe für mangelhafte Verträge
Es gibt verschiedene Gründe, die zu mangelhaften Verträgen führen können. Diese sind im Obligationenrecht (OR) geregelt und umfassen:
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Übervorteilung (OR 21): Hier wird die Unerfahrenheit einer Partei ausgenutzt, insbesondere im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis.
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Absichtliche Täuschung (OR 28): Dies beinhaltet Handlungen wie Anlügen oder Austricksen der Vertragspartei.
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Furchterregung (OR 29): Hierbei wird Druck ausgeübt oder Angst erzeugt, um den Vertragsabschluss zu beeinflussen.
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Wesentlicher Irrtum (OR 24): Das Gesetz unterscheidet zwischen wesentlichen und unwesentlichen Irrtümern.
Example: Ein wesentlicher Irrtum liegt vor, wenn jemand einen anderen Vertrag abschließen wollte, als tatsächlich vereinbart wurde.
Anfechtbare und nichtige Verträge
Wann ist ein Vertrag unwirksam? Es gibt zwei Hauptkategorien:
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Anfechtbarer Vertrag (OR 31): Der Vertrag ist zunächst gültig, kann aber angefochten werden. In diesem Fall kann eine Rückforderung des Geldes verlangt werden.
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Nichtiger (ungültiger) Vertrag: Wenn eine wesentliche Voraussetzung nicht erfüllt ist, gilt der Vertrag als nichtig und ist rechtlich nie entstanden. Eine Rückforderung ist in diesem Fall zwingend.
Highlight: Bei einem nichtigen Vertrag werden die Parteien so gestellt, als ob der Vertrag nie existiert hätte.
Vertragserfüllung
Die Vertragserfüllung betrifft die Zeit und den Ort der Leistungserbringung:
- Zeit: Nach OR 75 ist die Leistung sofort zu erbringen, sofern nichts anderes vereinbart wurde.
- Ort: OR 74 regelt den Erfüllungsort. Bei Geldzahlungen gilt der Wohnsitz des Gläubigers, bei Sachen unterscheidet man zwischen Gattungsware (Wohnsitz des Schuldners) und Speziesware (Ort des Vertragsabschlusses).
Definition: Gattungsware sind Waren, die nach allgemeinen Merkmalen bestimmt sind, während Speziesware individuell bestimmte Gegenstände bezeichnet.
Verjährung
Die Verjährung bezeichnet die Frist, nach deren Ablauf Geldforderungen nicht mehr durchgesetzt werden können. Sie ist ein wichtiger Aspekt im Vertragsrecht und schützt Schuldner vor unbegrenzter Haftung.
Vertragssicherung bzw. Sicherheiten in Verträgen
Um die Erfüllung von Verträgen abzusichern, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
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Realsicherheiten:
- Kaution (Hinterlegung von Geld)
- Fahrnispfand (Übergabe einer beweglichen Sache)
- Grundpfand (Eintragung eines Pfandrechts an einem Grundstück im Grundbuch)
- Retentionsrecht (Zurückbehaltungsrecht an einer beweglichen Sache)
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Personalsicherheiten:
- Bürgschaft (Ein Dritter verpflichtet sich, für die Erfüllung der Verbindlichkeiten einzustehen)
- Konventionalstrafe (Vereinbarung einer Strafzahlung für eine Vertragsverletzung)
- (Sicherungs-) Zession (Abtretung einer Forderung)
Vocabulary: Eine Bürgschaft ist eine Verpflichtung eines Dritten (Bürge), für die Schuld eines anderen (Hauptschuldner) einzustehen, falls dieser nicht zahlt.
Diese Sicherheiten dienen dazu, das Risiko für den Gläubiger zu minimieren und die Wahrscheinlichkeit der Vertragserfüllung zu erhöhen.
















