Die Entwicklung des deutschen Nationalstaats und der Weimarer Republik
Die Weimarer Republik entstand in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche. Im 19. Jahrhundert forderten liberale Kräfte einen Nationalstaat, der Sicherheit, Fortschritt, Freiheit und Mitbestimmung gewährleisten sollte. Das gesamtdeutsche Nationalbewusstsein war zu dieser Zeit noch jung und entwickelte sich erst allmählich.
Definition: Der deutsche Sonderweg beschreibt die besondere Entwicklung Deutschlands im Vergleich zu anderen westeuropäischen Staaten, die sich vor allem durch die "Revolution von oben" und die späte Demokratisierung auszeichnete.
Mit der Gründung des deutschen Kaiserreichs 1871 unter preußischer Führung wurde zwar ein Nationalstaat geschaffen, dieser erfüllte jedoch die liberalen Forderungen nach Mitbestimmung nur teilweise. Es entwickelte sich ein autoritärer Obrigkeitsstaat, der sogenannte "Reichsfeinde" wie nationale Minderheiten ausgrenzte und verfolgte. Diese gesellschaftliche Spaltung führte zur Entstehung eines übersteigerten Nationalismus.
Die Krise der Weimarer Republik hatte ihre Wurzeln bereits in dieser Zeit. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg 1918 und die darauffolgende Revolution erschütterten das nationale Selbstverständnis grundlegend. Statt eines freiwilligen demokratischen Zusammenschlusses entwickelte sich die Idee einer naturgegebenen "Volksgemeinschaft", die den Weg für den völkischen Nationalismus ebnete.









































