Formen des Gedächtnisses in der Geschichts- und Erinnerungskultur
Diese Seite erläutert die verschiedenen Formen des Gedächtnisses, die in der Geschichts- und Erinnerungskultur eine Rolle spielen. Sie unterscheidet zwischen kommunikativem, kulturellem und kollektivem Gedächtnis.
Definition: Das kommunikative Gedächtnis umfasst Geschichtserfahrungen und Erinnerungen von einzelnen Menschen oder Gruppen, die zusammen eine Erfahrungs-, Erinnerungs- und Erzählgemeinschaft bilden.
Es entsteht informell durch Interaktion im Alltag und stellt ein gesellschaftliches Kurzzeitgedächtnis von maximal drei aufeinanderfolgenden Generationen dar, das etwa 80-100 Jahre umfasst. Träger sind Zeitzeugen einer Erinnerungsgemeinschaft.
Example: Ein Beispiel für das kommunikative Gedächtnis wäre der Unfall eines Familienmitglieds, der in der Familie erinnert und erzählt wird.
Definition: Das kulturelle Gedächtnis beinhaltet kollektiv geteiltes Wissen über die absolute Vergangenheit und dient der politisch-historischen Gruppenidentität.
Es wird durch feste Objekte und traditionelle symbolische Inszenierungen in Bildern, Texten, Gedenkfeiern etc. vermittelt und von spezialisierten Traditionsträgern bewahrt.
Example: Ein Beispiel für das kulturelle Gedächtnis wäre die Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg, die über Generationen hinweg in Denkmälern und Geschichtsbüchern bewahrt wird.
Definition: Das kollektive Gedächtnis wird aus dem kommunikativen und dem kulturellen Gedächtnis gebildet und umfasst die gemeinsamen Erfahrungen und Erinnerungen einer Gruppe, die als identitätsstiftend angesehen werden.
Example: Ein Beispiel für das kollektive Gedächtnis könnte die Erinnerung an ein schweres Hochwasser sein, das eine Region geprägt hat und sowohl in persönlichen Erzählungen als auch in offiziellen Gedenktagen präsent bleibt.




