Krieg und Revolution
Der Krieg gegen die Mächte des europäischen Ancien Régime verschärfte die innenpolitischen Spannungen in Frankreich erheblich. Verschiedene Gruppen verfolgten dabei unterschiedliche Ziele:
- Der König hoffte auf eine Niederlage, um die alten Verhältnisse wiederherzustellen.
- Die Feuillants wollten von wirtschaftlichen Problemen ablenken und die Jakobiner zähmen.
- Die Girondisten strebten einen Sieg an, um innere Gegner auszuschalten und die Revolution in Europa zu verbreiten.
Example: Die "Pilnitzer Erklärung" vom 27. August 1791, in der Kaiser Leopold II. von Österreich eine Intervention in Frankreich in Aussicht stellte, verschärfte die Kriegsgefahr.
Im April 1792 erklärte Frankreich Österreich den Krieg. Die anfänglichen Niederlagen und der Kriegseintritt Preußens am 11. Juli 1792 verschärften die innenpolitische Situation. Dies führte zur Ausrufung "Das Vaterland ist in Gefahr" und zur Mobilisierung breiter Volksschichten für die nationale Verteidigung.
Die Bedrohung von außen und die Radikalisierung im Inneren gipfelten im Aufstand der Pariser Sektionen am 10. August 1792 gegen die Monarchie. Die königliche Familie wurde gefangen genommen und die Legislative gezwungen, Neuwahlen zu einem Nationalkonvent auszurufen.
Highlight: Die Erstürmung der Tuilerien am 10. August 1792 markierte das faktische Ende der Monarchie in Frankreich.
Der Nationalkonvent trat am 21. September 1792 zusammen und schaffte die Monarchie ab. Die Republik wurde ausgerufen und ein neuer Kalender eingeführt. Am 21. Januar 1793 wurde König Ludwig XVI. wegen "Verschwörung gegen die Freiheit" hingerichtet.
Quote: "Die Republik ist unteilbar" - Dieser Grundsatz wurde vom Nationalkonvent bei der Ausrufung der Republik proklamiert.




