Die ersten zwei Stufen des Erikson Stufenmodells
Das Erikson Stufenmodell beginnt mit zwei entscheidenden Phasen in der frühen Kindheit, die den Grundstein für die spätere Identitätsentwicklung legen.
1. Phase: Urvertrauen vs. Misstrauen (0-1,5 Jahre)
In dieser ersten Phase steht das Gefühl der tiefen inneren Geborgenheit im Mittelpunkt. Die primäre Bezugsperson spielt eine zentrale Rolle.
Highlight: Die Balance zwischen Urvertrauen und Urmisstrauen ist entscheidend für die spätere Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen und mit Enttäuschungen umzugehen.
Konsequenzen für die Erziehung:
- Stabile, liebevolle Bezugspersonen sind essentiell.
- Körperliche und emotionale Zuwendung sollte gewährleistet sein.
- Ein langsames Abgewöhnen von Zuwendung und Nahrung durch Rituale und feste Zeiten ist wichtig.
- Erfahrungen von Bedürfnisaufschub und Enttäuschungen sollten in einem angemessenen Rahmen ermöglicht werden.
2. Phase: Autonomie vs. Scham & Zweifel (1,5-3 Jahre)
In dieser Phase entwickelt das Kind ein Gefühl für Autonomie, das durch Verbote und innere Konflikte herausgefordert wird.
Example: Die Reinlichkeitserziehung ist ein typisches Beispiel für diese Phase, in der das Kind lernt, seine Bedürfnisse zu kontrollieren.
Konsequenzen für die Erziehung:
- Freiräume für Entscheidungen müssen gegeben werden.
- Forderungen sollten verständlich gemacht werden.
- Klare Regeln sind wichtig.
- Alternativen zur Triebauslebung sollten angeboten werden.
- Die Einführung in gesellschaftliche Normen und Werte beginnt.
- Kinder sollten Fehler machen dürfen und dabei liebevoll begleitet werden.
Vocabulary: Autonomie: Die Fähigkeit, selbstständig zu handeln und eigene Entscheidungen zu treffen.
Diese beiden Phasen legen den Grundstein für die Identitätsentwicklung nach Erikson und beeinflussen maßgeblich, wie ein Mensch später mit Herausforderungen und Beziehungen umgeht.







