Kognitive Dissonanz-Theorie nach Festinger
Kognitive Dissonanz beschreibt den unangenehmen Spannungszustand, der entsteht, wenn zwischen unserem Handeln und unseren Kognitionen (Gedanken, Überzeugungen) keine Übereinstimmung besteht. Ein klassisches Beispiel aus dem Alltag: "Rauchen ist ungesund" (Einstellung) steht im Widerspruch zu "Ich rauche!" (Verhalten).
Die Stärke der empfundenen Dissonanz und unsere Motivation, diese aufzulösen, hängt von zwei Hauptfaktoren ab: der Wichtigkeit der betroffenen Einstellung und dem Verhältnis der dissonanten zu den konsonanten Kognitionen. Je wichtiger uns das Thema ist, desto stärker spüren wir die Dissonanz.
Zur Dissonanzreduktion gibt es mehrere Strategien:
- Direkte Reduktion durch Änderung eines Elements:
- Verhaltensänderung (z.B. mit dem Rauchen aufhören)
- Wahrnehmungsänderung ("Gesundheit ist nicht alles im Leben")
- Hinzufügen neuer konsonanter Kognitionen:
- Addition neuer entlastender Gedanken
- Rationalisierung als Rechtfertigung des Verhaltens
- Verminderung der Bedeutung:
- Vergleiche ("Rauchen ist weniger schädlich als andere Drogen")
- Trivialisierung ("Lieber ein kurzes, intensives Leben")
- Reduzierung der wahrgenommenen Wahlfreiheit
💡 Gut zu wissen: Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl neigen stärker dazu, Dissonanzreduktionsstrategien einzusetzen. In Partnerschaften kann kognitive Dissonanz auftreten, wenn Gefühle und Handlungen nicht übereinstimmen.
Die Dissonanztheorie Festingers erklärt, warum wir oft unsere Einstellungen ändern, anstatt unser Verhalten anzupassen - es ist meist der einfachere Weg zur kognitiven Konsistenz.