Anale Phase (1,5-3 Jahre)
Die anale Phase nach Freud folgt auf die orale Phase und konzentriert sich auf den Afterbereich als neue erogene Zone. In dieser Phase gewinnt die Kontrolle über die Ausscheidungsfunktionen an Bedeutung.
Vocabulary: Die Afterzone umfasst das Ausscheidungsorgan, den Ausscheidungsvorgang und das Ausscheidungsprodukt.
Charakteristisch für diese Phase sind:
- Spielen mit dem Ausscheidungsorgan und -produkt
- Wünsche des Gebens und Behaltens (Festhalten)
- Bedürfnis nach Zuwendung, auch bei negativem Verhalten
Das Leitmotiv dieser Phase lautet "Ich bin, was ich will!". Es geht um den Aufbau der Beziehung zum Ich und die Entwicklung von Selbstständigkeit.
Für die Erziehung ergeben sich folgende Empfehlungen:
- Warmes Erziehungsklima schaffen
- (Weitgehend) ungestörtes Eltern-Kind-Verhältnis pflegen
- Kind an bestimmte Orte und Zeiten für Toilettengänge gewöhnen
- Neugierde fördern
- Freiraum lassen bei notwendigen Grenzen
- Keine zu frühe Reinlichkeitserziehung
- Keine negative Bewertung der Ausscheidungsorgane und -produkte
- Lob für die "Produkte"
- Kontakt zu Gleichaltrigen ermöglichen
- Viel Zuwendung, besonders wenn ein Geschwisterchen kommt
- Kindzentrierte Erziehung zur Selbstständigkeit
- Ablenkung in der Trotzphase
Example: Ein Kind in der analen Phase könnte besonders stolz auf seine "Produkte" sein und sie den Eltern präsentieren. Positive Reaktionen der Eltern stärken das Selbstwertgefühl des Kindes.
Mögliche Verhaltensauffälligkeiten bei Störungen in der analen Phase sind:
- Übertriebener Ehrgeiz
- Schuldgefühle
- Waschzwang
- Einkoten, Einnässen
- Übertriebene Scham- und Ekelgefühle
- Reinigungszwänge
- Geiz
- Strafängste
- Geringes Selbstwertgefühl, Unselbstständigkeit
- Aggressivität (auch gegen sich selbst)
- Sadismus / Masochismus
Highlight: Die anale Phase ist entscheidend für die Entwicklung von Autonomie und Selbstkontrolle. Eine zu strenge oder zu frühe Reinlichkeitserziehung kann zu Problemen in diesen Bereichen führen.



