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psychosexuelle Phasen von Sigmung Freud

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 Thema: Die psychosexuelle Entwicklung nach Sigmund Freud
Materialgrundlage: Bruno Bettelheim: So können sie nicht leben. Die Rehabilitierun

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Thema: Die psychosexuelle Entwicklung nach Sigmund Freud Materialgrundlage: Bruno Bettelheim: So können sie nicht leben. Die Rehabilitierung emotional gestörter Kinder. Stuttgart: Klett 1973, S. 263 ff. (Auszüge) Aufgaben: 1. Geben Sie strukturiert die wesentlichen Stationen des Werdegangs von John wieder. (AFB I, 16 P.) 2. Analysieren Sie Johns Entwicklung mit Hilfe des psychosexuellen Modells von Freud. (AFB II, 34 P.) Instanzen-Modell Bezug ist da! 3. Entwickeln Sie unter Berücksichtigung Ihrer psychosexuellen Kenntnisse pädagogische Handlungspläne, die evtl. eine störungsfreiere Entwicklung Johns ermöglicht hätten. (AFB III, 30 P.) Bruno Bettelheim beschreibt in seinem Buch über die Rehabilitierung emotional gestörter Kinder den Fall des Kindes John: [...] Im Zentrum ihrer1) Gefühle gegenüber John stand, alles sei von Anfang an schiefgegangen. Da sie so sehr betonten, er sei bei der Geburt ein schwächliches und zerbrechliches Kind gewesen, das schon am dritten Tag seines Lebens eine Mundinfektion bekam und infolgedessen viele Monate lang mit der Pipette2) ernährt werden mußte, prüften 5 wir die Aufzeichnungen der Klinik nach. Sie enthielten folgenden Bericht: „Mutter preßt nicht gut, Beckenausgangszange notwendig. Normales männliches Kind entbunden. Schrie nicht gleich und schien etwas narkotisiert, reagierte jedoch nach trachealer Katheterisierung³) und Hautstimulation4). Mutter und Kind verließen den Kreißsaal in gutem Zustand. Geburtsgewicht: 2897 g. Das Kind wurde drei Tage lang mit Glukose5) 10 ernährt, dann wurde es an die Brust gelegt und die...

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sieben folgenden Tage gestillt; außerdem bekam es zusätzlich Flaschennahrung. Am siebten Tag wurden Läsionens) im Mund festgestellt, Erscheinungsbild von Soor) [...]. Am achten Tag: klinisch Soor. Am neunten Tag gebessert. Entlassung am 10. Tag. Entlassungsgewicht: 2750 g." Abgesehen von der Mundinfektion war der Zustand des Säuglings völlig normal. In den 15 Aufzeichnungen der Säuglingsstation steht nichts von Ernährungsschwierigkeiten. [...] Die Erinnerung der Mutter stimmte genauers) mit dem Bericht überein. Sie erinnerte sich ans Stillen und auch daran, daß die Ernährungsschwierigkeiten nicht in der Klinik, sondern erst dann begannen, als John aus der Klinik entlassen worden war. Sie fügte hinzu, er sei nicht fähig gewesen zu saugen. (Die Klinikberichte zeigen, daß dies während seines Aufenthaltes 20 dort nicht zutraf.) Er war „als Säugling apathisch. Er hatte Soor, und die Ernährungsprobleme begannen, als er aus der Klinik kam. Er hat von Anfang an erbrochen. Zwei oder drei Wochen lang wurde von meinen Brüsten Milch abgepumpt. Er bekam außerdem Zusatzfütterungen, aber er konnte nicht saugen. Er wurde sechs bis acht Monate lang mit Urvertrauent) einer Pipette gefüttert. Er hatte Soor, und sein Mund war wund. Es dauerte sehr lange - seinkein selbstweit- 25 Mund wurde acht Monate lang gepinselt -, obwohl es eine 48-Stunden-Krankheit sein soll. Keine Triebhefriedigung in Oraler Phaset Kein gefühl John wurde nach der dritten Woche ganz mit einem Kindernährmittel ernährt. Er konnte nie die Nahrungsmenge bei sich behalten, die für ein Kind seines Alters normal gewesen wäre. Er erbrach sehr oft - ich würde nicht sagen, nach Erbrechen ist geblieben. Plötzliche Geräusche machten ihm viel mehr aus als dem Folge: Angstzustio de aber fast. Dieses 30 durchschnittlichen Säugling. Seine körperliche Entwicklung ging langsam vor sich. Er schien das Gefühl der Unsicherheit von Anfang an zu haben. Er war kein glückliches Baby". [...] Von Anfang an hatten sies) Angst, John anzufassen, weil er ein so zerbrechliches Baby war; es war Angst, nicht Gleichgültigkeit, die sie abhielt, für ihren Sohn zu sorgen. Die gleiche Ängstlichkeit hinderte sie daran, die Kinderpflegerinnen richtig für ihn sorgen zu lassen. Die 35 Eltern machten die Pflegearbeit, die an und für sich schon nicht allzu leicht war, unmöglich. Die Mutter beschrieb, wie ihr Mann beim Heimkommen sofort in Johns Pflege einzugreifen pflegte, aufgeregt oder wütend. „Er war auch nervös in bezug auf das, was John bekam, und sobald er heimkam, pflegte er der Kinderschwester die Flasche wegzunehmen und zu prüfen, ob sie für John die richtige Temperatur hatte." Nur das „er auch“ deutet an, daß 40 diese Verhaltensweise für beide Eltern bezeichnend war. Manche Pflegerinnen gingen, weil sie, gleichgültig was sie taten, immer scharf kritisiert wurden. Andere erwiesen sich als so unfähig, daß der Kinderarzt verlangte, sie müßten sofort gehen. Während seiner ersten sechs Lebensmonate hatte John mindestens vier Kinderschwestern, wobei wir die nicht zählen, die nur ein paar Tage blieben. Dieser ständige Wechsel hielt an, bis er zweieinhalb 45 Jahre alt war. [...] Wie streng manche dieser Pflegerinnen ihn mit Zustimmung der Eltern dressierten, kann man aus der Tatsache erschließen, daß die Sauberkeitserziehung dieses kranken Kindes tu früh! eigent - begonnen wurde, als er erst sechs Wochen alt war. Weitere übermäßige Besorgtheit in lich anale Phase dieser Hinsicht muß geherrscht haben, denn nach Aussagen der Eltern hatte John seit 5 seinen Säuglingstagen Verstopfung und hatte eine Zeitlang regelmäßig Abführmittel Anale Phase un trah? bekommen. [...] Seine Eßschwierigkeiten wurden mit tiefer Angst behandelt, wenn nicht offen strafend. by Jung fürs Ich? Zuerst reagierten seine Pflegerinnen und dann seine Eltern auf seinen Widerstand, indem sie ihm das Essen buchstäblich in den Hals stopften. Als er sich auflehnte und sich wehrte, 55 pflegte ihn ein Elternteil festzuhalten, während eine Pflegerin oder der andere Elternteil ihm keine Trieb- die Nahrung hineinstopfte. Mahlzeiten, die er erbrach, wurden ihm oft mit Gewalt wieder befriedigung in eingefüttert. Diese sich lange hinziehenden Kämpfe füllten einen Großteil seiner wachen oraler Phase Stunden aus. [...] Sonst konnten sich die Eltern nur an wenig aus seiner frühen Kindheit erinnern, da die 60 Kinderschwestern ihn während des größten Teils seiner Säuglingszeit voll versorgt hatten. Trotzdem waren sie sicher, daß John im Vergleich mit ihrem ersten Kind (das mit acht Monaten gestorben war), das sich rasch entwickelt hatte und das sie nun über die Maßen idealisierten, von Anfang an in seiner Entwicklung zurückgeblieben war. Selbst wenn man sie daran erinnerte, daß er nach ihren eigenen Angaben jede Entwicklungsphase in der 65 durchschnittlich üblichen Zeit hinter sich gebracht hatte - er lernte z. B. zu normaler Zeit laufen und sprechen -, bestanden sie immer noch darauf, er sei von Geburt an abnorm langsam gewesen. Er spielte niemals aktiv, wie andere Kinder, er erkältete sich dauernd, und er sah immer sehr traurig und unglücklich aus. Wenn er überhaupt auf die Welt reagierte, wimmerte er. Er würgte häufig, besonders, wenn er etwas Eßbares sah. [...] oraleweringung! 70 Als John fünf Jahre alt war, versuchte man, ihn in den Kindergarten zu schicken; dieser sollte: phallische Versuch wurde sechs Monate später wiederholt. Aus beiden Versuchen wurde nichts, denn Phase er reagierte auf die fremde Umgebung mit großer Angst und mit Erbrechen, so daß er nicht weiter hingehen konnte. Seine Unfähigkeit zum Kindergartenbesuch gehörte zum Gesamtkomplex seiner Unfähigkeit, eine Beziehung zu mehr als einer Person herzustellen - 75 wenn man sein ängstliches, feindseliges Sich-Anklammern überhaupt eine Beziehung nennen kann. Seine Mutter sagte, John habe immer eine überstarke Anhänglichkeit an (utenzphasel lineet einen einzelnen Menschen gehabt. Er ist ein Mensch vom Typ des Polizeihunds. Solange er beziehung? an einer Person hängt, kann er keine andere gebrauchen. Er war so an die Kinderschwestern und an mich gebunden. Als er im Krankenhaus war, hängte er sich an 80 einen kleinen farbigen Jungen. Diese Anhänglichkeit war so heftig, daß er sich weigerte, zu essen, zu schlafen oder mich zu sehen, wenn dieser Junge nicht dabei war."[...] Die körperliche Untersuchung zeigte ihn als „ein nervöses, reizbares, waches Kind". Die psychiatrische Untersuchung ergab folgende Beurteilung: „Es scheint eine erhebliche Diskrepanz zu bestehen zwischen der augenscheinlichen intellektuellen Entwicklung des 85 Kindes und seiner offensichtlichen Retardierung im Gehen und Sprechen. Eine starke Anhänglichkeit an die Mutter mit Betonung der Ausschließlichkeit der Beziehung ist klar nachweisbar." Die Schlußdiagnose war, John leide an „exzessiver infantiler Abhängigkeit. [...] Primäre Verhaltensstörungen mit neurotischen Zügen und Ängsten“. [...] John kam an die Schule10), als er fünfeinhalb Jahre alt war. [...] Anmerkungen: 1) ,,ihrer": gemeint sind: die Eltern 2) Pipette: kleines Glasröhrchen zum Entnehmen und Übertragen kleiner Flüssigkeitsmengen 3) tracheale Katheterisierung: Einführung eines Röhrchens in die Luftröhre Hautstimulation: Anregung der Durchblutung der Haut, z. B. durch Klopfen 4) 5) Glukose: Zuckerlösung Sor 8) ,,genauer": gemeint ist: Die Erinnerung der Mutter stimmte mit dem Klinikbericht genauer überein als der Bericht des Vaters. ,,sie": gemeint sind die Eltern ,,Schule": Gemeint ist die Schule, an der Bettelheim als Therapeut tätig war. 9) 10) Keine Zuneigung: sehr wichtig für erste drev Phasen Läsionen: Verletzungen Soor: Pilzbelag im Mund; klinisch Soor: durch ärztliche Untersuchung festgestellter Soor Bruno Bettelheim (1903 – 1990) war amerikanischer Psychoanalytiker und Kinderpsychologe. Die Rechtschreibung richtet sich nach der Materialgrundlage. 1.) Der Auszug Bruno Bettelheim beschreibt in seinem Buch über die Rehabilitierung emotional A gestörter Kinder den Fall des Kindes John" stammt aus dem Buch, Bruno Bettelheim. So können Sie nicht leben. Die Rehabilitierung emotional gestörter Kinder, welches im Jahr 1973 von Bruno Bettelheim veröffentlicht wurde. Der Auszug thematisiert die infantile Entwicklung des Kindes John, woed wobei alle probleme in seiner Entwicklung erläutert werden. Zuerst wird erläutert, dass John von Geburt an ein schwächliches und kränkliches kind war, welches bereits in der ersten Geburtspoche eine Infektion am Munde erlitt. Zwar war er anderweitig gesund, jedoch verschlechterte™ Sein gesund- heitlicher Zustand nach der i R Klinischen Erlassung erheblich: Johns 2 Nahrungs aufnahme wurde zu einer großen Herausforderung, da er Soor halte und seine Mahlzeiten nicht im Magen halten konnte. ļ Mehr als die Hälfle seines ersten Lebensjahres musste er mit einer Apelle gefüttert werden. Des Weiteren schien John als Baby von Unruhe geplagt und sein to hörperliche Entwicklung ging retardierend voran Dadurch fürchteten die Eltern sich davor, dem zerbrechlichem Säugling wehzutung weswegen sie den Körperkontakt minimierten. Zudem halle John zahlreiche Pelegerinnen in seinem ersten Lebens- jahr, welche sich primár um John Kämmerten Die Angst der Eltern um Johns Gesundheit verleitete sie dazu, ihm oft eum Essen zu zwingen. br Dem widerstrebte sich John öfters und erbrach sein Essen. Obwohl Johns Eltern keinen großen Teil seiner Kindheit einnahmen, and Sie sich sicher, dass er sich en Langsam entwickelte, obwohl er motorische und kognitive Eigenschaften wie gehen und sprechen, zum angemessenem

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sieben folgenden Tage gestillt; außerdem bekam es zusätzlich Flaschennahrung. Am siebten Tag wurden Läsionens) im Mund festgestellt, Erscheinungsbild von Soor) [...]. Am achten Tag: klinisch Soor. Am neunten Tag gebessert. Entlassung am 10. Tag. Entlassungsgewicht: 2750 g." Abgesehen von der Mundinfektion war der Zustand des Säuglings völlig normal. In den 15 Aufzeichnungen der Säuglingsstation steht nichts von Ernährungsschwierigkeiten. [...] Die Erinnerung der Mutter stimmte genauers) mit dem Bericht überein. Sie erinnerte sich ans Stillen und auch daran, daß die Ernährungsschwierigkeiten nicht in der Klinik, sondern erst dann begannen, als John aus der Klinik entlassen worden war. Sie fügte hinzu, er sei nicht fähig gewesen zu saugen. (Die Klinikberichte zeigen, daß dies während seines Aufenthaltes 20 dort nicht zutraf.) Er war „als Säugling apathisch. Er hatte Soor, und die Ernährungsprobleme begannen, als er aus der Klinik kam. Er hat von Anfang an erbrochen. Zwei oder drei Wochen lang wurde von meinen Brüsten Milch abgepumpt. Er bekam außerdem Zusatzfütterungen, aber er konnte nicht saugen. Er wurde sechs bis acht Monate lang mit Urvertrauent) einer Pipette gefüttert. Er hatte Soor, und sein Mund war wund. Es dauerte sehr lange - seinkein selbstweit- 25 Mund wurde acht Monate lang gepinselt -, obwohl es eine 48-Stunden-Krankheit sein soll. Keine Triebhefriedigung in Oraler Phaset Kein gefühl John wurde nach der dritten Woche ganz mit einem Kindernährmittel ernährt. Er konnte nie die Nahrungsmenge bei sich behalten, die für ein Kind seines Alters normal gewesen wäre. Er erbrach sehr oft - ich würde nicht sagen, nach Erbrechen ist geblieben. Plötzliche Geräusche machten ihm viel mehr aus als dem Folge: Angstzustio de aber fast. Dieses 30 durchschnittlichen Säugling. Seine körperliche Entwicklung ging langsam vor sich. Er schien das Gefühl der Unsicherheit von Anfang an zu haben. Er war kein glückliches Baby". [...] Von Anfang an hatten sies) Angst, John anzufassen, weil er ein so zerbrechliches Baby war; es war Angst, nicht Gleichgültigkeit, die sie abhielt, für ihren Sohn zu sorgen. Die gleiche Ängstlichkeit hinderte sie daran, die Kinderpflegerinnen richtig für ihn sorgen zu lassen. Die 35 Eltern machten die Pflegearbeit, die an und für sich schon nicht allzu leicht war, unmöglich. Die Mutter beschrieb, wie ihr Mann beim Heimkommen sofort in Johns Pflege einzugreifen pflegte, aufgeregt oder wütend. „Er war auch nervös in bezug auf das, was John bekam, und sobald er heimkam, pflegte er der Kinderschwester die Flasche wegzunehmen und zu prüfen, ob sie für John die richtige Temperatur hatte." Nur das „er auch“ deutet an, daß 40 diese Verhaltensweise für beide Eltern bezeichnend war. Manche Pflegerinnen gingen, weil sie, gleichgültig was sie taten, immer scharf kritisiert wurden. Andere erwiesen sich als so unfähig, daß der Kinderarzt verlangte, sie müßten sofort gehen. Während seiner ersten sechs Lebensmonate hatte John mindestens vier Kinderschwestern, wobei wir die nicht zählen, die nur ein paar Tage blieben. Dieser ständige Wechsel hielt an, bis er zweieinhalb 45 Jahre alt war. [...] Wie streng manche dieser Pflegerinnen ihn mit Zustimmung der Eltern dressierten, kann man aus der Tatsache erschließen, daß die Sauberkeitserziehung dieses kranken Kindes tu früh! eigent - begonnen wurde, als er erst sechs Wochen alt war. Weitere übermäßige Besorgtheit in lich anale Phase dieser Hinsicht muß geherrscht haben, denn nach Aussagen der Eltern hatte John seit 5 seinen Säuglingstagen Verstopfung und hatte eine Zeitlang regelmäßig Abführmittel Anale Phase un trah? bekommen. [...] Seine Eßschwierigkeiten wurden mit tiefer Angst behandelt, wenn nicht offen strafend. by Jung fürs Ich? Zuerst reagierten seine Pflegerinnen und dann seine Eltern auf seinen Widerstand, indem sie ihm das Essen buchstäblich in den Hals stopften. Als er sich auflehnte und sich wehrte, 55 pflegte ihn ein Elternteil festzuhalten, während eine Pflegerin oder der andere Elternteil ihm keine Trieb- die Nahrung hineinstopfte. Mahlzeiten, die er erbrach, wurden ihm oft mit Gewalt wieder befriedigung in eingefüttert. Diese sich lange hinziehenden Kämpfe füllten einen Großteil seiner wachen oraler Phase Stunden aus. [...] Sonst konnten sich die Eltern nur an wenig aus seiner frühen Kindheit erinnern, da die 60 Kinderschwestern ihn während des größten Teils seiner Säuglingszeit voll versorgt hatten. Trotzdem waren sie sicher, daß John im Vergleich mit ihrem ersten Kind (das mit acht Monaten gestorben war), das sich rasch entwickelt hatte und das sie nun über die Maßen idealisierten, von Anfang an in seiner Entwicklung zurückgeblieben war. Selbst wenn man sie daran erinnerte, daß er nach ihren eigenen Angaben jede Entwicklungsphase in der 65 durchschnittlich üblichen Zeit hinter sich gebracht hatte - er lernte z. B. zu normaler Zeit laufen und sprechen -, bestanden sie immer noch darauf, er sei von Geburt an abnorm langsam gewesen. Er spielte niemals aktiv, wie andere Kinder, er erkältete sich dauernd, und er sah immer sehr traurig und unglücklich aus. Wenn er überhaupt auf die Welt reagierte, wimmerte er. Er würgte häufig, besonders, wenn er etwas Eßbares sah. [...] oraleweringung! 70 Als John fünf Jahre alt war, versuchte man, ihn in den Kindergarten zu schicken; dieser sollte: phallische Versuch wurde sechs Monate später wiederholt. Aus beiden Versuchen wurde nichts, denn Phase er reagierte auf die fremde Umgebung mit großer Angst und mit Erbrechen, so daß er nicht weiter hingehen konnte. Seine Unfähigkeit zum Kindergartenbesuch gehörte zum Gesamtkomplex seiner Unfähigkeit, eine Beziehung zu mehr als einer Person herzustellen - 75 wenn man sein ängstliches, feindseliges Sich-Anklammern überhaupt eine Beziehung nennen kann. Seine Mutter sagte, John habe immer eine überstarke Anhänglichkeit an (utenzphasel lineet einen einzelnen Menschen gehabt. Er ist ein Mensch vom Typ des Polizeihunds. Solange er beziehung? an einer Person hängt, kann er keine andere gebrauchen. Er war so an die Kinderschwestern und an mich gebunden. Als er im Krankenhaus war, hängte er sich an 80 einen kleinen farbigen Jungen. Diese Anhänglichkeit war so heftig, daß er sich weigerte, zu essen, zu schlafen oder mich zu sehen, wenn dieser Junge nicht dabei war."[...] Die körperliche Untersuchung zeigte ihn als „ein nervöses, reizbares, waches Kind". Die psychiatrische Untersuchung ergab folgende Beurteilung: „Es scheint eine erhebliche Diskrepanz zu bestehen zwischen der augenscheinlichen intellektuellen Entwicklung des 85 Kindes und seiner offensichtlichen Retardierung im Gehen und Sprechen. Eine starke Anhänglichkeit an die Mutter mit Betonung der Ausschließlichkeit der Beziehung ist klar nachweisbar." Die Schlußdiagnose war, John leide an „exzessiver infantiler Abhängigkeit. [...] Primäre Verhaltensstörungen mit neurotischen Zügen und Ängsten“. [...] John kam an die Schule10), als er fünfeinhalb Jahre alt war. [...] Anmerkungen: 1) ,,ihrer": gemeint sind: die Eltern 2) Pipette: kleines Glasröhrchen zum Entnehmen und Übertragen kleiner Flüssigkeitsmengen 3) tracheale Katheterisierung: Einführung eines Röhrchens in die Luftröhre Hautstimulation: Anregung der Durchblutung der Haut, z. B. durch Klopfen 4) 5) Glukose: Zuckerlösung Sor 8) ,,genauer": gemeint ist: Die Erinnerung der Mutter stimmte mit dem Klinikbericht genauer überein als der Bericht des Vaters. ,,sie": gemeint sind die Eltern ,,Schule": Gemeint ist die Schule, an der Bettelheim als Therapeut tätig war. 9) 10) Keine Zuneigung: sehr wichtig für erste drev Phasen Läsionen: Verletzungen Soor: Pilzbelag im Mund; klinisch Soor: durch ärztliche Untersuchung festgestellter Soor Bruno Bettelheim (1903 – 1990) war amerikanischer Psychoanalytiker und Kinderpsychologe. Die Rechtschreibung richtet sich nach der Materialgrundlage. 1.) Der Auszug Bruno Bettelheim beschreibt in seinem Buch über die Rehabilitierung emotional A gestörter Kinder den Fall des Kindes John" stammt aus dem Buch, Bruno Bettelheim. So können Sie nicht leben. Die Rehabilitierung emotional gestörter Kinder, welches im Jahr 1973 von Bruno Bettelheim veröffentlicht wurde. Der Auszug thematisiert die infantile Entwicklung des Kindes John, woed wobei alle probleme in seiner Entwicklung erläutert werden. Zuerst wird erläutert, dass John von Geburt an ein schwächliches und kränkliches kind war, welches bereits in der ersten Geburtspoche eine Infektion am Munde erlitt. Zwar war er anderweitig gesund, jedoch verschlechterte™ Sein gesund- heitlicher Zustand nach der i R Klinischen Erlassung erheblich: Johns 2 Nahrungs aufnahme wurde zu einer großen Herausforderung, da er Soor halte und seine Mahlzeiten nicht im Magen halten konnte. ļ Mehr als die Hälfle seines ersten Lebensjahres musste er mit einer Apelle gefüttert werden. Des Weiteren schien John als Baby von Unruhe geplagt und sein to hörperliche Entwicklung ging retardierend voran Dadurch fürchteten die Eltern sich davor, dem zerbrechlichem Säugling wehzutung weswegen sie den Körperkontakt minimierten. Zudem halle John zahlreiche Pelegerinnen in seinem ersten Lebens- jahr, welche sich primár um John Kämmerten Die Angst der Eltern um Johns Gesundheit verleitete sie dazu, ihm oft eum Essen zu zwingen. br Dem widerstrebte sich John öfters und erbrach sein Essen. Obwohl Johns Eltern keinen großen Teil seiner Kindheit einnahmen, and Sie sich sicher, dass er sich en Langsam entwickelte, obwohl er motorische und kognitive Eigenschaften wie gehen und sprechen, zum angemessenem