Arbeitslehre/Wirtschaft/AWT/WRT3.043Aktualisiert 21. Okt. 20269 Seiten

Zusammenfassung BWR 11. Klasse: Unternehmerische Ziele und Kostenrechnung

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Verena @verena_neab
Unternehmerische Ziele, Materialbeschaffung und Kostenrechnung sind zentrale Themen in BWR, die dir überall im Geschäftsleben begegnen werden. Von der strategischen Planung bis zur Preiskalkulation – hier lernst du, wie Unternehmen wirklich funktionieren und Entscheidungen treffen.
BWR 11. Klasse Zusammenfassung – Seite 1

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Unternehmerische Ziele und Wirtschaftlichkeitsprinzipien

Jedes Unternehmen jongliert mit verschiedenen Zielen, die manchmal harmonieren und manchmal kollidieren. Ökonomische Ziele wie Gewinnmaximierung stehen oft ethisch-sozialen Zielen wie Mitarbeiterzufriedenheit gegenüber. Ökologische Ziele wie umweltverträgliche Produktion können zusätzliche Kosten verursachen.

Das Maximalprinzip bedeutet: Mit festem Budget das beste Ergebnis rausholen. Das Minimalprinzip funktioniert umgekehrt: Ein bestimmtes Ziel mit möglichst wenig Aufwand erreichen. Diese beiden Prinzipien helfen dir, wirtschaftliche Entscheidungen zu verstehen.

Bei Zielharmonie unterstützen sich Ziele gegenseitig (mehr Umsatz = mehr Gewinn). Zielkonflikte entstehen, wenn sich Ziele widersprechen – zum Beispiel Kostensenkung durch Entlassungen versus Mitarbeiterzufriedenheit. Zielindifferenz bedeutet, dass Ziele sich nicht beeinflussen.

Wichtige Kennzahlen: Die Produktivität zeigt das Verhältnis von Output zu Input. Die Wirtschaftlichkeit sollte über 1 liegen, die Rentabilität über dem Marktzins. Diese Kennzahlen helfen bei der Bewertung des Unternehmenserfolgs.

💡 Merke dir: Unternehmen müssen ständig Kompromisse finden und Prioritäten setzen, weil nicht alle Ziele gleichzeitig erreichbar sind.

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Materialbeschaffung - Die ersten Schritte

Bevor ein Unternehmen produzieren kann, muss es Material beschaffen. Der Prozess startet mit der Bezugsquellenermittlung über interne Quellen (Internet, Messen) oder externe Datenbanken. Dann folgt der entscheidende Angebotsvergleich.

Der quantitative Angebotsvergleich (Bezugskalkulation) rechnet vom Listeneinkaufspreis über Rabatte und Skonti bis zum Bezugspreis. Der qualitative Angebotsvergleich berücksichtigt Faktoren wie Produktqualität, Lieferzeit und Zuverlässigkeit – manchmal wichtiger als der reine Preis!

Bei den Beschaffungsarten hast du drei Optionen: Fallweise Beschaffung (bestellen wenn nötig, keine Lagerkosten aber Risiko), Vorratsbeschaffung (auf Vorrat, sicher aber teuer) oder fertigungssynchrone Beschaffung (Just-in-time, perfektes Timing aber aufwendig).

Die optimale Bestellmenge findest du mit der Andlerformel oder durch tabellarische Berechnung. Ziel ist es, die Gesamtkosten aus Bestell- und Lagerkosten zu minimieren.

💡 Praxistipp: Just-in-time funktioniert nur bei zuverlässigen Lieferanten – ein Ausfall kann die ganze Produktion lahmlegen!

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Bestellpunktverfahren und optimale Bestellmenge

Das Bestellpunktverfahren sorgt dafür, dass dir nie die Materialien ausgehen. Der Mindestbestand ist deine eiserne Reserve für Notfälle. Der Meldebestand löst automatisch eine neue Bestellung aus, berechnet als: Mindestbestand + (Tagesverbrauch × Lieferzeit).

Die tabellarische Ermittlung der optimalen Bestellmenge zeigt dir konkret, wie sich Bestell- und Lagerkosten verhalten. Je häufiger du bestellst, desto höher die Bestellkosten, aber desto niedriger die Lagerkosten – und umgekehrt.

Im Beispiel mit den Ölfiltern siehst du: Bei 2000 Stück Jahresbedarf und 6€ Bezugspreis ist die optimale Bestellmenge 667 Stück. Das ergibt die niedrigsten Gesamtkosten von 380€ pro Jahr.

Die grafische Darstellung macht es noch deutlicher: Die Gesamtkostenkurve hat ihren tiefsten Punkt bei der optimalen Bestellmenge. Links und rechts davon wird es teurer.

💡 Eselsbrücke: Zu wenig bestellen = oft bestellen = hohe Bestellkosten. Zu viel bestellen = lange lagern = hohe Lagerkosten.

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ABC-Analyse - Prioritäten richtig setzen

Die ABC-Analyse teilt deine Materialien in drei Klassen: A-Güter machen 80% des Wertes aus, aber nur einen kleinen Mengenanteil. B-Güter liegen dazwischen mit etwa 10% Wertanteil. C-Güter haben nur 5% Wertanteil, aber den größten Mengenanteil.

Für A-Güter verwendest du fertigungssynchrone Beschaffung, häufige Bestellungen und genaue Kontrollen – sie sind zu wertvoll für Nachlässigkeit. C-Güter können großzügig auf Vorrat bestellt werden mit lockerer Kontrolle – der Aufwand würde die Kosten übersteigen.

Die Durchführung erfolgt in sieben Schritten: Jahresgesamtkosten berechnen, absteigend ordnen, Verbrauchsanteile ermitteln, kumulierte Anteile berechnen, mengenmäßige Anteile bestimmen und Verbesserungsstrategien entwickeln.

Im Beispiel sind Spoiler (500.000€) und Spezialblech (420.000€) eindeutig A-Güter, während Muttern (45.000€) C-Güter sind. Diese Einteilung bestimmt deine Beschaffungsstrategie.

💡 Praktisch: 20% deiner Artikel verursachen 80% der Kosten – konzentriere dich auf diese A-Güter!

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Kostenartenrechnung - Kosten verstehen und einteilen

Die Kostenartenrechnung teilt Kosten nach ihrer Zurechenbarkeit auf. Einzelkosten wie Fertigungsmaterial kannst du direkt einem Produkt zuordnen. Gemeinkosten wie Miete oder Gehälter fallen für mehrere Produkte an und brauchen Verteilungsschlüssel.

Fixkosten bleiben konstant, egal wie viel du produzierst – Miete zahlst du immer. Variable Kosten ändern sich mit der Produktionsmenge – mehr Rohstoffe für mehr Produkte. Manche Kosten wie Strom können je nach Verwendung fix oder variabel sein.

Neutrale Aufwendungen gehören nicht zu den Kosten: Betriebsfremde (Wertpapierverkäufe), periodenfremde (Nachzahlungen) und außerordentliche Aufwendungen (Katastrophenschäden) verfälschen das Betriebsergebnis.

Die Abgrenzung zwischen Aufwendungen/Erträgen (externes Rechnungswesen) und Kosten/Leistungen (internes Rechnungswesen) ist fundamental. Nicht jeder Aufwand ist eine Kostenstelle, nicht jeder Ertrag eine Leistung.

💡 Wichtig: Kosten entstehen nur im Rahmen der normalen betrieblichen Tätigkeit – alles andere sind neutrale Aufwendungen!

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Kostenstellenrechnung - Wo entstehen die Kosten?

Die Kostenstellenrechnung verteilt Gemeinkosten auf die Hauptkostenstellen Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb. Das Hilfsmittel ist der Betriebsabrechnungsbogen (BAB), der für jede Kostenstelle Zuschlagssätze ermittelt.

Die Zuschlagssätze berechnest du so: Materialgemeinkosten durch Fertigungsmaterial, Fertigungsgemeinkosten durch Fertigungslöhne, Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten durch Herstellkosten des Umsatzes – jeweils mal 100 für Prozent.

Das Kalkulationsschema führt dich von den Materialkosten über die Fertigungskosten zu den Herstellkosten und schließlich zu den Selbstkosten. Bei Bestandsveränderungen musst du zwischen HKA (Herstellkosten der Abrechnungsperiode) und HKU (des Umsatzes) unterscheiden.

Sondereinzelkosten der Fertigung und des Vertriebs werden separat hinzugerechnet, da sie zwar dem Produkt direkt zurechenbar, aber nicht in den normalen Zuschlagssätzen enthalten sind.

💡 Praxistipp: Ohne BAB keine vernünftige Kalkulation – er ist das Herzstück der Kostenrechnung!

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Gemeinkostenzuschlagssätze berechnen

Die Ist-Zuschlagssätze basieren auf tatsächlich angefallenen Kosten. Du teilst die Ist-Gemeinkosten durch die Ist-Basis und multiplizierst mit 100. Im Beispiel: Materialgemeinkosten 4.000€ durch Fertigungsmaterial 16.000€ = 25%.

Normalgemeinkosten basieren auf Erfahrungswerten und dienen der Vorkalkulation. Die Differenz zwischen Normal- und Istkosten führt zu Über- oder Unterdeckungen. Überdeckung = weniger Kosten als geplant, Unterdeckung = mehr Kosten als geplant.

Die Herstellkosten ermittelst du schrittweise: Fertigungsmaterial plus Materialgemeinkosten ergeben Materialkosten. Plus Fertigungslöhne, Fertigungsgemeinkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung ergeben die Herstellkosten.

Diese systematische Vorgehensweise garantiert, dass alle Kosten erfasst und richtig verteilt werden. Ohne diese Genauigkeit wären deine Verkaufspreise falsch kalkuliert.

💡 Achtung: Über- und Unterdeckungen zeigen dir, ob deine Planung realistisch war – sie sind wichtige Kontrollinstrumente!

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Kostenträgerrechnung - Wer trägt welche Kosten?

Die Kostenträgerrechnung beantwortet, wie viel jedes Produkt kostet. Sie gliedert sich in Kostenträgerzeitrechnung (gesamte Periode) und Kostenträgerstückrechnung (pro Stück). Beide nutzen das Kostenträgerzeitblatt als zentrales Instrument.

In der Vorkalkulation verwendest du Normalgemeinkostenzuschlagssätze für die Angebotspreisermittlung. Die Nachkalkulation arbeitet mit Ist-Zuschlagssätzen zur Kontrolle der tatsächlichen Kosten.

Das Betriebsergebnis ergibt sich aus Nettoverkaufserlöse minus Istkosten. Das Umsatzergebnis aus Nettoverkaufserlöse minus Normalkosten. Die Differenz zeigt Kostenüber- oder -unterdeckungen.

Die Formel lautet: Betriebsergebnis = Umsatzergebnis + Kostenüberdeckung oder Betriebsergebnis = Umsatzergebnis - Kostenunterdeckung. So siehst du, ob deine Kostenschätzungen richtig waren.

💡 Wichtig: Vorkalkulation hilft bei der Preisfindung, Nachkalkulation bei der Erfolgskontrolle – beide sind unverzichtbar!

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Kostenträgerstückrechnung - Preise richtig kalkulieren

Die Kostenträgerstückrechnung führt von den Selbstkosten zum Angebotspreis. Du hast drei Kalkulationsmethoden: Vorwärts-, Rückwärts- und Differenzkalkulation.

Bei der Vorwärtskalkulation startest du mit den Selbstkosten, addierst Gewinn, Vertreterprovision, Skonto und Rabatt bis zum Angebotspreis. Bei der Rückwärtskalkulation gehst du vom vorgegebenen Marktpreis rückwärts zu den erlaubten Selbstkosten.

Die Differenzkalkulation kombiniert beide Methoden und zeigt alle Zwischenschritte vom Fertigungsmaterial bis zum Angebotspreis. Sie ist besonders hilfreich, wenn du einzelne Positionen ändern musst.

Wichtige Zuschlagsbasen: Gewinn auf Selbstkosten, Skonto auf Zielverkaufspreis, Vertreterprovision auf Zielverkaufspreis, Rabatt auf Angebotspreis. Diese Bezugsgrößen musst du exakt beachten!

💡 Praxistipp: Die Rückwärtskalkulation zeigt dir, ob ein Marktpreis überhaupt kostendeckend ist – manchmal musst du Aufträge ablehnen!

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