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Entwicklungen des Turnen (im Schulsport)

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Heutzutage ist Turnen ein klassischer Schulsport. Bei Turnwettkämpfen oder -festen messen
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Sophie Reese

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Zweiseitiger Aufsatz, knapp 1000 Wörter, über die Entwicklung des Turnsportes, Turnvater Jahn, etc.

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Entwicklung des Turnen ( im Schulsport) Heutzutage ist Turnen ein klassischer Schulsport. Bei Turnwettkämpfen oder -festen messen sich Schüler untereinander, aber auch außerhalb der Schule finden viele Menschen in Turnvereinen und -verbänden gefallen an diesem Sport. Doch das war nicht immer so, als sich vor etwa 200 Jahren der Sport begann zu entwicklen. Als ein Ursprung des Turnen kann die „pädagogische Gymnastik“ gesehen werden. Sie wurde mit dem Ziel Kinder zu Bürgern zu erziehen, von Johann Guts Muths im 18. Jahundert entwickelt. Unter ,,Vater des Turnen“ versteht man jedoch den Pädagogen und Politiker Friedrich Ludwig Jahn, welcher dem Sport Turnen Anfang des 19. Jahunderts einen Wandel bereitete. Er verfolgte nicht nur das physische Ziel der Volkserziehung und Disziplin, sondern auch das moralische. Seine politischen Hintergedanken waren die Befreiung Preußens von der damaligen französischen Besetzung, das Ende der feudalen Ordnung sowie die Gründung eines Nationalstaates. Im Jahr 1811 errichtete Friedrich Ludwig Jahn seinen ersten Turnplatz auf der Hasenheide (heute Neuköln). Dieser hatte zusätzlich zum Sportbereich einen sogenannten Thing, auf welchem oftmals patriotische Reden gehalten und Lieder gesungen wurden oder Gedenkfeiern stattfanden. Jahn zählt zwar als Erfinder des Geräteturnen, er führte die heute bekannten Turngeräte Barren und Reck ein, doch unter seinem damaligen Turnen verstand man auch Laufen, Werfen, Klettern, etc. Auch unterscheiden sich seine damaligen Ansichten zu Wettkämpfen zu den heutigen....

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Für ihn war es beispielsweise nicht wichtig möglichst schnell ins Ziel zu kommen, sondern mit einem nicht erschöpften Erscheinungsbild. Ein weiteres eispiel ist die Anpassung der Sprungweite / -höhe auf die Körpergröße wodurch die Leistung unterschiedlich gewertet wurde. Neun Jahre später, 1820, wurde Hasenheide und die bis dahin knapp 600 weiteren entstandenen Turnplätze geschlossen, da die politischen Ziele des Turnen, durch die Gründung des Deutschen Bundes, in ein negatives Licht gedrängt worden waren. Des Weiteren wurde Jahn inhaftiert. Diese negative Einstellung dem Turnen gegenüber veränderte sich dann jedoch im folgenden Jahrzehnt. Bis zu den 1830-ern war das Turnen lediglich dem männlichen Geschlecht vorbehalten. Das Turnen sollte nun jedoch auch die Gesundheit des ,,schwachen Geschlechtes“ verbessern. Im Jahr 1842 wurde das Turnen als notwendig in der männlichen Nationalerziehung anerkannt und deswegen an vielen höheren Knabenschulen unterrichtet. In extra errichteten Turnhallen war jedoch kein Klettern möglich und auch die volkstümlichen Spiele wurden nicht mehr unterrichtet. Stattdessen fanden Übungen nach militärischem Kommando und Ordnungsübungen ihren Platz im Lehrplan. Seit den 1850-ern wurde das Turnen teilweise an höheren Töchterschulen unterrichtet. Hier unterschieden sich jedoch die Übungen deutlich zu den an den höheren Knabenschulen unterrichteten. Während der Revolution 1848 / 1849 entstanden neue Turnvereine und -verbände. Politik spielte aber nicht immer, wie bei der ursprünglichen Bewegung Jahns, eine tragende Rolle. Man konnte zwischen „Maulturnern" (Politik und Turnen) und „Nur-Turnern“ (kein Bezug vom Turnen zur Politik) unterscheiden. Als die Revolution jedoch scheiterte, gab es neben dem Turnverbot auch politische Verfolgungen. Erst 1860 verbreitete sich das Turnen dann wieder erneut und 1868 wurde die Deutsche Turnerschaft (DT) gegründet. Auch wenn die Turnsperre die Entwicklung über ein Jahrzehnt stoppte, wurde es im Jahr 18 vorgeschrieben das Turnen an Schulen zu unterrichten. Die Ziele sind nun einerseits die Erziehung zu Disziplin aber auch die Gesundheitsförderung steht im Vordergrund. Um spezielle Lehrer ausbilden zu können, wurde beispielsweise 1872 in München die Zentralturnlehrerbildungsanstalt gegründet. Während der Weimarer Republik blühte das Turnen in der Schule noch einmal richtig auf. Das aus der Kaiserzeit bekannte Schulturnen wurde durch das ,,Natürliche Turnen", welches durch die Österreicher Karl Gaulhofer und Margarete Streicher reformiert wurde, ersetzt. Es fanden Wandertage statt, und neben Gymnastik und Tanz fanden ebenfalls Spiele wieder eine Bedeutung im Turnen. In Ergänzung dazu gab es trotzdem weiterhin Wettkämpfe. Im Jahr 1920 galt Turnen als ein Hauptfach und auf der Reichsschulkonferenz wurde die ,,tägliche Turnstunde" verabschiedet. Der Sportunterricht im Dritten Reich zielte auf die nationalsozialistische Gesamterziehung. Das Turnen verschwand jedoch fast durch die Jugendorganisationen. Durch die Teilnahme bleibt kaum noch Zeit für Spiele und sämtliche Wettkämpfe finden innerhalb der Hitlerjugend statt. Noch vor dem zweiten Weltkrieg, nämlich im Jahr 1937, konnte kein Schulsport mehr stattfinden, da die Sporthallen der Schulen als Getreidespeicher gebraucht wurden oder als Lazarett eine neue Verwendung fanden. Als Deutschland sich nach dem zweiten Weltkrieg spaltete, ist auch das Turnen nicht mehr einheitlich. In Westdeutschland wurde der Sportunterricht weiterhin als wichtig erachtet, besonders im Hinblick auf die Gesundheit, jedoch war Turnen nicht mehr primärer Inhalt des Sportunterrichtes und auch andere Sportarten fanden ihren Platz im Lehrplan. In Ostdeutschland gab es hingegen Kinder- und Jugendsportschulen ( KJS ) und ab 1956 wurde das Turnen genutzt um die Jugend patriotisch zu erziehen. Damit griff der Osten den ursprünglichen Gedanken von Jahn sozusagen wieder auf. Dieser Gedanke konnte sich letztendlich, in der heute vereinten Bundesrepublik, nicht durch setzten. Heutzutage wird Turnen zwar in der Schule unterrichtet, jedoch nicht, um Kinder und Jugendliche patriotisch und zu Disziplin zu erziehen. Es werden ebenfalls andere Sportarten im Schulsport unterrichtet. Auch das Mädchen und Jungen zusammen unterrichtet werden, war in den ersten Turnanfängen vor 200 Jahren nicht vorzustellen. Trotzdem gibt es auch heutzutage Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Turngeräte wie der Schwebebalken oder das Pferd werden beispielsweise nur von Frauen oder eben Männern beturnt. Aber auch außerhalb des Schulsportes hat das Turnen seinen Platz gefunden. Fast fünf Millionen Menschen in Deutschland turnen in ihrer Freizeit oder auch bei Turnieren. Quellen: http://www.bpb.de/apuz/33345/200-jahre-turnbewegung-von-der-hasenheide-bis-heute?p=all; Zugriff am 14.03.2019 http://www.sportunterricht.de/lksport/info_sport22.html; https://de.m.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Ludwig_Jahn; https://de.m.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Turner-Bund; Zugriff am 03.04.2019 Zugriff am 03.04.2019 Zugriff am 03.04.2019

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Entwicklung des Turnen ( im Schulsport) Heutzutage ist Turnen ein klassischer Schulsport. Bei Turnwettkämpfen oder -festen messen sich Schüler untereinander, aber auch außerhalb der Schule finden viele Menschen in Turnvereinen und -verbänden gefallen an diesem Sport. Doch das war nicht immer so, als sich vor etwa 200 Jahren der Sport begann zu entwicklen. Als ein Ursprung des Turnen kann die „pädagogische Gymnastik“ gesehen werden. Sie wurde mit dem Ziel Kinder zu Bürgern zu erziehen, von Johann Guts Muths im 18. Jahundert entwickelt. Unter ,,Vater des Turnen“ versteht man jedoch den Pädagogen und Politiker Friedrich Ludwig Jahn, welcher dem Sport Turnen Anfang des 19. Jahunderts einen Wandel bereitete. Er verfolgte nicht nur das physische Ziel der Volkserziehung und Disziplin, sondern auch das moralische. Seine politischen Hintergedanken waren die Befreiung Preußens von der damaligen französischen Besetzung, das Ende der feudalen Ordnung sowie die Gründung eines Nationalstaates. Im Jahr 1811 errichtete Friedrich Ludwig Jahn seinen ersten Turnplatz auf der Hasenheide (heute Neuköln). Dieser hatte zusätzlich zum Sportbereich einen sogenannten Thing, auf welchem oftmals patriotische Reden gehalten und Lieder gesungen wurden oder Gedenkfeiern stattfanden. Jahn zählt zwar als Erfinder des Geräteturnen, er führte die heute bekannten Turngeräte Barren und Reck ein, doch unter seinem damaligen Turnen verstand man auch Laufen, Werfen, Klettern, etc. Auch unterscheiden sich seine damaligen Ansichten zu Wettkämpfen zu den heutigen....

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In extra errichteten Turnhallen war jedoch kein Klettern möglich und auch die volkstümlichen Spiele wurden nicht mehr unterrichtet. Stattdessen fanden Übungen nach militärischem Kommando und Ordnungsübungen ihren Platz im Lehrplan. Seit den 1850-ern wurde das Turnen teilweise an höheren Töchterschulen unterrichtet. Hier unterschieden sich jedoch die Übungen deutlich zu den an den höheren Knabenschulen unterrichteten. Während der Revolution 1848 / 1849 entstanden neue Turnvereine und -verbände. Politik spielte aber nicht immer, wie bei der ursprünglichen Bewegung Jahns, eine tragende Rolle. Man konnte zwischen „Maulturnern" (Politik und Turnen) und „Nur-Turnern“ (kein Bezug vom Turnen zur Politik) unterscheiden. Als die Revolution jedoch scheiterte, gab es neben dem Turnverbot auch politische Verfolgungen. Erst 1860 verbreitete sich das Turnen dann wieder erneut und 1868 wurde die Deutsche Turnerschaft (DT) gegründet. Auch wenn die Turnsperre die Entwicklung über ein Jahrzehnt stoppte, wurde es im Jahr 18 vorgeschrieben das Turnen an Schulen zu unterrichten. Die Ziele sind nun einerseits die Erziehung zu Disziplin aber auch die Gesundheitsförderung steht im Vordergrund. Um spezielle Lehrer ausbilden zu können, wurde beispielsweise 1872 in München die Zentralturnlehrerbildungsanstalt gegründet. Während der Weimarer Republik blühte das Turnen in der Schule noch einmal richtig auf. Das aus der Kaiserzeit bekannte Schulturnen wurde durch das ,,Natürliche Turnen", welches durch die Österreicher Karl Gaulhofer und Margarete Streicher reformiert wurde, ersetzt. Es fanden Wandertage statt, und neben Gymnastik und Tanz fanden ebenfalls Spiele wieder eine Bedeutung im Turnen. In Ergänzung dazu gab es trotzdem weiterhin Wettkämpfe. Im Jahr 1920 galt Turnen als ein Hauptfach und auf der Reichsschulkonferenz wurde die ,,tägliche Turnstunde" verabschiedet. Der Sportunterricht im Dritten Reich zielte auf die nationalsozialistische Gesamterziehung. Das Turnen verschwand jedoch fast durch die Jugendorganisationen. Durch die Teilnahme bleibt kaum noch Zeit für Spiele und sämtliche Wettkämpfe finden innerhalb der Hitlerjugend statt. Noch vor dem zweiten Weltkrieg, nämlich im Jahr 1937, konnte kein Schulsport mehr stattfinden, da die Sporthallen der Schulen als Getreidespeicher gebraucht wurden oder als Lazarett eine neue Verwendung fanden. Als Deutschland sich nach dem zweiten Weltkrieg spaltete, ist auch das Turnen nicht mehr einheitlich. In Westdeutschland wurde der Sportunterricht weiterhin als wichtig erachtet, besonders im Hinblick auf die Gesundheit, jedoch war Turnen nicht mehr primärer Inhalt des Sportunterrichtes und auch andere Sportarten fanden ihren Platz im Lehrplan. In Ostdeutschland gab es hingegen Kinder- und Jugendsportschulen ( KJS ) und ab 1956 wurde das Turnen genutzt um die Jugend patriotisch zu erziehen. 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Quellen: http://www.bpb.de/apuz/33345/200-jahre-turnbewegung-von-der-hasenheide-bis-heute?p=all; Zugriff am 14.03.2019 http://www.sportunterricht.de/lksport/info_sport22.html; https://de.m.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Ludwig_Jahn; https://de.m.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Turner-Bund; Zugriff am 03.04.2019 Zugriff am 03.04.2019 Zugriff am 03.04.2019