Die Entwicklung des Turnens im 19. Jahrhundert
In den 1830er Jahren begann sich die Einstellung zum Turnen zu wandeln, und es wurde auch für Frauen zugänglich gemacht. 1842 erkannte man das Turnen als notwendigen Teil der männlichen Nationalerziehung an und führte es an vielen höheren Knabenschulen ein.
Highlight: Die Einführung des Turnens an Schulen markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Schulsports.
In den neu errichteten Turnhallen veränderte sich der Charakter des Turnens:
- Klettern war nicht mehr möglich
- Volkstümliche Spiele verschwanden aus dem Lehrplan
- Übungen nach militärischem Kommando und Ordnungsübungen wurden eingeführt
Ab den 1850er Jahren wurde das Turnen teilweise auch an höheren Töchterschulen unterrichtet, wobei sich die Übungen deutlich von denen der Knabenschulen unterschieden.
Während der Revolution von 1848/49 entstanden neue Turnvereine und -verbände. Es gab eine Spaltung zwischen "Maulturnern", die Turnen und Politik verbanden, und "Nur-Turnern", die keinen politischen Bezug herstellten. Nach dem Scheitern der Revolution folgte ein erneutes Turnverbot und politische Verfolgungen.
Quote: "Die Turnbewegung Vormärz spiegelte die politischen Spannungen der Zeit wider."
1860 erlebte das Turnen eine Renaissance, und 1868 wurde die Deutsche Turnerschaft (DT) gegründet. Trotz der vorherigen Turnsperre wurde das Turnen im selben Jahr als Pflichtfach an Schulen eingeführt. Die Ziele verschoben sich zur Erziehung zur Disziplin und Gesundheitsförderung.
Definition: Die Deutsche Turnerschaft (DT) war der erste nationale Turnverband in Deutschland.
Um spezialisierte Lehrkräfte auszubilden, wurden Einrichtungen wie die Zentralturnlehrerbildungsanstalt in München (1872) gegründet.




