Le Corbusiers Architekturprinzipien am Weißenhofmuseum
Das markante Weißenhofmuseum von 1927 in Stuttgart zieht mit seiner außergewöhnlichen Form sofort die Blicke auf sich. Manche vergleichen es mit einem Roboterkopf: die herausragende obere Wand bildet die Ohren, die langen Fenster fungieren als Augen, die Pilotis als Zähne und die rote Wand symbolisiert den Mund, der bereit ist, Bewohner aufzunehmen.
Die Pilotis (Stützen) sind das erste und wichtigste Merkmal von Le Corbusiers fünf Punkten der neuen Architektur. Diese Stützen reichen vom Erdgeschoss bis zum Obergeschoss und sind von außen deutlich sichtbar. Sie erfüllen nicht nur eine ästhetische Funktion, sondern ermöglichen durch ihre tragende Eigenschaft eine revolutionäre Bauweise.
Durch die Verwendung von Pilotis wird die freie Grundrissgestaltung möglich - der zweite Punkt der neuen Architektur. Da die Wände keine tragende Funktion mehr haben müssen, können sie flexibel platziert werden. Am Weißenhofmuseum erkennt man dies an der abgerundeten Wand zwischen den roten Wandelementen - eine Gestaltungsfreiheit, die nur durch die Pilotis-Konstruktion ermöglicht wird.
Aha-Moment: Die Pilotis sind nicht nur ein stilistisches Element, sondern der Schlüssel zu Le Corbusiers gesamtem Architekturkonzept! Sie befreien die Wände von ihrer tragenden Funktion und schaffen dadurch völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten.



