Die Proteinbiosynthese ist der Prozess, bei dem genetische Informationen aus...
Genetik Lernzettel für das Biologie LK Abitur











Genetik - Grundlagen
Die Genetik beschäftigt sich mit der Vererbung und der Umsetzung genetischer Informationen in lebenden Organismen. Dabei steht die Proteinbiosynthese im Mittelpunkt - ein Prozess, der in jeder deiner Zellen millionenfach abläuft.
Die genetische Information wird in einem zweistufigen Verfahren von der DNA zu den Proteinen weitergegeben. Zuerst wird die DNA-Information in RNA übersetzt (Transkription), dann wird diese RNA-Information in Proteine umgewandelt (Translation).
Wichtig zu wissen: Proteine sind die "Arbeitstiere" der Zelle - sie führen praktisch alle wichtigen Funktionen aus, von der Verdauung bis zur Immunabwehr.

Transkription - Von DNA zu RNA
Bei der Transkription wird ein DNA-Abschnitt in eine RNA-Kopie umgeschrieben. Das RNA-Polymerase-Enzym startet am Promotor und arbeitet sich bis zum Terminator vor.
Der Prozess läuft in drei Phasen ab: Initiation (Start), Elongation (Verlängerung) und Termination (Ende). Die RNA-Polymerase öffnet die DNA-Doppelhelix und baut Stück für Stück die RNA auf.
Das Besondere: Nur einer der beiden DNA-Stränge wird kopiert - der Matrizenstrang. Die entstehende RNA ist praktisch eine Arbeitskopie der genetischen Information, die sicher aus dem Zellkern transportiert werden kann.
Merktipp: Die RNA-Polymerase arbeitet wie ein Reißverschluss - sie öffnet die DNA vorne und schließt sie hinten wieder.

Die drei Phasen der Transkription
Initiation beginnt, wenn die RNA-Polymerase den Promotor erkennt und sich an die DNA heftet. Sie entwindet etwa 10-20 Basenpaare und startet sofort mit der RNA-Synthese am codogenen Strang.
In der Elongation wandert die RNA-Polymerase entlang der DNA und verknüpft kontinuierlich RNA-Nukleotide. Dabei entstehen Zucker-Phosphat-Bindungen zwischen den Bausteinen, während sich hinter der Polymerase die DNA-Stränge wieder zusammenlagern.
Die Termination erfolgt am Terminator, wo die RNA-Polymerase stoppt und die fertige mRNA freigibt. Die DNA nimmt wieder ihre ursprüngliche Doppelhelix-Form an.
Prüfungstipp: Denk daran, dass RNA immer in 5'-3'-Richtung synthetisiert wird - das ist ein beliebtes Klausurdetail!

RNA-Prozessierung - Vom Rohprodukt zur fertigen mRNA
Die Prä-mRNA muss erst bearbeitet werden, bevor sie verwendet werden kann. Beim Capping bekommt sie eine 5'-CAP-Struktur als Schutzkappe, die wie ein Personalausweis für die mRNA funktioniert.
Die Polyadenylierung fügt einen Poly-A-Schwanz aus etwa 200 Adenin-Nukleotiden am 3'-Ende hinzu. Dieser Schwanz schützt die mRNA vor Abbau und signalisiert der Zelle, dass das Molekül intakt ist.
Beim Spleißen werden die nicht-kodierenden Introns herausgeschnitten und die kodierenden Exons zusammengefügt. Spleißosomen erledigen diese Aufgabe mit chirurgischer Präzision.
Alternatives Spleißen ermöglicht es, aus einem Gen verschiedene Proteine herzustellen - deshalb haben Menschen mit nur 20.000 Genen über eine halbe Million verschiedene Proteine!
Faszinierender Fakt: Durch alternatives Spleißen kann ein einziges Gen für völlig unterschiedliche Proteine kodieren - wie ein Rezept, das je nach verwendeten Zutaten verschiedene Gerichte ergibt.

Translation - Grundlagen und tRNA
Bei der Translation wird die mRNA-Sequenz in eine Aminosäurensequenz übersetzt. Die tRNA-Moleküle fungieren dabei als Dolmetscher zwischen der Nukleotid- und der Aminosäurensprache.
Jede tRNA hat ein spezifisches Anticodon, das komplementär zu einem mRNA-Codon ist. Am 3'-Ende trägt sie die passende Aminosäure. Die Wobble-Basenpaarung an der dritten Position erlaubt kleine "Übersetzungsfehler" ohne Konsequenzen.
Ribosomen sind die Proteinfabriken der Zelle. Sie bestehen aus einer großen und einer kleinen Untereinheit mit insgesamt drei tRNA-Bindestellen: E-Stelle (Exit), P-Stelle (Peptid) und A-Stelle (Aminoacyl).
tRNA-Synthetasen beladen die tRNAs mit den richtigen Aminosäuren. Jedes dieser Enzyme erkennt sowohl eine bestimmte Aminosäure als auch die passende tRNA - wie ein Qualitätskontrolleur.
Verständnishilfe: Stell dir tRNAs wie Puzzle-Teile vor - sie passen nur an die richtige Stelle der mRNA und bringen dabei ihre Aminosäure mit.

tRNA-Struktur und Beladung
tRNA-Moleküle entstehen durch Transkription eines etwa 80 Nukleotide langen Gens. Durch Wasserstoffbrücken falten sie sich in ihre charakteristische Kleeblatt-ähnliche Struktur mit einzelsträngigen Schleifen.
Das 3'-Ende trägt immer die gleiche Aminosäuren-Anheftungssequenz, während das Anticodon spezifisch für jede tRNA ist. Die antiparallele Basenpaarung bedeutet, dass die dritte Base der mRNA zur ersten Base des Anticodons komplementär ist.
tRNA-Synthetasen arbeiten nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip: Sie erkennen sowohl die richtige Aminosäure (über deren Seitenrest) als auch die passende tRNA (über das Anticodon). Nach der Beladung wird die Aminoacyl-tRNA freigesetzt.
Eine Zelle besitzt 20-61 verschiedene tRNA-Synthetasen - manche können mehrere tRNAs gleichzeitig beladen, da sie verschiedene Anticodons für dieselbe Aminosäure erkennen.
Wichtige Erkenntnis: Die Genauigkeit der Proteinherstellung hängt von der präzisen Arbeit der tRNA-Synthetasen ab - sie sind die Qualitätskontrolle der Zelle.

Die drei Phasen der Translation
Initiation startet, wenn sich mRNA an die kleine Ribosomen-Untereinheit bindet. Diese wandert bis zum Startcodon AUG, wo sich eine mit Methionin beladene tRNA anlagert und die große Untereinheit dazukommt.
In der Elongation läuft ein sich wiederholender Zyklus ab: Eine neue tRNA bindet an die A-Stelle, das Ribosom knüpft eine Peptidbindung zwischen den Aminosäuren, dann wandert das Ribosom um drei Basen weiter.
Die rRNA wirkt als Ribozym und katalysiert die Peptidbindung. Die unbeladene tRNA verlässt über die E-Stelle das Ribosom, während neue tRNAs nachrücken.
Termination erfolgt an einem Stoppcodon (UGA, UAA, UAG). Ein Freisetzungsfaktor lagert sich an, die Polypeptidkette wird freigesetzt und das Ribosom zerfällt in seine Einzelteile.
Merkhilfe: Das Ribosom arbeitet wie ein Förderband - tRNAs kommen an der A-Stelle an, arbeiten an der P-Stelle und verlassen über die E-Stelle das System.

Prokaryoten vs. Eukaryoten
Der wichtigste Unterschied: Prokaryoten haben keinen Zellkern, Eukaryoten schon. Das hat massive Auswirkungen auf die Proteinbiosynthese.
Bei Prokaryoten laufen Transkription und Translation gleichzeitig im Cytoplasma ab. Sie verwenden 70S-Ribosomen und GUG als Startcodon. Es gibt keine RNA-Prozessierung - das Transkriptionsprodukt ist direkt verwendbare mRNA.
Eukaryoten trennen die Prozesse räumlich und zeitlich: Transkription im Zellkern, dann RNA-Prozessierung, Transport ins Cytoplasma und erst dann Translation an 80S-Ribosomen mit AUG als Startcodon.
Diese Trennung ermöglicht Eukaryoten komplexere Genregulation durch alternatives Spleißen und gibt mehr Kontrolle über die Proteinherstellung.
Prüfungswissen: Prokaryoten = schnell und direkt, Eukaryoten = komplex und kontrolliert. Diese Unterschiede sind klausurrelevant!

Genmutationen und ihre Folgen
Genmutationen können auf drei Arten auftreten: Substitution (Basenaustausch), Deletion (Basenverlust) oder Insertion (Baseneinfügung). Jede Art hat unterschiedliche Konsequenzen für das entstehende Protein.
Bei Substitutionen entstehen Missense-Mutationen (andere Aminosäure), Nonsense-Mutationen (vorzeitiges Stopp) oder stumme Mutationen (gleiche Aminosäure durch degenerierten Code).
Deletionen und Insertionen sind meist dramatischer, da sie Rasterschub-Mutationen verursachen. Das Leseraster verschiebt sich, alle folgenden Tripplets ändern sich und es entstehen komplett falsche Proteine.
Die Auswirkungen hängen von der Position ab: Mutationen am Anfang oder in wichtigen Bereichen wie dem aktiven Zentrum sind meist schwerwiegender als solche am Ende des Proteins.
Realitätsbezug: Viele Erbkrankheiten entstehen durch solche Punktmutationen - zum Beispiel Sichelzellanämie durch eine einzige Basensubstitution.

Genregulation bei Prokaryoten - Das Operon-Modell
Prokaryoten organisieren verwandte Gene in Operons - funktionellen Einheiten mit Promotor, Operator und Strukturgenen. Das lac-Operon ist das Paradebeispiel für Substratinduktion.
Normalerweise blockiert ein aktiver Repressor am Operator die RNA-Polymerase. Die Lactose-abbauenden Enzyme werden nicht hergestellt, da sie nicht gebraucht werden.
Kommt Lactose in die Zelle, bindet sie an den Repressor und inaktiviert ihn. Der Operator wird frei, die RNA-Polymerase kann die Gene transkribieren und die benötigten Enzyme werden produziert.
Dieses System ist genial effizient: Die Bakterien stellen nur dann Enzyme her, wenn das entsprechende Substrat vorhanden ist. So wird Energie gespart und die Zelle reagiert schnell auf Umweltveränderungen.
Verständnishilfe: Das lac-Operon funktioniert wie ein bedarfsgesteuertes Licht - es geht nur an, wenn es wirklich gebraucht wird (wenn Lactose da ist).
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Genetik Lernzettel für das Biologie LK Abitur
Die Proteinbiosynthese ist der Prozess, bei dem genetische Informationen aus der DNA in funktionstüchtige Proteine umgewandelt werden. Dieser komplexe Vorgang läuft in zwei Hauptschritten ab: der Transkription (DNA → RNA) und der Translation (RNA → Protein).

Genetik - Grundlagen
Die Genetik beschäftigt sich mit der Vererbung und der Umsetzung genetischer Informationen in lebenden Organismen. Dabei steht die Proteinbiosynthese im Mittelpunkt - ein Prozess, der in jeder deiner Zellen millionenfach abläuft.
Die genetische Information wird in einem zweistufigen Verfahren von der DNA zu den Proteinen weitergegeben. Zuerst wird die DNA-Information in RNA übersetzt (Transkription), dann wird diese RNA-Information in Proteine umgewandelt (Translation).
Wichtig zu wissen: Proteine sind die "Arbeitstiere" der Zelle - sie führen praktisch alle wichtigen Funktionen aus, von der Verdauung bis zur Immunabwehr.

Transkription - Von DNA zu RNA
Bei der Transkription wird ein DNA-Abschnitt in eine RNA-Kopie umgeschrieben. Das RNA-Polymerase-Enzym startet am Promotor und arbeitet sich bis zum Terminator vor.
Der Prozess läuft in drei Phasen ab: Initiation (Start), Elongation (Verlängerung) und Termination (Ende). Die RNA-Polymerase öffnet die DNA-Doppelhelix und baut Stück für Stück die RNA auf.
Das Besondere: Nur einer der beiden DNA-Stränge wird kopiert - der Matrizenstrang. Die entstehende RNA ist praktisch eine Arbeitskopie der genetischen Information, die sicher aus dem Zellkern transportiert werden kann.
Merktipp: Die RNA-Polymerase arbeitet wie ein Reißverschluss - sie öffnet die DNA vorne und schließt sie hinten wieder.

Die drei Phasen der Transkription
Initiation beginnt, wenn die RNA-Polymerase den Promotor erkennt und sich an die DNA heftet. Sie entwindet etwa 10-20 Basenpaare und startet sofort mit der RNA-Synthese am codogenen Strang.
In der Elongation wandert die RNA-Polymerase entlang der DNA und verknüpft kontinuierlich RNA-Nukleotide. Dabei entstehen Zucker-Phosphat-Bindungen zwischen den Bausteinen, während sich hinter der Polymerase die DNA-Stränge wieder zusammenlagern.
Die Termination erfolgt am Terminator, wo die RNA-Polymerase stoppt und die fertige mRNA freigibt. Die DNA nimmt wieder ihre ursprüngliche Doppelhelix-Form an.
Prüfungstipp: Denk daran, dass RNA immer in 5'-3'-Richtung synthetisiert wird - das ist ein beliebtes Klausurdetail!

RNA-Prozessierung - Vom Rohprodukt zur fertigen mRNA
Die Prä-mRNA muss erst bearbeitet werden, bevor sie verwendet werden kann. Beim Capping bekommt sie eine 5'-CAP-Struktur als Schutzkappe, die wie ein Personalausweis für die mRNA funktioniert.
Die Polyadenylierung fügt einen Poly-A-Schwanz aus etwa 200 Adenin-Nukleotiden am 3'-Ende hinzu. Dieser Schwanz schützt die mRNA vor Abbau und signalisiert der Zelle, dass das Molekül intakt ist.
Beim Spleißen werden die nicht-kodierenden Introns herausgeschnitten und die kodierenden Exons zusammengefügt. Spleißosomen erledigen diese Aufgabe mit chirurgischer Präzision.
Alternatives Spleißen ermöglicht es, aus einem Gen verschiedene Proteine herzustellen - deshalb haben Menschen mit nur 20.000 Genen über eine halbe Million verschiedene Proteine!
Faszinierender Fakt: Durch alternatives Spleißen kann ein einziges Gen für völlig unterschiedliche Proteine kodieren - wie ein Rezept, das je nach verwendeten Zutaten verschiedene Gerichte ergibt.

Translation - Grundlagen und tRNA
Bei der Translation wird die mRNA-Sequenz in eine Aminosäurensequenz übersetzt. Die tRNA-Moleküle fungieren dabei als Dolmetscher zwischen der Nukleotid- und der Aminosäurensprache.
Jede tRNA hat ein spezifisches Anticodon, das komplementär zu einem mRNA-Codon ist. Am 3'-Ende trägt sie die passende Aminosäure. Die Wobble-Basenpaarung an der dritten Position erlaubt kleine "Übersetzungsfehler" ohne Konsequenzen.
Ribosomen sind die Proteinfabriken der Zelle. Sie bestehen aus einer großen und einer kleinen Untereinheit mit insgesamt drei tRNA-Bindestellen: E-Stelle (Exit), P-Stelle (Peptid) und A-Stelle (Aminoacyl).
tRNA-Synthetasen beladen die tRNAs mit den richtigen Aminosäuren. Jedes dieser Enzyme erkennt sowohl eine bestimmte Aminosäure als auch die passende tRNA - wie ein Qualitätskontrolleur.
Verständnishilfe: Stell dir tRNAs wie Puzzle-Teile vor - sie passen nur an die richtige Stelle der mRNA und bringen dabei ihre Aminosäure mit.

tRNA-Struktur und Beladung
tRNA-Moleküle entstehen durch Transkription eines etwa 80 Nukleotide langen Gens. Durch Wasserstoffbrücken falten sie sich in ihre charakteristische Kleeblatt-ähnliche Struktur mit einzelsträngigen Schleifen.
Das 3'-Ende trägt immer die gleiche Aminosäuren-Anheftungssequenz, während das Anticodon spezifisch für jede tRNA ist. Die antiparallele Basenpaarung bedeutet, dass die dritte Base der mRNA zur ersten Base des Anticodons komplementär ist.
tRNA-Synthetasen arbeiten nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip: Sie erkennen sowohl die richtige Aminosäure (über deren Seitenrest) als auch die passende tRNA (über das Anticodon). Nach der Beladung wird die Aminoacyl-tRNA freigesetzt.
Eine Zelle besitzt 20-61 verschiedene tRNA-Synthetasen - manche können mehrere tRNAs gleichzeitig beladen, da sie verschiedene Anticodons für dieselbe Aminosäure erkennen.
Wichtige Erkenntnis: Die Genauigkeit der Proteinherstellung hängt von der präzisen Arbeit der tRNA-Synthetasen ab - sie sind die Qualitätskontrolle der Zelle.

Die drei Phasen der Translation
Initiation startet, wenn sich mRNA an die kleine Ribosomen-Untereinheit bindet. Diese wandert bis zum Startcodon AUG, wo sich eine mit Methionin beladene tRNA anlagert und die große Untereinheit dazukommt.
In der Elongation läuft ein sich wiederholender Zyklus ab: Eine neue tRNA bindet an die A-Stelle, das Ribosom knüpft eine Peptidbindung zwischen den Aminosäuren, dann wandert das Ribosom um drei Basen weiter.
Die rRNA wirkt als Ribozym und katalysiert die Peptidbindung. Die unbeladene tRNA verlässt über die E-Stelle das Ribosom, während neue tRNAs nachrücken.
Termination erfolgt an einem Stoppcodon (UGA, UAA, UAG). Ein Freisetzungsfaktor lagert sich an, die Polypeptidkette wird freigesetzt und das Ribosom zerfällt in seine Einzelteile.
Merkhilfe: Das Ribosom arbeitet wie ein Förderband - tRNAs kommen an der A-Stelle an, arbeiten an der P-Stelle und verlassen über die E-Stelle das System.

Prokaryoten vs. Eukaryoten
Der wichtigste Unterschied: Prokaryoten haben keinen Zellkern, Eukaryoten schon. Das hat massive Auswirkungen auf die Proteinbiosynthese.
Bei Prokaryoten laufen Transkription und Translation gleichzeitig im Cytoplasma ab. Sie verwenden 70S-Ribosomen und GUG als Startcodon. Es gibt keine RNA-Prozessierung - das Transkriptionsprodukt ist direkt verwendbare mRNA.
Eukaryoten trennen die Prozesse räumlich und zeitlich: Transkription im Zellkern, dann RNA-Prozessierung, Transport ins Cytoplasma und erst dann Translation an 80S-Ribosomen mit AUG als Startcodon.
Diese Trennung ermöglicht Eukaryoten komplexere Genregulation durch alternatives Spleißen und gibt mehr Kontrolle über die Proteinherstellung.
Prüfungswissen: Prokaryoten = schnell und direkt, Eukaryoten = komplex und kontrolliert. Diese Unterschiede sind klausurrelevant!

Genmutationen und ihre Folgen
Genmutationen können auf drei Arten auftreten: Substitution (Basenaustausch), Deletion (Basenverlust) oder Insertion (Baseneinfügung). Jede Art hat unterschiedliche Konsequenzen für das entstehende Protein.
Bei Substitutionen entstehen Missense-Mutationen (andere Aminosäure), Nonsense-Mutationen (vorzeitiges Stopp) oder stumme Mutationen (gleiche Aminosäure durch degenerierten Code).
Deletionen und Insertionen sind meist dramatischer, da sie Rasterschub-Mutationen verursachen. Das Leseraster verschiebt sich, alle folgenden Tripplets ändern sich und es entstehen komplett falsche Proteine.
Die Auswirkungen hängen von der Position ab: Mutationen am Anfang oder in wichtigen Bereichen wie dem aktiven Zentrum sind meist schwerwiegender als solche am Ende des Proteins.
Realitätsbezug: Viele Erbkrankheiten entstehen durch solche Punktmutationen - zum Beispiel Sichelzellanämie durch eine einzige Basensubstitution.

Genregulation bei Prokaryoten - Das Operon-Modell
Prokaryoten organisieren verwandte Gene in Operons - funktionellen Einheiten mit Promotor, Operator und Strukturgenen. Das lac-Operon ist das Paradebeispiel für Substratinduktion.
Normalerweise blockiert ein aktiver Repressor am Operator die RNA-Polymerase. Die Lactose-abbauenden Enzyme werden nicht hergestellt, da sie nicht gebraucht werden.
Kommt Lactose in die Zelle, bindet sie an den Repressor und inaktiviert ihn. Der Operator wird frei, die RNA-Polymerase kann die Gene transkribieren und die benötigten Enzyme werden produziert.
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