Grundlagen der Neurobiologie
Eigentlich nur der Titel - hier beginnt deine Reise in die faszinierende Welt des Nervensystems!

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Stell dir vor, dein Körper hätte ein eigenes Internet - das ist praktisch dein Nervensystem! Es besteht aus dem zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) und dem peripheren Nervensystem (alle anderen Nerven).
Wenn du etwas siehst, hörst oder fühlst, nehmen deine Sinneszellen diese Reize auf und leiten sie über sensorische Bahnen zum Gehirn weiter. Dort wird entschieden, was zu tun ist, und die Antwort geht über motorische Bahnen zurück zu deinen Muskeln oder Drüsen.
Das somatische Nervensystem steuert bewusste Bewegungen wie Gehen oder Schreiben. Das autonome Nervensystem kümmert sich um unbewusste Prozesse wie Herzschlag und Verdauung - zum Glück musst du nicht daran denken, dein Herz schlagen zu lassen!
Merkregel: Reiz → Sinneszelle → ZNS → Effektor → Reaktion - so läuft jede Reaktion deines Körpers ab!

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Nervenzellen sind wie kleine Kraftwerke mit speziellen Antennen! Das Soma (Zellkörper) enthält alle wichtigen Organellen wie Mitochondrien und den Zellkern - hier läuft der "Betrieb" der Zelle.
Die Dendriten sind wie Antennen, die Signale von anderen Nervenzellen empfangen. Sie sind stark verästelt, um eine möglichst große Oberfläche zu haben. Das Axon kann bis zu einem Meter lang werden und leitet die Signale weiter - stell dir vor, eine einzige Zelle von deinem Rückenmark bis zu deinem großen Zeh!
Die Myelinscheide aus Schwannschen Zellen umhüllt das Axon wie ein Isolierband um ein Kabel. An den Ranvierschen Schnürringen ist das Axon nicht isoliert - das ist wichtig für die schnelle Signalübertragung.
Fun Fact: Die Mitochondrien im Axon produzieren die Energie für die Signalweiterleitung - ohne sie wäre dein Nervensystem "stromlos"!

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Nervenzellen sind wie geladene Batterien, die bei Bedarf "entladen" werden! Im Ruhepotential ist die Zelle innen negativ geladen. Sobald der Schwellenwert von -50mV erreicht wird, öffnen sich die Natriumkanäle.
Bei der Depolarisation strömen positive Natriumionen in die Zelle - sie wird plötzlich positiv . Das ist das Aktionspotential! Danach öffnen sich Kaliumkanäle, und die Repolarisation bringt die Spannung wieder ins Negative.
Die Hyperpolarisation macht die Zelle kurzzeitig "zu negativ" , bevor das Ruhepotential wiederhergestellt wird. In der Refraktärzeit kann die Zelle nicht erneut feuern - eine Art "Erholungspause".
Das Alles-oder-Nichts-Prinzip: Ein Aktionspotential entsteht entweder vollständig oder gar nicht - wie ein Lichtschalter, der nur an oder aus kennt!

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Das Ruhepotential von -70mV entsteht durch die Natrium-Kalium-Pumpe, die ständig Ionen gegen ihre Konzentrationsgefälle transportiert. Das kostet Energie (ATP), hält aber die Zelle "schussbereit".
Wenn ein Schwellenpotential von -50mV erreicht wird, explodiert die Spannung förmlich auf +30mV - das ist die Depolarisation. Die Repolarisation bringt sie schnell wieder runter, oft sogar unter das Ruhepotential (Hyperpolarisation).
Die absolute Refraktärzeit macht weitere Aktionspotentiale unmöglich, die relative Refraktärzeit erschwert sie nur. Das Alles-oder-Nichts-Prinzip sorgt dafür, dass jedes Aktionspotential gleich stark ist - die Reizstärke wird über die Häufigkeit codiert, nicht über die Höhe.
Wichtig für die Klausur: Aktionspotentiale haben immer die gleiche Form, aber starke Reize erzeugen mehr Aktionspotentiale pro Sekunde!

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Mit der Patch-Clamp-Technik können Forscher einzelne Ionenkanäle "belauschen"! Eine hauchdünne Glaskapillare wird auf die Nervenzellmembran gesetzt und saugt einen winzigen Membranfleck an.
Durch Mikroelektroden wird das Membranpotential gemessen. Eine Elektrode sitzt im Zellinneren (in KCl-Lösung), die andere außerhalb. Der Verstärker zeigt die Spannungsunterschiede auf dem Oszilloskop an.
So konnten Wissenschaftler beweisen, dass Ionenkanäle nur für wenige Millisekunden öffnen und dass verschiedene Kanäle für verschiedene Ionen zuständig sind. Diese Technik revolutionierte unser Verständnis der Nervenfunktion!
Technik-Tipp: Die Patch-Clamp-Technik ist so präzise, dass sie sogar den Ionenfluss durch einen einzigen Kanal messen kann - das ist Nanotechnologie in der Biologie!

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Bei marklosen Axonen läuft die Erregung wie eine Welle ab. Das Aktionspotential depolarisiert den Nachbarbereich durch Ausgleichsströme, wodurch sich die Erregung kontinuierlich fortpflanzt. Die Refraktärphase verhindert, dass das Signal rückwärts läuft.
Markhaltige Axone sind viel cleverer! Die Myelinscheide isoliert das Axon, sodass die Erregung nur an den Ranvierschen Schnürringen stattfinden kann. Das Signal "springt" von Schnürring zu Schnürring - das heißt saltatorische Erregungsleitung.
Dickere Axone leiten schneller als dünne (geringerer elektrischer Widerstand). Die dekrementifreie Weiterleitung sorgt dafür, dass das Signal auch über große Entfernungen gleich stark bleibt. Die Reizstärke wird über die Frequenz der Aktionspotentiale codiert.
Vergleich: Marklose Leitung ist wie zu Fuß gehen, saltatorische Leitung wie mit dem Zug von Bahnhof zu Bahnhof springen!

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Endogene Faktoren kommen von innen (Stoffwechsel, Stress, Muskelmasse) und können oft beeinflusst werden. Exogene Faktoren kommen von außen (Gifte, Drogen, Temperatur) und entziehen sich meist unserer Kontrolle.
Dinitrophenol blockiert die ATP-Produktion in den Mitochondrien. Ohne Energie funktioniert die Natrium-Kalium-Pumpe nicht mehr - das Ruhepotential bricht zusammen. Tetrodotoxin (aus Kugelfischen) blockiert Natriumkanäle komplett - keine Depolarisation möglich!
Neuro-Enhancer sollen die Gehirnleistung steigern, indem sie Dopamin länger verfügbar machen. Cannabis kann Schmerzen lindern, aber auch Gedächtnis und Konzentration beeinträchtigen. Beide haben Vor- und Nachteile!
Gefahr: Die meisten Nervengifte sind extrem potent - schon winzige Mengen können lebensgefährlich sein!

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An erregenden Synapsen läuft ein faszinierender Prozess ab! Ein Aktionspotential öffnet Calciumkanäle in der Präsynapse. Calcium lässt Vesikel mit Neurotransmittern (z.B. Acetylcholin) mit der Membran verschmelzen.
Die Transmitter diffundieren durch den synaptischen Spalt und binden an Rezeptoren der Postsynapse. Das öffnet Natriumkanäle, Natrium strömt ein und erzeugt ein EPSP (erregendes postsynaptisches Potential).
Das Enzym Acetylcholinesterase spaltet die Transmitter wieder auf und beendet das Signal. Die Bruchstücke werden recycelt und neue Vesikel gebildet. Je mehr Aktionspotentiale ankommen, desto mehr Vesikel entleeren sich!
Digitaler Code: Aktionspotentiale sind immer gleich stark, aber ihre Häufigkeit bestimmt die Signalstärke an der Synapse!

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