Verschiedene Heimatbegriffe der Figuren (Teil 1)
Jede Figur in "Heimsuchung" hat ein anderes Verständnis von Heimat. Der Großbauer sieht Heimat als Besitz, der durch Erbe und Traditionen entsteht - eine fest verwurzelte, patriarchalische Sichtweise.
Der Architekt versteht Heimat als individuellen Lebensraum, den man selbst erschaffen kann. Das Haus wird zu seiner "dritten Haut" und Teil seiner Identität - er personifiziert es sogar. Für ihn ist Heimat nicht nur materiell, sondern auch emotional abhängig.
Die Frau des Architekten braucht Heimat als Schutzraum. Das Haus wird zum "Gehege", das Geborgenheit bietet. Interessant ist, dass sie sich gleichzeitig nach Freiheit sehnt - für sie ist Heimat eher ein Gefühl als ein Ort.
Der Tuchfabrikant baut eine neue Heimat in Afrika auf, wobei das Haus am See zum Sehnsuchtsort wird. Er nutzt Erinnerungen als Gleichgewicht zu den Verlusten. Die alte Heimat wird zur "Gefahr", die neue muss erst erobert werden.
Interpretationshilfe: Diese verschiedenen Heimatbegriffe spiegeln die unterschiedlichen historischen und sozialen Kontexte wider!