Unter der Drachenwand
Dieser moderne Roman spielt in den Kriegsjahren 1943/44 und verbindet Tagebuch- und Briefroman. Im Zentrum steht der verwundete Soldat Veit Kolbe, der während seines Genesungsurlaubs am Mondsee Beziehungen zu verschiedenen Figuren aufbaut, darunter eine Liebesbeziehung zu Margot.
Der Roman zeigt individuelle Kriegserfahrungen junger Menschen aus verschiedenen Perspektiven: durch Briefe des Soldaten Kurt, des jüdischen Flüchtlings Oskar und der Mutter Lore. Die negative Darstellung des Krieges steht im Gegensatz zu heroischen Erzählungen.
Die Figuren bewegen sich zwischen Überzeugung, Anpassung und Aufbegehren: Veits Vater glaubt an den Endsieg, Margot versucht durch Anpassung zu überleben, während Nanni und der Brasilianer Widerstand leisten. Der Roman zeigt, wie der Versuch, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, unter den Bedingungen des Krieges meist scheitert.
💡 Der Roman gewinnt besondere Authentizität durch seine multiperspektivische Erzählweise. Indem er verschiedene Schicksale nebeneinanderstellt, vermittelt er ein vielschichtiges Bild der Kriegsrealität jenseits ideologischer Verklärung.