Die Geschichte und ihre Personen
Stell dir vor, deine Eltern würden jeden Abend eine Stunde lang am gedeckten Tisch sitzen und auf dich warten - genau das passiert in Bichsels Kurzgeschichte. Die Eltern warten täglich auf ihre Tochter Monika, die als Bürokauffrau in der Stadt arbeitet und mit dem Zug nach Hause kommt.
Das Besondere ist, dass wir alles nur aus Sicht der Eltern erfahren. Sie sind die eigentlichen Hauptpersonen, nicht Monika selbst. Der personale Erzähler schlüpft in ihre Rolle und zeigt uns, wie sie über ihre Tochter denken.
Die Handlung ist bewusst einfach gehalten: Eine Stunde Warten am Küchentisch. Mehr passiert nicht, aber diese eine Stunde zeigt das ganze Drama der Familie. Die Eltern wissen fast nichts über Monikas echtes Leben in der Stadt - sie können nur äußerliche Dinge beobachten.
Merke dir: Die Geschichte zeigt den Ablösungsprozess zwischen Eltern und erwachsenen Kindern - ein Thema, das auch heute noch aktuell ist.



