Die Suche nach Arnold - Wissenschaft gegen Gefühl
Findelkind 2307 - so lautet Heinrichs/Arnolds Nummer im Heim. Sein Lebensweg zeigt die Härte des Nachkriegsdeutschlands: Ohne Namen im Heim, ständige Gutachten, späte Adoption erst als Volljähriger.
Die erbbiologischen Gutachten reduzieren Menschen auf Körperteile und Messwerte. Fingerabdrücke, Blutproben, Schädelformen - der Ich-Erzähler wird zum Versuchsobjekt degradiert. Dr. Liebstedt interessiert sich nicht dafür, wie schmerzhaft die Prozedur für das Kind ist.
Arnolds Verschwinden 1945: Unter Todesangst gibt die Mutter ihren Sohn einer fremden Frau - ohne Namen, ohne Erklärung. Ihre Schuldgefühle verdrängt sie, indem sie die Wortwahl ändert: von "verloren" zu "weggegeben" zu "beraubt" - so wird sie vom Täter zum Opfer.
Die Ergebnisse sind eindeutig: 99,73% sprechen gegen eine Verwandtschaft. Trotzdem akzeptiert die Mutter das nicht - Traumata folgen nicht der Logik der Wissenschaft.
Das offene Ende lässt die Frage unbeantwortet: Ist Heinrich Arnold? Die Mutter reagiert nicht, will nur weg. Vielleicht ist die Wahrheit weniger wichtig als die Heilung.
Fazit: Wissenschaftliche Gutachten können Identität nicht wirklich klären - dafür sind menschliche Bindungen zu komplex.