Die Schriftstellerin und ihre Ziele
Stell dir vor, du kommst nach Jahren der Verfolgung in dein Land zurück und willst alles besser machen. Genau das wollte Anna Seghers nach 1945 in der DDR erreichen. Ihr größtes Ziel war die Entnazifizierung - sie wollte die Deutschen wieder zu den Menschen machen, die sie vor dem Faschismus waren.
Als Kommunistin und Jüdin suchte sie einen sicheren Ort ohne Verfolgung. Die DDR sollte ihre neue Heimat werden, die sie aktiv nach kommunistischen Idealen mitgestalten wollte. Dabei sah sie die Sprache als ihre wahre Heimat an - etwas, das ihr niemand nehmen konnte.
Seghers litt unter dem Verlust der Humanität und wollte die Deutschen von Eigenschaften wie Habgier und Neid befreien. Ihre Schreibmaschine wurde zum wichtigsten Werkzeug und Symbol ihrer Identität - sie gab ihr überall Halt und ermöglichte die "Beschwörung von Heimat" durch die getippten Worte "I-C-H K-E-H-R-E H-E-I-M".
Merke dir: Für Seghers war Sprache mehr als nur Kommunikation - sie war Heimat, Identität und Hoffnung zugleich.



