Mittelalter bis Weimarer Klassik
Das Mittelalter war geprägt von Kriegen, Pest und Aberglauben. Die meisten Menschen konnten nicht lesen, deshalb wurde fast alles mündlich überliefert. Im Hochmittelalter entwickelte sich der Minnesang - die erste deutsche Liebeslyrik. Walther von der Vogelweide war quasi der erste Pop-Star seiner Zeit.
Der Barock entstand während des Dreißigjährigen Krieges. Die Menschen lebten zwischen extremen Gegensätzen: Tod und Leben, Himmel und Hölle. Drei wichtige Motive prägten die Zeit: Vanitas (alles ist vergänglich), Memento Mori (denk daran, dass du stirbst) und Carpe Diem (nutze den Tag). Andreas Gryphius schrieb düstere Gedichte über das Elend seiner Zeit.
Die Aufklärung brachte den Durchbruch: Menschen sollten selbst denken statt blind zu gehorchen. Immanuel Kant forderte: "Sapere aude!" (Wage es zu wissen!). Lessing schrieb mit "Nathan der Weise" ein Plädoyer für Toleranz zwischen den Religionen.
Sturm und Drang war die erste Jugendrebellion der deutschen Literatur. Junge Autoren wie Goethe und Schiller schrieben gegen steife Regeln an und setzten auf pure Emotion. Das Originalgenie wurde geboren - der Künstler als gottähnliches Wesen.
Merkregel: Jede Epoche reagiert auf gesellschaftliche Krisen - das macht Literatur zu einem Spiegel ihrer Zeit.




