20./21. Jahrhundert 1920−heute
Die Neue Sachlichkeit (1920-1933) reagierte nüchtern auf Krieg und Wirtschaftskrise. Brecht entwickelte den Verfremdungseffekt, Kästner schrieb "sachliche Romanzen" ohne Gefühlsduselei. Die Menschen wurden als austauschbare Ware gesehen.
Die NS-Zeit spaltete die Literatur: Exilautoren wie Thomas Mann flohen und schrieben gegen Hitler an, während die Innere Emigration verschlüsselt kritisierte. Die Propaganda-Blut-und-Boden-Literatur glorifizierte das Regime.
Die Trümmerliteratur (1945-1950) räumte mit der Vergangenheit auf. Wolfgang Borchert und Heinrich Böll schrieben ohne Schnörkel über Zerstörung und Schuld. Ihr Stil war so kahl wie die zerbombten Städte.
Die Nachkriegsliteratur entwickelte sich in Ost und West unterschiedlich. Während die DDR den Sozialismus propagierte, suchte die BRD nach Schuld und Verantwortung. Die Neue Subjektivität (1970er) machte das Private politisch - besonders die Frauenbewegung fand ihre Stimme.
Die Postmoderne (1990-2010) war orientierungslos nach dem Mauerfall. Intertextualität und Experimente prägten Autoren wie Patrick Süskind. Die Gegenwartsliteratur seit 1990 ist vielfältig wie nie: von Popliteratur bis zu interkultureller Literatur reagiert sie auf Globalisierung, Digitalisierung und gesellschaftliche Krisen.
Ausblick: Aktuelle Literatur wird durch Instagram, TikTok und KI beeinflusst - die nächste Epoche entsteht gerade!