Die Gretchen-Tragödie: Liebe, Schuld und Verderben
Faust begegnet dem unschuldigen Gretchen (Margarethe) auf der Straße und ist sofort fasziniert. Mephisto hilft ihm dabei, sie zu verführen - mit Schmuck und durch die Nachbarin Marthe.
Die berühmte "Gretchenfrage" ("Wie hast du's mit der Religion?") zeigt, wie unterschiedlich die beiden sind. Faust weicht aus, weil er nicht ehrlich über seinen Glauben sprechen kann. Um ungestört mit Gretchen zusammen sein zu können, gibt er ihr ein Schlafmittel für die Mutter - die stirbt daran.
Die Situation eskaliert komplett: Gretchens Bruder Valentin will die Familienehre rächen und wird dabei von Faust getötet. Gretchen wird schwanger, ertränkt das Baby und landet im Kerker, wo ihr die Hinrichtung droht.
Wichtig: Die "Gretchenfrage" ist heute noch ein geflügeltes Wort für unangenehme Fragen zu heiklen Themen!
Am Ende versucht Faust, Gretchen aus dem Gefängnis zu befreien, aber sie erkennt, dass er nicht aus echter Liebe handelt. Sie weigert sich mitzukommen und vertraut sich stattdessen Gott an. So endet der erste Teil der Tragödie mit Gretchens Erlösung - aber auch mit ihrer Hinrichtung.