Die zwei Königinnen im direkten Vergleich
Beim ersten Auftritt wirkt Maria wie eine schlecht behandelte Gefangene ohne Handlungsfreiheit. Sie zeigt sich als zarte, gebildete Frau, aber auch als berechnende Intrigantin. Als Katholikin lehnt sie die protestantische Kirche ab und möchte beichten - sie bleibt trotz Gefangenschaft würdevoll.
Elisabeth erscheint dagegen als "keusche Festung der Schönheit". Sie ist jungfräulich und will Herrscherin bleiben - eine machtpolitische Entscheidung. Die Protestantin sieht sich als selbstständig und will nicht von einem König eingeschränkt werden.
Beide Königinnen sind willensstark und rational denkend, aber ihre Unterschiede sind krass: Maria ist mehrfach verheiratet und vom Volk verstoßen, Elisabeth ist Jungfrau und vom Volk verehrt. Maria agiert emotional als Frau, Elisabeth distanziert als Regentin.
Klausurtipp: Die Königinnen repräsentieren verschiedene Frauenrollen der Zeit - die emotionale, sinnliche Frau versus die rationale, machtorientierte Herrscherin.