Die Großstadt als Spiegel gesellschaftlicher Gegensätze
Du kennst das bestimmt: In jeder Großstadt prallen Arm und Reich krass aufeinander. Genau diesen Kontrast nutzt Ringelnatz, um die soziale Ungleichheit seiner Zeit zu zeigen.
Schon in Kapitel zwei begegnen wohlhabende Charaktere wie Frau Purmann vielen Bettlern auf der Straße. Diese Szenen machen den extremen Klassengegensatz sichtbar, der typisch für Großstädte ist.
Berlin wird dabei als "schmählich welthasser" bezeichnet - eine Stadt voller "parasitärer Menschen" und solcher, "die durch alle Siebe fallen". Diese harte Sprache zeigt, wie kritisch die Stadt gesehen wird.
Gleichzeitig beschreibt der Roman aber auch den Luxus der Reichen: "schwach gesalzenen Kaviar, französische Küsse und Poularde" stehen im krassen Gegensatz zur Armut auf den Straßen.
Merk dir: Die Großstadt funktioniert hier als perfekte Metapher für die gesellschaftlichen Spannungen der Zeit - nirgendwo sonst prallen so extreme Gegensätze so direkt aufeinander.
Die Kriminalität verstärkt dieses negative Stadtbild noch: "täglich Einbrüche, Mord und Totschlag" zeigen Berlin als gefährlichen Ort, besonders für naive "Provinzler".