Grundlagen des Romans
Du begegnest hier einem besonderen Roman, denn im Zentrum steht nicht eine einzelne Person, sondern das Haus selbst als stummer Zeuge der Geschichte. Erpenbeck erzählt von der Weimarer Republik über die NS-Zeit und DDR bis zur Gegenwart.
Die Autorin schöpft aus eigenen Erinnerungen an das Haus ihrer Großeltern und hat intensiv zu Einzelschicksalen recherchiert. Besonders die jüdische Tuchhändlerfamilie erhält als fast einzige Figuren echte Namen - das liest sich wie ein Grabstein.
Der Aufbau ist clever durchdacht: Ein Prolog über die Eiszeit-Entstehung der Landschaft, dann 12 episodenhafte Geschichten von Menschen auf der Suche nach Heimat. Zwischen den Personenkapiteln stehen immer Gärtner-Kapitel, die wie ein ruhiger Gegenpol wirken. Der Epilog zeigt schließlich den technisch perfekten Abriss des Hauses.
Merktipp: Das Haus fungiert als Konstante durch alle historischen Brüche - es verbindet die verschiedenen Epochen miteinander.
























