Die Anfänge - Vom Großbauer bis zum Tuchfabrikanten
Alles beginnt um 1900 mit Großbauer Schobre und seinen vier Töchtern in einem traditionell geprägten Dorf. Das patriarchalische Leben wird durch gescheiterte Hochzeiten und den Wahnsinn einer Tochter erschüttert - ein erstes Zeichen dafür, dass das vermeintliche Idyll trügerisch ist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernimmt ein Berliner Architekt das Grundstück. Er profitiert vom Nazi-Regime und baut ein Badehaus, nutzt sogar die Handtücher der vertriebenen jüdischen Nachbarn. Sein Sohn Ludwig soll das Erbe antreten, doch die Geschichte nimmt eine andere Wendung.
Die jüdische Tuchfabrikantenfamilie flieht 1936 nach Kapstadt, um der Verfolgung zu entkommen. Ironischerweise erleben sie dort die Apartheid - wieder sind sie Fremde in einem fremden Land. Währenddessen überlebt eine Stenotypistin versteckt im Dorf, erlebt Vergewaltigung durch einen russischen Soldaten und später sogar eine Art Beziehung mit ihm.
Merke dir: Schon früh zeigt Erpenbeck, dass Heimat immer bedroht ist - durch Traditionen, Krieg oder politische Systeme.




