Die Geschichte und ihre Bedeutung
Stell dir vor, du stehst hinter einem Bahnhof und eine weinende Frau erzählt dir von einer Taube mit ausgerissenen Beinen. Genau das passiert dem Ich-Erzähler in Hürlimanns Geschichte aus dem Jahr 1992.
Die Frau ist verzweifelt, weil die Taube ohne Füße nie wieder landen kann und ewig weiterfliegen muss. Der Erzähler nimmt sie erst ernst, als sie ihm tatsächlich die abgerissenen Taubenbeine zeigt. Währenddessen gehen die anderen Menschen - die "Jemands" - einfach vorbei, als ob nichts wäre.
Das Motiv der Rastlosigkeit steht im Zentrum der Geschichte. Die Taube kann nicht landen, genau wie Menschen in unserer Gesellschaft oft keinen Platz finden. Manche werden wegen ihres Aussehens, Verhaltens oder ihrer Herkunft ausgegrenzt und "kreisen" ihr ganzes Leben umher.
💡 Wichtig zu wissen: Die Taube funktioniert als Symbol für alle Menschen, die in der Gesellschaft nicht "ankommen" können.
Die Gleichgültigkeit der Gesellschaft zeigt sich durch die "Jemands": "jemand hört hin, jemand sieht weg" - aber niemand hilft wirklich. Der Erzähler selbst hat Vorurteile und greift sofort zu seinem Portemonnaie, als er die ärmlich gekleidete Frau sieht.