Die Jahrhundertwende - Eine Zeit des Umbruchs
Die Zeit zwischen 1890 und 1910 brachte massive Veränderungen mit sich. Die Industrialisierung führte zu Arbeitslosigkeit auf dem Land, Verstädterung und schlechten Arbeitsbedingungen in den Fabriken. Armut, Kriminalität und Alkoholismus prägten das Leben vieler Menschen.
Gleichzeitig revolutionierten neue wissenschaftliche Erkenntnisse das Weltbild. Sigmund Freuds Psychoanalyse erklärte menschliches Verhalten durch das Unterbewusste, während Einsteins Relativitätstheorie zeigte, dass Raum und Zeit keine absoluten Größen sind. Die Milieutheorie von Hippolyte Taine behauptete, dass Menschen durch äußere Faktoren wie Vererbung und soziale Schicht fremdbestimmt werden.
Diese Umbrüche führten zu zwei gegensätzlichen Stimmungen: einerseits Aufbruchsstimmung und Fortschrittsglaube, andererseits Angst und Pessimismus. Viele Menschen suchten Zuflucht in Gefühlen und Träumen. In der Kunst entstand der Stilpluralismus - verschiedene Strömungen wie Impressionismus, Symbolismus und Jugendstil liefen parallel nebeneinander her.
Merke dir: Die Jahrhundertwende war geprägt von wissenschaftlichen Revolutionen und gesellschaftlichen Umbrüchen, die sich direkt in der Literatur widerspiegelten.







