Gesellschaftskritik und Memento Mori
Hier wird's gesellschaftskritisch! Gryphius kritisiert Menschen, die nach materiellen Gütern streben, obwohl das Leben so kurz ist. Die Akkumulation "Nam[e], Lob, Ehr[e] und Ruhm" zeigt, womit sich Menschen beschäftigen - alles vergänglich!
Das Memento-Mori-Motiv ("Gedenke, dass du sterblich bist") ist zentral. Der Chiasmus "Was noch kommen wird, wird uns ins Grab nachzieh[en]" macht deutlich: Auch zukünftige Generationen werden sterben.
Der Vergleich "wir vergehen wie Rauch von starken Winden" am Ende beantwortet die Eingangsfrage brutal ehrlich. Das lyrische Ich spricht durchweg mit "wir" und "uns" - ihr seid alle mitgemeint!
Die düstere Stimmung passt perfekt zur Barockzeit: Dreißigjähriger Krieg, Pest, Hunger prägten die Menschen. Gryphius fordert Realismus im Umgang mit dem Tod.
💡 Epochenwissen: Der Barock war geprägt von Krieg und Krankheit - deshalb die obsessive Beschäftigung mit Tod und Vergänglichkeit!