Sprache als Werkzeug der Politik
Stell dir vor, du hörst das Wort "Flüchtlingswelle" in den Nachrichten - sofort denkst du an eine bedrohliche Naturkatastrophe, oder? Genau das ist gewollt! Bühlers Organon-Modell zeigt, dass jede Aussage drei Funktionen hat: Ausdruck (was der Sprecher über sich verrät), Appell (wie er dich beeinflussen will) und Darstellung (welche Fakten er mitteilt).
Framing ist dabei das A und O der politischen Kommunikation. Je nachdem, ob du "Migration als Kampf" oder "Migration als Weg" hörst, entsteht in deinem Kopf ein völlig anderes Bild. Diese Deutungsrahmen entstehen aus unseren Erfahrungen und steuern, wie wir Situationen bewerten.
Die Frame-Semantik bestimmt dabei die Rollen: Bei "Flüchtlingswelle" werden Migranten automatisch zur Bedrohung und Einheimische zu Opfern. So simpel und so wirkungsvoll funktioniert politische Meinungsmache.
Merke dir: Kein politisches Wort ist neutral - jeder Begriff transportiert eine bestimmte Bewertung mit sich!



