Die überraschende Erkenntnis
Was Mrs. Mallard als nächstes fühlt, würde niemand erwarten. Während sie am Fenster sitzt und die Vögel zwitschern hört, spürt sie, dass "etwas" auf sie zukommt - eine Erkenntnis, die sie zunächst ängstigt.
Dann flüstert sie das Wort, das alles verändert: "Frei, frei, frei!" Sie erkennt plötzlich, dass der Tod ihres Mannes bedeutet, dass sie endlich für sich selbst leben kann. Keine männliche Dominanz mehr, die ihren eigenen Willen unterdrückt.
Mrs. Mallard reflektiert ehrlich über ihre Ehe: Sie hat ihren Mann manchmal geliebt, oft aber auch nicht. Was zählt das schon gegen ihre neu entdeckte Selbstbestimmung? Sie sieht Jahre vor sich, die nur ihr gehören werden, und breitet die Arme aus, um diese Zukunft zu umarmen.
Als ihre Schwester Josephine an die Tür klopft und um Einlass bettelt, antwortet Mrs. Mallard selbstbewusst: "Ich mache mich nicht krank" - im Gegenteil, sie trinkt den "Lebenselixier" der Freiheit.
Feministische Kritik: Chopin kritisiert hier die gesellschaftlichen Zwänge der Ehe im 19. Jahrhundert - ein revolutionärer Gedanke für die damalige Zeit!