Manifest Destiny - Von göttlicher Mission zur kritischen Betrachtung
Manifest Destiny bedeutete für die weißen Siedler, dass sie durch Gottes Plan das Recht und sogar die Pflicht hatten, jeden Teil Nordamerikas zu erobern. Der Journalist John L. O'Sullivan prägte diesen Begriff, der den "Frontier Spirit" - also den Pioniergeist - der Amerikaner perfekt zusammenfasste.
Das berühmte Gemälde "American Progress" von John Gast aus 1872 zeigt diese Ideologie bildlich: Eine engelhafte Frau schwebt über die Landschaft, links ist es hell (die Zivilisation), rechts dunkel (die Wildnis). Sie trägt einen goldenen Stern auf der Stirn und hält ein Buch sowie ein Kabel in den Händen - Symbole für Bildung und technischen Fortschritt.
Die Siedler fühlten sich dazu berufen, den wilden Westen zu erschließen und Amerika zu einer globalen Wirtschafts- und Politikmacht zu machen. Manifest Destiny wurde oft als Rechtfertigung für Landnahme und territoriale Expansion genutzt.
Wichtig zu wissen: Heute wird Manifest Destiny völlig anders bewertet - als zerstörerische und egoistische Ideologie, die das Leben der Ureinwohner Amerikas vernichtete. Moderne Darstellungen ersetzen die engelhafte Figur oft durch dunkle Gestalten wie Dementoren, um die negativen Folgen zu verdeutlichen.