Drei Rechtssysteme im Überblick
Stellt euch vor, ihr müsst entscheiden, ob ein Gesetz gültig ist - nach welchen Kriterien würdet ihr urteilen? Genau diese Frage spaltet die Rechtswissenschaft in drei Lager.
Das positive Recht ist alles, was der Staat offiziell als Gesetz beschließt. Es sorgt für Rechtssicherheit, weil jeder genau weiß, was erlaubt ist und was nicht. Egal ob das Gesetz moralisch richtig oder falsch ist - es gilt, weil es im Gesetzbuch steht.
Das Naturrecht hingegen behauptet: Es gibt höhere, unveränderliche Rechtsgrundsätze, die über jedem menschengemachten Gesetz stehen. Die Menschenwürde zum Beispiel gilt immer, auch wenn kein Staat sie ins Gesetzbuch schreibt. Hier können Recht und Moral nicht getrennt werden.
Kelsen als Vertreter des Rechtspositivismus trennt Recht und Moral strikt voneinander. Für ihn ist Recht ein System von Normen, das nur durch formelle Verfahren gültig wird - moralische Bewertungen haben dabei nichts zu suchen. Gerechtigkeit ist für ihn nur ein moralisches Konzept, das nicht ins Recht gehört.
Merke dir: Rechtspositivismus = Trennung von Recht und Moral, Naturrecht = Verbindung von Recht und Moral!






