Kategorischer Imperativ - Pflichtenethik nach Kant
Du kennst das sicher: Manchmal fragst du dich, ob etwas wirklich richtig oder falsch ist. Kant hat dafür ein geniales System entwickelt, das dir bei solchen Entscheidungen hilft. Seine Pflichtenethik basiert auf einem einfachen Test, den du bei jeder Handlung anwenden kannst.
So funktioniert Kants Prüfschema: Zuerst formulierst du deine Maxime - also die Regel, nach der du handelst. Dann stellst du dir vor, was passieren würde, wenn alle Menschen nach dieser Regel handeln würden. Das Beispiel mit Frau M. macht es deutlich: Sie behauptet der Versicherung gegenüber, der kaputte Fernseher hätte ihrer Nachbarin gehört.
Die Maxime wäre: "Immer wenn ich etwas kaputt mache, behaupte ich, es wäre nicht von mir." Als allgemeines Gesetz würde das bedeuten: Jeder lügt, um selbst davon zu profitieren. Kannst du das wollen? Eindeutig nein - also ist die Handlung unmoralisch.
Merktipp: Der kategorische Imperativ lautet: "Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde."
Kant unterscheidet zwischen Pflicht und Neigung. Handlungen aus Pflicht sind objektiv wertvoll, während Neigungen (wie Sympathie oder Mitleid) subjektiv und ohne moralischen Wert sind. Nur wer aus Pflichtgefühl handelt, handelt wirklich moralisch - die Folgen spielen dabei keine Rolle. Das unterscheidet den kategorischen vom hypothetischen Imperativ, der an Bedingungen geknüpft ist ("Wenn du X willst, dann tue Y").