Die Projektionstheorie: Mensch erschafft Gott
Stell dir vor, du würdest alle deine Träume und Wünsche in eine Person packen - laut Feuerbach ist genau das Gott. Diese Grafik zeigt Feuerbachs zentrale Erkenntnis: Religion ist eine menschliche Konstruktion, die unsere Sehnsüchte widerspiegelt.
Während Menschen zeitlich, endlich und fehlerhaft sind, projizieren sie das Gegenteil auf Gott: ewig, unendlich und vollkommen. Dieser Zwiespalt zwischen Mensch und Gott ist eigentlich der Konflikt des Menschen mit seinem eigenen verborgenen Wesen.
Das Fatale daran: Menschen vergegenständlichen in der Religion ihr eigenes Wesen, aber erkennen es nicht als solches. Sie beten ihre eigenen idealisierten Eigenschaften an, ohne zu merken, dass sie selbst die Schöpfer sind.
Kernaussage: Der Gottesglaube verhindert die Selbstwerdung, weil Menschen sich permanent als "das schlechthin Negative" sehen und ihre Kraft an ein externes Wesen verschwenden.
Feuerbachs Lösung: Gott als höchstes Wesen abschaffen und stattdessen den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Nur so können Menschen ihre wahre Natur erkennen und ihre Potenziale voll ausschöpfen, ohne sich durch religiöse Selbstkritik zu schwächen.