Sozialer Determinismus bei Didier Eribon
In "Retour à Reims" stellt Eribon dar, wie soziale Herkunft das Leben eines Menschen vorzeichnet. Er argumentiert, dass unser Schicksal bereits bei der Geburt festgelegt wird - durch Familie und soziales Milieu, in das wir hineingeboren werden.
Das Bildungssystem spielt dabei eine entscheidende Rolle: Während Kinder aus bürgerlichen Familien mit 11 Jahren aufs Gymnasium wechselten, blieben Arbeiterkinder bis 14 Jahre in der Grundschule und erhielten nur ein rudimentäres, utilitaristisches Wissen. Diese Trennung verstärkte die soziale Kluft und hielt die Klassenunterschiede aufrecht.
Am Beispiel seines Vaters zeigt Eribon diese Realität: Vom einfachen Arbeiter schaffte er den Aufstieg zum Vorarbeiter - ein beruflicher Fortschritt, auf den der Vater stolz war, den der Autor jedoch als minimal empfand. Der Vater musste mit 56 Jahren in Frührente gehen, körperlich aufgezehrt durch jahrzehntelange Fabrikarbeit.
Denkanstoss: Wie sehr bestimmt deine eigene soziale Herkunft deinen Bildungsweg? Welche Freiheiten und Grenzen nimmst du in deinem eigenen Leben wahr?







