Existentialismus nach Sartre
Der Existentialismus ist eine philosophische und literarische Strömung aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie betrachtet jeden Menschen als einzigartiges und freies Wesen, das selbst für sein Schicksal verantwortlich ist. Der zentrale Gedanke: Die Existenz geht der Essenz voraus – der Mensch existiert zuerst und definiert sich dann durch seine Handlungen.
Jean-Paul Sartre ist der wichtigste Vertreter des französischen Existentialismus. Seine Philosophie besagt, dass der Mensch ohne vorbestimmten Zweck in die Welt kommt und sich erst durch seine Handlungen selbst definiert. Im Gegensatz zu einem Gegenstand, der für einen bestimmten Zweck hergestellt wurde, hat der Mensch keine vorgegebene Essenz, sondern erschafft diese selbst.
Sartre vertritt einen atheistischen Existentialismus: Ohne Gott gibt es keine vorbestimmten Werte oder Ziele. Dies bedeutet einerseits völlige Freiheit, andererseits aber auch vollständige Verantwortung für die eigenen Entscheidungen.
💡 Wichtiger Unterschied: In der Philosophie bezeichnet die "Essenz" das Wesen einer Sache, während die "Existenz" der Akt des Existierens ist. Beim Menschen kommt laut Sartre die Existenz vor der Essenz – wir definieren unser Wesen selbst durch unsere Handlungen!




