Der Tourismus ist ein wichtiger globaler Wirtschaftssektor, der unterschiedlichste Effekte...
Tourismus Lernzettel für Erdkunde LK











Tourismus-Grundbegriffe und Arten
Tourismus lässt sich in verschiedene Kategorien einteilen, wobei zwischen hartem und sanftem Tourismus unterschieden wird. Zum harten Tourismus zählen Massentourismus und Pauschaltourismus, während sanfter Tourismus Erholungs-, Kultur-, Individual- und Pionierreisen umfasst.
Wichtige Begriffe sind die touristischen Effekte: Direkte Effekte beziehen sich auf unmittelbar von Touristen konsumierte Güter wie Nahrungsmittel oder Mietwagen. Indirekte Effekte betreffen die Vorleistungen für touristische Dienstleistungen, wie die Werkstatt für Mietwagen. Induzierte Effekte entstehen, wenn im Tourismus erwirtschaftetes Einkommen in andere Wirtschaftsbereiche fließt.
Weitere zentrale Begriffe sind Devisen (ausländisches Geld, das durch Tourismus ins Land fließt), Infrastruktur (grundlegende Einrichtungen für den Tourismus) und der informelle Sektor (nicht regulierte, aber erlaubte wirtschaftliche Aktivitäten).
💡 Der informelle Sektor bietet besonders Menschen Arbeitsmöglichkeiten, die im formellen Sektor benachteiligt werden, wie Frauen, Menschen mit Behinderungen oder Flüchtlinge.

Tourismus als Wirtschaftsfaktor
Tourismus gehört zu den wichtigsten globalen Wirtschaftssektoren und war bis zur Pandemie der am schnellsten wachsende Bereich des tertiären Sektors. Das touristische Potenzial einer Region basiert auf drei Säulen:
- Naturraumpotenzial: Relief, Wasser, Klima, geografische Lage, Flora, Fauna und Naturphänomene
- Kulturraumpotenzial: Religion, Kultur, Tradition, Kulinarik, Sehenswürdigkeiten, Architektur
- Touristische Infrastruktur: Beherbergung, Gastronomie, Freizeiteinrichtungen, medizinische Versorgung
Bei der Analyse einer touristischen Region sollte zunächst die Lokalisierung erfolgen, dann das Potenzial bestimmt werden. Anschließend werden geeignete Tourismusarten identifiziert und mögliche Gefährdungen und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus umfasst Arbeitsplätze, Devisenflüsse und den Beitrag zum BIP. Kritisch zu betrachten sind Aspekte wie die Sickerrate (Anteil der Einnahmen, der nicht in der Region bleibt) und die Abhängigkeit von äußeren Faktoren.
💡 Die Sickerrate ist in Entwicklungsländern mit 40-50% besonders hoch, was bedeutet, dass fast die Hälfte der touristischen Einnahmen nicht der lokalen Wirtschaft zugute kommt.

Analyseansätze im Tourismus
Bei der Analyse touristischer Regionen wie dem Kaunertal ist ein strukturiertes Vorgehen wichtig. Beginne mit der Lokalisierung und hebe die wichtigsten naturräumlichen Gegebenheiten hervor, die für den Tourismus relevant sind.
Analysiere das Naturraumpotenzial (z.B. Strände, Berge), das Kulturraumpotenzial (z.B. lokale Traditionen) und die touristische Infrastruktur. Identifiziere passende Tourismusarten (z.B. Ski-, Wander-, Sporttourismus) und mögliche Gefährdungen wie Lawinengefahr.
Bei der Bewertung einer Tourismusdestination wie Phuket untersuche die Entwicklung touristischer Zahlen, die Merkmale des Tourismus (z.B. Saisonalität), die Herkunftsstruktur der Touristen und die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus (direkte/indirekte Arbeitsplätze, Devisenflüsse, Beitrag zum BIP).
Denke daran, beim Atlas die richtigen Karten zu verwenden: Gradnetz , Klimazonen (S.258), Tourismusregionen (S.296) und globalisierte Wirtschaft (S.284).
💡 Nutze für eine umfassende Nachhaltigkeitsbewertung das Nachhaltigkeitsdreieck mit den drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales, um alle Aspekte der touristischen Entwicklung zu erfassen.

Tourismusmodelle: Vorlaufers Drei-Phasen-Modell
Das Drei-Phasen-Modell nach K. Vorlaufer erklärt, wie der Tourismus zur Verringerung regionaler Disparitäten (Ungleichheiten) in Entwicklungsländern beitragen kann. Es zeigt, wie Unterschiede zwischen dem wirtschaftlichen Zentrum und der Peripherie durch touristische Entwicklung abgebaut werden können.
Das Modell besteht aus drei aufeinanderfolgenden Phasen:
- Initialphase: Die Hauptstadt wird zum Tourismuszentrum, von dem aus Touren in periphere Regionen angeboten werden
- Wachstumsphase: Ausbau von Sekundärzentren in der Peripherie, aber noch mit starker Abhängigkeit vom Hauptzentrum
- Konsolidierungsphase: Sekundärzentren werden eigenständig und können direkt erreicht werden, die Bedeutung des Zentrums nimmt ab
Am Beispiel der Insel Juist sieht man nachhaltige Tourismusentwicklung: Die 17 km lange, 500 m breite Nordseeinsel bietet naturnahe Grünflächen und lange Sandstrände. Die umweltschonende Infrastruktur (kein Autoverkehr, nur Pferdekutschen und Fahrräder) unterstützt das umweltfreundliche Image.
💡 Der Trickle-Down-Effekt beschreibt, wie der Wohlstand aus wirtschaftlich starken Zentren auch auf ärmere Regionen übergeht – ein wichtiger Mechanismus in Vorlaufers Modell.

Nachhaltigkeitskonzepte im Tourismus
Das Nachhaltigkeitsdreieck veranschaulicht die drei Dimensionen nachhaltiger Entwicklung, die auch im Tourismus angewendet werden sollten:
Ökologische Dimension: Hier geht es um die Schonung und durchdachte Nutzung unserer Ressourcen. Ein nachhaltiger Tourismus verbraucht nicht mehr Ressourcen als regeneriert werden können, reduziert Treibhausgase und schützt Lebensräume von Pflanzen und Tieren.
Soziale Dimension: Eine nachhaltige touristische Entwicklung trägt Verantwortung gegenüber der lokalen Bevölkerung. Sie vermeidet soziale Spannungen und Konflikte, bietet menschenwürdige Arbeitsbedingungen und schützt lokale Kulturen vor negativen Auswirkungen des Tourismus.
Ökonomische Dimension: Der Fokus liegt auf dem langfristigen Bestehen der Wirtschaft zum Wohle aller. Die Steigerung von Umsatz und Gewinn sollte nicht auf Kosten von Umwelt oder Mitarbeitern stattfinden. Nachhaltige touristische Produkte haben lange Lebenszyklen.
Im Gegensatz zum Massentourismus, der oft zu Übernutzung führt, zielt sanfter Tourismus darauf ab, negative Auswirkungen auf Umwelt und Kultur zu minimieren und gleichzeitig die Vorteile für die lokale Bevölkerung zu maximieren.
💡 Ein wirklich nachhaltiger Tourismus berücksichtigt alle drei Dimensionen gleichwertig und sucht nach Lösungen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele in Einklang bringen.

Direkte Effekte des Tourismus
Direkte Effekte des Tourismus sind wirtschaftliche Auswirkungen, die unmittelbar durch den Konsum und die Nutzung von Gütern und Dienstleistungen durch Touristen entstehen. Sie bilden die erste Welle der touristischen Wertschöpfung.
Zu den direkten Effekten zählen beispielsweise:
- Ausgaben für Hotelübernachtungen
- Restaurantbesuche und Nahrungsmittelkonsum
- Mietwagennutzung
- Einkäufe in lokalen Geschäften
- Buchungen über Reisebüros
Diese Ausgaben fließen direkt in die lokale Wirtschaft und generieren unmittelbare Einnahmen für die Anbieter. Sie sind besonders wichtig für die Schaffung von Arbeitsplätzen im Dienstleistungssektor und bilden die Basis für die weitere wirtschaftliche Entwicklung einer Tourismusregion.
Je mehr direkte Effekte in einer Region verbleiben und nicht durch Importe oder ausländische Unternehmen abfließen, desto größer ist der lokale wirtschaftliche Nutzen des Tourismus.
💡 Direkte Effekte sind für Regionen besonders wertvoll, wenn sie mit lokalen Produkten und Dienstleistungen verbunden sind, da so die Wertschöpfung in der Region bleibt.

Indirekte Effekte des Tourismus
Indirekte Effekte des Tourismus entstehen in der Lieferkette und umfassen die wirtschaftlichen Aktivitäten, die zur Herstellung touristischer Güter und Dienstleistungen nötig sind. Sie bilden die zweite Welle der touristischen Wertschöpfung.
Zu den indirekten Effekten zählen zum Beispiel:
- Der Verkauf von Dünger an Bauern, die Lebensmittel für Hotels und Restaurants produzieren
- Werkstätten, die Mietwagen reparieren und warten
- Bauunternehmen, die Hotels oder Freizeiteinrichtungen errichten
- Zulieferungen für Restaurants oder Souvenirshops
Diese Effekte betreffen also Unternehmen, die nicht direkt mit Touristen in Kontakt kommen, aber dennoch vom Tourismus profitieren. Sie tragen erheblich zur regionalen Wirtschaftskraft bei und schaffen zusätzliche Arbeitsplätze außerhalb des eigentlichen Tourismusgewerbes.
Je mehr regionale Unternehmen in diese Lieferkette eingebunden sind, desto größer ist der wirtschaftliche Nutzen für die Region insgesamt.
💡 Starke regionale Wirtschaftskreisläufe mit vielen indirekten Effekten reduzieren die Sickerrate und erhöhen die positive Wirkung des Tourismus auf die lokale Wirtschaft.

Induzierte Effekte des Tourismus
Induzierte Effekte des Tourismus stellen die dritte Welle der touristischen Wertschöpfung dar. Sie entstehen, wenn Einkommen, das im Tourismus erwirtschaftet wurde, in andere Wirtschaftsbereiche investiert wird.
Beispiele für induzierte Effekte sind:
- Eine Kellnerin kauft von ihrem Lohn ein Auto
- Ein Hotelier renoviert sein Privathaus mit den Gewinnen aus seinem Hotel
- Ein Reisebüromitarbeiter gibt sein Gehalt für Freizeitaktivitäten aus
Diese Effekte sind besonders wichtig für die Verbreitung des touristischen Wohlstands in der gesamten Wirtschaft einer Region. Sie führen zu Einkommens- und Beschäftigungssteigerungen in Sektoren, die auf den ersten Blick nichts mit dem Tourismus zu tun haben.
Induzierte Effekte werden oft im Rahmen des Multiplikatoreffekts betrachtet: Jeder Euro, der durch Touristen ausgegeben wird, generiert weitere Ausgaben in der lokalen Wirtschaft und führt so zu einem vervielfachten Gesamteffekt.
💡 Induzierte Effekte tragen zum Trickle-Down-Effekt bei, indem sie Wohlstand aus dem Tourismus auf breitere Bevölkerungsschichten verteilen.

Der informelle Sektor im Tourismus
Der informelle Sektor umfasst wirtschaftliche Aktivitäten, die nicht offiziell registriert und reguliert, aber dennoch erlaubt sind. Im Tourismus spielt er eine wichtige Rolle, besonders in Entwicklungsländern.
Merkmale des informellen Sektors im Tourismus:
- Kleine, nicht registrierte Unternehmen (z.B. Straßenverkäufer, private Zimmervermietung, Fremdenführer ohne offizielle Lizenz)
- Keine formale Ausbildung oder Arbeitserlaubnis erforderlich
- Geringe Einstiegshürden und Startkapital
- Flexible Arbeitszeiten und Möglichkeit für Nebeneinkommen
Der informelle Sektor bietet besonders benachteiligten Gruppen wie Menschen mit Behinderungen, Frauen oder Flüchtlingen Arbeitsmöglichkeiten, die im formellen Sektor oft nicht zugänglich wären. Er hilft gegen Armut und ermöglicht wirtschaftliche Teilhabe.
In frühen Phasen der touristischen Entwicklung nach Butlers Modell ist der Anteil des informellen Sektors häufig hoch und nimmt mit zunehmender Formalisierung und Professionalisierung des Tourismus ab.
💡 Der informelle Sektor kann als Sprungbrett dienen: Erfolgreiche informelle Unternehmen wachsen manchmal zu formellen Betrieben heran und schaffen dann reguläre Arbeitsplätze.

Touristisches Potenzial einer Region
Das touristische Potenzial beschreibt die Eignung einer Region für touristische Entwicklung und setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen:
Naturraumpotenzial umfasst alle natürlichen Gegebenheiten, die für Touristen attraktiv sein können:
- Relief (Berge, Täler, Ebenen)
- Gewässer (Meer, Seen, Flüsse)
- Klima (Sonnenstunden, Niederschlag, Temperaturen)
- Flora und Fauna (besondere Ökosysteme, Wildtiere)
- Naturphänomene (Nordlichter, Geysire, Wasserfälle)
Kulturraumpotenzial beinhaltet die kulturellen Besonderheiten einer Region:
- Religion und religiöse Stätten
- Traditionen und Bräuche
- Regionale Küche und Kulinarik
- Historische Sehenswürdigkeiten und Architektur
- Kunst und Handwerk
Touristische Infrastruktur umfasst die für Touristen notwendigen Einrichtungen:
- Unterkünfte und Gastronomie
- Sport- und Freizeiteinrichtungen
- Medizinische Versorgung
- Verkehrsanbindung und Erreichbarkeit
- Sicherheit und Image der Destination
💡 Die optimale Kombination dieser drei Potenziale ist entscheidend für den Erfolg einer Tourismusdestination. Regionen mit hohem Naturraum- und Kulturraumpotenzial, aber mangelhafter Infrastruktur können ihr touristisches Potenzial oft nicht voll ausschöpfen.
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Der Tourismus ist ein wichtiger globaler Wirtschaftssektor, der unterschiedlichste Effekte auf Regionen und ihre Bewohner haben kann. In diesen Notizen werden zentrale Konzepte des Tourismus, seine Entwicklungsmodelle und Auswirkungen auf wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Ebene zusammengefasst.

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Weitere zentrale Begriffe sind Devisen (ausländisches Geld, das durch Tourismus ins Land fließt), Infrastruktur (grundlegende Einrichtungen für den Tourismus) und der informelle Sektor (nicht regulierte, aber erlaubte wirtschaftliche Aktivitäten).
💡 Der informelle Sektor bietet besonders Menschen Arbeitsmöglichkeiten, die im formellen Sektor benachteiligt werden, wie Frauen, Menschen mit Behinderungen oder Flüchtlinge.

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Tourismus gehört zu den wichtigsten globalen Wirtschaftssektoren und war bis zur Pandemie der am schnellsten wachsende Bereich des tertiären Sektors. Das touristische Potenzial einer Region basiert auf drei Säulen:
- Naturraumpotenzial: Relief, Wasser, Klima, geografische Lage, Flora, Fauna und Naturphänomene
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Bei der Analyse einer touristischen Region sollte zunächst die Lokalisierung erfolgen, dann das Potenzial bestimmt werden. Anschließend werden geeignete Tourismusarten identifiziert und mögliche Gefährdungen und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus umfasst Arbeitsplätze, Devisenflüsse und den Beitrag zum BIP. Kritisch zu betrachten sind Aspekte wie die Sickerrate (Anteil der Einnahmen, der nicht in der Region bleibt) und die Abhängigkeit von äußeren Faktoren.
💡 Die Sickerrate ist in Entwicklungsländern mit 40-50% besonders hoch, was bedeutet, dass fast die Hälfte der touristischen Einnahmen nicht der lokalen Wirtschaft zugute kommt.

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Bei der Analyse touristischer Regionen wie dem Kaunertal ist ein strukturiertes Vorgehen wichtig. Beginne mit der Lokalisierung und hebe die wichtigsten naturräumlichen Gegebenheiten hervor, die für den Tourismus relevant sind.
Analysiere das Naturraumpotenzial (z.B. Strände, Berge), das Kulturraumpotenzial (z.B. lokale Traditionen) und die touristische Infrastruktur. Identifiziere passende Tourismusarten (z.B. Ski-, Wander-, Sporttourismus) und mögliche Gefährdungen wie Lawinengefahr.
Bei der Bewertung einer Tourismusdestination wie Phuket untersuche die Entwicklung touristischer Zahlen, die Merkmale des Tourismus (z.B. Saisonalität), die Herkunftsstruktur der Touristen und die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus (direkte/indirekte Arbeitsplätze, Devisenflüsse, Beitrag zum BIP).
Denke daran, beim Atlas die richtigen Karten zu verwenden: Gradnetz , Klimazonen (S.258), Tourismusregionen (S.296) und globalisierte Wirtschaft (S.284).
💡 Nutze für eine umfassende Nachhaltigkeitsbewertung das Nachhaltigkeitsdreieck mit den drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales, um alle Aspekte der touristischen Entwicklung zu erfassen.

Tourismusmodelle: Vorlaufers Drei-Phasen-Modell
Das Drei-Phasen-Modell nach K. Vorlaufer erklärt, wie der Tourismus zur Verringerung regionaler Disparitäten (Ungleichheiten) in Entwicklungsländern beitragen kann. Es zeigt, wie Unterschiede zwischen dem wirtschaftlichen Zentrum und der Peripherie durch touristische Entwicklung abgebaut werden können.
Das Modell besteht aus drei aufeinanderfolgenden Phasen:
- Initialphase: Die Hauptstadt wird zum Tourismuszentrum, von dem aus Touren in periphere Regionen angeboten werden
- Wachstumsphase: Ausbau von Sekundärzentren in der Peripherie, aber noch mit starker Abhängigkeit vom Hauptzentrum
- Konsolidierungsphase: Sekundärzentren werden eigenständig und können direkt erreicht werden, die Bedeutung des Zentrums nimmt ab
Am Beispiel der Insel Juist sieht man nachhaltige Tourismusentwicklung: Die 17 km lange, 500 m breite Nordseeinsel bietet naturnahe Grünflächen und lange Sandstrände. Die umweltschonende Infrastruktur (kein Autoverkehr, nur Pferdekutschen und Fahrräder) unterstützt das umweltfreundliche Image.
💡 Der Trickle-Down-Effekt beschreibt, wie der Wohlstand aus wirtschaftlich starken Zentren auch auf ärmere Regionen übergeht – ein wichtiger Mechanismus in Vorlaufers Modell.

Nachhaltigkeitskonzepte im Tourismus
Das Nachhaltigkeitsdreieck veranschaulicht die drei Dimensionen nachhaltiger Entwicklung, die auch im Tourismus angewendet werden sollten:
Ökologische Dimension: Hier geht es um die Schonung und durchdachte Nutzung unserer Ressourcen. Ein nachhaltiger Tourismus verbraucht nicht mehr Ressourcen als regeneriert werden können, reduziert Treibhausgase und schützt Lebensräume von Pflanzen und Tieren.
Soziale Dimension: Eine nachhaltige touristische Entwicklung trägt Verantwortung gegenüber der lokalen Bevölkerung. Sie vermeidet soziale Spannungen und Konflikte, bietet menschenwürdige Arbeitsbedingungen und schützt lokale Kulturen vor negativen Auswirkungen des Tourismus.
Ökonomische Dimension: Der Fokus liegt auf dem langfristigen Bestehen der Wirtschaft zum Wohle aller. Die Steigerung von Umsatz und Gewinn sollte nicht auf Kosten von Umwelt oder Mitarbeitern stattfinden. Nachhaltige touristische Produkte haben lange Lebenszyklen.
Im Gegensatz zum Massentourismus, der oft zu Übernutzung führt, zielt sanfter Tourismus darauf ab, negative Auswirkungen auf Umwelt und Kultur zu minimieren und gleichzeitig die Vorteile für die lokale Bevölkerung zu maximieren.
💡 Ein wirklich nachhaltiger Tourismus berücksichtigt alle drei Dimensionen gleichwertig und sucht nach Lösungen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele in Einklang bringen.

Direkte Effekte des Tourismus
Direkte Effekte des Tourismus sind wirtschaftliche Auswirkungen, die unmittelbar durch den Konsum und die Nutzung von Gütern und Dienstleistungen durch Touristen entstehen. Sie bilden die erste Welle der touristischen Wertschöpfung.
Zu den direkten Effekten zählen beispielsweise:
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Diese Ausgaben fließen direkt in die lokale Wirtschaft und generieren unmittelbare Einnahmen für die Anbieter. Sie sind besonders wichtig für die Schaffung von Arbeitsplätzen im Dienstleistungssektor und bilden die Basis für die weitere wirtschaftliche Entwicklung einer Tourismusregion.
Je mehr direkte Effekte in einer Region verbleiben und nicht durch Importe oder ausländische Unternehmen abfließen, desto größer ist der lokale wirtschaftliche Nutzen des Tourismus.
💡 Direkte Effekte sind für Regionen besonders wertvoll, wenn sie mit lokalen Produkten und Dienstleistungen verbunden sind, da so die Wertschöpfung in der Region bleibt.

Indirekte Effekte des Tourismus
Indirekte Effekte des Tourismus entstehen in der Lieferkette und umfassen die wirtschaftlichen Aktivitäten, die zur Herstellung touristischer Güter und Dienstleistungen nötig sind. Sie bilden die zweite Welle der touristischen Wertschöpfung.
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Diese Effekte betreffen also Unternehmen, die nicht direkt mit Touristen in Kontakt kommen, aber dennoch vom Tourismus profitieren. Sie tragen erheblich zur regionalen Wirtschaftskraft bei und schaffen zusätzliche Arbeitsplätze außerhalb des eigentlichen Tourismusgewerbes.
Je mehr regionale Unternehmen in diese Lieferkette eingebunden sind, desto größer ist der wirtschaftliche Nutzen für die Region insgesamt.
💡 Starke regionale Wirtschaftskreisläufe mit vielen indirekten Effekten reduzieren die Sickerrate und erhöhen die positive Wirkung des Tourismus auf die lokale Wirtschaft.

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Diese Effekte sind besonders wichtig für die Verbreitung des touristischen Wohlstands in der gesamten Wirtschaft einer Region. Sie führen zu Einkommens- und Beschäftigungssteigerungen in Sektoren, die auf den ersten Blick nichts mit dem Tourismus zu tun haben.
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💡 Der informelle Sektor kann als Sprungbrett dienen: Erfolgreiche informelle Unternehmen wachsen manchmal zu formellen Betrieben heran und schaffen dann reguläre Arbeitsplätze.

Touristisches Potenzial einer Region
Das touristische Potenzial beschreibt die Eignung einer Region für touristische Entwicklung und setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen:
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