Von der Adelsherrschaft zur Demokratie - so verlief Athens spannender...
Griechenland Geschichte: Lernzettel zu Solons Reformen






Solons Reformen - Der erste Schritt zur Gerechtigkeit
Stell dir vor, du lebst als Bauer im alten Athen und kannst deine Schulden nicht bezahlen - dann wirst du einfach versklavt! Genau diese krasse Ungerechtigkeit beendete Solon 594 v. Chr., als die Athener ihn zum Archonten (hohen Beamten) wählten.
Solon führte eine Timokratie ein - die Herrschaft der Besitzenden. Er teilte alle Bürger in vier Vermögensklassen ein: Die reichen Fünfhundertscheffler ganz oben, dann die Hippeis (die "Reiter"), die Zeugiten (Handwerker und Bauern) und ganz unten die armen Theten, die keine Ämter übernehmen durften.
Seine wichtigsten Reformen? Er erließ alle Schulden der Bauern und verbot die Schuldknechtschaft komplett. Außerdem durften sich nur noch männliche Vollbürger in der Volksversammlung treffen - Frauen, Sklaven und Fremde blieben ausgeschlossen.
Wusstest du? Ein Scheffel war eine alte Maßeinheit für Getreide - wer 500 Scheffel Einkommen hatte, gehörte zur absoluten Oberschicht!

Peisistratos und die Tyrannis - Wenn einer alles bestimmt
Die Solonischen Reformen hielten nicht lange - der Adel fand sie zu krass, die Kleinbauern zu lasch. Diese Unzufriedenheit nutzte der schlaue Adlige Peisistratos 560 v. Chr. aus und riss die Alleinherrschaft an sich.
Das nennt man Tyrannis - nicht weil er besonders grausam war, sondern weil er seine Macht weder geerbt noch durch Wahlen bekommen hatte. Peisistratos war ziemlich clever: Er ließ Solons politische Ordnung formal bestehen, setzte aber nur seine Anhänger in die Ämter.
Um das Volk bei Laune zu halten, beschlagnahmte er den Großgrundbesitz seiner Gegner und verteilte das Land an bedürftige Bauern. Außerdem sorgte er durch den Bau von Tempeln und Straßen für Arbeit und Brot bei den Handwerkern.
Interessant: Nach Peisistratos' Tod übernahmen seine Söhne die Macht, regierten aber so selbstherrlich, dass sie schließlich ermordet und vertrieben wurden!

Kleisthenes - Der wahre Demokratie-Erfinder
508-507 v. Chr. kam Kleisthenes an die Macht und revolutionierte Athens Politik komplett! Er knüpfte an Solons Reformen an, ging aber viel weiter und stärkte die Macht des Volkes erheblich.
Seine geniale Idee: Er teilte alle athenischen Bürger in zehn Phylen (Verbände) ein. Jede Phyle bestand aus drei verschiedenen Bezirken - einem aus der Stadt, einem vom Land und einem von der Küste. So konnte keine Region die anderen dominieren, und die Adelsherrschaft wurde aufgelöst.
Der neue Rat der 500 (50 Mitglieder aus jeder Phyle) ersetzte Solons Rat der 400. Als Schutz vor Machtmissbrauch führte Kleisthenes das berühmte Scherbengericht ein - damit konnten zu mächtige Bürger aus der Stadt verbannt werden.
Durchblick: Mit Kleisthenes beginnt für viele Historiker die echte Demokratie in Athen - damals nannte man es noch "Isonomie" (politische Gleichheit aller Staatsbürger).

Perikles - Die Vollendung der Demokratie
Das Perikles-Zeitalter brachte die athenische Demokratie zur Vollendung! Perikles entmachtete den letzten Adelsrat (Areopag) komplett und übertrug alle Befugnisse auf den Rat der 500 und die Volksversammlung.
Die Volksversammlung (Ekklesia) wurde zum wichtigsten Organ: Alle männlichen Bürger ab 20 Jahren, die ihren zweijährigen Militärdienst absolviert hatten, durften teilnehmen. Sie wählten Beamte, beschlossen Gesetze und entschieden sogar über Krieg und Frieden.
Perikles' cleverste Reform war die Bezahlung politischer Ämter (Diäten). Jetzt konnte auch ein armer Bürger ein Amt übernehmen, ohne zu verhungern. Sogar das Archontenamt wurde für die 3. Vermögensklasse geöffnet.
Krass aber wahr: "Demos" bedeutet Volk und "kratein" herrschen - "Demokratie" heißt also wörtlich "Herrschaft des Volkes"!

Die Polis Athen - Vom Königreich zur Aristokratie
Um 800 v. Chr. entstanden in Griechenland hunderte unabhängiger Stadtstaaten, die Poleis genannt wurden. Athen war die bedeutendste von über 1000 solcher Poleis und durchlief eine spannende Entwicklung.
Ursprünglich war Athen eine Monarchie mit einem König an der Spitze. Im 8. Jahrhundert v. Chr. übernahm jedoch eine Gruppe von Adligen die Macht - die Aristokratie war geboren. Diese Adligen wählten drei, später neun Archonten, die ein Jahr lang regierten.
Die Gesellschaft war damals vom Oikos-System geprägt - das waren Hausgemeinschaften aus verwandten Familien und Sklaven, die nur für den Eigenbedarf produzierten. Die Archonten führten Truppen, sprachen Recht und beaufsichtigten die Verehrung der Götter.
Gut zu wissen: Eine Polis bestand meist aus einer befestigten Stadt und dem umliegenden Land - wie ein Mini-Staat mit eigenen Gesetzen und Göttern!
Wir dachten schon, du fragst nie...
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