Holocaust und die Ausgangssituation
Holocaust bedeutet wörtlich "völlig verbrannt" und bezeichnet die systematische Vernichtung der Juden während des Nationalsozialismus. Diese unvorstellbare Tragödie betraf Menschen, die zuvor vollwertige Mitglieder der deutschen Gesellschaft waren.
Vor 1933 lebten etwa 500.000 deutsche Juden in Deutschland - das waren nur 0,77% der Bevölkerung. Sie waren wirtschaftlich erfolgreich, zahlten hohe Steuern und hatten einen überdurchschnittlich hohen Bildungsgrad. Viele arbeiteten in Wissenschaft und Kunst, aber es gab auch arme jüdische Familien wie Handwerker oder kleine Händler.
Mit Hitlers Machtübernahme 1933 endete schlagartig der Schutz für deutsche Juden. Der Arierparagraph sorgte für massive Berufsverbote, während Hetzblätter wie "der Stürmer" für eine Diffamierungskampagne sorgten. Am 1. April 1933 riefen die Nazis zum reichsweiten Boykott aller jüdischen Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte auf.
Wichtig zu wissen: Die Nürnberger Rassengesetze von 1935 teilten Menschen willkürlich in "Reichsbürger" (mit vollen Rechten) und "Staatsbürger" (Juden mit minderen Rechten) ein. Diese Gesetze machten Hitlers rassistische Überzeugungen zur Rechtslage.
Die Reichskristallnacht 1938 markierte den Übergang zur offenen Gewalt: 267 Synagogen brannten, 7.500 jüdische Geschäfte wurden zerstört und 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslager verschleppt.