Die Ergotherapie arbeitet mit verschiedenen Modellen, um Menschen bei ihren... Mehr anzeigen
Ergotherapie Grundwissen: Lernkomplex 2











Grundlagen der Modellarten
In der Ergotherapie unterscheidet ihr zwischen zwei Hauptarten von Modellen, die euch helfen, eure Arbeit zu strukturieren. Inhaltsmodelle erklären die Zusammenhänge zwischen Menschen, Umwelt und Betätigung in Wort und Bild. Sie geben euch die Möglichkeit, ein grundsätzliches Verständnis für die Sicht des Klienten zu bekommen.
Prozessmodelle bauen meist auf einem Inhaltsmodell auf und helfen euch dabei, systematisch mit dem Klienten durch den ergotherapeutischen Prozess zu gehen. Sie geben Struktur für das methodische Handeln und folgen meist den Schritten Befundung, Intervention und Outcome.
Merktipp: Inhaltsmodelle erklären das "Was" und "Warum", Prozessmodelle das "Wie" der Ergotherapie.
Die wichtigsten Inhaltsmodelle sind PEO, CMOP-E, MOHO und KAWA. Bei den Prozessmodellen sind CPPF und OTIPM besonders relevant für eure Praxis.

CMOP-E - Canadian Model
Das Canadian Model of Occupational Performance and Engagement wurde in den 1980ern entwickelt und ist eines der wichtigsten Modelle in der Ergotherapie. 2007 kam das "Engagement" dazu - wenn jemand eine Betätigung nicht selbstständig ausführen kann, soll die Umwelt so verändert werden, dass größtmögliche Teilhabe möglich ist.
Der Mensch steht im Mittelpunkt des Modells. Die Spiritualität bildet den Kern - sie umfasst Charakter und Persönlichkeit und ist der wichtigste Teil des Selbst. Um diesen Kern liegen die physischen, kognitiven und affektiven Komponenten.
Die drei Betätigungsbereiche sind Selbstversorgung (wie Waschen, Ankleiden), Produktivität (bezahlte und unbezahlte Arbeit) und Freizeit (Sport, soziales Leben, Erholung). Diese Bereiche stehen in ständiger Wechselwirkung mit der Person und der Umwelt.
Wichtig: Alle Komponenten beeinflussen sich gegenseitig - verändert sich eine, ist das gesamte System betroffen.

Umwelt im CMOP-E und CPPF
Die Umwelt spielt eine zentrale Rolle für die Bedeutung der Betätigung. Sie gliedert sich in vier Bereiche: Die physische Umwelt umfasst alles, was greifbar ist - natürliche und bebaute Umgebung. Die institutionelle Umwelt beinhaltet gesellschaftliche Organisation, Politik und alle Arten von Einrichtungen.
Die kulturelle Umwelt basiert auf Ethik und Wertesystemen bestimmter Gruppen, während die soziale Umwelt alle Menschen umfasst, mit denen eine Person zu tun hat. Diese basiert auf gemeinsamen Interessen, Werten und Überzeugungen.
Das Canadian Practice Process Framework (CPPF) ist das dazugehörige Prozessmodell. Es führt systematisch durch den therapeutischen Prozess - vom Eintreten über das Erheben und Bewerten bis hin zum Beenden. Der gesellschaftliche Kontext und Praxiskontext rahmen dabei den gesamten Prozess ein.
Praxistipp: Das CPPF gibt euch eine klare Struktur für euer therapeutisches Vorgehen - nutzt es als Leitfaden.

COPM Assessment
Das Canadian Occupational Performance Measure dient als roter Faden für Klientengespräche. Der ergotherapeutische Fokus liegt darauf, welche Betätigung der Klient ausführen möchte oder muss, aber derzeit nicht zufriedenstellend kann. Dabei zählt ausschließlich die Sichtweise des Klienten.
Die Vorgehensweise ist klar strukturiert: Zuerst besprecht ihr mit dem Interviewbogen alltägliche Betätigungen und Schwierigkeiten. Dann bewertet der Klient die Wichtigkeit jedes Problems auf einer Skala von 1-10. Aus diesen wählt ihr bis zu 5 wichtige Probleme aus.
Diese 5 Probleme werden hinsichtlich Performance und Zufriedenheit bewertet. Daraus entsteht eine Gesamtbewertung, die als Basis für die Behandlungsplanung dient. Das COPM wird während und nach der Therapie wiederholt angewandt, um Fortschritte zu messen.
Erfolgsfaktor: Die Wünsche des Klienten stehen stets im Vordergrund - ihr plant gemeinsam und klientenzentriert.

MOHO - Grundlagen
Das Model of Human Occupation wurde 1980 von Gary Kielhofner entwickelt und ist klientenzentriert - die Wünsche und Perspektive des Klienten stehen im Zentrum. Jeder Klient ist einzigartig, und das Betätigen sowie die Erfahrung des Klienten bestimmen den Behandlungsprozess.
MOHO versteht den Menschen als dynamisches, sich selbst organisierendes System, das sich ständig entwickelt. Betätigung spielt dabei eine zentrale Rolle - Menschen erhalten, verstärken und formen durch Arbeit, Spiel und Alltagsaufgaben ihre Fähigkeiten und Überzeugungen.
Das Modell basiert auf einem systemtheoretischen Ansatz. Betätigung ist eine zentrale Kraft für Gesundheit, Wohlbefinden und Entwicklung. Das Verhalten resultiert nicht nur aus Fähigkeiten, sondern wird auch stark von der Umwelt beeinflusst.
Kernidee: Betätigung ist ein lebensverlängernder Faktor und wirkt heilend auf den Menschen.

MOHO - Aufbau und Komponenten
MOHO gliedert sich in drei Hauptkomponenten: Volition (der Wille) hängt mit der Motivation zum Betätigen zusammen und umfasst persönliche Effektivität, Werte und Interessen. Habituation bezieht sich auf halbautomatisierte Verhaltensmuster, Routinen und verinnerlichte Rollen.
Das Performanzvermögen beschreibt die physischen und psychischen Fähigkeiten, die Betätigung ermöglichen. Es unterteilt sich in drei Fertigkeitsbereiche: motorische Fähigkeiten, Verarbeitungs- und Steuerungsfertigkeiten sowie Kommunikations- und Interaktionsfertigkeiten.
MOHO unterscheidet drei Ebenen der Betätigung: Partizipation (Teilhabe an der Gesellschaft), Betätigungsperformanz und Fertigkeiten. Diese sind in drei Dimensionen unterteilt: Betätigungsidentität, Betätigungskompetenz und Betätigungsanpassung.
Zusammenhang: Alle drei Komponenten (Volition, Habituation, Performanzvermögen) wirken zusammen und beeinflussen sich gegenseitig.

MOHO - Umwelt und Partizipation
Die Umwelt beeinflusst das Betätigen, indem sie Möglichkeiten und Mittel anbietet, aber auch Voraussetzungen und Beschränkungen vorgibt. Sie besteht aus natürlichen, sozialen, kulturellen, ökonomischen und politischen Kontexten, die Motivation, Organisation und Ausführung der Betätigung beeinflussen.
Die Umwelt gliedert sich in verschiedene Dimensionen: Dinge, die verwendet werden, Räume für Betätigung, verfügbare Aufgaben, soziale Gruppen und gesellschaftliche Bedingungen. Wichtig: Durch eine Funktionsstörung kann sich die Umwelt für einen Menschen komplett verändern.
Partizipation ist das Betätigen im weitesten Sinne - die Teilhabe an der Gesellschaft mit persönlicher und sozialer Bedeutung. Sie ist wichtig für das Wohlbefinden und betrifft die Bereiche Wohnen, Versorgen, Lernen, Arbeiten und Freizeit.
Realität: Objekte, Räume und soziale Gruppen können Hindernisse werden, aber genauso gut auch Ressourcen und Unterstützung bieten.



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Ergotherapie Grundwissen: Lernkomplex 2
Die Ergotherapie arbeitet mit verschiedenen Modellen, um Menschen bei ihren alltäglichen Betätigungen zu unterstützen. Diese Modelle helfen dabei, die komplexen Zusammenhänge zwischen Person, Umwelt und Betätigung zu verstehen und strukturiert zu behandeln.

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Grundlagen der Modellarten
In der Ergotherapie unterscheidet ihr zwischen zwei Hauptarten von Modellen, die euch helfen, eure Arbeit zu strukturieren. Inhaltsmodelle erklären die Zusammenhänge zwischen Menschen, Umwelt und Betätigung in Wort und Bild. Sie geben euch die Möglichkeit, ein grundsätzliches Verständnis für die Sicht des Klienten zu bekommen.
Prozessmodelle bauen meist auf einem Inhaltsmodell auf und helfen euch dabei, systematisch mit dem Klienten durch den ergotherapeutischen Prozess zu gehen. Sie geben Struktur für das methodische Handeln und folgen meist den Schritten Befundung, Intervention und Outcome.
Merktipp: Inhaltsmodelle erklären das "Was" und "Warum", Prozessmodelle das "Wie" der Ergotherapie.
Die wichtigsten Inhaltsmodelle sind PEO, CMOP-E, MOHO und KAWA. Bei den Prozessmodellen sind CPPF und OTIPM besonders relevant für eure Praxis.

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CMOP-E - Canadian Model
Das Canadian Model of Occupational Performance and Engagement wurde in den 1980ern entwickelt und ist eines der wichtigsten Modelle in der Ergotherapie. 2007 kam das "Engagement" dazu - wenn jemand eine Betätigung nicht selbstständig ausführen kann, soll die Umwelt so verändert werden, dass größtmögliche Teilhabe möglich ist.
Der Mensch steht im Mittelpunkt des Modells. Die Spiritualität bildet den Kern - sie umfasst Charakter und Persönlichkeit und ist der wichtigste Teil des Selbst. Um diesen Kern liegen die physischen, kognitiven und affektiven Komponenten.
Die drei Betätigungsbereiche sind Selbstversorgung (wie Waschen, Ankleiden), Produktivität (bezahlte und unbezahlte Arbeit) und Freizeit (Sport, soziales Leben, Erholung). Diese Bereiche stehen in ständiger Wechselwirkung mit der Person und der Umwelt.
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Umwelt im CMOP-E und CPPF
Die Umwelt spielt eine zentrale Rolle für die Bedeutung der Betätigung. Sie gliedert sich in vier Bereiche: Die physische Umwelt umfasst alles, was greifbar ist - natürliche und bebaute Umgebung. Die institutionelle Umwelt beinhaltet gesellschaftliche Organisation, Politik und alle Arten von Einrichtungen.
Die kulturelle Umwelt basiert auf Ethik und Wertesystemen bestimmter Gruppen, während die soziale Umwelt alle Menschen umfasst, mit denen eine Person zu tun hat. Diese basiert auf gemeinsamen Interessen, Werten und Überzeugungen.
Das Canadian Practice Process Framework (CPPF) ist das dazugehörige Prozessmodell. Es führt systematisch durch den therapeutischen Prozess - vom Eintreten über das Erheben und Bewerten bis hin zum Beenden. Der gesellschaftliche Kontext und Praxiskontext rahmen dabei den gesamten Prozess ein.
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COPM Assessment
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Die Vorgehensweise ist klar strukturiert: Zuerst besprecht ihr mit dem Interviewbogen alltägliche Betätigungen und Schwierigkeiten. Dann bewertet der Klient die Wichtigkeit jedes Problems auf einer Skala von 1-10. Aus diesen wählt ihr bis zu 5 wichtige Probleme aus.
Diese 5 Probleme werden hinsichtlich Performance und Zufriedenheit bewertet. Daraus entsteht eine Gesamtbewertung, die als Basis für die Behandlungsplanung dient. Das COPM wird während und nach der Therapie wiederholt angewandt, um Fortschritte zu messen.
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MOHO versteht den Menschen als dynamisches, sich selbst organisierendes System, das sich ständig entwickelt. Betätigung spielt dabei eine zentrale Rolle - Menschen erhalten, verstärken und formen durch Arbeit, Spiel und Alltagsaufgaben ihre Fähigkeiten und Überzeugungen.
Das Modell basiert auf einem systemtheoretischen Ansatz. Betätigung ist eine zentrale Kraft für Gesundheit, Wohlbefinden und Entwicklung. Das Verhalten resultiert nicht nur aus Fähigkeiten, sondern wird auch stark von der Umwelt beeinflusst.
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Das Performanzvermögen beschreibt die physischen und psychischen Fähigkeiten, die Betätigung ermöglichen. Es unterteilt sich in drei Fertigkeitsbereiche: motorische Fähigkeiten, Verarbeitungs- und Steuerungsfertigkeiten sowie Kommunikations- und Interaktionsfertigkeiten.
MOHO unterscheidet drei Ebenen der Betätigung: Partizipation (Teilhabe an der Gesellschaft), Betätigungsperformanz und Fertigkeiten. Diese sind in drei Dimensionen unterteilt: Betätigungsidentität, Betätigungskompetenz und Betätigungsanpassung.
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MOHO - Umwelt und Partizipation
Die Umwelt beeinflusst das Betätigen, indem sie Möglichkeiten und Mittel anbietet, aber auch Voraussetzungen und Beschränkungen vorgibt. Sie besteht aus natürlichen, sozialen, kulturellen, ökonomischen und politischen Kontexten, die Motivation, Organisation und Ausführung der Betätigung beeinflussen.
Die Umwelt gliedert sich in verschiedene Dimensionen: Dinge, die verwendet werden, Räume für Betätigung, verfügbare Aufgaben, soziale Gruppen und gesellschaftliche Bedingungen. Wichtig: Durch eine Funktionsstörung kann sich die Umwelt für einen Menschen komplett verändern.
Partizipation ist das Betätigen im weitesten Sinne - die Teilhabe an der Gesellschaft mit persönlicher und sozialer Bedeutung. Sie ist wichtig für das Wohlbefinden und betrifft die Bereiche Wohnen, Versorgen, Lernen, Arbeiten und Freizeit.
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