Schizophrenie - Grundlagen und Symptome
Stell dir vor, deine Realität würde plötzlich verschwimmen - genau das passiert bei einer schizophrenen Psychose. Diese Erkrankung stört das Denken und die Gefühlswelt so stark, dass Betroffene zwischen Realität und Trugwahrnehmungen nicht mehr unterscheiden können.
Die Symptome teilen Ärzte in zwei Gruppen: Positivsymptome sind zusätzliche Wahrnehmungen wie Halluzinationen (meist Stimmenhören) und Wahnvorstellungen, die sich auch durch Gegenbeweise nicht korrigieren lassen. Dazu kommen Denkstörungen und erhöhte Erregtheit.
Negativsymptome sind dagegen ein Mangel an normalen Funktionen: Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug, Depression und das völlige Fehlen emotionaler Reaktionen. Viele Betroffene verbringen dann viel Zeit im Bett und vernachlässigen ihr Aussehen.
Wichtig: Etwa 10% der Betroffenen begehen Suizid - deshalb ist schnelle professionelle Hilfe entscheidend!
Ursachen und Diagnose
Die genauen Ursachen bleiben ein Rätsel, aber mehrere Faktoren spielen zusammen. Genetische Veranlagung, Gehirnveränderungen, Schlafstörungen und Drogenkonsum (besonders Cannabis) erhöhen das Risiko erheblich.
Oft bricht die Krankheit aus, wenn große Lebensereignisse anstehen - Trennungen, Umzüge oder der Berufseinstieg können als Auslöser wirken. Traumatische Erfahrungen und anhaltender Stress verstärken die Gefahr zusätzlich.
Für die Diagnose führen Ärzte eine ausführliche Anamnese durch und schließen andere Krankheiten aus. Blut- und Urinuntersuchungen sowie bildgebende Verfahren wie MRT helfen dabei, körperliche Ursachen auszuschließen.
Therapie und Prognose
Die gute Nachricht: Schizophrenie ist behandelbar! Die medikamentöse Therapie setzt auf Neuroleptika, Antidepressiva und Beruhigungsmittel, um die Symptome zu kontrollieren.
Gleichzeitig spielt Psychotherapie eine zentrale Rolle. In der Psychoedukation lernen Betroffene ihre Krankheit verstehen, was Ängste abbaut. Sie entwickeln Strategien für den Umgang mit Stress und lernen, Frühwarnzeichen zu erkennen.
Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich - von vollständiger Genesung bis zu chronischen Verläufen ist alles möglich. Mit der richtigen Behandlung können viele Betroffene jedoch ein weitgehend normales Leben führen.